So, 08:00 Uhr
02.10.2016
IM GREIFVOGELPARK AM KATZENSTEIN
Was geschah vor 29 Jahren?
Fast alle der 80 Heimbewohner haben einen Namen: Elsa, Olga, Todor, Hugo, Charly. Beheimatet sind sie in Bad Sachsa. Im Falkenhof. Es sind Greifvögel, Eulen, Falken und Geier...
Majestätischer Flug (Foto: Harzfalkenhof )
Nordhausen/Bad Sachsa. Todor ist der Steppenadler, Hugo die kleine Waldohreule, Elsa ein weiblicher Truthahngeier, Charly der Weißkopfseeadler, Olga das sibirische Uhuweibchen. Falkner Joachim Klapproth kennt sie alle. Seit Jahrzehnten betreibt der Greifvogelpark Greifvogelschutz-, zucht und -forschung.
Einmalig die Vorführungen, wenn die Jagdfalken in atemberaubendem Flug über die Köpfe der Besucher brausen. So Felix, der junge Wanderfalke. Pfeilschnell schießt er durch die Lüfte. Majestätisch ziehen die mächtigen Adler ihre Kreise über die reizvolle Landschaft.
Falkenmeister Hans Reinecke aus Osterwald gründete den Greifvogelpark 1964. Möglich wurde es dank privater Initiativen, ohne öffentliche Unterstützung. Reinecke war Mitbegründer des Ordens Deutscher Falkoniere. 1965 erfolgte die feierliche Eröffnung auf dem etwa vier Hektar großen Gelände am Katzenstein. Joachim Klapproth ist heute dort Hausherr.
Mein Vater hat sich schon in seiner Kindheit für die Natur und ihre Lebewesen interessiert, sagt Jan, sein Sohn. Zunächst absolvierte sein Vater die Jagdeignungsprüfung. Später erlernte er die hohe Schule der Falknerei von Hans Reinecke und übernahm 1984 den Harzfalkenhof.
Jan Klapproth ist überzeugt, dass sein Vater, der den Beruf des Maschinenbauers erlernte, diesen Schritt zu keiner Zeit bereute. Mit Ehefrau Heike, die das Falkner-Handwerk ebenfalls perfekt beherrscht, bringt das Ehepaar den Besuchern die Funktion der Greifvögel im Ökosystem näher, leistet seinen Beitrag zur Erhaltung der Art und der Vielfalt in der Natur.
Die Vögel werden meist paarweise in tierschutzgerechten Volieren gehalten, so dass Zuchterfolge von den verschiedensten Arten keine Seltenheit sind. Besonders beeindrucken die mächtigen Geier. Die hätten Flausen im Kopf, erzählt der Junior, der in der Nordhäuser Fachhochschule Betriebswissenschaften studierte.
Die Geier hätten sich den Parkplatz als Landeplatz auserkoren, mitunter dort auch den Rücken von Besuchern. Oder sie wollten in die Autos hinein, sobald jemand die Tür öffnete. Deshalb lasse man sie derzeit nicht mehr öffentlich vor Besuchern fliegen.
Reinhold Körner, der als Veterinäringenieur im damaligen VEG (Z) Tierzucht arbeitete, verliebte sich in den Adler. Er sei sehr gelehrig, sagte er dem Reporter. Der Falkner wusste aber nicht, woher der Vogel eigentlich kam. Das ergab sich erst viel später. Durch einen glücklichen Zufall. Adler Bubi geht es auch heute gut. 42 Jahre ist er jetzt alt.
Adler und Geier, weiß Joachim Klapproth, können alt werden. Schneegeier Gustav hat die 60 schon weit überschritten, Steinadler Alex die 50, Daisy, das Weißkopfseeadlerweibchen, ist 33. Charly, das Männchen, ist hingegen noch sehr jung. Ihm fehlt noch der weiß gefiederte Kopf. In der Flugschau gibt sich Charly aber hochmajestätisch.
Viel Arbeit, solide Kenntnisse, Fleiß und Geduld sind Voraussetzungen, bevor ein Greifvogel für die Jagd abgerichtet ist. Tagelang trägt der Falkner seinen gefiederten Schützling auf der durch einen dicken Lederhandschuh geschützten Hand, streichelt ihm zärtlich Hals und Kopf, damit er sich nicht nur an den Menschen, sondern auch an die Berührung der menschlichen Hand gewöhnt.
Alles muss der Falkner vermeiden, was den Vogel erschrecken, reizen oder ihm gar Schmerzen verursachen könnte. Hat sich der Greif an seinen Herrn gewöhnt, wird ihm Gehorsam beigebracht, das heißt, er muss angeflogen kommen, wenn man ihn ruft.
Der Harzfalkenhof in Bad Sachsa bietet viel Wissenswertes. Er ist ganzjährig geöffnet, und zwar vom 1. April bis 31. Oktober von 10 bis 17 Uhr. In den Wintermonaten vom 1. November bis 31. März nach Absprache: 055233291. Flugvorführungen erfolgen bei gutem Wetter vom 1. Mai bis 31. Oktober um 11 und 15 Uhr, auch an Sonn -und Feiertagen.
Kurt Frank
Autor: nnz
Majestätischer Flug (Foto: Harzfalkenhof )
Nordhausen/Bad Sachsa. Todor ist der Steppenadler, Hugo die kleine Waldohreule, Elsa ein weiblicher Truthahngeier, Charly der Weißkopfseeadler, Olga das sibirische Uhuweibchen. Falkner Joachim Klapproth kennt sie alle. Seit Jahrzehnten betreibt der Greifvogelpark Greifvogelschutz-, zucht und -forschung.
Einmalig die Vorführungen, wenn die Jagdfalken in atemberaubendem Flug über die Köpfe der Besucher brausen. So Felix, der junge Wanderfalke. Pfeilschnell schießt er durch die Lüfte. Majestätisch ziehen die mächtigen Adler ihre Kreise über die reizvolle Landschaft.
Falkenmeister Hans Reinecke aus Osterwald gründete den Greifvogelpark 1964. Möglich wurde es dank privater Initiativen, ohne öffentliche Unterstützung. Reinecke war Mitbegründer des Ordens Deutscher Falkoniere. 1965 erfolgte die feierliche Eröffnung auf dem etwa vier Hektar großen Gelände am Katzenstein. Joachim Klapproth ist heute dort Hausherr.
Mein Vater hat sich schon in seiner Kindheit für die Natur und ihre Lebewesen interessiert, sagt Jan, sein Sohn. Zunächst absolvierte sein Vater die Jagdeignungsprüfung. Später erlernte er die hohe Schule der Falknerei von Hans Reinecke und übernahm 1984 den Harzfalkenhof.
Jan Klapproth ist überzeugt, dass sein Vater, der den Beruf des Maschinenbauers erlernte, diesen Schritt zu keiner Zeit bereute. Mit Ehefrau Heike, die das Falkner-Handwerk ebenfalls perfekt beherrscht, bringt das Ehepaar den Besuchern die Funktion der Greifvögel im Ökosystem näher, leistet seinen Beitrag zur Erhaltung der Art und der Vielfalt in der Natur.
Die Vögel werden meist paarweise in tierschutzgerechten Volieren gehalten, so dass Zuchterfolge von den verschiedensten Arten keine Seltenheit sind. Besonders beeindrucken die mächtigen Geier. Die hätten Flausen im Kopf, erzählt der Junior, der in der Nordhäuser Fachhochschule Betriebswissenschaften studierte.
Die Geier hätten sich den Parkplatz als Landeplatz auserkoren, mitunter dort auch den Rücken von Besuchern. Oder sie wollten in die Autos hinein, sobald jemand die Tür öffnete. Deshalb lasse man sie derzeit nicht mehr öffentlich vor Besuchern fliegen.
Grenzverletzer
Bei einer der Flugvorführungen suchte Steinadler Bubi das Weite. Lange Zeit blieb er unauffindbar. Eines Tages ließ er sich auf einer Flur bei Nordhausen nieder. Hier fiel er dem bekannten heimischen Falkner Reinhold Körner auf. Körner, der in Himmelgarten bei Leimbach wohnt, nahm den Greif in seine Obhut. Die Zeitung Das Volk berichtete seinerzeit darüber. Das war 1987.Reinhold Körner, der als Veterinäringenieur im damaligen VEG (Z) Tierzucht arbeitete, verliebte sich in den Adler. Er sei sehr gelehrig, sagte er dem Reporter. Der Falkner wusste aber nicht, woher der Vogel eigentlich kam. Das ergab sich erst viel später. Durch einen glücklichen Zufall. Adler Bubi geht es auch heute gut. 42 Jahre ist er jetzt alt.
Adler und Geier, weiß Joachim Klapproth, können alt werden. Schneegeier Gustav hat die 60 schon weit überschritten, Steinadler Alex die 50, Daisy, das Weißkopfseeadlerweibchen, ist 33. Charly, das Männchen, ist hingegen noch sehr jung. Ihm fehlt noch der weiß gefiederte Kopf. In der Flugschau gibt sich Charly aber hochmajestätisch.
Viel Arbeit, solide Kenntnisse, Fleiß und Geduld sind Voraussetzungen, bevor ein Greifvogel für die Jagd abgerichtet ist. Tagelang trägt der Falkner seinen gefiederten Schützling auf der durch einen dicken Lederhandschuh geschützten Hand, streichelt ihm zärtlich Hals und Kopf, damit er sich nicht nur an den Menschen, sondern auch an die Berührung der menschlichen Hand gewöhnt.
Alles muss der Falkner vermeiden, was den Vogel erschrecken, reizen oder ihm gar Schmerzen verursachen könnte. Hat sich der Greif an seinen Herrn gewöhnt, wird ihm Gehorsam beigebracht, das heißt, er muss angeflogen kommen, wenn man ihn ruft.
Der Harzfalkenhof in Bad Sachsa bietet viel Wissenswertes. Er ist ganzjährig geöffnet, und zwar vom 1. April bis 31. Oktober von 10 bis 17 Uhr. In den Wintermonaten vom 1. November bis 31. März nach Absprache: 055233291. Flugvorführungen erfolgen bei gutem Wetter vom 1. Mai bis 31. Oktober um 11 und 15 Uhr, auch an Sonn -und Feiertagen.
Kurt Frank


















