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Fr, 07:18 Uhr
19.02.2016
Spiegelsches Haus in Werna

Sanierung wäre lohnenswert

Die ersten Ergebnisse des Schadensgutachten zum Spiegelschen Haus in Werna haben jetzt Vertreter des Landkreises und der Kommune, der Service Gesellschaft und die beteiligten Fachleute mit Dr. Thomas Nitz vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie diskutiert...

Spiegelsches Haus in Werna (Foto: J. Piper) Spiegelsches Haus in Werna (Foto: J. Piper)
Ziel des Gutachtens, das das Land Thüringen fördert, ist es, den tatsächlichen Zustand des Gutshauses zu erfassen, die erforderliche Sanierung zu konkretisieren und die Kosten dafür zu kalkulieren.

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Das Architekturbüro Oeller-Gerboth hat dazu verschiedene Fachleute wie einen Holzgutachter und einen Bauhistoriker hinzugezogen. Denn die einst dreiflüglige Anlage des Spiegelschen Hauses hat eine interessante Baugeschichte, die sich in drei Hauptbauphasen gliedert.

Die erste Bauphase fällt in die Spätrenaissance im 17. Jahrhundert. Um 1825 gab es eine aufwändige Umbauphase und Ende des 19. Jahrhundert folgte eine zweite prägende Umbauphase. Ferdinand Schorbach aus Hannover, ein bekannter Architekt seiner Zeit, gestaltete das Herrenhaus im Stil des Historismus um. Durch verschiedene Anbauten wie den Schmuckseitengiebel und die neue hochwertige Innenausstattung verstärkte er den "schlossartigen Charakter" des Hauses, beschreibt es Benjamin Rudolph, der die bauhistorische Untersuchung betreut.

Charakteristisch am Spiegelschen Haus ist die fränkische Fachwerkbauweise, die sich beispielsweise in den so genannten Feuerböcken zeigt, den geschwungenen Holzkreuzen in der Fassade. Wie es um diese Balken des Fachwerks oder im Dachstuhl bestellt ist, betrachtet die umfangreiche Analsye. Gutachter Ulrich Ellenberg aus Wernigerode hat unter anderem aus Holzbalken und Wänden Proben entnommen und beispielsweise auf einen möglichen Befall von Schimmelpilzen untersucht. Beschädigte Balken können dann herausgeschnitten und ersetzt werden, ähnlich ist dies auch bei betroffenen Wänden möglich.

Beratung über die Zukunft (Foto: J. Piper) Beratung über die Zukunft (Foto: J. Piper)
Bis Ende März werden die Architekten Hans-Jürgen Gerboth und Annette Oeller-Gerboth das Schadensgutachten zusammenstellen und die nächsten Sanierungsschritte vorschlagen. "Auf Basis des Gutachtens wird es darum gehen, Fördermittel zu gewinnen, damit wir die Sanierung des Spiegelschen Hauses angehen können", sagt Gunnar Reuter, Geschäftsführer der Service Gesellschaft, die das Gutshaus gekauft hat.

Dr. Thomas Nitz vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie reagierte positiv auf die neuen Aktivitäten zum Erhalt des Spiegelschen Hauses, denn seit den 90er Jahren gab es keine größeren Maßnahmen mehr an dem Fachwerkgebäude. Denn trotz der festgestellten Schäden waren sich die Fachleute einig, dass sich eine Sanierung des Denkmals Spiegelsches Hauses aufgrund der besonderen Ausstattung lohnt.

Angedacht ist zum Beispiel die Bewerbung bei der IBA mit dem Spiegelschen Haus, darin enthalten ist auch ein Nutzungskonzept. Entstehen könnte ein Gästehaus, insbesondere für Gruppen, mit Räumen für Seminare. Ein Teil des Konzeptes war damals beispielsweise auch eine Hackschnitzelheizung, die aus dem anfallenden Grünabfall aus der Pflege der Grünstreifen an den Kreisstraßen (für die die Service ja zuständig ist) gefüttert werden soll und damit einen Kreislauf der Verwertung bildet.
Autor: red

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