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Do, 15:59 Uhr
30.06.2016
NORDHAUSEN DIE GRÜNE STADT

Ein Plädoyer für jeden Baum

„Nordhausen ist eine grüne Stadt“, befand das Ehepaar aus Halle, das gestern einen Bummel durch Bahnhofs -und Rautenstraße machte. Eine Stadt ohne Bäume wäre doch leblos und grau bemerkte das Paar gegenüber ihren hiesigen Gastgebern...


Nordhausen. Die halten die grünen Tupfer in den Hauptgeschäftsstraßen für eine gute Sache. Die Anwohner und Geschäftsleute würden sich freuen, wenn sie um sich herum ein klein wenig Natur hätten, die sich im Laufe der Jahreszeiten farblich ändere.

Der Wert eines Baumes, zumal im Zentrum einer Stadt, ist unbestritten: Er spendet Schatten, filtert mit seinem Blätterdach Staub und Schmutz aus der Luft, an dem es ob des starken Verkehrs nicht mangelt. Letztlich, was ihn besonders empfiehlt, produziert er Sauerstoff, für unser Leben unerlässlich. Im Herbst beschert er zwar etwas Arbeit durch Laubfall, was seinen Nutzen nicht schmälert.

Insgesamt zieren in der Rautenstraße von Kreisel zu Kreisel 40 Jungbäume die Bürgersteige, hat Landschaftsgestalter Sven Gerwien vom Sachgebiet Umwelt/Grünordnung im Amt für Stadtentwicklung und Zukunftsfragen errechnet: Sumpfeiche, Linde, Blutahorn. Leider zeigen sich Lücken in der grünen Pracht. Ein Baum total vertrocknet, drei andere liegen im Sterben.


„Es betrifft nur Sumpfeichen. Die eignen sich nicht so recht, zeigen die Erfahrungen der letzten Jahre“, meint Landschaftsarchitekt Gerwien. Sie würden nach und nach durch weniger empfindliche Arten, unter anderem Gleditschien, ersetzt. Die Rautenstraßen-Bäume würden nur durch Oberflächenwasser gespeist. Die Platanen beim Bahnhof dank künstlicher Bewässerung.

Stadtbäume unterliegen besonders starkem Stress. Abgase zu jeder Jahreszeit. Streusalz im Winter, um Eis auf Straßen und Gehwegen aufzutauen. Mangel an Wasser. Mitunter wachsen sie förmlich aus dem Beton, der sie umgibt. All das beeinträchtigt ihre Vitalität, lässt sie schneller altern als die in freier Landschaft.

Beeindruckend das grüne Band in der Grimmelallee, wie Rautenstraße eine ebenso stark frequentierten Verkehrsverbindung. Mit Bordsteinen zwischen 50 Zentimetern und 1,20 Meter vom Stamm entfernt eingefasst, bleibt den Rot-Eichen etwas mehr Freiraum, Wasser zu ziehen, als Straßenbäumen allgemein zugestanden wird. Sie sollen erst, man mag es ob ihrer Größe kaum glauben, in der 1950er Jahren gesetzt worden sein, informiert Sven Gerwien.

Die Baumreihen dämmen den Lärm der Straße erheblich ein, lassen die Allee einladender und freundlicher als Gesamtbild erscheinen. Ein Plus für Natur, Umwelt, Mensch. Alles überragend die mächtige Platane mit einer Einfassung zwischen 1,80 und 2,20 Meter. Sie könnte älter als die Eichen sein. In ihrer Nähe der seltene Ginkgo. Auch in der Grimmelallee erfolgten Eichen-Neupflanzungen. Weitere sind notwendig, wie zu sehen ist.

Die Stadtverwaltung lege großen Wert auf die Erhaltung der Sauerstoffspender besonders innerhalb ihres Territoriums, bekräftigt der Landschaftsarchitekt. Heute werde auf eine Einfassung mit Bordsteinen weitgehend verzichtet, klärt Gerwien auf. Eine Kuhle um den Baum sei üblich, um Wasser aufzufangen bzw. zu speichern.
Kurt Frank
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