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Do, 10:30 Uhr
21.01.2016
Nachhaltiger Konsum:

Keine einseitige Verantwortung der Verbraucher

Nachhaltiger Konsum steht hoch oben auf der nationalen und internationalen politischen Agenda. Die Verantwortung für mehr nachhaltigen Konsum darf allerdings nicht einseitig bei Verbraucherinnen und Verbrauchern liegen. Die Bundesregierung muss die Voraussetzungen für ein nachhaltigeres Angebot, mehr Transparenz und Informationen schaffen...

Grafik (Foto: vzbv) Grafik (Foto: vzbv)
Nur so kann „Nachhaltiger Lebensmittelkonsum von der Nische in die Breite“ gelangen. Das Thema diskutiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

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Konkrete Schritte für mehr nachhaltig produzierte Lebensmittel sind das Thema des „Verbraucherpolitischen Forums“ des vzbv im Rahmen der IGW 2016: Wie lässt sich ein möglichst großes Angebot an nachhaltig produzierten Lebensmitteln von der Nische in die Breite bringen? Laut einer aktuellen Umfrage von TNS Emnid im Auftrag des vzbv achten zwei Drittel (66 Prozent) der Verbraucher auf die Nachhaltigkeit von Produkten. In der Praxis aber scheitern sie häufig an mangelnden Informationen (63 Prozent), an zu hohen Preisen (55 Prozent) oder an der Verfügbarkeit nachhaltiger Lebensmittel (44 Prozent).

„Verbraucherinnen und Verbraucher können mit ihren Entscheidungen am Supermarktregal nicht die alleinige Verantwortung für mehr nachhaltigen Konsum tragen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. „Sollen mehr nachhaltig produzierte Lebensmittel gekauft werden, müssen die stimmen: Angebot, Preis und Information müssen verbraucherfreundlich sein“.

Die Erfahrung zeigt, dass die Politik bei ihrem Ziel, mit den Kaufentscheidungen ökologisch und sozial wünschenswerte Produktionsweisen zu stärken, vor allem Verbraucher in der Pflicht sieht.

Offenlegung und Transparenz

Die Bundesregierung hat die Stärkung nachhaltigen Konsums hoch auf ihre politische Agenda gestellt und erarbeitet derzeit unter Federführung des Bundesumweltministeriums ein „Nationales Programm für nachhaltigen Konsum“. Mit der Verabschiedung der Sustainable Development Goals (SDGs) durch die Vereinten Nationen haben im September 2015 die Themen nachhaltiges Wirtschaften und Konsumieren einen neuen Schub erhalten.

Grafik (Foto: vzbv) Grafik (Foto: vzbv)
„Wir erwarten von der Politik ein konkretes Maßnahmenpaket, das klare Verantwortlichkeiten benennt für die Stärkung des nachhaltigen Konsums. Dazu müssen in erster Linie Produktionsweisen offengelegt werden. Verbraucher benötigen mehr Transparenz und Wettbewerb auf dem Nachhaltigkeitsmarkt“, so Klaus Müller.

Nachhaltig produzierte Lebensmittel müssten vermehrt und besser in den Regalen zu finden sein. Zudem müssten nachhaltige Alternativen für alle Verbraucher erschwinglich sein. Eine Möglichkeit hierfür wäre die Umschichtung bestehender Subventionen auf EU-Ebene, aber auch von Bund und Ländern.

Staatliches Gütesiegel für nachhaltige Produkte

Der vzbv fordert ein staatliches Gütesiegel, damit nachhaltig produzierte Produkte erkennbar und glaubwürdig sind. Die derzeitige Unübersichtlichkeit in der bereits bestehenden Label-Landschaft bietet für Verbraucher keine hinreichende Orientierung: „Wir fordern ein einheitliches Gütesiegel für nachhaltige Produkte. Dafür muss die Bundesregierung im ersten Schritt unter Einbeziehung der Wissenschaft einen strengen Anforderungskatalog formulieren, der Verbrauchern Orientierung bietet“, so Klaus Müller.

Ein solches Siegel müsse mit ambitionierten Qualitätskriterien, einer unabhängige Kontrollinstanz sowie Sanktionsmaßnahmen bei Regelverstößen einhergehen. „Wenn Verbraucher zum nachhaltig produzierten Produkt greifen und gegebenenfalls mehr zahlen sollen, dann brauchen wir Verlässlichkeit. Informationen müssen glaubwürdig sein“, so Müller.
Autor: red

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