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Do, 11:23 Uhr
21.04.2016
Neuer Intendant im Kunsthaus

Theater soll Kurs halten

Zum Auftakt seiner neuen Talk-Runde hatte das Kunsthaus Meyenburg sich einen ganz frischen Gast eingeladen - den designierten Theaterintendanten Daniel Klajner. Mit Susanne Hinsching sprach der angehende Bühnenchef über den zukünftigen Kurs am Nordhäuser Theater...

Die vor der ersten Abendveranstaltung der neuen Reihe „Auf ein Glas Wein...Talkrunde mit prominenten Gästen“ bestandenen Überlegungen, Unsicherheiten seitens der Leitung des Kunsthauses und dem Kunsthaus Meyenburg Förderverein hinsichtlich Bestuhlung in der Art eines Varietés oder Café-Hauses, Anzahl der Sitzplätze oder auch Einsatz von Technik in der Parterre-Etage erwiesen sich als unbegründet, denn das Team Susanne Hinsching und der Ehrengast Daniel Klajner konnten nicht nur überzeugen, sondern plauderten in einer Art, die man als „charming“ bezeichnen konnte und die fast vergessen ließ, dass dieser in weiten Teilen auch in die Privatsphäre blicken lassende Auftritt des neuen Intendanten der erste vor solch Publikum darstellte.

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Beginnend mit den ersten acht Jahren seiner Kindheit in Nigeria – sein Vater war Linguist und fand in diesem Land mit seinen mehr als 600 (!) Sprachen ein weites Betätigungsfeld -, wo der kleine Daniel in einer einfachen Hütte an einer Blockflöte seine Liebe zur Musik entdeckte, die er dann in Europa mit einem Flötenstudium weiter führte. Gefolgt von einem prägenden Erlebnis einer Brass-Band, die ihn sich zur Trompete hinwenden ließ. „Da war eben mehr Power drin“, so der neue Intendant. Und diese ‚Power‘ spürten die Besucher in dem gesamten Gespräch. Den Fragen zu einem möglichen neuen Führungsstil am Theater, zu einer möglicherweise neuen Ausrichtung, zu einem Einsatz als Dirigent neben dem Vollzeitjob als Chef des Hauses stellte er sich, in dem er zwar die Karten nicht aufdeckte, aber doch einen kurzen Blick in diese gestattete.

Susanne Hinsching im Gespräch mit dem neuen Theaterintendanten Daniel Klajner (Foto: Dr. Wolfgang R. Pientka) Susanne Hinsching im Gespräch mit dem neuen Theaterintendanten Daniel Klajner (Foto: Dr. Wolfgang R. Pientka)

Mehrfach wiederholte er, dass dieses Schiff namens „Theater Nordhausen“ seinen bewährten Kurs beibehalten werde, auch wenn wichtige Personen wie der Käpten (Intendant), der Leiter der Bordkapelle (Generalmusikdirektor) und auch die Leitung der Animation und Unterhaltung (Ballett) für die Passagiere (Theatergäste) neu sein werden und auch das Schiff ein neues Logo erhalten wird. Wie dies aber aussehen wird, dies blieb offen – nicht zuletzt mit dem Hinweis auf die bevorstehende Vorstellung der neuen Leitung vor der Presse und der Öffentlichkeit.

Auf die Frage bezüglich eines Umzugs mit Familie nach Nordhausen wich er nicht aus, sondern zeigte mit „lassen Sie uns in einem Jahr noch einmal darüber reden“ ganz offen, dass er zwar am Theater der neue Intendant sei, aber seine Familie – seine Frau und auch die Kinder - im privaten Bereich ein großes Mitspracherecht hätten und hier sehr demokratisch Entscheidungen getroffen würden. Stichwort ‚Demokratie‘ – auch hier ein sehr sympathischer Eindruck.

Susanne Hinsching im Gespräch mit dem neuen Theaterintendanten Daniel Klajner (Foto: Dr. Wolfgang R. Pientka) Susanne Hinsching im Gespräch mit dem neuen Theaterintendanten Daniel Klajner (Foto: Dr. Wolfgang R. Pientka) Aufgewachsen in Afrika und hier nicht gerade in der Hauptstadt, bedingt durch die Schweiz nicht nur viersprachig, sondern in jeder Situation Rücksicht nehmen müssend auf die Eigenarten, die Belange und Bedürfnisse der anderen nationalen Gruppierungen, durch die Musik von Toronto bis Japan in der Welt ‚zu Hause‘ sind auch diese Erfahrungen prägend für die Persönlichkeit und nicht unwichtig für unser Theater, in dem in den letzten Jahren immer mehr Menschen anderer Nationen, anderen Ursprungs und anderer Kulturen Arbeit fanden und in dieser Stadt sehr positiv aufgenommen wurden. Sehr positiv auch das offene Bekennen zu der Fortführung der engen Zusammenarbeit zwischen dem Kunsthaus und dem Theater und dem Einsatz im Vorstand des Kunsthaus Meyenburg Förderverein.

Das Kunsthaus bedankte sich für diese fast zwei Stunden mit einem Buch von Gerhard Glück, das Frau Hinsching überreichte. Der Förderverein übergab eine Karte von Mitteleuropa, in der die bisherigen Orte des Schaffens von Daniel Klajner durch Linien verbunden waren. Ergebnis: der ‚musikalische Mittelpunkt‘ liegt im Bereich Nordthüringen, denn hier kreuzen sich (fast) alle Linien. Ein schöner Hinweis darauf, dass Herr Klajner mit seiner Wahl dieser neuen Stelle nicht ganz falsch liegen könnte.
Dr. Wolfgang R. Pientka
Vorsitzender des Kunsthaus Meyenburg Förderverein
Autor: red

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