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Di, 16:34 Uhr
22.03.2016
Kreisbauernverband tagte

Kostendeckung kaum mehr möglich

Am vergangen Donnerstag fand die alljährliche Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes Nordhausen in Werther im Hotel zur Hoffnung statt...


Kreisvorsitzender Uwe Kühne, ließ in seinem Rechenschaftsbericht das Verbandjahr 2015, ein Jahr, in dem der Kreisbauernverband Nordhausen sein 25 jähriges Bestehen feierte, Revue passieren.

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Er blickte auf ein äußerst schwieriges und sorgenvolles Jahr für die Bauern zurück. Angefangen von einem trockenem Frühjahr, das zu einer geringeren Erntemenge führte, über gesunken Erzeugerpreise bei Raps und Getreide, Schweinfleisch und vor allem bei der Milch, ließen die Erlöse im Jahr 2015 für die Landwirte deutlich geringer ausfallen. Jedoch ist zur Zeit noch kein Ende der Talfahrt der Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte in Sicht.

Im Gegenteil! Der Milchpreis beläuft sich bei 0,25 Cent/kg Milch- an ein kostendeckende Produzieren ist hier nicht zu denken. Die Milchbauern sind am Limit. Mit bis zu 2,5 Milliarden Euro Einbuße im Vergleich zu 2014 haben die Milchbauern Deutschlandweit zu verbuchen.

Resultat, 3000 Kühe weniger in Thüringen als 2014. Das ist ein Bestandsabbau um 3%. Ähnlich geht es in der Schweineproduktion zu. Die Fleischpreise sind derzeit auf 1,24 €/kg abgesunken. Um kostendeckend zu produzieren benötigen die Bauern mindestens 1,50 €/kg. Der Ferkelpreis ist auf 33 € gesunken – 55 € sind aber notwendig. So ist auch hier ist der Sauenbestand in Thüringen um 7,5 % rückläufig, der ist Mastschweinebestand sogar um 11 % gesunken. Damit liegt die Eigenversorgung an Schweinefleisch nur noch bei 70%.

In Thüringen gibt es kaum noch Schafe, auch hier sind niedrige Erzeugerpreise, die z.Zt. 2,70 €/kg für Mastlämmer liegen, aber auch echte Nachwuchsprobleme die Gründe. 2013 waren es 137.700 Schafe in Thüringen, 2015 nur noch 123.700 Tiere. Auch die Getreide- u. Rapspreise sinken, im Vergleich zu 2014 im September zur Ernte, gab es für Qualitätsweizen je Tonne 162,37 €, im Jahr 2015 zur Ernte im September nur 154,75 € und aktuell liegt der Weizenpreis bei 134,31€/t. So eine Krise ab es in der Landwirtschaft seit 1989 noch nicht, so der Vorsitzende.

Weitere Referenten waren der Referatsleiter des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft, Thomas Lettau und Olaf Wagenführ, Bereichsleiter der TEAG, der zum aktuellen Stand des Netzausbaues in Thüringen informierte.
Autor: red

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Kommentare
alexa
22.03.2016, 22:58 Uhr
Liebe Landwirte...
Bei allem Verständnis für Eure Sorgen, ... gibt es denn auch Strategien auf Bio-Landwirtschaft umzusteigen?? Leider sagt der Artikel dazu nichts aus.

Um Nordhausen kann ich weit und breit kaum Öko Anbauflächen sehen. Statt den Weltmarktpreisen für konventionelle landwirtsch. Produkte hinterherzurennen, oder nur die Biogasanlagen zu füttern, wäre ein Blick auf den (nach wie vor) Wachstumsmarkt der Bio-Lebensmittel doch auch bei uns im Landkreis lohnenswert, oder?

Viele Menschen, aber auch Vögel und sonstiges Kleingetier würden sich darüber sehr freuen!!!

Und denkt dran, einer muss immer der Erste sein. Zum Glück gibt es ja z. B. schon halbwegs nachhaltige Erzeugung in der Rüdigsdorfer Schweiz oder Sophienhof.

Hört einfach mal auf einen Teil der Konsumenten, statt auf die Discounter und solche Lobbyisten von Gestern, wie Herrn Primas! Danke.
I.H.
24.03.2016, 10:00 Uhr
Einfach nicht kaputt zu kriegen
Ich versuche schon seit Jahren, hinter das Geheimnis der bäuerlichen Ökonomie zu kommen. Wer dieses Geheimnis entdeckt, hat frei nach Rainald Grebe sozusagen "ausgesorgt". Genau das schwebt auch mir vor.

Obwohl seit gefühlten hundert Jahren der Landwirt bei jedem Kilo Fleisch, bei jedem Ferkel, bei jedem Liter Milch...ja selbst bei jedem Ei nicht kostendeckend arbeiten kann und damit eigenes Geld zusetzt, ist der Bauernstand wirtschaftlich einfach nicht tot zu kriegen. Wie Untote produzieren die immer weiter. Ein geniales Geschäftsmodell!
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