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Do, 11:40 Uhr
25.08.2016
Landrat Matthias Jendricke:

"Rathaus verletzt rechtsstaatliche Grundsätze!"

"Im Nordhäuser Rathaus werden auch weiterhin elementare rechtsstaatliche Grundsätze verletzt", sagt Landrat Matthias Jendricke nach einem Termin im Weimarer Verwaltungsgericht der nnz...

Öffentlicher Aushang am VG Weimar (Foto: privat) Öffentlicher Aushang am VG Weimar (Foto: privat)
Im Jahr 2011 hatte Matthias Jendricke - damals Bürgermeister der Stadt Nordhausen - eine Veranstaltung der SPD-Bundestagsfraktion in Berlin besucht. Nach dem Wechsel von Barbara Rinke zu Dr. Klaus Zeh als Oberbürgermeister hatte der eine Klage vor dem Verwaltungsgericht eingereicht, weil er die Dienstreise nicht im Zusammenhang mit der Tätigkeit von Jendricke bewertete.

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Im Gespräch mit der nnz sagte der jetzige Landrat, dass er in zehn Jahren zweimal im Bundestag gewesen sei. Seiner Meinung nach gehöre das zum politischen Geschäft hinzu, denn am Rande solcher Veranstaltungen komme man mit Bundestagsabgeordneten und Regierungsmitgliedern zusammen, deren Terminkalender sonst kaum eine Lücke habe. "Bei solchen Treffen konnte ich wichtige Gespräche führen, die der Stadt Nordhausen zumindest nicht geschadet hatten. Und wer sich in diesem Geschäft auskennt, weiß, dass der politische Alltag nun mal so läuft", sagt Jendricke.

Als besonders kurios - um es freundlich auszudrücken, empfindet Jendricke den Vorwurf von Dr. Zeh, dass er mit dem quasi Zuhören von SPD-Politikern seine Neutralitätspflicht verletzt habe. All das lasse erkennen, dass es eine persönliche Abrechnung sein könne, was hier veranstaltet werde. Unverständlich bis umverschämt sei zudem, dass ihm, Jendricke als Beklagten, lange Zeit die Möglichkeit einer Akteneinsicht vorenthalten wurde.

Unverschämt auch deshalb, wie die Stadt mit den Kosten dieses Rechtsstreites umgehe, in dessen Kern es um eine Rückzahlung von 300 Euro an die Stadtkasse geht. Erst sei eine auswärtige Kanzlei beauftragt worden, ein Gutachten von "mehreren Tausend Euro" zu den Dienstreisen zu erstellen. Vor dem Verwaltungsgericht Weimar wiederum wurde die Stadt durch eine zweite Kanzlei vertreten, deren Anwälte sich auf Nachfrage des Gerichts zu einer möglichen Einigung nicht äußern konnten, da ein Vertreter der Stadt nicht zugegen war.

Matthias Jendricke argumentiert gegenüber der nnz auch, dass die Stadt ihm gegenüber einen Rückforderungsbescheid hätte erstellen können. Völlig intern und ohne zusätzliche Kosten, denn eigentlich verfügt die Verwaltung ja auch über ein Rechtsamt. Zumindest ist ein solches in der Struktur des Rathauses zu finden. Wäre Jendricke gegen einen solchen Bescheid in Widerspruch gegangen, wäre er der Kläger. Aber so seien wieder Kosten produziert worden.

Nach der gestrigen Verhandlung in Weimar ist sich Matthias Jendricke ziemlich sicher, dass die Stadt Nordhausen mit ihrer Klage scheitern werde. Im Rückblick auf das bisherige Verfahren schätzt Jendricke ein, dass sämtliche in Frage kommenden „rechtsstaatlichen Grundsätze verletzt wurden". Das alles passe "in die Auseinandersetzung gegen mich und die ehemalige Oberbürgermeisterin Barbara Rinke“.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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Kommentare
Nordhäuser Freiheit
25.08.2016, 12:16 Uhr
Jendricke, Lauinger, Nüßle...
... dieser ganze Privatscheiß unserer Affärenpolitiker nervt nur noch.

Ich kanns nicht mehr hören, wie oft Jendricke mit welcher Frau in Berlin war. Er brüstet sich noch damut. Man blickt schon nicht mehr durch. Dann hier noch alles durch die Presse zerren.
RaWu
25.08.2016, 12:21 Uhr
Gehört das Testen von Hotelduschen
Wenn ich mit meiner Familie in den Berliner Zoo fahre, kann ich mir das auch von der Stadt ersetzen lassen?
Die Gespräche, die ich dort führe, haben "der Stadt Nordhausen zumindest nicht geschadet".

Herr Greiner: Ich muss mich schon wundern, wie Sie sich in letzter Zeit zunehmend vereinnehmen lassen.
murmeltier
25.08.2016, 12:51 Uhr
Sehr geehrter Herr RaWu
Was verstehen Sie unter vereinnehmen? Immer auf der Position des Rathauses stehen? Aus dem Rathaus gab es doch keine Reaktion. Trotz Anfrage. Wenn die kommt, wird sie vermutlich auch veröffentlicht. also, nicht immer wundern!
Luftikus
25.08.2016, 13:07 Uhr
Schuß von Jendricke geht nach hinten los!
Angriff ist die beste Verteidigung denkt sich der Herr Landrat Jendricke und bläst ins Horn!

Doch wie war der Urspung?
1. Es erschien ein Video im Netz
2. in dem der damalige Bürgermeister mit einer weiteren Mitarbeiterin in einem Hotel nächtigte und anschließend für das Hotel warb, in dem "beide sichtlich" reichlich Wasser in der Dusche zur Verfügung hatten. Damit legte Jendricke den Grundstein für
3. eine Anfrage der "tiefgründigen FDP", in der diese im Stadtrat nach dem Grund der Dienstreise fragte und auch Hintergründe beleuchtete - nämlich eine parteipolitsche Veranstaltung der SPD.

Durch diesen Antrag unserer FDP kam der Stein ins Rollen und nicht weil der Zeh den Jendricke nicht leiden kann.
Checker
25.08.2016, 13:17 Uhr
Rechtsstaatliche Grundsätze...
Es ist an der Zeit Herrn Dr. Zeh abzusägen um ihm die "vermeintliche Alleinherrschaft" der Stadt Nordhausen zu nehmen. Und wenn der Herr Landrat Jendricke unrecht begangen hat gleich hinterher. Das ganze gleicht langsam einem Kasperletheater...
Gudrun1974
25.08.2016, 13:20 Uhr
Danke Landrat! Es läuft eine R2G Kampagne
Danke für die klaren Worte. Hut ab vor Ihrer Courage, Sie bleiben standhaft. Gut das Sie, ins Rathaus keine Ruhe einkehren lassen.
Nehmen Sie sich ein Beispiel an Herrn Lauinger, der kämpft auch mutig gegen eine Schmutzkampagne der CDU.

Bald können Sie auch richtig aufräumen wenn Sie Oberbürgermeister sind.
Tanne
25.08.2016, 13:20 Uhr
@ Herr LR Jendricke:
.. man kann nur hoffen, dass sich das Sprichwort bewarheitet:
"Hochmut kommt vor dem Fall ...."
fcbayern
25.08.2016, 13:32 Uhr
Ups "Jendrickchen" Eigentor
1. Es ist falsch, dass Herr Jendricke vor Klageerhebung nicht die Möglichkeit zur freiwilligen Rückzahlung der aus Sicht der Stadt Nordhausen zu Unrecht ausgezahlten Reisekosten erhielt: Im Gegenteil, er wurde mit Schreiben vom 29.12.2015 dementsprechend angeschrieben. Herr Jendricke lehnte leider eine außergerichtliche Bereinigung ab.

2. Die von Herrn Jendricke und seiner persönlichen Referentin im November 2011 in Berlin besuchte Veranstaltung hieß „Regieren 2013. Für eine starke SPD in Deutschland und Europa“ und fand im Saal der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag statt.

3. Den Grund dieser Tagung erklärte das „Netzwerk Berlin“ in einer Mitteilung wie folgt: „Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass in Zeiten der europäischen Wirtschafts- und Finanzkrise eine starke Sozialdemokratie umso mehr gefragt ist. Wir arbeiten auf den Regierungs- und Politikwechsel 2013 im Bund hin. Deutschland muss wieder verantwortungsvoll und kompetent regiert werden.“ Quelle: https://www.netzwerkberlin.de/index.htm?ab=14

4. Erst durch Video-Veröffentlichungen zu dieser Reise in den Medien wurde die Stadtverwaltung auf die Reise aufmerksam. Da es aufgrund des Tagungsprogramms (s.o.) nahelag, dass es sich nicht um eine bei der Stadt Nordhausen abrechenbare Dienst-, sondern um eine Parteiveranstaltung gehandelt hat, war die Stadt rechtlich zur Überprüfung gezwungen.

Prüfungsgegenstand war die Frage: Dürfen die während der Reise entstandenen Reise-, Übernachtungs- und Taxi Kosten sowie Parkgebühren der Allgemeinheit zur Last gelegt werden?

5. Das Gericht stellte die Rechtmäßigkeit der abgerechneten Pkw-Fahrtkosten fest, da die Reise von Herrn Jendrickes damaliger Dienstherrin, Oberbürgermeisterin a.D. Barbara Rinke, als Dienstreise genehmigt wurde.

6. Ganz anders sah das Gericht die Rechtmäßigkeit der Abrechnung der Übernachtungskosten für zwei Hotelzimmer für sich und seine persönliche Referentin.

Das Gericht führte aus: "Herr Jendricke und seine persönliche Referentin hatten nur eine eintägige Dienstreise beantragt und von Frau Rinke genehmigt bekommen. Dies habe auch ausgereicht. Bis 24 Uhr habe man zurück sein können.

Da beide die Reise jedoch eigenmächtig um eine Hotel-Übernachtung verlängerten, seien Herrn Jendricke die Übernachtungskosten für beide zu Unrecht erstattet worden. Auch Parkgebühren hätten nur für einen Tag abgerechnet werden dürfen. Zudem sei die Notwendigkeit der geltend gemachten Taxikosten nicht nachvollziehbar."

7. Eine freiwillige Rückzahlung der ungerechtfertigt abgerechneten Reisekosten lehnte Herr Jendricke ab. Er berief sich auf Verjährung.
punktum
25.08.2016, 15:23 Uhr
Hurra Hurra
das Polittheater ist wieder da, und wie kann es anders sein unser aller Star bekam auch wieder gleich die Hauptrolle.
Der einzige Unterschied bei diesem Bühnenstück ist, dass hier der Star immer die selbe Rolle spielen darf. Und was noch auffällt, der Star, das Opfer stirbt nicht wie in jedem anderen Drama - nein hier wird es trotz der sich immer wieder neu entdeckten Verfehlungen nur nicht verurteilt - nein er wird gefeiert.
Die Guten - die Entdecker werden in diesem Theaterstück ausgepfiffen und der Nichtgute bekommt den Beifall.
Klasse ... einfach Klasse !!!
Hans Dittmar
25.08.2016, 17:07 Uhr
Jendricke auf Abwegen...
Was ist das für ein Interview?
Man sagt: wegen 300 Euro werden Richter beschäftigt!
Richter werden in Deutschland schon für viel weniger beschäftigt!
Aber doch nicht wenn ein Bürgermeister mit gut 6.000 Euro Brutto seine parteipolitischen Reisen als Dienstreisen abrechnet, nur wie er sagt auch mal mit den Bundestagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen. Der nächste wohnt sogar in Erfurt!

Momentan möchte wohl die Mehrheit der Bürger mal mit ihren Bundestagsabgeordneten ins Gespräch kommen, weil in Berlin einiges schief läuft. Aber ob da das Rathaus die Fahrt- und Hotelkosten übernimmt ist fraglich. Immerhin sind wir ja nur Normalsterbliche mit 1.000 Euro netto im Monat.
Peter59
25.08.2016, 19:17 Uhr
Sandkastenspiele....
Mal nur angedacht, wären Jendricke und Zeh aus dem politischen Geschäft in Nordhausen verbannt, gäbe es Bewgung in der Politik...So leider nicht, für mich sind das 2 Kampfhähne, die die Lokalpolitik in den Abgrund ziehen und jegliche Innovation bremsen. Der Leidtragende ist der Bürger, aber der interessiert in dieser "Kleinstaaterei" sowieso nicht, und solche Leute bekommen auch noch Geld vom Steuerzahler!!!!! Ein abartiges System........!!!!!!!!!Schämen Sie sich....
Hercule Poirot
25.08.2016, 21:58 Uhr
Schon Samuel Butler sagt:
"Es werden mehr Weise von Narren regiert als Narren von Weisen."
RaWu
26.08.2016, 07:10 Uhr
Unser lieber Riese87...
Ihr großes Vorbild hat schon wieder gelogen.
Bewußt und vorsätzlich gibt er falsche Behauptungen und Anschuldigungen von sich.

"die Stadt ihm gegenüber einen Rückforderungsbescheid hätte erstellen können"
Wie es aussieht, hat sie das und er hat darauf auch reagiert. Das Schreiben ist also angekommen.
Wie so häufig also eine Lüge.

Hier wird in der Aufregung so einiges vermischt.
Nicht die "Dienstreise" selbst ist der Vorwurf. Die Reise wurde offenbar von der damaligen OB genehmigt. In wie weit der Grund nun der Wahrheit entsprach ist nicht mehr von Belang.
Der Kern des Vorwurfs ist das Anhängen einer Übernachtung, die eben nicht vom Dienstauftrag gedeckt ist und auch nicht abgerechnet werden DARF. Hätte der BM den Dienstauftrag hinterher ändern lassen, gäbe es keinen Anlaß. Hat er aber nicht. Somit ist Die Übernachtung eine Privatangelegenheit. Es ist ja nicht so, dass er sich als BM ein Hotelzimmer in Berlin hätte nicht auch privat leisten können.

Ach ja. Wieviel bekommt man den so als Darsteller in einem Werbevideo für ein erstklassiges Hotel?
Liane Enzinger
26.08.2016, 07:36 Uhr
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