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Do, 11:58 Uhr
21.01.2016
Paritätischer Bund

Altersarmut soll drastisch zunehmen

Die Altersarmut in Thüringen soll bis zum Jahr 2021 in Thüringen drastisch zunehmen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Rentenangleichung warnt der Paritätische Bund vor einer drohenden Lawine der Altersarmut im Freistaat...

Die Zahl der armen Rentner wird sich nach einer Prognose der Paritätischen Forschungsstelle von 3,3 Prozent im Jahr 201 auf 8,0 Prozent im Jahr 2021 erhöhen. Jeder achte Rentner in Thüringen würde dann von Altersarmut betroffen sein.

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Auch das Thüringer Sozialministerium geht davon aus, dass sich das Problem der Altersarmut in Thüringen verstärken wird. Der Grund dafür sind nach übereinstimmender Einschätzung des Sozialministeriums wie des Paritätischen, dass Zeiten mit prekärer Beschäftigung oder niedrigen Löhnen, wie sie vor allem in den 1990er Jahren nicht selten waren, zu niedrigen Renten führen, die teilweise noch unter dem Niveau der Grundsicherung lägen.

Ein eklatanter Beleg für die drohende Altersarmut in Thüringen ist auch die Zahl der Rentnerinnen und Rentner, die zusätzlich zu ihrer Rente noch arbeiten. Nach den aktuellen Zahlen des Sozialministeriums, ist die Zahl der über 65-Jährigen, die sich zur Rente etwas hinzuverdienen, seit 2007 um fast 29 Prozent auf inzwischen knapp 22.000 gestiegen. Das geht aus der Antwort des Sozialministeriums auf eine Anfrage der Abgeordneten der Linken, Carola Stange, hervor.

Diese Zahl zeigt nach Einschätzung des Paritätischen deutlich die angespannte finanzielle Situation, mit der schon heute viele Ältere zurechtkommen müssen.
Das wird sich nach den Prognosen der Forscher des Paritätischen in den nächsten Jahren noch verschärfen. Die höchsten Altersarmutsquoten wird es danach in Erfurt (11,8 Prozent), Weimar-Stadt (11,5 Prozent) sowie Gera (10,9 Prozent) geben. Ebenfalls überdurchschnittlich hoch liegen nach dieser Prognose die Quoten in Eisenach )9,9), Kyffhäuserkreis (9,0), Sömmerda (9,1) und Ilm-Kreis mit 8,9 Prozent.

Thüringen liegt mit einer prognostizierten Armutsquote von 8 Prozent unter dem Schnitt der ostdeutschen Länder mit 10,2 Prozent im Jahr 2021. Die niedrigsten Altersarmutsquoten bei Rentnern prognostizieren die Experten des Paritätischen für das Jahr 2021 in den Kreisen Hildburghausen (4,2%), Schmalkalden-Meiningen (5,1%), im Wartburgkreis und im Kreis Sonneberg (je 5,5 Prozent) sowie im Wartburgkreis (5,7 Prozent). Innerhalb von zehn Jahren wächst die Altersarmut in Thüringen nach diesen Zahlen um 142 Prozent im Freistaat.

Diese Lawine der Altersarmut kann nach Einschätzung des Paritätischen nur verhindert werden, wenn es zu konsequenten Reformen kommt. Der Verband fordert daher eine durchgreifende Reform der Altersgrundsicherung und insbesondere eine bedarfsgerechte Erhöhung der Regelsätze, so der Landesgeschäftsführer des Sozialverbandes, Reinhard Müller. Bedroht von der Altersarmut sind vor allem ehemals Langzeit- und Mehrfacharbeitslose, deren gebrochene Erwerbsbiografien sich dann in geringen Renten niederschlagen.

In der Modellrechnung betrachtet die Forschungsstelle des Verbandes die Gruppe derjenigen zwischen 55 und 65 Jahren, die heute bereits Arbeitslosengeld I, Sozialhilfe oder andere Existenzminimumleistungen bzw. Wohngeld beziehen und die mit großer Gewissheit bei Renteneintritt altersarm und auch dann weiterhin auf Unterstützung angewiesen sein werden. Der Paritätische bekräftigt seine Kritik an der bisherigen Alterssicherungspolitik der Bundesregierung. Auch die im Koalitionsvertrag auf Bundesebene vereinbarte „Solidarische Lebensleistungsrente“, so die Analyse des Verbandes, werde das Problem nicht lösen.

Die Hürden für die Inanspruchnahme seien zu hoch und die geplante Rente zu niedrig, um vor Armut im Alter zu schützen. Nötig sei vielmehr eine Reform der Altersgrundsicherung. Die Regelsätze in der Altersgrundsicherung – inklusive altersspezifischem Mehrbedarf – sei auf 457 Euro zu erhöhen. Stromkosten sollten künftig wie Heiz- und Mietkosten in voller Höhe übernommen werden. Außerdem sollen einmalige Leistungen für größere Anschaffungen gewährt werden. Schließlich fordert der Verband auch großzügige Freibeträge auf Vorsorgeleistungen und Rentenansprüche.
Autor: red

Kommentare
Paulinchen
21.01.2016, 12.25 Uhr
Was hat uns Frau Merkel letzte ...
...Woche zu diesem Thema gesagt?

Mit ihr gibt es die Rentenangleichung ist Ost und West nicht.
Dabei hat sie offensichtlich schon vergessen, dass die Angleichung im Koalitionsvertrag bis 2017 festgeschrieben ist.

Wer aber seine persönliche Vergangenheit vergisst, der kann ja auch eine solche NEBENSÄCHLICHKEIT mal vergessen. Mal sehen, ob die SPD es wahr macht, denn sie besteht auf die Einhaltung des Vertrages.

Die steigende Altersarmut ist doch von der Politik so gewollt und die Weichen dafür wurden doch von Merkel und ihrer CDU dafür gestellt. Deshalb verstehe ich hier diesen Artikel ganz einfach nicht. Hat der Paritätische Bund vielleicht seinen Sitz außerhalb von Deutschland, dass er solch wichtige Entscheidungen nicht mitbekommt?
Leser X
21.01.2016, 15.10 Uhr
Geniale Lösung
Die Altersarmut ist doch DAS Zukunftsmodell jedes rechnenden Staates: Rente reicht nicht - also zusätzlich arbeiten gehen - schnellerer Verschleiß - kürzeres Leben - weniger Rentenzahlungen des Staates - vollere Rentenkassen - schwindende Altersarmut...

... so einfach ist die soziale Marktwirtschaft...
Wolfi65
21.01.2016, 17.53 Uhr
Stimmt nicht ganz @Paulinchen
Auch die SPD hat mit ihrer Agenda 2010 und einem Gesetz zur Regelung der Langzeitarbeitslosigkeit mitgewirkt.
War es nicht Gasprom-Gehardt, welcher zum Sozialen Abstieg vielen Menschen in Germany gesorgt hat?
Wer sich für das Alter was geschaffen hatte, der musste nach Einführung eines Gesetzes, welches den Namen eines Vorbestraften Politikers trägt, sein Erspartes opfern.
Lebensversicherungen haben seit dem nicht mehr den Wert des Papieres, auf dem es gedruckt wurde.
Die Menschen müssen sich heute durchleuchten lassen und es wird nach Vermögenswerten gefahndet.
Rentenbeitragszeiten geraten in den Hintergrund.
Was ist 1989 nicht alles versprochen wurde.
Blühende Landschaften sehen anders aus!
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