Mo, 08:52 Uhr
29.02.2016
AUS DEM VEREINSHAUS THOMAS MANN
Wandern? – welch große Lust und Freude
Zahlreiche Vereine und Interessengemeinschaften treffen sich regelmäßig im Vereinshaus Thomas Mann. In loser Reihenfolge stellen wir einige von ihnen vor. Heute: den Harzklub-Zweigverein...
Nordhausen. Das Wandern an frischer Luft, Natur erleben, sie bewusst erkunden, all ihre Schönheiten und Schätze genießen, die Kameradschaft Gleichgesinnter – all das habe sie bis ins hohe Alter rüstig erhalten. Davon ist Ursula Fromme überzeugt. Der Harzklub-Zweigverein Nordhausen im Heimat-, Wander-und Naturschutzbund ernannte sie zu seinem Ehrenmitglied.
Er würdigte die besonderen Leistungen der Seniorin als Wanderführerin und Schriftführerin der Kulturbundwandergruppe, der sie seit Gründung angehörte. Ursula Fromme hat all ihre Aufzeichnungen und Materialsammlung dem Stadtarchiv als Zeitdokument übergeben.
Mit 94 Jahren geht Ursula Fromme heute nicht mehr auf Wanderschaft. Spaziergänge aber müssen sein. Sie sind gesetzt. So bringt die alte Dame gemeinsam mit ihrer Tochter mehr oder weniger lange Wegstrecken in die Beine. Solange sie die Füße tragen, wolle sie das auch tun.
Auch Klaus Klimpke findet auf seinen Wanderungen körperliche Erholung und seelische Sammlung. Wie einst Dr. Oscar Hasse, der ihm großes Vorbild ist. Diese gesundheitsfördernde Erkenntnis wollte der erfolgreiche Arzt seinen Mitmenschen nahebringen. Im Harzklub-Zweigverein Nordhausen, der sich 1887 gründete und dessen langjähriger Vorsitzender Hasse war, sah der Natur-und Heimatfreund eine gute Möglichkeit, zum Wandern anzuregen, Liebe zur Natur zu wecken.
Treffpunkt für die Wandergruppe 1 ist am 6. März der August-Bebel-Platz.
Dr. Hasse wollte seinen Harzklub in die Fremdenverkehrsentwicklung als neuen Erwerbszweig einbringen. Mit der Erschließung des Harzes für Wanderer wurde damit schon frühzeitig der sanfte Tourismus entwickelt und gefördert. Der Nordhäuser Wanderklub widmete seinem Begründer und Vorsitzenden 1900 im Stadtpark einen Gedenkstein mit schlichtem Porträtmedaillon.
Wandern sei Lust und Freude, ist auch Klaus Klimpke überzeugt. Unermüdlich wirbt er für das Hobby. Er ist der Chronist. Verfasst Festschriften. Seine Frau Anne Katrin ist Schriftführerin. Der 77-Jährige ist wie kein zweiter mit dem geschichtlichen Werdegang seit Gründung 1887 vertraut. Exakt hat er alles notier und aufgeschrieben, damit es der Nachwelt erhalten bleibt.
Er selbst gibt sich bescheiden. Sehr sogar. Seine Arbeit möchte er nicht herausgestellt wissen. Schließlich sei man ein Team, eine Gemeinschaft, in der jeder seine Aufgabe erfülle. Nur durch die Mitarbeit aller funktioniere das Vereinsleben. Auch habe er nicht die Kilometer gezählt, die er seit seiner Mitgliedschaft 1996 in die Beine brachte. Erdumspannend?
Wer zum Wandern motivieren will, muss etwas bieten: Wegstrecken und -Markierungen, Rastpunkte, Schutzhütten, Wanderkarten, Einkehrmöglichkeiten, Informationen und Wegbeschreibungen, Orientierungstafeln, Lehrpfade. Bevor das alles seinen Niederschlag und unter anderem auch in dem Heft Wanderungen für jedermann Eingang findet, bedarf es vieler Kleinarbeit.
Die vom Harzklub Nordhausen zu betreuenden Wanderwege betragen 240 Kilometer, die er fast flächendeckend markiert, unterhält und dokumentiert. Die Arbeit nimmt kein Ende. Wegemarken und Beschilderungen sind zu erneuer, Schutzhütten, die nicht selten Vandalen zum Opfer fallen, auszubessern, Rastpunkte und Wanderwege in Schuss zu halten. Als nützlich erweist sich da handwerkliches Geschick vieler Wanderfreunde.
Der Harzklub-Zweigverein zählt derzeit 88 Mitglied. Gewandert werde jeden Sonntag, klärt Klaus Klimpke auf. In unterschiedlichen Gruppen. Je nach Kondition und Wegführung. Los geht es am 6. März. Treffpunkt ist der August-Bebel-Platz für Gruppe 1. Pkw-Touristik. Wanderstrecke: Udersleben am Kyffhäuser – Pfützental – Tilledaer Stieg – Bauernkriegspanorama-Museum (Einkehr). Zurück über Wettautal. Etwa 13 Kilometer, eine Abkürzung auf 10 Kilometer ist möglich.
Gruppe 2 trifft sich am gleichen Tag um 10 Uhr auf dem Parkplatz Altentor: Woffleben – Bischofferode – Kelle – Appenrode (Einkehr) und zurück. Die Strecke beträgt nur neun Kilometer. Sonntag für Sonntag sind Mitglieder des Harzklub-Zweigvereins auf Schusters Rappen unterwegs. Auch am Karfreitag, dem 25. März.
In der Ruhe und Geborgenheit des Waldes kann man die Seele baumeln lassen.
Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben, aber es hat nur soviel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind. Diesen Leitspruch aus der Feder Hermann Hesses gaben sich die Wanderlustigen für den Monat März.
Aber nicht nur ihm. Jede Wanderung soll ihren Sinn für die Gemeinschaft erfüllen.
Auch Geselligkeit und Reisen fehlen im Jahresprogramm 2016 nicht. Zwei große Fahrten stehen im Juni an: Wanderreise nach Villnoeß in Südtirol bzw. nach Lewiksmühle in Banskow bei Schwerin. Stadtbesichtigung sowie eine Schifffahrt auf dem Schweringer See sind inbegriffen.
Ein besonderes Ereignis aber ist für den 3. Juli 2016 vorgesehen: 20 Jahre Wiedergründung des Harzklub-Zweigverein Nordhausen. In der Zapfkuhle Neustadt soll es gebührend gefeiert werden. Die Feier beinhaltet gleichzeitig auch das Sommerfest.
Wie in vielen anderen Vereinen haben Jünglinge auch im Harzklub Seltenheitswert. Das jüngste Mitglied zählt 51 Jahre. Die Jugend beschäftige sich heute mehr mit Dingen digitaler Art. Und gehe an den Schönheiten, die Natur biete, achtlos vorbei. Besonders für anstehende Ruheständler wäre es doch eine Option, sich mit Wandern am Busen der Natur weiter fit zu halten. Im Harzklub-Zweigverein.
Kurt Frank
Autor: redNordhausen. Das Wandern an frischer Luft, Natur erleben, sie bewusst erkunden, all ihre Schönheiten und Schätze genießen, die Kameradschaft Gleichgesinnter – all das habe sie bis ins hohe Alter rüstig erhalten. Davon ist Ursula Fromme überzeugt. Der Harzklub-Zweigverein Nordhausen im Heimat-, Wander-und Naturschutzbund ernannte sie zu seinem Ehrenmitglied.
Er würdigte die besonderen Leistungen der Seniorin als Wanderführerin und Schriftführerin der Kulturbundwandergruppe, der sie seit Gründung angehörte. Ursula Fromme hat all ihre Aufzeichnungen und Materialsammlung dem Stadtarchiv als Zeitdokument übergeben.
Mit 94 Jahren geht Ursula Fromme heute nicht mehr auf Wanderschaft. Spaziergänge aber müssen sein. Sie sind gesetzt. So bringt die alte Dame gemeinsam mit ihrer Tochter mehr oder weniger lange Wegstrecken in die Beine. Solange sie die Füße tragen, wolle sie das auch tun.
Auch Klaus Klimpke findet auf seinen Wanderungen körperliche Erholung und seelische Sammlung. Wie einst Dr. Oscar Hasse, der ihm großes Vorbild ist. Diese gesundheitsfördernde Erkenntnis wollte der erfolgreiche Arzt seinen Mitmenschen nahebringen. Im Harzklub-Zweigverein Nordhausen, der sich 1887 gründete und dessen langjähriger Vorsitzender Hasse war, sah der Natur-und Heimatfreund eine gute Möglichkeit, zum Wandern anzuregen, Liebe zur Natur zu wecken.
Treffpunkt für die Wandergruppe 1 ist am 6. März der August-Bebel-Platz.
Dr. Hasse wollte seinen Harzklub in die Fremdenverkehrsentwicklung als neuen Erwerbszweig einbringen. Mit der Erschließung des Harzes für Wanderer wurde damit schon frühzeitig der sanfte Tourismus entwickelt und gefördert. Der Nordhäuser Wanderklub widmete seinem Begründer und Vorsitzenden 1900 im Stadtpark einen Gedenkstein mit schlichtem Porträtmedaillon.
Wandern sei Lust und Freude, ist auch Klaus Klimpke überzeugt. Unermüdlich wirbt er für das Hobby. Er ist der Chronist. Verfasst Festschriften. Seine Frau Anne Katrin ist Schriftführerin. Der 77-Jährige ist wie kein zweiter mit dem geschichtlichen Werdegang seit Gründung 1887 vertraut. Exakt hat er alles notier und aufgeschrieben, damit es der Nachwelt erhalten bleibt.
Er selbst gibt sich bescheiden. Sehr sogar. Seine Arbeit möchte er nicht herausgestellt wissen. Schließlich sei man ein Team, eine Gemeinschaft, in der jeder seine Aufgabe erfülle. Nur durch die Mitarbeit aller funktioniere das Vereinsleben. Auch habe er nicht die Kilometer gezählt, die er seit seiner Mitgliedschaft 1996 in die Beine brachte. Erdumspannend?
Wer zum Wandern motivieren will, muss etwas bieten: Wegstrecken und -Markierungen, Rastpunkte, Schutzhütten, Wanderkarten, Einkehrmöglichkeiten, Informationen und Wegbeschreibungen, Orientierungstafeln, Lehrpfade. Bevor das alles seinen Niederschlag und unter anderem auch in dem Heft Wanderungen für jedermann Eingang findet, bedarf es vieler Kleinarbeit.
Die vom Harzklub Nordhausen zu betreuenden Wanderwege betragen 240 Kilometer, die er fast flächendeckend markiert, unterhält und dokumentiert. Die Arbeit nimmt kein Ende. Wegemarken und Beschilderungen sind zu erneuer, Schutzhütten, die nicht selten Vandalen zum Opfer fallen, auszubessern, Rastpunkte und Wanderwege in Schuss zu halten. Als nützlich erweist sich da handwerkliches Geschick vieler Wanderfreunde.
Der Harzklub-Zweigverein zählt derzeit 88 Mitglied. Gewandert werde jeden Sonntag, klärt Klaus Klimpke auf. In unterschiedlichen Gruppen. Je nach Kondition und Wegführung. Los geht es am 6. März. Treffpunkt ist der August-Bebel-Platz für Gruppe 1. Pkw-Touristik. Wanderstrecke: Udersleben am Kyffhäuser – Pfützental – Tilledaer Stieg – Bauernkriegspanorama-Museum (Einkehr). Zurück über Wettautal. Etwa 13 Kilometer, eine Abkürzung auf 10 Kilometer ist möglich.
Gruppe 2 trifft sich am gleichen Tag um 10 Uhr auf dem Parkplatz Altentor: Woffleben – Bischofferode – Kelle – Appenrode (Einkehr) und zurück. Die Strecke beträgt nur neun Kilometer. Sonntag für Sonntag sind Mitglieder des Harzklub-Zweigvereins auf Schusters Rappen unterwegs. Auch am Karfreitag, dem 25. März.
In der Ruhe und Geborgenheit des Waldes kann man die Seele baumeln lassen.
Wir verlangen, das Leben müsse einen Sinn haben, aber es hat nur soviel Sinn, als wir selber ihm zu geben imstande sind. Diesen Leitspruch aus der Feder Hermann Hesses gaben sich die Wanderlustigen für den Monat März.
Aber nicht nur ihm. Jede Wanderung soll ihren Sinn für die Gemeinschaft erfüllen.
Auch Geselligkeit und Reisen fehlen im Jahresprogramm 2016 nicht. Zwei große Fahrten stehen im Juni an: Wanderreise nach Villnoeß in Südtirol bzw. nach Lewiksmühle in Banskow bei Schwerin. Stadtbesichtigung sowie eine Schifffahrt auf dem Schweringer See sind inbegriffen.
Ein besonderes Ereignis aber ist für den 3. Juli 2016 vorgesehen: 20 Jahre Wiedergründung des Harzklub-Zweigverein Nordhausen. In der Zapfkuhle Neustadt soll es gebührend gefeiert werden. Die Feier beinhaltet gleichzeitig auch das Sommerfest.
Wie in vielen anderen Vereinen haben Jünglinge auch im Harzklub Seltenheitswert. Das jüngste Mitglied zählt 51 Jahre. Die Jugend beschäftige sich heute mehr mit Dingen digitaler Art. Und gehe an den Schönheiten, die Natur biete, achtlos vorbei. Besonders für anstehende Ruheständler wäre es doch eine Option, sich mit Wandern am Busen der Natur weiter fit zu halten. Im Harzklub-Zweigverein.
Kurt Frank





