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Mo, 17:13 Uhr
11.01.2016
NEUE AUSSTELLUNG IM HERINGER SCHLOSS

Schierholz - ein Sammler aus Leidenschaft

Paul-Ludwig Schierholz aus Nordhausen ist ein kreativer Mann. Vor allem ist er ein leidenschaftlicher Sammler. Über 20 Tabakfabriken zählte einst die Rolandstadt, weiß er. Unter ihnen so bekannte Firmen wie Grimm & Triebel, Hanewacker und Kneiff. 1907, zum 400-jährigen Jubiläum Nordhäuser Branntweinproduktion, zählte das Branchenbuch 67 Brennereien auf...

Nordhausen/Heringen. Von fast allen ehemaligen Firmen hat Schierholz ein Andenken. Jedes Zimmer seines Hauses in der Friedrich-Ebert-Straße ist davon belegt. Bis unter das Dach. Mit wertvollen Sammlerstücken: Kautabaktöpfe, Werbetafeln, Priem-Dosen, Büchsen, Tabaktütchen. Auch Branntweinflaschen in allen Größen und Farben. Sie stehen in oder auf Vitrinen und Schränken, auf allen erdenklichen Regalen und in der Küche. Alles fein säuberlich dekoriert.

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Das Kornbrennen hat in Nordhausen eine lange Tradition. Vielfältig waren seinerzeit die Werbungen für die Produkte dieses Industriezweiges. Sie will Schierholz der Öffentlichkeit präsentieren. In einer Ausstellung, die am 16. Januar um 14 Uhr im Schloss Heringen (3.Etage) eröffnet und bis zum 28. Februar zu sehen sein wird. Sie ist Montag bis Freitag von 9 bis 14 Uhr, Samstag und Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

In Heringen selbst war das Brennen und Brauen nicht unbekannt. 1936 begann die Firma Schreiber eine Rohspritproduktion auf der Basis von Kartoffeln. 3000 Hektoliter betrug die Jahresproduktion. Bereits 1551 ließ sich die Stadt an der Helme das Brau-und Ausschankrecht von Bier durch die Grafen von Schwarzburg und Stolberg verbriefen. Zudem geben Zeitdokumente und Gegenstände rund um den edlen Gerstensaft, die Karl Sander, wie Schierholz ein eifriger Sammler, präsentiert, einen interessanten Einblick in diese Geschichte.

Nicht um Kautabaktöpfe geht es Paul-Ludwig Schierholz in seiner Ausstellung im Heringer Schloss, sondern um die vielfältige Werbung für Produkte, die Nordhausen einst reich und berühmt machten  (Foto: Kurt Frank) Nicht um Kautabaktöpfe geht es Paul-Ludwig Schierholz in seiner Ausstellung im Heringer Schloss, sondern um die vielfältige Werbung für Produkte, die Nordhausen einst reich und berühmt machten (Foto: Kurt Frank)

Nicht um Kautabaktöpfe geht es Paul-Ludwig Schierholz in seiner Ausstellung im Heringer Schloss, sondern um die vielfältige Werbung für Produkte, die Nordhausen einst reich und berühmt machten. Archivfoto: Kurt Frank

Die Stadt am Südharz wurde bekannt, berühmt und reich durch die Produktion und den Verkauf von Kau-und Schnupftabak und von Branntwein. Reich ist auch Paul-Ludwig Schierholz. An ideellen Werten. Der 57-jährige Nordhäuser sammelt alles, was an alte Nordhäuser Traditionen erinnert. Als 18-Jähriger, blickt er zurück, fiel ihm ein Kautabaktopf mit hübschen Verzierungen in die Hände. Das Stück gefiel ihm so gut, dass er fortan auf der Suche nach weiteren Exemplaren war. Sie hat bis heute kein Ende.

Über 200 Kautabaktöpfe in verschiedenen Größen hat der gelernte Braumeister seit fast 40 Jahren zusammengetragen. Jedes Stück eine Augenweide. Der älteste Topf datiert aus dem Jahre 1890. Die vielen einstigen Nordhäuser Produkte mussten natürlich für die Kunden beworben werden. Dem Erfinderreichtum waren keine Grenzen gesetzt. Man sollte die Ausstellung gesehen haben. Möglich ist das ab dem 16. Januar im Schloss Heringen.
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
U. Alukard
12.01.2016, 01:58 Uhr
Liebe NNZ,
bringt doch diesen Artikel auch in arabisch und in einer Handy-APP-Fassung. Ich wünsche mir, dass unsere neuen Mitbürger auf diese Weise viel über unsere schöne Geschichte und Heimat lernen.
Ich finde toll was unsere Sammler so leisten. Das ist möglicherweise auch ein Denkanstoß an Herrn Grönke und seinen Altertumsverein mal eine Vortrag in Arabisch und Deutsch zu organisieren.
Alles im Sinne der Integration.
Euer Uwe
Gehard Gösebrecht
12.01.2016, 07:31 Uhr
Super Sache
Und die Neubürger bringen zum Integrationstreffen Gegenstände aus ihren Lebensbereich mit. Zum Beispiel eine Tabakrauch- Inhalationsmaschine, mit Wasserfiltrierung. So wächst zusammen, was nicht zusammengehört.
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