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Mo, 13:40 Uhr
29.02.2016
Lass uns übers Wetter reden

Milder kann ein Winter kaum sein

Das Wetter eignet sich ja bekanntermaßen exzellent dazu, behäbige Konversation zu beleben. Wer es also ganz genau wissen will, dem können die Experten vom Deutschen Wetterdienst reichlich Gesprächsstoff an die Hand geben. Dieses mal haben sich die Meterologen das sehr milde Winterwetter angesehen...

Wetterbild (Foto: Angelo Glashagel) Wetterbild (Foto: Angelo Glashagel)

Milde und meist feuchte vom Atlantik
nach Mitteleuropa herangeführte Luftmassen kennzeichneten den Winter 2015/16. Lediglich im Januar konnte sich für kurze Zeit skandinavische Kaltluft mit Schnee durchsetzen. Der Dezember und der Februar verliefen dagegen erheblich zu mild. Der Dezember war sogar der wärmste seit mindestens 1881.

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Damit erlebten wir bei einer insgesamt leicht positiven Niederschlagsbilanz und einem deutlichen Überschuss an Sonnenschein einen der wärmsten Winter seit dem Beginn regelmäßiger Temperaturaufzeichnungen. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2000 Messstationen.

Einer der mildesten Winter seit 1881

Im Winter 2015/16 lag die Durchschnittstemperatur in Deutschland mit 3,6 Grad Celsius (°C) um 3,4 Grad über der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Im Vergleich zum Zeitraum 1981 bis 2010 war die Abweichung mit 2,7 Grad nur unwesentlich geringer. Der Winter gehört damit aktuell neben 2006/07,1989/90 und 1974/75 zu den vier wärmsten Winterquartalen der letzten 135 Jahre. Hauptanteil daran hatte der Dezember. Er war mit großem Abstand der wärmste seit dem Beginn regelmäßiger Messungen. Die höchsten Einzelwerte traten jedoch im Februar auf: Bei strahlendem Sonnenschein zeigte das Thermometer am 22. in Oberbayern verbreitet mehr als 17 °C. Wärmster Ort war dabei Piding, bei Bad Reichenhall, mit 20,0 °C. Lediglich der Januar brachte dem Norden und Osten zwei einwöchige Frostperioden sowie dem Süden und Westen ein paar Tage mit Kälte. Am tiefsten sank das Quecksilber am 18. Januar in Oberstdorf mit -23,5 °C.

Anfangs sehr wenig, später sehr viel Niederschlag

Mit rund 195 l/m² überstieg die Niederschlagsmenge den Klimawert von 181 l/m² rechnerisch nur um sieben Prozent. Während der Dezember mit lediglich 37 l/m² bzw. 53 Prozent seines Solls einen letzten Höhepunkt des Trockenjahres 2015 darstellte, lagen der Januar mit 78/m² bzw. 129 Prozent und der Februar mit 80 l/m² bzw. 158 Prozent jeweils deutlich über dem Soll. Die größte Tagesmenge meldete Ruhpolding-Seehaus in den Chiemgauer Alpen am 31. Januar im Bereich einer von Westen heranziehenden Warmfront des Tiefs „Norkys“ mit 87 l/m². Der insgesamt meiste Niederschlag des Winters fiel im West- und Südstau des Schwarzwaldes mit rekordverdächtigen Mengen von tlw. mehr als 700 l/m². Im Lee des Harzes kamen dagegen vereinzelt weniger als 70 l/m² zusammen. Abschnitte mit Schnee im Flachland fehlten im Dezember völlig. Erst im Januar, etwa vom 2. bis zum 8. im Nordosten sowie vom 17. bis zum 22., wurde in vielen Gebieten Deutschlands eine Schneedecke beobachtet. Im Februar waren die tlw. geringen Schneemengen meist nach kurzer Zeit wieder verschwunden.

Viel Sonnenschein vor allem im Süden Deutschlands

Die Sonnenscheindauer überstieg das Soll von 154 Stunden mit rund 175 Stunden um etwa 13 Prozent. Vom Allgäu bis in den Chiemgau zeigte sich die Sonne häufig mit örtlich mehr als 280 Stunden. Sonnenscheinarme Gebiete fanden sich in der Rhön, im Thüringer Wald sowie im Osten Schleswig-Holsteins mit teilweise nur 100 Stunden.

Thüringen im Winter

Im Winter war Thüringen mit 3,2 °C (-0,6 °C) im Vergleich zu anderen Bundesländern eine kältere Region. Außerdem verbuchten die DWD-Mitarbeiter knapp 170 l/m² (159 l/m²) Niederschlag und etwa 150 Stunden (148 Stunden) Sonnenschein.

Sachsen-Anhalt im Winter

Hier notierten die DWD-Experten durchschnittlich 3,9 ° C (0,4 °C). Sachsen-Anhalt war im Winter 2015/16 mit etwa 115 l/m² (119 l/m²) das niederschlagsärmste Bundesland. Die Sonne schien rund 175 Stunden (145 Stunden). Die trockensten Gebiete lagen diesmal im Lee des Harzes sowie in der Magdeburger Börde, wo örtlich weniger als 70 l/m² zusammen kamen.
Autor: red

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