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So, 12:45 Uhr
10.04.2016
Einbrecherschreck am Eigenheim

Ausgezeichnet sicher

Die Zahl der Einbrüche hat im vergangenen Jahr zugenommen. Die Polizei wird nicht müde der Bevölkerung Tipps und Hinweise zum Schutz des Eigenheims zu geben. Am Freitag konnte die Polizei einer Nordhäuser Firma eine kleine Anerkennung für ihr Know-How in Sachen Einbrecherschreck überreichen...

Mancher deponiert den Ersatzschlüssel immer noch unterm Blumentopf neben der Tür und macht sein Hab und Gut so zur leichten Beute für Langfinger. Da hilft dann auch das beste Sicherheitssystem nichts mehr. Allerdings könnten Alarmanlagen Diebe schon auf Erkundungstour abschrecken, sagt Polizeihauptkomissar Reiner Stranz.

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Ein normales Einfamilienhaus könnte man ohne viel Aufwand und Dreck an einem Tag mit der "Grundsicherung" ausstatten, meinte Alexander Liebram. Der Ingenieur beschäftigt sich schon seit den frühen 90er Jahren mit Sicherheitstechnik und hat die Firma der Familie auf Schutzanlagen spezialisiert. Vergangenen Freitag konnte er von Kommissar Stranz eine besondere Ehrung entgegen nehmen - die Nordhäuser Firma wurde in ein Register des Landeskriminalamtes Hessen aufgenommen, das qualifizierte Anbieter von Sicherheitstechnik auflistet.

Der Freistaat Thüringen führt so ein Register nicht - im Osten des Landes ist Liebram damit jetzt eine von drei Firmen, die es auf die Liste der Hessen geschafft haben. Beworben hatte sich die Firma mit dem Stammsitz in Nohra nicht, die Aufnahme war Vorraussetzung um die Staatsanwaltschaft in Kassel abzusichern. Die Kriminaltechnischen Gutachter aus dem Nachbarland waren zwei Tage im Landkreis und überprüften sowohl die Firma selbst wie auch fünf von ihr gesicherte Objekte.

Deutschlandweit waren die Nordhäuser Elektrikfachleute schon in Sachen Sicherheit unterwegs, denn die funktioniert heute nicht mehr nur allein mechanisch, also über Sicherungssysteme in Schlössern, Türen, oder Fenstern, sondern vor allem auch elektronisch, gesteuert über verschlüsselte Funkverbindungen.

Kommissar Stranz, Alexander und Thomas Liebram (Foto: Angelo Glashagel) Kommissar Stranz, Alexander und Thomas Liebram (Foto: Angelo Glashagel)

Zur Zeit ist man aber nur im Umkreis von 100 Kilometern tätig, der Fachkräftemangel macht auch vor Familienunternehmen nicht halt. Insgesamt 15 Mitarbeiter, Sohn Thomas und Frau Andrea kümmern sich in der 90 Jahre alten Firma darum Autohäuser, Hotels, Großmärkte, Fabrikgelände oder auch die hiesiege Kreissparkasse abzusichern und auf dem aktuellen Stand der Technik zu halten. Das gilt nicht nur beim Schutz vor Einbrechern sondern auch für Brandmeldeanlagen.

Der Bedarf, gerade beim Einbruchsschutz sei in den letzten zwei Jahren spürbar angestiegen, sagt Liebram. Die Entwicklung spiegelt wider was man in den Statistiken der Polizei finden kann - die Zahl der Einbrüche hat zugenommen. Dabei macht es mancher den Langfingern leicht. "Ein angekipptes Fenster ist ein offenes Fenster", sagt Stranz, "die Diebe können das Fenster hinter sich wieder schließen, hinterlasssen keine Einbruchsspuren und die Versicherung zahlt nicht." Generell gilt auch: immer richtig abschließen und den Ersatzschlüssel nicht unter dem Fußabtreter oder dem Blumentopf verstecken.

Ein paar gut sichtbare Abschreckungsmittel helfen auch. Früher hätten die Kosten für eine funkgesteuerte Anlage bei 10.000 Mark begonnen, erinnert sich Liebram, heute bekommt man die Grundsicherung mit Steuerungszentrale, Blitzlampen, Sirene und mechatronisch gesicherten Türen und Fenstern schon für rund 1000 Euro, für die es unter Umständen sogar noch Förderung von Vater Staat gibt.

Wie viele Einbrüche mit ein wenig Aufwand tatsächlich verhindert werden, kann die Polizei nicht sagen, Präventionserfolge sind schwer messbar, sagt Stranz, man erkenne aber durchaus welche Objekte Einbrecher eher meiden würden.

Für die Liebrams geht es in diesem Jahr indes nicht nur ums arbeiten, sondern auch ums feiern - zum 90jährigen Jubiläum soll es am 03. Juni eine Party samt Hausmesse geben.
Angelo Glashagel
Autor: red

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