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Do, 09:58 Uhr
19.05.2016
Bienenvölker schwärmen aus

Imker eilte zur Rettung

Wenn der Raps blüht ist es für die Bienen an der Zeit den Schwarm zu teilen und neue Reviere zu finden. Hin und wieder finden sie dabei auch Plätze, die aus menschlicher Sicht eher unangebracht sind. Was man tun kann, wenn sich die fleißigen Insekten gerade in direkter Nachbarschaft nieder lassen, hat heute morgen ein nnz-Leser erfahren...

nnz-Leser Steffen R. hatte gestern Abend eine Begegnung der summenden Art - auf seinem Firmengelände in der Grimmelallee war ein Bienenvolk dabei, sich häuslich einzurichten.

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Was also tun als Laie? Man muss nicht gleich die Feuerwehr rufen, ein Anruf beim nächsten Imker reicht schon. Zum Beispiel bei Olaf Hartung. Der Hobby-Imker kennt sich mit den fleißigen Insekten bestens aus, hält bei Appenrode eigene Völker und ist als eine Art "Bienenbotschafter" auch an Schulen und Kindergärten unterwegs.

"Bienen, Insekten allgemein, gehen auf schnelle Bewegung", erklärt Hartung, deswegen sollte man Kinder möglichst nicht zu nah heranlassen, wenn sich ein Bienenvolk in der Nähe des eigenen Heims niedergelassen hat. Von den Tieren selbst gehe grundsätzlich aber keine Gefahr aus.

Olaf Hartung beim Bienefang (Foto: privat) Olaf Hartung beim Bienefang (Foto: privat)

Dennoch sollte man sie von einem Imker wegfangen lassen, die schwärmenden Bienen können unter Umständen Krankheiten übertragen. Ein Verzeichnis von Imkern in der Nähe findet man unter anderem auf der Seite des Landesverbandes der Thüringer Imker unter www.lvthi.de. Die Imkervereine samt Kontaktdaten im Raum Nordhausen findet man hier

Die Profis sorgen mit der richtigen Ausrüstung dafür, das die Bienen inaktiv werden und einfach in einen Transportbehälter geschaufelt werden können. Die übrigen Tiere kriechen auf der Suche nach Ihrer Königin von ganz alleine in die Kiste. Anschließend kommt der Schwarm für einige Tage in "Kellerhaft".

Das klingt schlimmer als es tatsächlich ist: die Tiere werden für einige Zeit in kühler und dunkler Umgebung gehalten, damit sie ihren mitgebrachten Honigvorrat aufbrauchen. Anschließend werden sie vom Imker auf Krankheiten untersucht, gegen Milben behandelt und können wieder angesiedelt werden.

Von den Bienen geht keine Gefahr aus - nur ruhig sollte man sich verhalten (Foto: privat) Von den Bienen geht keine Gefahr aus - nur ruhig sollte man sich verhalten (Foto: privat) Dass die Bienen ausschwärmen ist für die Jahreszeit vollkommen normal. Die Völker reproduzieren sich in etwa zur Zeit der Rapsblüte, erklärt Imker Hartung, deswegen sei es in dieser Zeit auch nicht ratsam Bienen in der Stadt zu halten. Besser sei es die eigenen Völker in Randbereichen aufzustellen oder mit ansässigen Landwirten zu sprechen und außerhalb der Stadt Zeitweise für eine Unterkunft zu sorgen.

Verloren gehen die Völker ihren Besitzern nicht, sie teilen sich lediglich auf. "Etwa ein bis zwei Drittel eines Schwarms machen sich auf den Weg, der Imker merkt dann unter Umständen nur das im Bienenstock weniger Gedränge ist", sagte Hartung.

Hauptberufliche Imker gibt es im übrigen kaum noch, 150 bis 200 Völker bräuchte man, um von der Honigproduktion leben zu können, erklärte der Imker aus Appenrode, der selber auch nur einem Hobby fröhnt. Das bringen er und seine Verbandskollegen auch gerne anderen nahe, nicht nur in Schulen und Kindergärten. Im November will man wieder einen Schnupperkurs organisieren, 2017 startet die nächste Imkerausbildung.
Angelo Glashagel
Autor: red

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