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Mo, 09:00 Uhr
13.06.2016
AUS DEM VEREINSHAUS „THOMAS MANN“

Faszination Pilze

AUS DEM VEREINSHAUS „THOMAS MANN“
Im Vereinshaus „Thomas Mann“ des Kulturbundes treffen sich zahlreiche Vereine und Interessengemeinschaften. In loser Reihenfolge stellten wir viele von ihnen vor. Mit der Fachgruppe Mykologie beenden wir heute unsere Serie...

Nordhausen. Markus Solf sammelte schon als Kind Pilze. Eines Tages entdeckte er ein besonders stattliches Exemplar, wusste aber nicht, ob essbar oder nicht. Der Junge sammelte sein Körbchen voll. Ein Fachbuch brachte auch keine endgültige Klarheit. Mit den Eltern ging Markus zu einem Pilz-Berater. Welch eine Freude. Alles, was er im Korb hatte, konnte in Topf oder Pfanne.

Mit der Zeit lernte der Naturliebhaber immer neue Arten kennen. Sein Wissen über die kostbaren Schätze der Natur erweiterte sich. 2009 stieß er zur Fachgruppe Mykologie, die sich 1967 gründete und die er seit vier Jahren leitet. Er möchte aber nicht herausgestellt werden, gibt er sich bescheiden. Jeder in der Gruppe sei König. Er wisse zwar viel über Pilze. Berater sei er aber nicht. Das traue er sich noch nicht zu. Das überlasse er den Experten Dr. Wolfgang Heinig, Peter Stenzel, Alfred Adomat und Günther Eckstein

Jeden 3. Dienstag im Monat treffen sich die Mitglieder im Objekt Wilhelm-Nebelung-Straße 39. Entweder stehe ein Dia-Vortrag oder die Bestimmung mitgebrachter Pilze an. Die vornehmliche Aufgabe der Fachgruppe, bekräftigt Markus Solf, bestehe darin, Interesse für Pilze zu wecken, Kenntnisse zu vertiefen und zu verbreiten. Man fachsimpelt, bespricht Vorhaben.


Garten ľund Landschaftsgestalter Markus Solf leitet die Fachgruppe Mykologie. Foto: Kurt Frank

In diesem Jahr, bemerkt der 41-Jährige, zugleich jüngstes Vereinsmitglied, sei wieder eine öffentliche Pilzausstellung im Vereinshaus geplant. Auch eine Pilzwanderung mit allen, die Interesse haben. Das helfe, wie man Speisepilze richtig erkennt und sammelt. Bekannt ist die Sammelleidenschaft vieler Menschen, die es Jahr für Jahr in die Wälder zieht. Mit ihren Aktivitäten will die Fachgruppe Interesse für ihre Arbeit wecken, sie verstärken.

In der Gruppe gehe es sehr familiär zu. Locker und ungezwungen. Jeder kenne jeden. Man treffe sich. Auch im Garten. Mal da, mal dort. Feiern sei man auch nicht abgeneigt. Einfach eine große Familie, weiß Solf. Alle Mitglieder vereine die Pilz-Sammel-Leidenschaft, die Freude, in der Natur zu sein, sich an deren Farben ľund Formenvielfalt zu erfreuen. Da hätten Pilze viel zu bieten. Natürlich ist ein deftiges Pilzgericht ein zusätzlicher Genuss.


Öffentliche Ausstellungen helfen, Speisepilze richtig zu erkennen. Foto: Kurt Frank

Wer Interesse hat und mehr über die Artenvielfalt, die Faszination Pilze erfahren und erleben will, kann sich vertrauensvoll an die Fachgruppe Mykologie wenden. Die Pilzberater absolvieren Weiterbildungen, um stets auf dem neuesten Stand zu sein. Zudem sind einige Pilzfreunde in der Thüringer Arbeitsgemeinschaft Mykologie organisiert. Egal, ob man sich als Speisepilzsammler, Naturfreund, Umweltschützer oder was auch immer für das Thema interessiert, sie ist der Ansprechpartner.

Pilze, ist allgemein bekannt, sind in der Natur von großer Bedeutung. So beim Abbau organischer Verbindungen, für das Wachstum der Pflanzen. Aber auch als Parasiten für Mensch, Tier und Pflanze spielen sie eine Rolle. Für den Menschen sind sie neben Speisepilzen interessant bei der Herstellung von Lebensmitteln oder Medikamenten. Von geschätzten 1,5 Millionen Arten weltweit sind derzeit wohl erst 100 000 bekannt.

Schon in vorgeschichtlicher Zeit sammelten Menschen Pilze: Als Nahrung, zu Heilzwecken und als Berauschungsmittel. Wer sich intensiver mit ihnen beschäftigt, weiß um die verschiedenen Abteilungen oder Arten: Schlauchpilze, Ständerpilze, Jochpilze, Töpfchenpilze, Hefe ľund Schimmelpilze und um viele andere.


Alle Mitglieder der Fachgruppe sammeln leidenschaftlich gern Pilze. Foto: Kurt Frank

Der Begriff Mykologie entstand im 18. Jahrhundert und wurde von Christian Hendrik Persoon geprägt, der sich rasch unter Biologen einen Namen machte. Einer griechischen Sage nach gründete der griechische Held Perseus die Stadt Mykene an der Stelle, wo er sich mit Wasser erfrischte, welches sich im Hut eines Pilzes gesammelt hatte.

Der Ertrag sei bislang in diesem Jahr durchwachsen, hat Garten ľund Landschaftsgestalter Solf beobachtet. Es habe in der Region längere Trockenperioden gegeben. Das werde sich aber ändern, ist er optimistisch.
Kurt Frank
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