Do, 14:47 Uhr
21.04.2016
Peter Blei unterwegs
Von Kreuzrittern und alten Gemäuern
Dieses mal taucht Peter Blei weit hinab in die Tiefen der deutschen Geschichte - mit einem Besuch der alten "Kommende" des Deutschen Ordens in Buro...
Von 1258 bis 1809 bestand hier eine Kommende, eine Art Außenstelle, des Deutschen Ritterordens. Es ist ein herausragendes Zeugnis adligen Lebens in Sachsen – Anhalt.
Der Deutsche Orden, oder genauer der "Orden der Brüder von Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem", wurde 1190 während des 3. Kreuzzuges im Heiligen Land gegründet. Der Orden gehörte im ausgehenden Mittelalter zu den bedeutendsten Grundbesitzer in Zentraleuropa.
Die lokalen Ordenshäuser waren die Kommenden, mehrere Kommenden bildeten einen Ballei, den sogenanntem Verwaltungsbezirk. Alle Balleien unterstanden dem Hochmeister. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Orden durch Napoleon aufgelöst.
Aber schon 1834 wurden er als erster "Deutscher Ritterorden" wieder offiziell zugelassen. Nach 1945 wurde Wien zum neuen Sitz des nunmehrigen Deutschen Ordens".
Nach dem Untergang der Templer ist er neben Malteserorden der zweit große Orden, der heute noch besteht. Unter den jetzigen Mitgliedern sind unter anderem 100 Priester und rund 200 Schwestern.
Im Laufe der Geschichte gab es neun Hochmeister aus Thüringen, dem Vogtland und dem Pleißenlande. Seit dem 12. Jahrhundert ist der Orden in Halle/Saale ansässig.
Das kleine Dorf Bruno wurde 1258 erstmals erwähnt. Die Brüder des Fürstenhauses Anhalt übertrugen das Dorf in dieser Zeit dem Deutschen Ritterorden. 1320 plünderten 23 Ritter unter Führung des Fürsten Albrecht II von Anhalt das Dorf.
Die größte Ausdehnung hatte der Kommende Bruno mit 1.100 Hektar. Ab 1410, nach der Schlacht bei Tannenberg, gingen die Mitgliedszahlen des Ordens deutlich zurück. Heute würde man sagen, es war nicht mehr Mode dem Orden beizutreten.
1697 wurde Samson vom Stain als Komtur von Bruo eingesetzt. Unter ihm gab es umfangreiche bauliche Veränderungen. Die gesamte Anlage bekam eine Barocke Aufwertung.
Das neue Gutshaus wurde auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration, 1948 abgerissen, seit 1984 herrschen Leerstand und Verfall. Im Moment werden die bestehenden Gebäude langsam wieder restauriert.
Bedanken möchten wir uns bei Matthias Prasse, für die Genehmigen für Bilder und Texte.
Peter Blei
Autor: redVon 1258 bis 1809 bestand hier eine Kommende, eine Art Außenstelle, des Deutschen Ritterordens. Es ist ein herausragendes Zeugnis adligen Lebens in Sachsen – Anhalt.
Der Deutsche Orden, oder genauer der "Orden der Brüder von Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem", wurde 1190 während des 3. Kreuzzuges im Heiligen Land gegründet. Der Orden gehörte im ausgehenden Mittelalter zu den bedeutendsten Grundbesitzer in Zentraleuropa.
Die lokalen Ordenshäuser waren die Kommenden, mehrere Kommenden bildeten einen Ballei, den sogenanntem Verwaltungsbezirk. Alle Balleien unterstanden dem Hochmeister. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde der Orden durch Napoleon aufgelöst.
Aber schon 1834 wurden er als erster "Deutscher Ritterorden" wieder offiziell zugelassen. Nach 1945 wurde Wien zum neuen Sitz des nunmehrigen Deutschen Ordens".
Nach dem Untergang der Templer ist er neben Malteserorden der zweit große Orden, der heute noch besteht. Unter den jetzigen Mitgliedern sind unter anderem 100 Priester und rund 200 Schwestern.
Im Laufe der Geschichte gab es neun Hochmeister aus Thüringen, dem Vogtland und dem Pleißenlande. Seit dem 12. Jahrhundert ist der Orden in Halle/Saale ansässig.
Das kleine Dorf Bruno wurde 1258 erstmals erwähnt. Die Brüder des Fürstenhauses Anhalt übertrugen das Dorf in dieser Zeit dem Deutschen Ritterorden. 1320 plünderten 23 Ritter unter Führung des Fürsten Albrecht II von Anhalt das Dorf.
Die größte Ausdehnung hatte der Kommende Bruno mit 1.100 Hektar. Ab 1410, nach der Schlacht bei Tannenberg, gingen die Mitgliedszahlen des Ordens deutlich zurück. Heute würde man sagen, es war nicht mehr Mode dem Orden beizutreten.
1697 wurde Samson vom Stain als Komtur von Bruo eingesetzt. Unter ihm gab es umfangreiche bauliche Veränderungen. Die gesamte Anlage bekam eine Barocke Aufwertung.
Das neue Gutshaus wurde auf Befehl der Sowjetischen Militäradministration, 1948 abgerissen, seit 1984 herrschen Leerstand und Verfall. Im Moment werden die bestehenden Gebäude langsam wieder restauriert.
Bedanken möchten wir uns bei Matthias Prasse, für die Genehmigen für Bilder und Texte.
Peter Blei



























