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Di, 10:08 Uhr
02.02.2016
Trotz erwartetem Anstieg:

Weniger Arbeitslose als vor einem Jahr

Erwartungsgemäß stieg die Zahl der Arbeitslosen Ende Januar im Vergleich zum Vormonat an. Dennoch blieb die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Wert von Januar 2015. Wir haben die Einzelheiten für Sie aufbereitet...


„Wir haben über 1 100 Arbeitslose weniger als letztes Jahr. Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil“, beschreibt Geschäftsführerin Gabriela Helbing von der Nordhäuser Arbeitsagentur die aktuelle Situation. Unternehmen hätten in den letzten vier Wochen mehr Stellen gemeldet als vor einem Jahr und man habe mehr Menschen in Arbeit vermitteln können.

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Besonders erfreulich aus Sicht der Vizechefin: „Die Langzeitarbeitslosigkeit ist weiter gesunken.“ Etwas über 4 000 Personen seien derzeit länger als 12 Monate ohne Arbeit, fast 200 (-4,4%) weniger als letztes Jahr. Bei den in der Agentur betreuten Langzeitarbeitslosen habe der Rückgang sogar 27 Prozent betragen. Man betreue diese Menschen sehr intensiv und das zahle sich aus.

Dass sich mehr Menschen als im Dezember arbeitslos melden mussten, sei für Gabriela Helbing keine Überraschung: „Neben den saisontypischen Effekten, laufen gerade zum Jahresende befristete Arbeitsverträge aus, die nicht immer verlängert werden. Die Betroffenen melden sich dann vorrübergehend arbeitslos und suchen eine neue Beschäftigung.“ Allerdings stelle man auch fest, dass deutlich weniger Menschen als im Vorjahr entlassen werden. Um knapp 11 Prozent sei die Zahl der Arbeitslosmeldungen nach einer Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt in den letzten vier Wochen zum Vorjahr zurückgegangen.

12.360 Männer und Frauen waren Ende Januar auf Jobsuche, rund 1.400 mehr als im Dezember. Im Vorjahr waren es noch 1.100 mehr. Am stärksten gestiegen sei die Zahl der Arbeitslosen zum Vormonat im Landkreis Eichsfeld. Vor allem bei den Männern zeige hier der Anstieg um fast dreißig Prozent deutlich die saisonalen Einflüsse. Der Kyffhäuserkreis habe trotz gestiegener Arbeitslosigkeit erstmal in einem Januar weniger als 5 000 Jobsuchende registriert.

Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, lag zu Jahresbeginn bei 8,8 Prozent, 1,0 Prozentpunkte höher als vor vier Wochen. Vor einem Jahr habe die Quote noch 9,6 Prozent betragen. Im Landkreis Nordhausen sank die Quote zum Vorjahr um 1,4 auf 9,3, im Kyffhäuserkreis um 0,6 auf 11,8 und im Landkreis Eichsfeld um 0,5 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.

Personalnachfrage zu Jahresbeginn gestiegen

Eine höhere Personalnachfrage und mehr freie Stellen kennzeichneten den Januar, trotz Wintereinbruchs. Knapp 450 sozialversicherungspflichtige Stellen wurden von den Unternehmen der Region gemeldet. Das waren über neun Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Gefragt waren vor allem Fachkräfte für die Baubranche und das verarbeitende Gewerbe, hier in erster Linie für die Kunststoffverarbeitung, die Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie für die Elektroberufe.

Zahl der ausländischen Arbeitslosen gestiegen

570 ausländische Arbeitslose waren im Durchschnitt in der Nordhäuser Arbeitsagentur und den Jobcentern registriert. Verglichen mit dem Jahr zuvor, habe man einen Anstieg um 187 Personen. Der Anteil der Asylbewerber liege derzeit bei rund 50 Prozent. Der andere Teil seien EU-Bürger, die wie in den Vorjahren hier derzeit auf Jobsuche sind. Seit Herbst letzten Jahres habe man in 55 Einstiegskursen fast 1 000 Asylbewerber mit den Grundkenntnissen der deutschen Sprache vertraut gemacht. Darauf müsse man jetzt aufbauen.

Die Arbeitswelt werde sich durch die zunehmende Digitalisierung -Wirtschaft 4.0- deutlich verändern und erfordere gut ausgebildete Fachkräfte. Eine Berufsausbildung sei für jeden Einzelnen die beste Voraussetzung für eine dauerhafte Integration. Zur Vorbereitung auf eine Ausbildung setze man deshalb weiter auf Praktika und Einstiegsqualifizierungen in den Unternehmen. „Eine Ausbildung ist für den größten Teil der beste Weg zur Integration.“ betont Gabriela Helbing. „Bei der Erhebung der Qualifikationen und beruflichen Fähigkeiten haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Flüchtlinge nur unzureichende Kenntnisse vom deutschen Ausbildungs- und Fachkräftesystem besitzen.“

Für alle an der Integration Beteiligten sei das ein Beratungsschwerpunkt. „Mit diesem Wissen können die Betroffenen zukunftsfähige Entscheidungen treffen. Aber ich denke es ist genauso wichtig, dass sie ihre bisherigen Erwartungen überprüfen“, so Gabriela Helbing.

Jugendarbeitslosigkeit zum Vorjahr rückläufig

Die Zahl der deutschen Jugendlichen konnte zum Vorjahr weiter gesenkt werden. Rund 720 junge Leute waren bei Agentur und Jobcentern arbeitslos gemeldet, über vier Prozent weniger als vor einem Jahr. Dem Vormonat gegenüber sei die Zahl jugendlicher Jobsuchender im Januar saisontypisch gestiegen.

Dennoch biete der Arbeitsmarkt für Fachkräfte gute Beschäftigungsmöglichkeiten, so dass die Jugendlichen bereits ab Frühjahr davon profitieren können. Über 70 ausländische Jugendliche waren Ende Januar in Nordthüringen auf Jobsuche, doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Aktuell liege die Arbeitslosenquote aller Jugendlichen bei 7,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 6,9 Prozent.

Der Blick in die Landkreise

Landkreis Nordhausen
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 354 auf 4.115 Personen gestiegen. Das waren 598 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 9,3%; vor einem Jahr belief sie sich auf 10,7%.

Dabei meldeten sich 1.245 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 180 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 888 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+123). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 48 Stellen auf 325 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 56 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 127 neue Arbeitsstellen, 8 weniger als vor einem Jahr.

Landkreis Eichsfeld
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 588 auf 3.466 Personen gestiegen. Das waren 298 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 6,3%; vor einem Jahr belief sie sich auf 6,8%.

Dabei meldeten sich 1.352 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 276 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 766 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+79). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 49 Stellen auf 768 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 41 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Januar 235 neue Arbeitsstellen, 29 mehr als vor einem Jahr.

Kyffhäuserkreis
Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 464 auf 4.779 Personen gestiegen. Das waren 222 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 11,8%; vor einem Jahr belief sie sich auf 12,4%.

Dabei meldeten sich 1.174 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 259 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 716 Personen ihre Arbeitslosigkeit (29). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 33 Stellen auf 268 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 25 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 98 neue Arbeitsstellen, 26 mehr als vor einem Jahr.
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