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Fr, 16:06 Uhr
07.10.2016
Zoff am Humboldt-Gymnasium

Oberstufenchor wird abgewickelt

Am Nordhäuser Humboldt-Gymnasium stehen derzeit die Zeichen auf Konfrontation. Vor allem zwischen Schulleiter Ralf-Gerhard Köthe und dem Leiter des Oberstufenchors, Thomas Hofereiter. Die Folge: der Chor muss seine Arbeit beenden...

Der Oberstufenchor zu Gast in Ostrow (Foto: privat) Der Oberstufenchor zu Gast in Ostrow (Foto: privat)
Entsetzte Eltern informierten bereits gestern die nnz, dass Schulleiter Köthe mitgeteilt habe, die Arbeit des Chorleiters nicht weiterführen zu können und auch das bevorstehende Chorwochenende abzusagen.

Einst waren die Proben für den Oberstufenchor von 14 Uhr bis 15.30 Uhr angesetzt. Anschließend waren dann noch die Mitglieder des Kammerchors gefragt. Aus organisatorischen Gründen sah sich die Schulleitung jedoch gezwungen, die Proben um eine Stunde nach hinten zu verlegen. "Wir haben zwei Musiklehrerinnen in Elternzeit und dadurch schon Probleme mit den Kursbesetzungen und müssen schon die neunte und zehnte Stunde nutzen", sagte Ralf-Gerhard Köthe der nnz.

Die organisatorischen Veränderungen habe Köthe Herrn Hofereiter bereits im Juni dieses Jahres erklärt. "Zu Beginn des Schuljahres gab es dazu zwischen Herrn Hofereiter, dem Schulleiter, dem Schulförderverein und weiteren Trägern des Chorprojekts mehrere Gespräche. Als Chorleiter sieht es Herr Hofereiter als nicht möglich an, seinen qualitativen Anspruch unter diesen Rahmenbedingungen zu realisieren. Seine Forderung gegenüber der Schule, die alten Probenzeiten für den Oberstufenchor wieder herzustellen, ist verbunden mit seiner Entscheidung anderenfalls das Chorprojekt insgesamt nicht weiter zu führen", schreibt der Schulleiter in einem Brief an die Eltern der Gymnasiasten.

Er hält die Konsequenzen, die sich aus der Rücknahme der Verschiebung der Oberstufenchor-Probenzeit ergeben hätten für die abiturrelevanten Fächer und jährlich für die Wahlmöglichkeiten im Oberstufenbereich ergeben, für nicht verhältnismäßig und nicht vertretbar. Der Elternbrief endet so: "Der Probentag in den Herbstferien fällt aus. Ab 24.10.2016 finden keine Chorproben mehr statt. "

Gegenüber der nnz sagt Köthe, dass er von Thomas Hofereiter ob dessen Sicht auf die Dinge enttäuscht sei, die in Forderungen ausuferten, gar den Tag der Übergabe der Abiturzeugnisse, den 16. Juni 2017 im Nordhäuser Theater zu verschieben, da er für diesen Tag ein Konzert des Oberstufenchores vorgesehen habe.

Nicht alle Betroffenen verstehen die Reaktion des Schulleiters. Im Internet gibt es bereits eine Online-Petition. Dort ist zu lesen: "5 Jahre lang hat Thomas Hofereiter den Mittel- und Oberstufenchor des Humboldt-Gymnasiums Nordhausen geleitet. Er hat alle Kraft, Energie und Leidenschaft in unzählige Proben, Konzerte und Konzertfahrten gesteckt. Dieser Schulchor hat 200 Schülerinnen und Schüler erst zur Musik geführt und die Jugend dieser geprägt. Herrn Hofereiter wurden von der Schulleitung immer und immer wieder Steine in den Weg gelegt. Doch jetzt wurden hinter seinem Rücken alle Proben mit Exkursionen und einem geänderten Stundenplan zunichte gemacht. Nun wird unser Chorleiter alle Konzerte absagen und unsere Schule verlassen. Mit dieser Petition möchten wir erreichen, dass unser Direktor den Stundenplan ändert, unser Chorleiter bleiben wird und der Chor weiter bestehen und proben kann. Helft uns bitte, noch mehr Kindern und Jugendlichen den Zugang zur Musik und dem Gesang zu geben! Lasst nicht zu, dass unserer Schule die letzte Chance musisch-künstlerischer Bildung einfach gestrichen wird!" Diese Petition haben bislang mehr als 250 Menschen virtuell unterschrieben.

Heute nun gab es ein weiteres Gespräch zwischen Ralf-Gerhard Köthe und Thomas Hofereiter, in dessen Ergebnis folgende Erklärung der nnzübermittelt wurde: "Es war die Absicht, am Humboldtgymnasium einen eigenständigen musischen Zweig einzurichten. Diese Profilierung sollte zum Abitur führen. Um darin Erfahrung zu sammeln, wurde die Chorarbeit intensiviert. Nach den gemeinsamen Erfahrungen in diesem Projekt zeigt sich, dass die Parallelität an einem allgemeinbildenden Gymnasium mit bestehendem Profil nicht realisierbar ist. Die Initiatoren haben verabredet, sich die Zeit für eine Neuorientierung zu nehmen. Die Arbeit der vergangenen Jahre wird von den Beteiligten positiv gewertet."

Im Klartext bedeutet dies, die Positionen bleiben verhärtet, der Oberstufenchor ist am Ende.
Peter-Stefan Greiner

Kommentare bitte nur mit Klarnamen
Autor: red

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Kommentare
joble
07.10.2016, 18:01 Uhr
Ausgewogene Berichterstattung?
Im Rahmen einer objektiven Berichterstattung hätte ich mir gewünscht, dass sich auch Herr Hofereiter zu dieser ganzen Sache äußern darf. So wurde, meines Erachtens, nur einseitig die Position der Schulleitung dargestellt.
____________________________________________________
Anmerk. d. Red: Wir hatten Herrn Hofereiter telefonisch nicht erreicht und daraufhin Fragen per Mail geschickt. Die blieben ohne Antwort.

Wir lassen diesen Kommentar ausnahmsweise ohne Klarnamen zu, damit das richtiggestellt wird.
Leser SK
07.10.2016, 20:56 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Bitte nur Klarnamen
joble
08.10.2016, 15:25 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Bitte nur mit Klarnamen
joble
08.10.2016, 15:30 Uhr
Reaktion auf die Petition
Herr Hofereiter hat auf der Petitionsseite eine Antwort verfasst, die seine Sicht der Dinge schildert.

Link: https://www.change.org/p/ralf-gerhard-k%C3%B6the-rettet-den-humboldt-chor/responses/36278

Josefine Bäßler
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