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Mi, 08:33 Uhr
13.01.2016
Rudolf Hagelstange - Dichter und Schriftsteller

Wurzelgründe

Gut besucht war der Lesesaal der Stadtbibliothek in der Mitte Nordhausens am 6. Januar zum ersten Lesecafe 2016, benannt nach einem Mann, aus Nordhausen stammend, der der deutschen Sprache auf eine Art mächtig war, dass er ein geachteter Autor des 20. Jahrhunderts werden konnte – Rudolf Hagelstange...

Seine „Meersburger Elegie“, 1950 geschrieben am Bodensee, in der er den Begriff Heimat in der Nachkriegszeit definiert, sich eindringlich an seine Kindheit und Jugend in Nordhausen erinnert und an die Heimkehr dorthin im Herbst 1945, wo er dann, vom Anblick der verwüsteten Stadt und der Gewissheit des Todes mehrerer tausender Menschen das Gedicht „Schwermütig Lied“ verfasst. Hagelstange bezeichnet die Stadt am Harzrand und das Mittelgebirge selbst zeitlebens seinen „Wurzelgrund“, was er in mehreren Werken überzeugend dargestellt hat.

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Ihn zog es aber gleichfalls hinaus, zwei Flussreisen Mitte der 1930iger Jahre auf der Donau und deren Zuflüssen brachten ihn in eine Region, die ein nächster „Wurzelgrund“ wurde, in die Ägäis. Er lebte damals einige Zeit auf Kreta. Von europäischer Kultur und Kunst geprägt, eroberte er sich dann nach dem Krieg die Welt - er war ein großer Reisender, ein großer Ergründer der Besonderheiten der Länder und der dort lebenden Völker und er schrieb darüber. In der an seinem 100. Geburtstag am 14.1.2012 im Kunsthaus Meyenburg eröffneten Sonder-Ausstellung „Literatur und Kunst – Rudolf Hagelstange“, an der auch vier Kinder des Dichters teilnahmen, machten sich viele Besucher ein Bild davon. Seit dem gibt es an seinem Geburtshaus in der Oscar-Cohn-Straße 4 eine Gedenktafel und ein von der Stadt herausgegebenes Hagelstange-Lesebuch, das es noch zu kaufen gibt, in dem man ihn gut kennenlernen kann.

Hagelstange Bestand in der nach ihm benannten Nordhäuser Bibliothek (Foto: Heidelore Kneffel) Hagelstange Bestand in der nach ihm benannten Nordhäuser Bibliothek (Foto: Heidelore Kneffel) Die Stadtbibliothek „Rudolf Hagelstange“ besitzt die zu seinen Lebzeiten viel gelesenen Werke in zahlreichen Ausgaben, die im Lesesaal in mehreren Schränken einen Ehrenplatz erhalten haben und Interessierten zur Einsicht zur Verfügung stehen. Auch Fotoalben, von der Familie und von Freunden der Stadt geschenkt, können angesehen werden. Selbstverständlich stehen zur Ausleihe im entsprechenden Bücherregal in der ersten Etage mehrere Bücher zur Verfügung. Man findet Romane, Erzählungen, Gedichte, Reportagen, Essays u.a.m. Seine Kenntnisse von der Welt verliefen wahrlich nicht auf schmalen Spuren. Die Bibliothek hat die Titel seiner Veröffentlichungen auf ihrer Internetseite publik gemacht.

Vielleicht wäre sein 104. Geburtstag am 14. Januar ein Grund, seine Schritte in die an in erinnernde Bibliothek zu lenken und ihn mit einer Blume zu ehren. Im Lesesaalschrank findet man dann auch sein Buch „Mein Blumen-ABC“, das man im Kunsthaus 2012 in zwei Ausgaben zu sehen bekam mit farbigen Originalen von Doris Bambach, 1936 in Darmstadt geboren, jetzt in Bensheim lebend. Einer Buchausleihe steht nichts im Wege.
Autor: red

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