Landrat Jendricke zum Albert-Kuntz-Sportpark
Scheinbar will die Stadt nicht...
Die sportliche Perspektive für Wacker Nordhausen scheint vorgegeben zu sein. Oft hatten wir darüber in den zurückliegenden Tagen berichtet. Dennoch bleiben viele Fragen offen: Wie geht es mit dem Stadion voran? Antworten hatte Landrat Matthias Jendricke für die nnz...
Das besondere Geschenk (Foto: nnz)
Wer gestern Vormittag das Sekretariat des Landrates betrat, der staunte nicht schlecht. Ein Teil eines Baustammes stand auf dem Tresen. "Ja, wir hatten heute Besuch von einem Bürger aus dem westlichen Landkreis. Der möchte gern Bäume auf einer Weide fällen, dem jedoch die Naturschutzbehörde zustimmen muss und die hat noch keine Erlaubnis geteilt." Wie weiter mit dem Baumstamm? Stehenbleiben kann er nicht, abwarten.
Nicht abwarten soll hingegen die Stadt Nordhausen, wenn sie den Fußballsportverein Wacker Nordhausen auf seinem Weg in die dritte Liga begleiten will. Jendricke, der im vergangenen Jahr in das Präsidium von Wacker Nordhausen kooptiert wurde, was in der unaktuellen Homepage nicht einmal vermerkt ist, sieht das Rathaus hier eindeutig in der Pflicht. "Es ist nicht die Aufgabe unserer Behörde, das Stadion zu bauen. Dennoch habe ich bei vielen Gesprächen mit Landespolitikern zu diesem Thema die Vertreter der Stadt Nordhausen vermisst, trotz Einladung", zeigt sich der Landrat über das AKS-Engagement der Kommune enttäuscht.
Er gibt auch zu bedenken, dass seiner Behörde noch keine Fördermittelantrag bezüglich des Albert-Kuntz-Sportparks vorliege. Das hätte bis zum 30. Juni geschehen müssen. Das Landratsamt reicht einen solchen Antrag dann mit entsprechenden Bemerkungen, wie der Einordnung in eine vom Kreistag beschlossene Prioritätenliste weiter. Letzter Abgabetermin ist der 30. September.
"Ich hoffe eigentlich immer noch auf einen entsprechenden Antrag aus dem Rathaus, den wir dann zum Landesverwaltungsamt weiterleiten können. Selbst bei einer Ablehnung kann man ein Jahr später wieder einen Antrag stellen und so den Druck erhöhen", sagt Jendricke, der selbst einen Stadionumbau statt eines Neubaus favorisiert.
"Bereits zu meiner Zeit im Nordhäuser Rathaus hatte ich den Bau einer neue Feuerwache durch die SWG und den Neubau eines Stadions durch die damalige Parkhaus- und Bädergesellschaft favorisiert. Ich stieß jedoch auf taube Ohren. Jetzt aber sollten die Verantwortlichen die Zeichen des Vereins nutzen und mitziehen."
Sollte es zum PR-Gau kommen und Wacker muss einige Dritt-Liga-Spiele in Erfurt oder Halle austragen, dann prophezeit Jendricke aus dieser Richtung horrende Mieten für die Nutzung der dortigen Stadien.
Und noch eines gibt der Landrat mit Verwunderung zu bedenken. "Die Stadt Nordhausen hat sieben Millionen Euro aus dem Verkauf der VNG-Aktien erzielt. Wo sind die geblieben? Es kann doch nicht sein, dass Millionen zur Stadt geflossen sind und von diesem Geld nichts aber auch garnichts investiert wurde." Eigentlich müsste sich das Rathaus um die notwendigen Eigenmittel bei einem Fördermittelantrag keine Gedanken machen.
Matthias Jendricke wird auch weiterhin - wenn es die Zeit zulässt - die Heimspiele von Wacker Nordhausen besuchen. Zur Wahl in das Präsidium wird er sich nicht mehr stellen. Und natürlich wird er den Verantwortlichen des FSV auch weiterhin mit Rat und Tat und vielleicht dem Öffnen der einen oder anderen Tür in der Landeshauptstadt zur Verfügung stehen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Kommentare
RaWu
27.07.2016, 07:19 Uhr
Wo sind die 7.000.000 € geblieben?
Die Frage stellt der LR im Ernst?
Da kann ich gegen seine politisch motivierte Vergeßlichkeit helfen: Die sind in Ihrem 40.000.000 € Loch der Stadtkasse verschwunden! Hinzu kommt die systematische Schwächung der Stadtwerke über Jahre durch Abzug von Kapital. Ich hatte zwar nicht viele Jahre BWL studiert, sehe aber den Grund der Finanzprobleme der Stadt dafür recht deutlich.
In der Situation soll die Stadt noch ein Stadion bauen? Wie jetzt? Sportförderung ist Pflichtaufgabe des LRA!
Der Ball liegt in Ihrer Hälfte.
Flitzpiepe
27.07.2016, 08:53 Uhr
Schade
dass es wieder weiter geht mit den gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen Landratsamt und Rathaus.
Ich hoffte, die Fehde zwischen Jendricke und Zeh hatte sich endlich gelegt. Das war wohl nix...
Jedenfalls förderlich für Wacker halte ich dieses Interview nicht.
Was ist eigentlich aus der Abgabe des AKS an Wacker geworden? Man hört nichts mehr davon.
Die Stadt will doch den Hartplatz als Rasenplatz mit 1000 Zuschauerplätzen ertüchtigen. Ist dieser nicht im Um/Neubaukonzept als Ausweichplatz während der richtigen Bauarbeiten gedacht?
Jedenfalls plädiere ich nach wie vor für einen Neubau im Süden der Stadt mit Autobahn und Bahnhofsnähe. Alles andere ist rausgeschmissenes Geld. Würde ein Umbau auch noch so gut werden, würde das Chaos drumherum bei 4-5000 Zuschauern jedesmal bleiben.
Pe_rle
27.07.2016, 09:00 Uhr
Wacker/Jendricke
meint Herr Jendricke sich durch solche tollen EINWÜRFE Wählerstimmen zuholen.
Diese Einwürfe helfen weder Wacker,der Stadt noch dem Landkreis.
Ich sehe nur das eine Touristische Einnahmequelle der Zukunft nicht in Gang gebracht wird.
Statt gemeinsam eine Lösung zu finden,wird hier nur Parteienstreit ausgetragen.
Schämen Sie sich Herr Landrat
Nordhäuser Freiheit
27.07.2016, 09:07 Uhr
Die Showgefechte Zeh Jendricke will doch keiner mehr lesen
Es weiss doch, die ganze Stadt, dass hinter den Kulissen alle einig sind.
Johann George
27.07.2016, 09:16 Uhr
Wie lange noch ...
...wollen Leute wie der Kommentator Rawu die 40 Mio-Kuh durchs Dorf treiben? Ich habe gar kein BWL studiert und weiss dennoch, dass es Blödsinn ist, jeden zu tilgenden Kreditbetrag als Schulden darzustellen. Aber der ahnungs- und planlosen ZehDU kommt dieses Märchen sehr gelegen, weil sie es als Begründung für ihre Untätigkeit nutzt.
Wacker kann man nur empfehlen, den Stadionum- oder -neubau aus eigener Kraft mit privaten Geldgebern zu realisieren. Ich befürchte nämlich, dass im Verein auch keiner die Zeit und Kraft dafür hat, unendlich lange und komplizierte Förderrichtlinien zu durchforsten und jeden angeschafften Nagel dreimal zu dokumentieren.
Die Zeit aber drängt. Im Frühjahr sind die Relegationsspiele und dann ist der große Zauderer Zeh immer noch ein Jahr im Amt ;-(
milfhunter
27.07.2016, 09:27 Uhr
welche heimspiele?
ich habe herrn jendricke noch nie bei einem heimspiel von wacker im aks gesehen. auch herrn zeh habe ich dort noch nie gesehen.
murmeltier
27.07.2016, 09:58 Uhr
Stadion
Alle, die hier einen Neubau da oder dort fordern, sollten mal in sich gehen. Hier geht es um Millionen 6 bis 8, und da überlegt selbst ein privater Investor. Forderungen aufstellen, das kann ich auch. Jede INvestition muss sich selbst erwirtschaften. Und auch dazu braucht es ein Konzept. Nur die Heimspiele und Pokalspiele bringen nicht das nötige Geld in die Kasse der Investoren - egal ob privat oder kommunal.
Flitzpiepe
27.07.2016, 10:31 Uhr
"Jede INvestition muss sich selbst erwirtschaften"
So, so, das gilt also überall - ob privat oder kommunal?
Wie viele Investitionen soll ich aufzählen, bei denen das nie und nimmer hin haut.
Fange ich doch mal an: Bürgerhaus, Straßenbahn, Badehaus, Theater, Steigerwaldstadion ...
Solche Investitionen rechnen sich nur mit Fördergeldern.
Wenn überhaupt.
RaWu
27.07.2016, 10:40 Uhr
@Johann George: Das "wissen" sie also.
"...und weiss dennoch, dass es Blödsinn ist, jeden zu tilgenden Kreditbetrag als Schulden darzustellen."
Schulden und deren Folgen brauchen nach Ihrer Meinung also nicht weiter beachtet zu werden. Na pravo!
Sie haben BWL in der Tat nicht gehabt. Kaufmann sind sie offenbar auch nicht.
Die Kommunalfinanzierung von RRG hat die Stadt dazu gebracht, keine freiwilligen Ausgaben mehr tätigen zu dürfen.
Somit ist die freiwillige Sportförderung der Stadt ans LRA gegangen. Hier ist das eine Pflichtaufgabe.
Der LR sollte also der Stadt das Gelände abkaufen und ein Stadion errichten.
Um die entstandenen Schulden braucht er sich ja nicht zu kümmern, oder?
Zitat von Maraget Thatcher: "Das Problem der Sozialisten ist, daß ihnen irgendwann das Geld der anderen Leute ausgeht."
Hans Dittmar
27.07.2016, 11:04 Uhr
Dumme Auskünfte vom Landrat!
Wenn man in der Vergangenheit die Presse genau verfolgt hat, stehen Investitionen im AKS bei der Stadt im Plan! Wir konnten kürzlich auch hier lesen, dass es die Behörde von Herrn Jendricke war, die fast den ganzen Sommer brauchte, um den Haushalt der Stadt zu prüfen und zu genehmigen. Und wir konnten lesen, das bis heute keine Bedarfszuweisung von Erfurt eingetroffen ist. Womit also soll die Stadt im AKS investieren.
Es ist einfach FALSCH und DUMM von der Personalie des Landrats, im HIntergrund die Stadt auszubremsen und nach vorne zu behaupten - die machen ja nichts.
Johann George
27.07.2016, 11:14 Uhr
Guter Rawu...
...lassen wir doch die Spitzfindigkeiten. Wenn Sie ein Auto per Kredit finanzieren, sagen Sie auch nicht, dass Sie Schulden haben, sondern Sie wissen, dass Sie bei gesicherten Einnahmen die Raten bedienen können und planen das in ihrem Haushalt ein. Auf diesem Prinzip des Leihens und Verleihens von Geld fußt das ganze kapitalistische System, wie man Ihnen sicher während Ihres BWL-Studiums erklärt hat.
Was "die Stadt" in den letzten Jahren (genau seit Amtsantritt des überforderten OB) abgezogen hat mit Feuerwache, Stadion, Bibliothek, Museum, städtischen Festen usw. ist einfach nur traurig. Und die "bösen Roten" in Erfurt sind für dieses Geier nicht zuständig, sondern Ihr Häuptling, Rawu.
altmeister
27.07.2016, 12:23 Uhr
Spitzfindig?
Ja, spitzfindig finde ich Ihren Beitrag, @Johann George, denn Sie lassen gleich in Ihren Darstellungen weg, dass die Habenseite der Stadt nicht ausreichend, die Schulden somit immer weiter steigen würden, wenn finanziell so weiter "gewurschtelt" worden wäre, wie unter der SPD-Führung von Nordhausen.
Wie ist es sonst zu verstehen, dass im Hinblick auf sinkende Einnahmen solch ein Schuldenberg aufgebaut wurde, welcher nur durch rigorose Sparmaßnahmen und betteln in Erfurt sowie Steuererhöhungen abgebaut werden konnte?
Die Finanzierung der Kredite, die Begleichung der laufenden Kosten war von Anfang an nicht bedacht worden und Sie wissen genau, wer dafür verantwortlich ist, diese Verantwortung aber nicht tragen braucht!
Weil dieser Mensch ein Politiker ist!
Ratsknecht
27.07.2016, 13:00 Uhr
unter 'm Strich
Ob 40 Mio Investitionen Schulden oder gut für Unternehmen und die Sicherung von Arbeitsplätzen sind sei an dieser Stelle dahingestellt.
Die Rechnung sieht wie folgt aus:
40 mio Schulden
- 1 mio Bar in der Kasse bei Amtsübergabe von Rinke
=39 Mio Schulden
- weiterer Schuldenabbau bis Ende 2016 auf 30 Mio (Aussage Zeh)
+15 Mio Schulden Kasse
=45 Mio Schulden
Was war der Mann schon mal vor einigen Jahren?
Thüringer Finanzminister
Tanne
27.07.2016, 13:06 Uhr
öffentl. Zuschüsse für Wacker sind ein No Go
Ich bin Fussball-Fan und war auch schon des öfteren zu Spielen bei Wacker. Aber bei der derzeitigen Finanzsituation der Stadt und vor allem von vielen gemeinnützigen Vereinen ist es wohl ein No Go, wenn die Stadt oder der LK dafür Gelder bereitstellt. Dieses bräuchten so manche Vereine nötiger! Und wenn ich sehe, wie wenig gut gefüllt der AKS im Durschnitt war - was soll da ein größeres Stadion her? Aus privter Hand gern und alles gut, so wie es im Profi-Fussbal meist läuft. Und der Aufstieg muss auch erstmal geschafft werden. Jetzt wird ja gerade so getan, als ob dies schon so gut wie gemacht sei.
Fussball ist nett und auch wichtig, aber so wichtig nun auch wieder nicht!
Flitzpiepe
27.07.2016, 13:58 Uhr
Teiweise richtig @tanne
Ja, öffentliche Zuschüsse sollten für Profisport ein No Go sein. Sind es aber nicht. Deutschlandweit nicht.
D.h. ich mache Zuschüsse nicht an der Stadt Nordhausen fest, die kann das nicht, sondern am Land Thüringen!
Wenn die in ihrem Koalitionsvertrag Profis in Jena,Erfurt, Eisenach , Bad Langensalza, Oberhof mit Millionen für Neubauten unterstützen können, dann muss das auch für Nordhausen möglich sein.
RaWu
27.07.2016, 14:02 Uhr
@Ratsknecht: Ganz so ist es nicht.
Leider fehlt die Hälfte bei Ihren Ausführungen.
Der aktuelle Kassenstand resultiert im wesentlichen aus bisher nicht geflossenen Kommunalfinanzierungen.
Wenn wir schon mal beim Thema Finanzminister sind: Frau Tauber hat offenbar keinen Schimmer, was der Begriff "Kommunaler Finanzausgleich" bedeutet.
Ergo gehört die nicht auf den Platz. Diese Mittel sind keine Almosen, sondern gleicht die unterschiendlichen Steueraufkommen der Kommunen im Land aus.
Da sind sie wieder, die "bösen Roten".
Aber lassen wir es besser, ist nicht Ihr Fachgebiet.
Liane Enzinger
27.07.2016, 15:10 Uhr
Schreihälsigkeit als Relikt der Nordhäuser SPD
Es ist schade, dass von der einst stolzen Nordhäuser SPD nicht mehr geblieben ist als die Kolik artig auftretenden Aggressionsattacken eines sehr unreif auftretenden Landrats.
Ratsknecht
27.07.2016, 17:04 Uhr
RaWu@Aufzählung mit Lücken
Sie haben in ihrer Aufzählung die Gelder für Disziplinarverfahren, Gerichtsverfahren (z.B Klose, Jendricke usw ), Kostensteigerungen durch Verzögerung um Jahre bei Wacker oder Feuerwehr und Abfindungen und Gerichtsverfahren für die Ablösung der kompletten Stadtwerke Führungsriege. Da gehen schon mehrere Millionen auf das Konto des OB.
Gudrun1974
27.07.2016, 20:06 Uhr
Danke Landrat!
Klare Worte, klare Kante, kluger Kopf! Weiter so Landrat, sicher auch im Namen des Wacker Präsidiums.
Ihre Ausführungen sind erfrischend wie ein kühlendes Sommergewitter. Die Stadt braucht das von Zeit zu Zeit.
Gut, dass Sie neben Ihrer aufreibenden Tätigkeit als unser Landrat trotzdem immer wieder die Zeit finden, Ihre Arbeit den Medien zu vermitteln und weiterhin sogar noch Kraft aufbringen, Dinge die, im Rathaus schief laufen zumindest zu themathisieren. Leider sind Ihnen, zu mehr Aktivitäten bis zu Ihrer Wahl als Bürgermeister im Jahr 2018 die Hände gebunden.
Ich wünsche Ihnen dass sie trotzdem, die Zeit finden nicht nur von Zeit zu Zeit im AKS vorbei zu schauen sondern auch ein paar entspannte Tage mit ihrer Familie zu verbringen. Halten Sie mit Ihren Kräften haus. Sie werden noch gebraucht.
Peter59
27.07.2016, 22:47 Uhr
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Kilian Baltres
28.07.2016, 07:59 Uhr
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