Do, 12:36 Uhr
02.06.2016
Flüchtlingskrise
Die Lage hat sich normalisiert
Es ist ruhig geworden - keine Bilder mehr von in Deutschland ankommenden Flüchtlingen, keine Zeugnisse einer Willkommenskultur. Das Thema ist politisch und medial befriedet. Dennoch ist es nicht aus der Welt, auch nicht im Landkreis Nordhausen…
Wie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, bestätigte, seien in den ersten vier Monaten dieses Jahres rund 200.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und wurden auch registriert. Das sei im Vergleich zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise zwar deutlich weniger, mit Blick auf den Vorjahreszeitraum jedoch weiterhin höher. So hatte das BAMF im ersten Halbjahr 2015 knapp 180.000 Asylanträge verzeichnet.
Der Blick in den Landkreis Nordhausen kann diesen Trend bestätigen. Nach Auskunft des Landratsamtes seien bis zum 15. Mai etwas 360 Flüchtlinge neu in den Landkreis Nordhausen gekommen. Die werden vom Landkreis auch betreut. Von Januar bis April wurden bereits 306 Asylbewerber anerkannt, sie wechseln dann in die Obhut des Jobcenters. Etwa ein Viertel davon hat den Landkreis danach verlassen.
Zum Stichtag 15. Mai gab es 936 Asylsuchende, gute zwei Drittel von ihnen sind dezentral in Wohnungen im gesamten Kreisgebiet untergebracht. Etwa ein Drittel kommt aus Syrien, ein Viertel aus Afghanistan, ein Fünftel aus dem Irak. Rund ein Drittel sind Kinder (unter 18 Jahre). Die 75 sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden ebenfalls durch dem Landkreis Nordhausen betreut.
Seit einigen Tagen ist das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Integrationsgesetz in aller Munde. Kritiker sagen, dass die Verpflichtung zum Besuch von Integrationskursen und die Androhung von Sanktionen der falsche Weg sei, da zum Beispiel nicht jeder Interessent auch an einem solchen Kurs teilnehmen könne. Konkrete Beispiele konnten in diversen Diskussionsrunden jedoch nicht genannt werden. Also haben wir in unserer Region nachgefragt.
Dazu muss im Vorfeld angemerkt werden, dass zwischen Integrationskursen und Deutschkursen unterschieden wird. Landläufig wird alles, was mit dem Erlernen der deutschen Sprache zusammenhängt, als Deutschkurs bezeichnet, der Integrationskurs geht jedoch darüber hinaus. Das Jobcenter kann nur Aussagen zu den Integrationskursen treffen. Dies sind die Kurse, die über das BAMF finanziert werden, die nur bestimmte zugelassene Träger anbieten dürfen und für die eine Teilnahmeverpflichtung für bestimmte ausländische Mitbürger (aber nicht alle) behördlicherseits ausgesprochen werden kann.
Zur Zeit laufen im Landkreis Nordhausen sieben Integrationskurse, für die sechs Träger eine Zulassung besitzen. Es sind
An den Integrationskursen können maximal 25 Frauen und Männer teilnehmen, bei den Alphabetisierungskursen sind es 15 Personen, bei den Ehrenamtskursen schwanke die Zahl nach Auskunft des Landratsamtes zwischen 10 und 25. Die Behörde bestätigt auch, das die Kurse in der Regel voll ausgelastet” seien.
Auch Personal sei nach Auskunft des Landratsamtes ausreichend vorhanden, sowohl für die Ehrenamtskurse als auch für die BAMF-Kurse, obwohl es bei letzteren immer schwieriger werde, die fachlich-personelle Absicherung zu garantieren. Bislang sei das aber immer gelungen, teilt die Behörde mit.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzWie das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, kurz BAMF, bestätigte, seien in den ersten vier Monaten dieses Jahres rund 200.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen und wurden auch registriert. Das sei im Vergleich zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise zwar deutlich weniger, mit Blick auf den Vorjahreszeitraum jedoch weiterhin höher. So hatte das BAMF im ersten Halbjahr 2015 knapp 180.000 Asylanträge verzeichnet.
Der Blick in den Landkreis Nordhausen kann diesen Trend bestätigen. Nach Auskunft des Landratsamtes seien bis zum 15. Mai etwas 360 Flüchtlinge neu in den Landkreis Nordhausen gekommen. Die werden vom Landkreis auch betreut. Von Januar bis April wurden bereits 306 Asylbewerber anerkannt, sie wechseln dann in die Obhut des Jobcenters. Etwa ein Viertel davon hat den Landkreis danach verlassen.
Zum Stichtag 15. Mai gab es 936 Asylsuchende, gute zwei Drittel von ihnen sind dezentral in Wohnungen im gesamten Kreisgebiet untergebracht. Etwa ein Drittel kommt aus Syrien, ein Viertel aus Afghanistan, ein Fünftel aus dem Irak. Rund ein Drittel sind Kinder (unter 18 Jahre). Die 75 sogenannten unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden ebenfalls durch dem Landkreis Nordhausen betreut.
Seit einigen Tagen ist das von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Integrationsgesetz in aller Munde. Kritiker sagen, dass die Verpflichtung zum Besuch von Integrationskursen und die Androhung von Sanktionen der falsche Weg sei, da zum Beispiel nicht jeder Interessent auch an einem solchen Kurs teilnehmen könne. Konkrete Beispiele konnten in diversen Diskussionsrunden jedoch nicht genannt werden. Also haben wir in unserer Region nachgefragt.
Dazu muss im Vorfeld angemerkt werden, dass zwischen Integrationskursen und Deutschkursen unterschieden wird. Landläufig wird alles, was mit dem Erlernen der deutschen Sprache zusammenhängt, als Deutschkurs bezeichnet, der Integrationskurs geht jedoch darüber hinaus. Das Jobcenter kann nur Aussagen zu den Integrationskursen treffen. Dies sind die Kurse, die über das BAMF finanziert werden, die nur bestimmte zugelassene Träger anbieten dürfen und für die eine Teilnahmeverpflichtung für bestimmte ausländische Mitbürger (aber nicht alle) behördlicherseits ausgesprochen werden kann.
Zur Zeit laufen im Landkreis Nordhausen sieben Integrationskurse, für die sechs Träger eine Zulassung besitzen. Es sind
- FIB Team für Fortbildung, Information und Beratung GmbH
- Kreisvolkshochschule
- DAA Deutsche Angestellten Akademi
- BVU Bildungs-, Vermittlungs-, Unternehmensberatungs GmbH
- IBS Institut für Bildung und Sicherheit
- CSC Computer-Schulung & Consulting GmbH)
An den Integrationskursen können maximal 25 Frauen und Männer teilnehmen, bei den Alphabetisierungskursen sind es 15 Personen, bei den Ehrenamtskursen schwanke die Zahl nach Auskunft des Landratsamtes zwischen 10 und 25. Die Behörde bestätigt auch, das die Kurse in der Regel voll ausgelastet” seien.
Auch Personal sei nach Auskunft des Landratsamtes ausreichend vorhanden, sowohl für die Ehrenamtskurse als auch für die BAMF-Kurse, obwohl es bei letzteren immer schwieriger werde, die fachlich-personelle Absicherung zu garantieren. Bislang sei das aber immer gelungen, teilt die Behörde mit.
Peter-Stefan Greiner

