eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Fr, 16:14 Uhr
04.12.2015
OB Zeh zu Bedarfszuweisungen

Das ist mir zuwider

Die Stadt Nordhausen hatte im April 2015 fünf Millionen Euro Bedarfszuweisungen beantragt. Bekommt aber nur 770.000 Euro. Wir haben daraufhin gefragt, welche Konsequenzen das hat? Heute kam die Antwort aus dem Rathaus...


„Was man speziell der Stadt zumuten möchte, ist so nicht hinnehmbar. Das Land kürzt zuerst die Schlüsselzuweisungen an die Kommunen. Daraufhin muss die Kreisumlage steigen. Macht in der Summe eine Mehrbelastungen für die Stadt Nordhausen von 7 Millionen. Dann lässt man uns mit einem Loch von 5 Millionen sitzen und sagt: Entkleidet Euch finanziell! Belastet Eure Bürger weiter! Hier wird Ursache und Wirkung vertauscht.

Anzeige symplr (1)
Es ist mir zuwider, für den Freistaat Thüringen die Stadt tot zu sparen. Aber in Erfurt legt man uns die Knebel an. Dieser Knebel wird so eng gezogen, dass praktisch keine kommunale Selbstverwaltung mehr möglich ist. Zumal sämtliche erzwungenen Einsparungen in erster Linie zu Lasten derer gehen, die auf eine starke öffentliche Hand angewiesen sind.

Sie richten sich in zweiter Linie gegen jene, die den Wohlstand erwirtschaften: Das sind die Unternehmen und die dort Beschäftigten. Die geforderte Steuererhöhung wird sich niederschlagen - und nicht zum Positiven. Wir müssen auch berücksichtigen, dass unsere Wirtschaft noch in einer Boomphase ist. Was passiert, wenn die Konsolidierungsphase kommt?

Trotz der katastrophalen Vorankündigung aus Erfurt müsse die Stadt handlungsfähig bleiben. „Sämtliche vertragliche Bindungen werden erfüllt.“

Eine weitere unfaire Zwangslage werde durch die Nebenbedingungen im Bescheid aufgebaut:
„Das Land will selbst die wenigen 760.000 Euro erst auszahlen, wenn der Bescheid Bestandskraft hat. Das heißt: Gehen wir in den Widerspruch, verzögert sich die Auszahlung weiter. Auch dies ist unerträglich, weil damit ein rechtlicher Einspruch als Option völlig ausscheidet.“

Nach der Erstinformation an den Finanzausschuss des Stadtrates habe er persönliche Gespräche mit dem Leiter der Staatskanzlei, Prof. Hoff, geführt, so Zeh weiter. „Ich nehme Herrn Professor Hoff beim Wort und setze darauf, dass die Bedingungen hinsichtlich der so genannten freiwilligen Leistungen gelockert werden. Ist man in Erfurt vernünftig und gerecht, rechnet man uns die jährlich über zwei Millionen Euro für unser Theater überhaupt nicht auf die freiwilligen Leistungen an!“

Schriftlich habe die Stadt Nordhausen ihre Verwunderung und ihren Protest über die bewilligte Summe und die Bedingungen gegenüber dem Präsidenten des Landesverwaltungsamtes, der Kommunalaufsicht beim Landratsamt und beim Ministerpräsidenten angemeldet.

Welche Sofort-Maßnahmen nötig seien, darüber müsse der Stadtrat entscheiden. „Wir haben konsequent unsere Hausaufgaben gemacht. Der Schuldenberg von 40 Millionen Euro ist auf rund 33 Millionen Euro abgesenkt, wir tilgen Kredite planmäßig. Nur: Mit einem Almosen von 770.000 Euro lässt sich weniger als beschränkt agieren. Hinzu kommt: Das auf den ersten Blick als großzügig erscheinende Angebot, 1,9 Millionen Euro als rückzahlbares Darlehn zu gewähren, lässt unsere Verpflichtungen noch einmal nach oben schnellen. Denn auch dieses Darlehen will das Land getilgt sehen.“

Ob die Jugend- und Kulturvereine im kommenden Jahr mit freiwilligen Zuschüssen rechnen können, könne er jetzt nicht beantworten, so Zeh weiter. „Allerdings kann ich wenig Hoffnung machen: Unter Strafandrohung hat sich das Land klar geäußert: Verträge kündigen! Zuschüsse kürzen! Da gibt es praktisch keinen Spielraum. Aber ich kann der Diskussion im Stadtrat nicht vorgreifen (Und von der ich mir wünsche, dass sie sachlich verläuft). Die Vereine wären allerdings gut beraten, sich schnellstmöglich – vielleicht auch über die Nordhäuser Landtagsabgeordneten- nach Erfurt zu wenden. Dort stehen die Fleischtöpfe, dort wird das Geld verteilt. Hier ab jetzt nicht mehr.“

Hinzu komme, „dass wir Aufgaben dorthin zurück geben sollten, wo sie hingehören: Jugendarbeit zum Beispiel geht nach dem Sozialgesetzbuch an den Landkreis.“

Kämpfen werde er für das Theater: „Dass wir uns das Theater über unakzeptable Bedingungen im Zuweisungsbescheid auf Umwegen dicht machen lassen, nehme ich nicht hin. Nehmen wir nur eine Wirtschaftlichkeitsberechnung: Die 10 Millionen, die die Träger in das Theater geben, erzeugen pro Jahr 18 Millionen. Das ist eine respektable Umsatzrendite. Eine erzwungene Schließung über die Hintertür wäre kulturpolitisch eine Katastrophe und wirtschaftspolitisch eine Torheit. Das Theater ist nicht ein Stadttheater. Es ist der kulturelle Leuchtturm für den ganzen Südharz und für Regionen von drei angrenzenden Bundesländern.“
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Glaskugel
04.12.2015, 17:59 Uhr
Beide Seiten hören
Mich würde sehr die Stellungnahme der Landtagsabgeordneten der Stadt Nordhausen, Frau Mitteldorf, zu diesem Statement des OB interessieren. Man soll immer beide Seiten hören, bevor man urteilt.
NDHler
04.12.2015, 19:51 Uhr
Völlig richtig @Mafiosa
Nur leider hört man von den angesprochenen Personen nichts. Gibt ja auch nichts positives zu vermelden.
altmeister
04.12.2015, 21:54 Uhr
Papiertiger
Ich lach mich kaputt, da wird ja die Landesregierung jetzt das große Zittern bekommen, wenn der Nordhäuser OB seine Krallen zeigt!
So intensiv prägend und kraftvoll er in seiner Amtszeit als Chef des Nordhäuser Rathauses in Erscheinung getreten ist, wie er aufgeräumt hat im Politsumpf von Nordhausen, er für den Nordhäuser Bürger eingetreten ist und seine Versprechungen gehalten hat, da wird nur ein Papiertiger sein Gewicht in die Waagschale werfen.
Eric Cartman
05.12.2015, 00:26 Uhr
Ach ja, die gibts ja auch noch
Frau Mitteldorf sollte hier unbedingt mal ihre Version von Linker Theaterlandschaft preisgeben. Das hat sie schließlich ihren Wählern in der Stadt Nordhausen vor der Wahl versprochen! Bin gespannt.

Und wenn sie schon mal dabei ist, kann sie ja auch sagen und kundtun bei wem, wo und was die Stadt Mittel einsparen muss, um von DIE LINKEN Bedarfszuweisungen zu bekommen! Ihre abgedruckte Serie im Printmedium, ...wie oft sie z.B. in die Landtagskantine geht..., interessiert doch nur ihre DIE LINKE Groupies.

Solche Leute wie "Katinka" werden hier bei uns nicht zuletzt deshalb gewählt, um uns das alles zu erläutern. Da passiert bis jetzt leider rein gar nichts!
NDHler
05.12.2015, 12:58 Uhr
Ein Jahr RRG
Ramelow & Co. feiern sich in Erfurt gerade selbst. Zitat vom Roten: " Davon habe ich geträumt!" Für Nordhausen wird Ramelow's Traum zum Alptraum. Und das schlimmste ist, die fangen gerade erst an Thüringen zu ruinieren. Theaterschlissungen werden da noch das kleinere Übel sein. Gute Nacht Thüringen.
Luftikus
05.12.2015, 18:06 Uhr
Steilvorlage für CDU / Umfragetief für Rot-Rot
Was will man mehr! Schwarz auf weiß hat die Rot-Rote Landesregierung den Nordhäusern mitgeteilt - was Nordhausen ab 2016 tun soll. Alles runterfahren bis nahezu 2 Prozent erreicht sind, niucht genau 2 aber stark annähernd! Das Theater hat 4 Prozent vom Haushalt. Also die klare Ansage, Bibliothek, Museen, soziale und kulturelle Einrichtungen die von der Stadt gestützt werden, Alle Sportverein, Wacker usw. - KÜNDIGEN.
Das Perfide, macht es die Stadt nicht, müssen selbt die 777000 Euro zurück gezahlt werden. Das ist doch mal eine klare Ansage! Und der Wähler der diese Bruchpiloten in Erfurt gewählt hat - sollte wenigstens zu Weihnachten Demut zeigen und eine Spende an Nordhäuser Vereine geben.
In den ganzen Jahren wo die CDU regierte, war zwar auch nicht alles pralle aber Nordhausen wurde Dank seiner damaligen Landtagsabgeordneten und Minister immer wieder mal versorgt, aber nie so schäbig abgefertigt wie 2015.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)