Di, 07:00 Uhr
14.06.2016
LANDRAT MATTHIAS JENDRICKE IM GESPRÄCH MIT DER NNZ:
Die Familie ist mein Kraftquell
Nach einem lockeren Interview mit Oberbürgermeister Klaus Zeh folgt heute ein solches mit Landrat Matthias Jendricke. Kurt Frank sprach mit ihm...
"Abgetaucht: Jendricke besuchte die "Lange Wand" in Ilfeld (Foto: J. Piper)
nnz: Wie entspannen Sie sich?
Matthias Jendricke: Mit der Familie. Das ist eine andere Welt. Da kann ich ausspannen, abschalten, den Stress des Tages vergessen lassen. Da bin ich Familienvater, der sich hinsetzt und mit Tochter und Frau auch einfach mal Karten spielt. Für andere Dinge, wie ausgiebig Sport treiben, fehlt mir leider einfach die Zeit.
nnz: Wo und wie verbringen Sie bevorzugt Ihren Urlaub?
Matthias Jendricke: Im Frühjahr geht´s um die Pfingstzeit meist an die Ostsee. Im Sommer dann häufig nach Südtirol. Zwischendurch klappt auch mal ein Kurzurlaub für ein paar Tage - vorwiegend dann Städtereisen. Im Urlaub ist dann außerdem auch mal Zeit für sportliche Aktivitäten.
nnz: Bleibt Ihnen Zeit für ein Hobby oder Buch?
Matthias Jendricke: Für ein Hobby oder Buch bleibt nahezu keine freie Zeit. Ich habe zwar ein Segelboot am Stausee Kelbra. Bislang steht es da allerdings einsam und verlassen in der Halle.
nnz: Wer führt daheim in Haus, Hof und Garten Regie?
Matthias Jendricke: Um die baulichen Dinge und die Gartenarbeit kümmert sich zum Glück mein Vater. Als Rentner ist er noch voller Energie und macht es auch gern. Da ich, beruflich bedingt, selten und oft erst spät daheim bin, führt sonst im Haus meine Frau die Regie. Wenn ich dann doch noch was bemerke, höre ich den Vorwurf, ich würde alles nur durcheinander bringen.
nnz: Interessiert sich Ihre Tochter schon für die Arbeit des Papas?
Matthias Jendricke: Da ist sie noch zu jung. Meine Tochter Helene ist fünf Jahre alt. Ich nehme sie gern zu Veranstaltungen, die auch Kindern Freude bereiten, mit. So zu denen der Feuerwehr mit Hüpfburg oder anderen Kinderfesten. Wenn Helene was von einer Hüpfburg hört, ist sie hell begeistert.
nnz: Was, glauben Sie, sind Ihre Stärken?
Matthias Jendricke: In schwierigen Zeiten die Nerven zu behalten, um kontinuierlich an bestimmten Zielen zu arbeiten.
nnz: Ihre Schwächen?
Matthias Jendricke: Mir wird in der Politik öfter vorgehalten, dass ich Entscheidungen zu schnell alleine treffe. Dadurch fühlen sich manche nicht mitgenommen. Mitunter fehlt aber einfach die Zeit, um mit einem größeren Personenkreis zu kommunizieren. Das war zum Beispiel so als es galt, Flüchtlinge schnell, unbürokratisch und menschenwürdig unterzubringen.
nnz: Worüber können Sie sich besonders freuen?
Matthias Jendricke: Über ein glückliches familiäres Umfeld, über einen Freundeskreis, in dem man sich wohl fühlt.
nnz: Was kann Sie aus der Ruhe bringen?
Matthias Jendricke: Auch wenn mir der Sturm heftig entgegen bläst, war ich bemüht, mich nicht aus der Fassung bringen zu lassen oder den Kopf in den Sand zu stecken. Ich hätte vieles vermutlich nicht durchgestanden, wenn die Familie nicht hinter mir gestanden hätte.
nnz: Sie erhoben in einer Tageszeitung schwere Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Klaus Zeh. Musste das öffentlich sein?
Matthias Jendricke: Als Ortsvorsitzender der Nordhäuser SPD habe ich in der Tat seine Politik im Rathaus kritisiert, weil sich diese seit Jahren gegen die Sozialdemokraten richtet. Wiederholt stellte der Oberbürgermeister unbewiesene Vorwürfe gegen mich und andere SPD-Mitglieder in den Raum und darauf musste man auch einmal öffentlich reagieren.
nnz: Ist die Vermutung berechtigt, Sie nutzten jetzt das Amt, um es dem ehemaligen Dienstherrn für Demütigungen heimzuzahlen?
Matthias Jendricke: Das sehe ich nicht so, nur weil der Oberbürgermeister und ich politisch nicht immer einer Meinung sind, heißt das nicht, dass wir auf Arbeitsebene in den Gremien nicht sachlich zusammenarbeiten können.
nnz: Weitere Kommunen, ist zu hören und zu lesen, könnten sich Nordhausen anschließen. Wäre dass ein Nachteil für den Landkreis?
Matthias Jendricke: Keineswegs. Die frühere Auffassung im Landkreis, die Stadt Nordhausen nicht zu groß werden zu lassen, habe ich schon in der Vergangenheit nicht geteilt. Außerdem wird es vermutlich eine Kreisgebietsreform geben, wozu derzeitig die Landesregierung das Vorschaltgesetz bereits in den Landtag eingebracht hat. Ziel dieses Gesetzes ist es, dass sich Kommunen freiwillig zusammenschließen. Hierzu werde ich als Landrat keine Vorgaben machen. Parteiübergreifend wünschen wir uns dann aber eine starke Kreisstadt Nordhausen. Als schon jetzt größte Stadt der Region haben wir dafür auch die besten Voraussetzungen.
nnz: In zwei Jahren scheidet der Oberbürgermeister aus dem Amt. Wollen Sie ihn beerben?
Matthias Jendricke: Ich bin Landrat und diese Aufgabe mache ich gern. Im Landratsamt gibt es auch keine parteipolitischen Kämpfe wie im Nordhäuser Rathaus. Daher kann von mir aus alles so bleiben wie es ist. Ob allerdings die geplante Kreisreform im Jahr 2018 dann alles wieder verändert, entscheidet der Thüringer Landtag und keiner hier im Landkreis.
nnz: Zwischen Ihnen und dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Landtags -und Kreistagsabgeordneten Egon Primas soll es ein gutes Einvernehmen geben. Ist dem so?
Matthias Jendricke: Herr Primas ist zudem ja auch ehrenamtlicher Beigeordneter hier im Landkreis und somit in die Dienstberatungen direkt auch mit eingebunden. Mein Ziel war es von Anfang an in diesem Amt einen großen Zusammenhalt bei der Lösung unserer Probleme zu organisieren. Dazu gehört Fairness und Offenheit in der Zusammenarbeit, was nicht bedeutet, dass man immer nur einer Meinung sein muss. Im Übrigen funktioniert dies auch mit Stefan Nüßle und den anderen Entscheidungsträgern ja recht gut im Landkreis.
nnz: Herr Jendricke, vielen Dank für das Gespräch.
Kommentare nur mit Klarnamen!
Autor: nnz
"Abgetaucht: Jendricke besuchte die "Lange Wand" in Ilfeld (Foto: J. Piper)
nnz: Wie entspannen Sie sich?
Matthias Jendricke: Mit der Familie. Das ist eine andere Welt. Da kann ich ausspannen, abschalten, den Stress des Tages vergessen lassen. Da bin ich Familienvater, der sich hinsetzt und mit Tochter und Frau auch einfach mal Karten spielt. Für andere Dinge, wie ausgiebig Sport treiben, fehlt mir leider einfach die Zeit.
nnz: Wo und wie verbringen Sie bevorzugt Ihren Urlaub?
Matthias Jendricke: Im Frühjahr geht´s um die Pfingstzeit meist an die Ostsee. Im Sommer dann häufig nach Südtirol. Zwischendurch klappt auch mal ein Kurzurlaub für ein paar Tage - vorwiegend dann Städtereisen. Im Urlaub ist dann außerdem auch mal Zeit für sportliche Aktivitäten.
nnz: Bleibt Ihnen Zeit für ein Hobby oder Buch?
Matthias Jendricke: Für ein Hobby oder Buch bleibt nahezu keine freie Zeit. Ich habe zwar ein Segelboot am Stausee Kelbra. Bislang steht es da allerdings einsam und verlassen in der Halle.
nnz: Wer führt daheim in Haus, Hof und Garten Regie?
Matthias Jendricke: Um die baulichen Dinge und die Gartenarbeit kümmert sich zum Glück mein Vater. Als Rentner ist er noch voller Energie und macht es auch gern. Da ich, beruflich bedingt, selten und oft erst spät daheim bin, führt sonst im Haus meine Frau die Regie. Wenn ich dann doch noch was bemerke, höre ich den Vorwurf, ich würde alles nur durcheinander bringen.
nnz: Interessiert sich Ihre Tochter schon für die Arbeit des Papas?
Matthias Jendricke: Da ist sie noch zu jung. Meine Tochter Helene ist fünf Jahre alt. Ich nehme sie gern zu Veranstaltungen, die auch Kindern Freude bereiten, mit. So zu denen der Feuerwehr mit Hüpfburg oder anderen Kinderfesten. Wenn Helene was von einer Hüpfburg hört, ist sie hell begeistert.
nnz: Was, glauben Sie, sind Ihre Stärken?
Matthias Jendricke: In schwierigen Zeiten die Nerven zu behalten, um kontinuierlich an bestimmten Zielen zu arbeiten.
nnz: Ihre Schwächen?
Matthias Jendricke: Mir wird in der Politik öfter vorgehalten, dass ich Entscheidungen zu schnell alleine treffe. Dadurch fühlen sich manche nicht mitgenommen. Mitunter fehlt aber einfach die Zeit, um mit einem größeren Personenkreis zu kommunizieren. Das war zum Beispiel so als es galt, Flüchtlinge schnell, unbürokratisch und menschenwürdig unterzubringen.
nnz: Worüber können Sie sich besonders freuen?
Matthias Jendricke: Über ein glückliches familiäres Umfeld, über einen Freundeskreis, in dem man sich wohl fühlt.
nnz: Was kann Sie aus der Ruhe bringen?
Matthias Jendricke: Auch wenn mir der Sturm heftig entgegen bläst, war ich bemüht, mich nicht aus der Fassung bringen zu lassen oder den Kopf in den Sand zu stecken. Ich hätte vieles vermutlich nicht durchgestanden, wenn die Familie nicht hinter mir gestanden hätte.
nnz: Sie erhoben in einer Tageszeitung schwere Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Klaus Zeh. Musste das öffentlich sein?
Matthias Jendricke: Als Ortsvorsitzender der Nordhäuser SPD habe ich in der Tat seine Politik im Rathaus kritisiert, weil sich diese seit Jahren gegen die Sozialdemokraten richtet. Wiederholt stellte der Oberbürgermeister unbewiesene Vorwürfe gegen mich und andere SPD-Mitglieder in den Raum und darauf musste man auch einmal öffentlich reagieren.
nnz: Ist die Vermutung berechtigt, Sie nutzten jetzt das Amt, um es dem ehemaligen Dienstherrn für Demütigungen heimzuzahlen?
Matthias Jendricke: Das sehe ich nicht so, nur weil der Oberbürgermeister und ich politisch nicht immer einer Meinung sind, heißt das nicht, dass wir auf Arbeitsebene in den Gremien nicht sachlich zusammenarbeiten können.
nnz: Weitere Kommunen, ist zu hören und zu lesen, könnten sich Nordhausen anschließen. Wäre dass ein Nachteil für den Landkreis?
Matthias Jendricke: Keineswegs. Die frühere Auffassung im Landkreis, die Stadt Nordhausen nicht zu groß werden zu lassen, habe ich schon in der Vergangenheit nicht geteilt. Außerdem wird es vermutlich eine Kreisgebietsreform geben, wozu derzeitig die Landesregierung das Vorschaltgesetz bereits in den Landtag eingebracht hat. Ziel dieses Gesetzes ist es, dass sich Kommunen freiwillig zusammenschließen. Hierzu werde ich als Landrat keine Vorgaben machen. Parteiübergreifend wünschen wir uns dann aber eine starke Kreisstadt Nordhausen. Als schon jetzt größte Stadt der Region haben wir dafür auch die besten Voraussetzungen.
nnz: In zwei Jahren scheidet der Oberbürgermeister aus dem Amt. Wollen Sie ihn beerben?
Matthias Jendricke: Ich bin Landrat und diese Aufgabe mache ich gern. Im Landratsamt gibt es auch keine parteipolitischen Kämpfe wie im Nordhäuser Rathaus. Daher kann von mir aus alles so bleiben wie es ist. Ob allerdings die geplante Kreisreform im Jahr 2018 dann alles wieder verändert, entscheidet der Thüringer Landtag und keiner hier im Landkreis.
nnz: Zwischen Ihnen und dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Landtags -und Kreistagsabgeordneten Egon Primas soll es ein gutes Einvernehmen geben. Ist dem so?
Matthias Jendricke: Herr Primas ist zudem ja auch ehrenamtlicher Beigeordneter hier im Landkreis und somit in die Dienstberatungen direkt auch mit eingebunden. Mein Ziel war es von Anfang an in diesem Amt einen großen Zusammenhalt bei der Lösung unserer Probleme zu organisieren. Dazu gehört Fairness und Offenheit in der Zusammenarbeit, was nicht bedeutet, dass man immer nur einer Meinung sein muss. Im Übrigen funktioniert dies auch mit Stefan Nüßle und den anderen Entscheidungsträgern ja recht gut im Landkreis.
nnz: Herr Jendricke, vielen Dank für das Gespräch.
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