Do, 12:14 Uhr
28.07.2016
"Sozis" unterwegs im Landkreis Nordhausen
Haldenprobleme, Gips und Kelle
Wenn es Sommer ist und die Landtagsabgeordneten sich von der anstengenden Landtagsarbeit erholen dürfen, dann gehen Sie gerne auf Tour. Die ganz wichtigen - also meist die Fraktionsvorsitzenden - machen das allein. Der Rest taucht in einer Gruppe auf. Heute zum Beispiel in Sollstedt...
Gespräch im Sollstedter Unternehmen (Foto: nnz)
Die letzte Station ihrer Sommertour führte die AG Landwirtschaft, Wirtschaft, Infrastruktur, Energie und Umwelt der SPD-Landtagsfraktion heute in den Norden des Freistaates. Dagmar Becker, Eleonore Mühlbauer, Oskar Helmerich und Frank Warnecke sowie einige wissenschaftliche und Wahlkreismitarbeiter besuchten am Vormittag die IMM – Industrieabbrüche & Metallrecycling Menteroda GmbH & Co. KG in Sollstedt.
Deren Geschäftsführer Peter Koch informierte die Reisenden nicht nur steckbriefartig über das Unternehmen, sondern vor allem über die Probleme mit der Abdeckung der Sollstedter Kalihalde. Alle Kalihalden in Nordthüringen werden seit Jahren abgedeckt, um den Salzeintrag in das Grundwasser zu minimieren. Gänzlich verhindern können man das sowieso nicht, sagte Koch.
Auf der Sollstedter Halde seien bereits 4,5 Millionen Tonnen Material in jeweils drei Schichten aufgebracht, acht Millionen Tonnen können es noch sein, die gebraucht werden. Und genau hier sei eigentlich der Bund gefragt, der sich um die Anlieferung des Materials, zum Beispiel Aushub vom Projekt Stuttgart 21 kümmern sollte. Der hält sich fein raus, weil die Kalihalden per Definition keine Altlasten seien.
Geschäftsführer Koch (Foto: nnz)
Die Sollstedter werden deshalb allein gelassen, haben aber noch die meisten Reserven. Die anderen Halden in Sondershausen, Menteroda oder Bleicherode seien schon bedeutend weiter in der Abdeckung. Hier müsse es eine Lösung geben, sagte Koch in Richtung der Landespolitiker.
Ein weiterer Knackpunkt seien die Prozesse, die das Unternehmen gegen den Bund führt, eigentlich gegen die DEGES. Die hatte bei der Trassierung der A38 in diesem Abschnitt - entgegen dem Rat der Bergbaufachleute - den "Berg" angeschnitten. Hier bestehe nun die Gefahr, dass die Halde an dieser Stelle ins Rutschen komme. Die "Sommertourgemeinschaft" notierte fleißig, stellte Fragen und besichtigte dann die Sollstedter Halde.
Blick von der Halde (Foto: A. Gruner)
Es soll an diesem Tag nicht die einzige Station dieser Tour sein. Wenn Dagmar Becker schon mal in ihr "Revier" einlädt, dann sind ein Abstecher zur Kelle bei Appenrode und das Thema Himmelsberg sozusagen Pflichttermine.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Gespräch im Sollstedter Unternehmen (Foto: nnz)
Die letzte Station ihrer Sommertour führte die AG Landwirtschaft, Wirtschaft, Infrastruktur, Energie und Umwelt der SPD-Landtagsfraktion heute in den Norden des Freistaates. Dagmar Becker, Eleonore Mühlbauer, Oskar Helmerich und Frank Warnecke sowie einige wissenschaftliche und Wahlkreismitarbeiter besuchten am Vormittag die IMM – Industrieabbrüche & Metallrecycling Menteroda GmbH & Co. KG in Sollstedt.
Deren Geschäftsführer Peter Koch informierte die Reisenden nicht nur steckbriefartig über das Unternehmen, sondern vor allem über die Probleme mit der Abdeckung der Sollstedter Kalihalde. Alle Kalihalden in Nordthüringen werden seit Jahren abgedeckt, um den Salzeintrag in das Grundwasser zu minimieren. Gänzlich verhindern können man das sowieso nicht, sagte Koch.
Auf der Sollstedter Halde seien bereits 4,5 Millionen Tonnen Material in jeweils drei Schichten aufgebracht, acht Millionen Tonnen können es noch sein, die gebraucht werden. Und genau hier sei eigentlich der Bund gefragt, der sich um die Anlieferung des Materials, zum Beispiel Aushub vom Projekt Stuttgart 21 kümmern sollte. Der hält sich fein raus, weil die Kalihalden per Definition keine Altlasten seien.
Geschäftsführer Koch (Foto: nnz)
Die Sollstedter werden deshalb allein gelassen, haben aber noch die meisten Reserven. Die anderen Halden in Sondershausen, Menteroda oder Bleicherode seien schon bedeutend weiter in der Abdeckung. Hier müsse es eine Lösung geben, sagte Koch in Richtung der Landespolitiker. Ein weiterer Knackpunkt seien die Prozesse, die das Unternehmen gegen den Bund führt, eigentlich gegen die DEGES. Die hatte bei der Trassierung der A38 in diesem Abschnitt - entgegen dem Rat der Bergbaufachleute - den "Berg" angeschnitten. Hier bestehe nun die Gefahr, dass die Halde an dieser Stelle ins Rutschen komme. Die "Sommertourgemeinschaft" notierte fleißig, stellte Fragen und besichtigte dann die Sollstedter Halde.
Blick von der Halde (Foto: A. Gruner)
Es soll an diesem Tag nicht die einzige Station dieser Tour sein. Wenn Dagmar Becker schon mal in ihr "Revier" einlädt, dann sind ein Abstecher zur Kelle bei Appenrode und das Thema Himmelsberg sozusagen Pflichttermine.
Peter-Stefan Greiner









