Landrat Jendricke zum Albert-Kuntz-Sportpark
Scheinbar will die Stadt nicht...
Mittwoch, 27. Juli 2016, 07:00 Uhr
Die sportliche Perspektive für Wacker Nordhausen scheint vorgegeben zu sein. Oft hatten wir darüber in den zurückliegenden Tagen berichtet. Dennoch bleiben viele Fragen offen: Wie geht es mit dem Stadion voran? Antworten hatte Landrat Matthias Jendricke für die nnz...
Das besondere Geschenk (Foto: nnz)
Wer gestern Vormittag das Sekretariat des Landrates betrat, der staunte nicht schlecht. Ein Teil eines Baustammes stand auf dem Tresen. "Ja, wir hatten heute Besuch von einem Bürger aus dem westlichen Landkreis. Der möchte gern Bäume auf einer Weide fällen, dem jedoch die Naturschutzbehörde zustimmen muss und die hat noch keine Erlaubnis geteilt." Wie weiter mit dem Baumstamm? Stehenbleiben kann er nicht, abwarten.
Nicht abwarten soll hingegen die Stadt Nordhausen, wenn sie den Fußballsportverein Wacker Nordhausen auf seinem Weg in die dritte Liga begleiten will. Jendricke, der im vergangenen Jahr in das Präsidium von Wacker Nordhausen kooptiert wurde, was in der unaktuellen Homepage nicht einmal vermerkt ist, sieht das Rathaus hier eindeutig in der Pflicht. "Es ist nicht die Aufgabe unserer Behörde, das Stadion zu bauen. Dennoch habe ich bei vielen Gesprächen mit Landespolitikern zu diesem Thema die Vertreter der Stadt Nordhausen vermisst, trotz Einladung", zeigt sich der Landrat über das AKS-Engagement der Kommune enttäuscht.
Er gibt auch zu bedenken, dass seiner Behörde noch keine Fördermittelantrag bezüglich des Albert-Kuntz-Sportparks vorliege. Das hätte bis zum 30. Juni geschehen müssen. Das Landratsamt reicht einen solchen Antrag dann mit entsprechenden Bemerkungen, wie der Einordnung in eine vom Kreistag beschlossene Prioritätenliste weiter. Letzter Abgabetermin ist der 30. September.
"Ich hoffe eigentlich immer noch auf einen entsprechenden Antrag aus dem Rathaus, den wir dann zum Landesverwaltungsamt weiterleiten können. Selbst bei einer Ablehnung kann man ein Jahr später wieder einen Antrag stellen und so den Druck erhöhen", sagt Jendricke, der selbst einen Stadionumbau statt eines Neubaus favorisiert.
"Bereits zu meiner Zeit im Nordhäuser Rathaus hatte ich den Bau einer neue Feuerwache durch die SWG und den Neubau eines Stadions durch die damalige Parkhaus- und Bädergesellschaft favorisiert. Ich stieß jedoch auf taube Ohren. Jetzt aber sollten die Verantwortlichen die Zeichen des Vereins nutzen und mitziehen."
Sollte es zum PR-Gau kommen und Wacker muss einige Dritt-Liga-Spiele in Erfurt oder Halle austragen, dann prophezeit Jendricke aus dieser Richtung horrende Mieten für die Nutzung der dortigen Stadien.
Und noch eines gibt der Landrat mit Verwunderung zu bedenken. "Die Stadt Nordhausen hat sieben Millionen Euro aus dem Verkauf der VNG-Aktien erzielt. Wo sind die geblieben? Es kann doch nicht sein, dass Millionen zur Stadt geflossen sind und von diesem Geld nichts aber auch garnichts investiert wurde." Eigentlich müsste sich das Rathaus um die notwendigen Eigenmittel bei einem Fördermittelantrag keine Gedanken machen.
Matthias Jendricke wird auch weiterhin - wenn es die Zeit zulässt - die Heimspiele von Wacker Nordhausen besuchen. Zur Wahl in das Präsidium wird er sich nicht mehr stellen. Und natürlich wird er den Verantwortlichen des FSV auch weiterhin mit Rat und Tat und vielleicht dem Öffnen der einen oder anderen Tür in der Landeshauptstadt zur Verfügung stehen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz
Das besondere Geschenk (Foto: nnz)
Wer gestern Vormittag das Sekretariat des Landrates betrat, der staunte nicht schlecht. Ein Teil eines Baustammes stand auf dem Tresen. "Ja, wir hatten heute Besuch von einem Bürger aus dem westlichen Landkreis. Der möchte gern Bäume auf einer Weide fällen, dem jedoch die Naturschutzbehörde zustimmen muss und die hat noch keine Erlaubnis geteilt." Wie weiter mit dem Baumstamm? Stehenbleiben kann er nicht, abwarten.
Nicht abwarten soll hingegen die Stadt Nordhausen, wenn sie den Fußballsportverein Wacker Nordhausen auf seinem Weg in die dritte Liga begleiten will. Jendricke, der im vergangenen Jahr in das Präsidium von Wacker Nordhausen kooptiert wurde, was in der unaktuellen Homepage nicht einmal vermerkt ist, sieht das Rathaus hier eindeutig in der Pflicht. "Es ist nicht die Aufgabe unserer Behörde, das Stadion zu bauen. Dennoch habe ich bei vielen Gesprächen mit Landespolitikern zu diesem Thema die Vertreter der Stadt Nordhausen vermisst, trotz Einladung", zeigt sich der Landrat über das AKS-Engagement der Kommune enttäuscht.
Er gibt auch zu bedenken, dass seiner Behörde noch keine Fördermittelantrag bezüglich des Albert-Kuntz-Sportparks vorliege. Das hätte bis zum 30. Juni geschehen müssen. Das Landratsamt reicht einen solchen Antrag dann mit entsprechenden Bemerkungen, wie der Einordnung in eine vom Kreistag beschlossene Prioritätenliste weiter. Letzter Abgabetermin ist der 30. September.
"Ich hoffe eigentlich immer noch auf einen entsprechenden Antrag aus dem Rathaus, den wir dann zum Landesverwaltungsamt weiterleiten können. Selbst bei einer Ablehnung kann man ein Jahr später wieder einen Antrag stellen und so den Druck erhöhen", sagt Jendricke, der selbst einen Stadionumbau statt eines Neubaus favorisiert.
"Bereits zu meiner Zeit im Nordhäuser Rathaus hatte ich den Bau einer neue Feuerwache durch die SWG und den Neubau eines Stadions durch die damalige Parkhaus- und Bädergesellschaft favorisiert. Ich stieß jedoch auf taube Ohren. Jetzt aber sollten die Verantwortlichen die Zeichen des Vereins nutzen und mitziehen."
Sollte es zum PR-Gau kommen und Wacker muss einige Dritt-Liga-Spiele in Erfurt oder Halle austragen, dann prophezeit Jendricke aus dieser Richtung horrende Mieten für die Nutzung der dortigen Stadien.
Und noch eines gibt der Landrat mit Verwunderung zu bedenken. "Die Stadt Nordhausen hat sieben Millionen Euro aus dem Verkauf der VNG-Aktien erzielt. Wo sind die geblieben? Es kann doch nicht sein, dass Millionen zur Stadt geflossen sind und von diesem Geld nichts aber auch garnichts investiert wurde." Eigentlich müsste sich das Rathaus um die notwendigen Eigenmittel bei einem Fördermittelantrag keine Gedanken machen.
Matthias Jendricke wird auch weiterhin - wenn es die Zeit zulässt - die Heimspiele von Wacker Nordhausen besuchen. Zur Wahl in das Präsidium wird er sich nicht mehr stellen. Und natürlich wird er den Verantwortlichen des FSV auch weiterhin mit Rat und Tat und vielleicht dem Öffnen der einen oder anderen Tür in der Landeshauptstadt zur Verfügung stehen.
Peter-Stefan Greiner
