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Mo, 22:02 Uhr
22.08.2016
Scheunenhof-Triathlon und ICAN Nordhausen

Rekordteilnahme und Streckenrekord

Was macht man an seinem 68. Geburtstag? Am besten einen Triathlon bestreiten. Das sagte sich jedenfalls Dr. Klaus-Dieter Henne aus Mühlhausen, fuhr am Sonntag nach Nordhausen...


... stieg kurz nach 8 Uhr am Morgen ins Wasser des Sundhäuser Sees und lief nach einem Kilometer Schwimmen, anschließenden 53 Kilometer Radfahren und dann noch 10 Kilometer Bergauf-Bergab durch Nordhausen nach 3 Stunden, 10 Minuten und 3 Sekunden als Altersklassenbester der Senioren 6 und Gesamtzweiundsechszigster des ICAN 64 Nordhausen strahlend am Theater durchs Ziel.

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Faszination Triathlon, kann man da nur sagen. Und diese Faszination lockt Jahr für Jahr mehr dieser Ausdauer-Dreikämpfer im August nach Nordhausen. Denn das vor 14 Jahren gesteckte zarte Pflänzchen „Scheuenhof-Triathlon“ hat sich längst zu Thüringens wichtigstem Triathlon-Wettkampf gemausert und mit der vor vier Jahren erfolgten Erweiterung mit dem Half ICAN und ICAN 64 nationale Bedeutung erlangt. Und so vereinen heute die zwei Tage von Nordhausen Anfänger, Volkssportler und Leistungssporter bis hin zu den Profis.

Bei den Wettkämfen des klassischen Scheunenhoftriathlon am Sonnabend gingen in den verschiedenen Altersklassen von den Schülern C bis zu den Senioren rund 400 Athletinnen und Athleten an den Start. Die einen lieferten sich heiße Kämpfe um Sieg und beste Platzierungen, anderen ging es nur um ein persönlich gutes Resultat, um einen Test der Leistungsfähigkeit. Schon eine echte Erfolgsgeschichte ist die im letzten Jahr ins Leben gerufene Firmen-Staffel.

War das Echo auf diesen Wettkampf mit 16 Staffeln im letzten Jahr schon sehr gut stellten sich mit 31 Staffeln diesmal schon fast doppelt so viele dem Starter und maßen über 400 Meter Schwimmen, 10 Kilometer auf dem Rad und 2,5 Kilometer Laufen die Kräfte. Die größten Einzelstarterfelder gab es erwartungsgemäß beim Sprint-Triathlon. Hier galt es 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und 5 Kilometer Laufen zu bewältigen. 33 Frauen und 84 Männer hatten ihre Meldung abgegeben.

Das schwülwarme Wetter, später von einem kurzen aber heftigen Regenguss unterbrochen, verlangte von allen höchste Anstrengungen ab und so Mancher schleppte sich nur mit letzter Mühe aber glücklich, es geschafft zu haben, ins Ziel.

Bestes Triatlonwetter dann am Sonntag bei den beiden ICAN's. Bereits von einer großen Zuschauerschar verfolgt sprangen pünktlich um 8 Uhr zunächst die Athleten des Half ICAN Nordhausen Germany 2016 (mit 1,9 Kilomter Schwimmen, 90 Kilometer Radfahren und 21 Kilometer Laufen die halbe Ironman-Distanz) ins Wasser, zehn Minuten später folgte das Starterfeld des ICAN 64, der durch den Radkurs von 53 Kilometern etwas verlängerten olympischen Distanz.

Die Radstrecke, zunächst flach, dann aber mit giftigen Anstiegen gespickt, und schließlich der Laufkurs durch Nordhausens Altstadt und das Gehege mit einem ständigen Auf und Ab, waren höchst anspruchsvoll und jeder der es bis ins Ziel schaffte konnte zu Recht und voller Stolz behaupten, etwas Besonderes geleistet zu haben. Und das gilt gleichermaßen für die Leistungssportler wie für die vielen Hobby-Triathleten.

Als Erster des ICAN 64 kam Lars-Eric Fricke aus Apolda nach 2:16:10 Stunden ins Ziel, unterbot die Vorjahressiegerzeit von Enrico Schmöller aus Weimar um gut sieben Minuten und distanzierte den Zweiten Sebastian Kurth um über fünf Minuten. Spannender ging es bei den Frauen zu. Hier lieferte Vorjahressiegerin Anna Riethmüller aus Eschwege der nach dem Schwimmen zunächst deutlich führenden Franziska Röver aus Mageburg lange einen harten Kampf, musste sich auf der abschließenden Laufrunde aber doch geschlagen geben und wurde diesmal Zweite, steigerte ihre Vorjahressiegerzeit aber um nicht weniger als fünfeinhalb Minuten.

Einen begeisternden, hochklassigen Wettkampf erlebten die vielen Zuschauer an der Strecke und vor allem am Ziel vor dem Theater beim Half ICAN sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen. Bei den Frauen kam es zum erwarteten Zweikampf zwischen Vorjahressiegerin Suse Werner aus Potsdam und Lokalmatadorin Katja Konschak. Die frischgebackene Ironman-Europameisterin und Deutsche Meisterin aus Nordhausen wollte natürlich Revanche nehmen für die letztjährige Niederlage.

Gleichzeitig galt es aber auch mit den Kräften zu haushalten, denn die vollste Konzentration gilt natürlich mit dem Ironman Hawai noch dem bevorstehenden absoluten Jahreshöhepunkt Anfang Oktober. Katja bekam das aber bestens in den Griff und landete einen sicheren Start-Ziel-Sieg. Im Wasser hatte sie ihrer Konkurrentin etwas überraschend für sie selber um 32 Sekunden das Nachsehen gegeben, war dann auf dem Rad gut eine Minute schneller. Doch die Potsdamerin hielt durch sehr schnelle Wechselzeiten aber Anschluss und lag vor dem abschließenden Lauf nur 13 Sekunden zurück.

Doch auf den vier zu absolvierenden Laufrunden setzte sich Katja Konschak dann kontinuierlich ab, war über drei Minuten schneller als die Magdeburgerin und gewann noch deutlich. Sie war am Ende rund viereinhalb Minuten schneller als im Vorjahr. Der von ihr selber gehaltene Streckenrekord aber blieb unangetastet. Sicherlich auch Hawai geschuldet, denn wie sie selber sagte, war es ein kontrolliertes Rennen. Die Form jedenfalls stimmt. Dritte wurde wie im Vorjahr mit deutlichem Rückstand Romy Stotz aus Moritzburg.

Die Form stimmt auch bei Katjas Vereinskameraden und Vorjahressieger Peter Seidel. Fast so schnell wie bei seinem Sieg 2015 langte es diesmal zwar „nur“ zu Platz Fünf, doch er bestritt den Wettkampf aus dem vollen Training heraus, da war einfach nicht mehr möglich. „Ich bin vollauf zufrieden, es lief genauso wie ich es mir vorgestellt habe. Im Hinblick auf den Ironman in Amsterdam in gut zwei Wochen liege ich bestens im Plan“, so der Nordhäuser. Er war Sechster im Schwimmer, absolvierte die Radstrecke als Fünfter und legte zum Schluss die drittbeste Laufzeit hin. Der schnellste Läufer aber war schließlich auch der Sieger 2016 und kam aus München: Simon Schwarz. Wie zu hören war, wollte er eigentlich nie Triathlet werden, weil er nicht gut schwimmen kann. Als Läufer und Duathlet (Rad und Lauf) war er bislang nur bekannt.

Und das auch auf vorwiegend flachen Strecken, trotz der Heimatnähe zu den Alpen. Den Sieg in Nordhausen schienen dann zunächst auch andere unter sich auszumachen. Henry Beck aus Weimar, einer der als heiß gehandelten Favoriten, war als Erster aus dem Wasser gestiegen, lieferte sich dann mit dem Berliner Florian Seifert auf dem Rad einen großen Kampf. Seifert knapp vor Beck, so ging es auf die vier Laufrunden. Rund vier Minuten später folgten der Wolfsburger Daniel Wienbreier und der mit dem Rad etwas Boden gutmachende Simon Schwarz. Peter Seidel hatte wie selber erwartet mit dem Rad seine Chancen auf die Titelverteidigung eingebüßt, war da fast fünf Minuten langsamer als der Schnellste. Das war auch im Laufen nicht mehr aufzuholen.

Aber der Münchener konnte es. Nach der Hälfte der Distanz hatte er die beiden Führenden in Sichtweite, zog wenig später vorbei und dann unwiderstehlich davon. Mit der absolut schnellsten Laufzeit, mit 1:12:59 Stunden vier Minuten besser als der Zweitschnellste, lief er nicht nur zum überlegenen ICAN-Sieg, sondern verbesserte auch noch den bisherigen Streckenrekord um fast vier Minuten. Mitfavorit Henry Beck brach im Laufen auf der letzten Runde dagegen etwas ein, musste Florin Seifert und auch noch Daniel Wienbreier ziehen lassen und wurde Vierter.

Trostpflaster der Thüringer Meistertitel vor Peter Seidel, denn der Half ICAN war gleichzeitig als Landesmeisterschaft ausgeschrieben. Thüringer Meisterin damit natürlich auch Katja Konschak, gefeiert von den vielen begeisterten und fair wie immer auch alle anderen Athletinnen und Athleten anfeuernden Zuschauern. Und am Ende auch ein strahlender Dr. Ulrich Konschak. Nicht nur dass er seine Siegerfrau Katja in die Arme nehmen konnte, als Organisator und ICAN-Renndirektor hörte er von allen Seiten wieder nur Lobesworte. Beste Organisation, anspruchsvollste Strecken. Und dazu mit fast 700 Starterinnen und Startern an den beiden Tagen ein neuer Teilnehmerrekord.

Im Vorjahr hatte er noch von einem „ehrgeizigen Ziel“ gesprochen, einmal 500 oder gar 600 Teilnehmer begrüßen zu können. Dieses Ziel ist nun ein Jahr später schon locker überboten worden. Triathlon-Nordhausen hat sich in der Szene in Deutschland schon einen guten Namen gemacht. Auch Dank der wieder vielen, vielen freiwilligen Helfer, denen Ulli Konschaks ganz besonders herzlicher Dank gilt.
Uwe Tittel

Alle Ergebnisse sind einzusehen über scheunenhof-triathlon.de
Triathlon-Wochenende in Nordhausen  (Foto: Uwe Tittel)
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