Liberales Statement
Stein des Weisen wird gesucht
Wie wir nun alle erfahren durften, hat der Adventskalender des Landes Thüringen am 1. Dezember eine besondere Aufmerksamkeit für Nordhausen parat gehabt. Dazu eine Statement der Nordhäuser FDP...
Die uns zugebilligte Bedarfszuweisung ist nicht mehr und auch nicht weniger als ein Almosen – zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel. Doch wenn wir mal etwas in der Geschichte unseres Stadtrates zurückschauen werden wir feststellen, dass dieses Ergebnis absehbar war.
Die FDP hat im Stadtrat seit 2004 immer wieder auf Probleme und Missstände hingewiesen, wurde jedoch nicht gehört. Um das Gedächtnis einiger Stadträte nochmal aufzufrischen, seien mal ein paar Beispiele genannt:
- Unverhältnismäßigkeit des Baus des Bürgerhauses (die FDP hat gegen das Projekt gestimmt)
- Horrende Kosten für die Sanierung der Flohburg (die FDP hat gegen die Höhe der Investitionen gestimmt)
- Unterbringung der Himmelgartenbibliothek (die FDP wollte die Unterbringung von Anbeginn in der Flohburg)
- Zukünftige Nebenkosten des Bürgerhauses
- Kosten des Mega-Flops noisegarden
All diese Bedenken und Anfragen wurden entweder nur halbherzig beantwortet oder einfach vom Tisch gewischt. Unsere Bedenken brachten wir auch in Form von Anträgen zum Ausdruck, wovon hier mal nur zwei exemplarisch genannt seien:
- Abschaffung des zweiten Beigeordneten – damals abgelehnt durch die Mehrheit des Stadtrates
- Niedrigere Besoldungsgruppen für den Oberbürgermeister und die Beigeordneten – ebenfalls abgelehnt durch eine Mehrheit im Stadtrat
Gerade die Prestigebauten in dieser Stadt haben uns in finanzielle Nöte gebracht. Vor allem die SPD und deren damalige Rathausspitze wollten sich damit Denkmäler setzen – auf Kosten der Bürger und der zukünftigen Generationen.
Noch schwieriger machte die Lage die Einführung der Doppik, vor der die FDP-Fraktion von Anbeginn gewarnt hatte. Diese Aufzählung soll nicht als Gejammer fehlinterpretiert werden, sondern dient als Beleg dafür, dass es sehr wohl Stadträte in dieser Stadt gibt, die sich wirklich Gedanken machen und am Ende leider Recht behalten sollen. Manchmal ist es schön, wenn eine Prophezeiung eintritt – in diesem Fall jedoch nicht. Hier hätten wir sehr gern Unrecht gehabt.
Die Stadträte haben sich viele Entscheidungen bisher schon nicht leicht gemacht. Und noch schwierigere liegen vor ihnen. Aber was man als arrogante Unverschämtheit empfindet, sind die Äußerungen unseres Landrates – die Stadt sei an diesen Problemen selber schuld. War es nicht der jetzige Landrat, der jahrelang die Verantwortung für die Finanzen innehatte?
Und war es nicht die ehemalige Oberbürgermeisterin Rinke, die diese Großprojekte vorantrieb, welche eigentlich einem finanziellen Harakiri gleichen? Ja, das sind die Fakten. Aber von Demut vor falschen Entscheidungen ist hier nichts zu verspüren – im Gegenteil. Die Äußerungen dieses Landrates zeugen von Schadenfreude. Noch immer führt er einen seinen Kampf gegen den Oberbürgermeister.
Man hätte erwarten können, dass ein Landrat sich demokratisch verhält und nicht in einen persönlichen Kleinkrieg verfällt. Auch hätte man erwarten können, dass die oft beschworenen guten Kontakte unseres Landrates nach Erfurt und speziell zum Innenminister zum Wohle unserer Stadt und Region eingesetzt werden.
Jahrelang hat sich der Landkreis auf Kosten der Stadt zurückgelehnt – sei es bei der Jugendarbeit, der Kultur, dem ÖPNV oder auch beim Sport. Die Stadt ist freiwillig beigesprungen um Lebensqualität zu erhalten, weil der Landkreis eben nicht konnte. Und das war der Fehler. Die Zuständigkeiten sind gesetzlich klar geregelt. Der Herr Landrat reitet immer gern darauf rum. Also tun wir ihm den Gefallen.
Dem Land Thüringen ist es herzlich egal, was mit uns wird. Da lässt man selbst die eigene direkt gewählte Landtagsabgeordnete im Unklaren. Was für ein toller Politikstil der rot-rot-grünen Landesregierung! Lösungsvorschläge gibt es natürlich auch. Steuererhöhung! Den Bürger zur Kasse bitten ist ja immer die einfachste Lösung. Schon jetzt liegen unsere Hebesetze nah an denen von Jena – nur das wir eben nicht Jena sind!
Wenn uns nicht der Stein der Weisen in die Hand fällt, stehen unser Theater, die Straßenbahn, unsere Museen und vieles mehr auf dem Spiel. Die Verantwortlichen für die horrenden und zu hinterfragenden Entscheidungen und Investitionen der letzten Jahre sind heute nicht mehr in ihren Positionen von damals – sie haben andere eingenommen. Aber sie tragen die Verantwortung für die jetzige Situation.
FDP Stadtratsfraktion Nordhausen
FDP Ortsverband Nordhausen
Junge Liberale Nordthüringen
Autor: red
Kommentare
Babette Klingert
02.12.2015, 11:31 Uhr
Auch diese Kampagne steht unser Landrat durch!
Giftet alle ruhig hier weiter gegen unseren Landrat Matthias Jendricke.
Matthias Jendricke hat schon zwei Dienstreisen-Kampagnen gegen ihn durchgestanden und wird auch diese schaffen. Sowas macht ihn nur stärker.
Er vergisst nichts. OB-Wahlen sind schon in drei Jahren. Dann gehört das Rathaus Matthias Jendricke!
@Riese87
"dann gehört das Rathaus Matthias Jendricke!"
Die Märchenfigur lädt ein zur Märchenstunde ... oder will der LR es kaufen?
Janko
02.12.2015, 13:11 Uhr
@riese87
lieber riese, jetzt verteidigen Sie herrn jendricke gegen alle "giftet hier ruhig weiter", noch bevor die ersten kommentare überhaupt kommen? sozusagen als präventiv-schlag?
ich frage mich so langsam, ob ein mann wie jendricke solch einen glühenden, fanatischen eiferer wie Sie überhaupt haben wollen würde, wüsste er davon. Sie posaunen hier herum, er hat nordhausen sozusagen im alleingang aus rache an zeh 2,3 millionen gemoppst, und nun drohen Sie an, er wird in drei jahren alle aus dem nordhäuser rathaus werfen... man, man, man. ich an jendrickes stelle würde über Sie seufzen: "gott schütze mich vor meinen freunden, meine feinde kann ich mir wenigstens selbst aussuchen"...
ich fand es eine zeitlang ganz lustig, Sie zu beobachten, aber allmählich nervt es nur noch.
Babette Klingert
02.12.2015, 14:11 Uhr
Das ist Anti-Jendricke Kampangne! Soll Zeh doch die Gehälter im Rathaus kürzen
Was hier läuft von Höfer und Co ist Kampangne auch wenn hier anderes behauptet wird.
Soll Zeh doch die Gehälter im Rathaus kürzen dann sind die Gelder drin. Das ganze Rathaus hat sowieso mitgearbeitet unseren Bürgermeister Matthias Jendricke dort kalt zu stellen.
Johann George
02.12.2015, 15:06 Uhr
Dreist nicht liberal
Es ist schon dreist zu behaupten, Jendricke hätte Schuld daran, dass Zeh seit drei Jahren wie paralysiert im Rathaus hockt, nichts entscheidet oder mit seinen Rechtsberatern ewig verschleppt, nur herumjammert und keinen Haushalt auf die Reihe kriegt. Jendricke war ja wohl nach der Dienstreisen-"Affäre" demontiert und das Finanzressort ist ihm seit Mitte 2013 entzogen. Danach war für Zeh lange genug Zeit, alles besser zu machen und noch mit der alten CDU-Landesregierung tolle Sachen auf den Weg zu bringen. Hat er aber nicht!
Vielleicht wollen die neuen Machthaber in Erfurt nur mal irgendeine Reaktion aus dem Super-OB herauskitzeln.
Vielleicht sollte er mal die Stelle des 2. Beigeordneten streichen oder die alberne Straßenbahn endlich still legen. Oder dem Theater sagen, dass er nicht helfen kann. Oder Wacker. Oder der Feuerwehr.
Oder endlich zurücktreten und den Weg für Neuwahlen frei machen?
Babette Klingert
02.12.2015, 15:55 Uhr
Unser Landrat wird das Theater retten!
Das hat er im Wahlkampf versprochen. Das Plakat dazu mit der Aussage "Unser Theater erhalten" stand für jeden sichtbar an der Kreuzung Töpferstraße / Stolberger Straße.
Mit Frau Rinke, dem jungen Dominic Rieger und "unse Roland" Peter Schwarz hat unser Landrat und künftiger Oberbürgermeister schlagkräftige Mitstreiter und ehrliche Sozialdemokraten an seiner Seite.
Frau Rinke hat schon einmal das Theater gerettet, als es die Schwarzen dichtmachen wollten.
----1
02.12.2015, 16:48 Uhr
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geloescht.20221110
02.12.2015, 17:46 Uhr
@Riese87 .. das macht der Landrat vormittags..
..am Nachmittag geht er dann eine Stunde "über`s Wasser"!
Ich lach mich schlapp !!
-Insider-
02.12.2015, 18:09 Uhr
ehrliche
politik wäre, wenn man jetzt endlich mal entscheidungen trifft die vielleicht auch weh tun.
die frage muss erlaubt sein - brauchen wir 3 straßenbahnlinien im 10 minutentakt in unserem großen dorf oder kann das nicht günstiger durch busse erledigt werden? was ist so schlimm daran, wenn aus unserem theater ein "bespieltheater" wird? können wir uns ein hallenbad mit 100.000 besuchern im jahr wirklich leisten (mit bad sachsa/stolberg liegen gute alternativen nah)? brauchen wir eine exorbitant große verwaltung mit 3 oberhäuptern? unter ganz prekären umständen muss man auch an die privatisierung des klinikums denken...wobei man so eine wertvolle einrichtung - auch "tafelsilber" genannt - nicht unbedacht aufgeben sollte...
all das sind dinge, die zwar bestimmten personengruppen hier und da "weh tun", aber nicht die komplette bevölkerung im allgemeinen betrifft, wie das z.b. bei horrenden steuersätzen drohen. gerade bei letzterem muss man sich fragen, welche firma sich denn dann noch im leeren industriegebiet ansiedeln will...bei einem satz von 5XX % können diese auch getrost nach erfurt/jena gehen
ein einfaches weiter so - steuerschraube drehen und fertig - darf es einfach nicht geben!
ida51
02.12.2015, 18:22 Uhr
Da bin ich ja mal gespannt,
Riese87, wie IHR Landrat das alles hinbekommt. Sicher werden Sie ihn mit Ihren konstruktiven Ratschlägen tatkräftig unterstützen. "Dann gehört das Rathaus Matthias Jendricke " ist diese Aussage dreist oder einfach nur dumm? Bedenken Sie, Riese87, auch WIR vergessen nichts!
murmeltier
02.12.2015, 18:49 Uhr
Klar
Die Verantwortung für die finanzielle Schieflage in der Stadt trägt nach meiner Meinung die ehemalige Rathausspitze und die Stadträte, die den Beschüssen für die im Beitrag genannten Investitionen zugestimmt haben. Dieses finanzielle "Desaster" muss doch erkennbar gewesen sein. Dafür sind doch Jahresabschlüsse da oder kann die keiner lesen?
von hier
02.12.2015, 19:08 Uhr
ich baue
nur noch auf unseren Landrat den OB kann man getrost vergessen.
Der Landrat ist clever der finanziert nicht, wie die Stadt alles als Kreisverwaltung , der hat seine Servicegesellschaft die sammelt die Verschuldung und wenn es schief geht dann hatte die Service alles falsch gemacht und unser Herr Landrat wechselt seinen Job, oder er lässt sich vom Dienst suspendieren, wie damals im Rathaus.
Solche Texte wie den hier überlebt der lässig
punktum
02.12.2015, 19:35 Uhr
ist es noch zu fassen ...
Diese Stadt ist so gut wie pleite, aber unsere Stadträte reden weiter über neue Investitionen. Zur Erinnerung, eine neue Feuerwehr, ein neues Stadion, ein saniertes Theater.
Bitten um Landeszuweisungen und Anträge auf Fördermittel und und ...
Wenn man da zu hört, hat man das Gefühl unsere Stadträte benehmen sich wie eine Schar Kinder die Fussball spielen wollen, aber der Junge der den Ball mitbringen wollte ist nicht gekommen. Aber sie spielen trotzdem.
Unsere Stadt kann dank der guten Politik der Vergangenheit unseres allseits geschätzten Finanzverwaltungsgenies "J"die anfallenden Kosten nicht bewältigen, aber die neuen Schulden werden dennoch geplant.
Die Prachtbauten wie Flohburg (fast 6 Millionen), das Bürgerhaus mit Stadtbibliothek (fast 16 Millionen) sind schon Schulden die knebeln ohne die laufenden Kosten.
Und was für Ideen kommen, nicht etwa Steuersenkung um Interessenten und Firmen anzulocken - neeiin wir erhöhen noch die Steuern damit auch der letzte Unternehmer sagt "nüscht wie weg hier"
Wenn man den Ideen zuhört kann es schon sein das man mit dem Betäubungsmittel Probleme bekommt.
geloescht.20221110
02.12.2015, 19:40 Uhr
"Stocholm Syndrom"
Warum wird hier den "Entführern" (der Mittel ) noch zu gearbeitet?
Theater schließen,zweites Gleis demontieren,Leute entlassen,Licht ausschalten oder ähnliches ?!
Deutschland ist ein sehr reiches Land - oder?
Mit der "Töpfchenwirtschaft" werden wir doch bloß verar....
Jendricke und Zeh sind nur die "Statisten" - wie der Rest der Mannschaft.
Für Krieg ist auch Geld vorhanden (immer).
Kohle her oder es "klappert" !
Michel wach auf !!
Pe_rle
02.12.2015, 19:59 Uhr
Stein der Weisen
Liebe FDP,
wir brauchen keinen Stein der Weisen,wir brauchen ein Gesetz was eindeutig fest legt ,wer VERUNTREUT HAFTET.
Und dann will ich mal sehen wie lange Jendricke &Co oder aber auch die Stadträte noch im Amt sind.
Warscheinlich nur bis vorgestern.
Und dann schreibt auch kein Riese mehr solch Schwachsinn wie in letzter Zeit
Ex-post
02.12.2015, 20:15 Uhr
Bürger & Fakten
@ ida51: vielleicht ist die Aussage auch nur ironisch und sehr gut gemachter beißender Spott vom Riesen?
Fakt 1: Die Nordhäuser haben jahrelang Frau Rinke und ihre Entourage, dazu gehört auch M. J., gewählt.
Fakt 2: Die Nordhäuser haben OB Zeh gewählt gegen M. J.
Fakt 3: Die Nordhäuser haben M. J. zum Landrat (mit)gewählt, aus welchen Grund auch immer.
Für mich gibt es nur eine Konsequenz: das sogenannte Bürgerhaus schnellstens verkaufen an einen Privatinvestor, notfalls für den symbolischen Euro.
Anschließend Kassensturz machen und auflisten, was wieviel kostet oder kosten würde. Und anschließend Wahllisten erstellen, und die Bürger entscheiden lassen, was weg soll/muss und was bleibt/kommt.
Und wenn die Bürger pro Theater sind und gegen was weiß ich, wenn die Bürger ihr Krankenhaus in kommunalen Besitz behalten wollen und anderes eben nicht, dann ist das eben so. Der OB sollte sich die Chance nicht entgehen lassen und MIT den Bürgern die Weichen stellen. Die Bürger sind alt genug, um zu wissen, dass, wenn man beschließen würde das Badehaus zu zumachen, man nur noch zu Hause duschen kann.
Und M. J.? Abwarten. Schauen wir mal, was passiert, wenn Herr Asche den Geldhahn der sogenannten Servicegesellschaft auch nur etwas zudreht bzw. aufgrund der Gestzmäßigkeiten zudrehen muss...trotz Asylbewerberboni vom Bundesland.
Andreas Dittmar
02.12.2015, 21:41 Uhr
@von hier
Sie schreiben : "Der Landrat ist clever der finanziert nicht...... der hat seine Servicegesellschaft"
Ich hab ein extrem komisches Gefühl dabei, nachdem ich hier komplett alles durchgelesen hab. Die Immobilien... die Vermietung...
Ich hoffe, das sich das bestätigt...
Eric Cartman
02.12.2015, 22:16 Uhr
Club der toten Kommentatoren
Da wird sich der nnz-Macher aber freuen, wenn hier so ein @JohannGeorge auf einen richtigen FDP Artikel hin irgendwelches dummes Zeug wie, der Bürgermeister muss die Straßenbahn abschaffen, fordert. Da bleibt dann doch eventuell mehr Kohle für den Bolzplatz übrig!? Jeder setzt halt seine "Schwerpunkte".
Dieser @Johann George hat eigentlich Ahnung von wenig bis gar nichts, denn sonst wüsste der, dass nicht der Zeh den 2. Beigeordneten abschafft, die Straßenbahn stilllegt, das Theater zur Bespielnummer degradiert... und seine ganzen sonstigen Wünsche erfüllt! Der Zeh ist nur der Bürgermeister, nicht der gewünschte Diktator von @George und Co. Der hat sich an die üblichen demokratischen Spielregeln, die Leuten wie @George offenbar nicht passen, zu halten!
Aber das ist hier doch auch gar nicht wichtig. Hier geht's doch nur darum, das neben den Artikeln auch in den Kommentaren durch Löschungen tendenziös in eine Richtung berichtet wird! Wer bei dieser tendenziösen Berichterstattung nicht mitspielt, erfährt dann: "gehört nicht zum Thema".
Zwischenrufer
03.12.2015, 07:16 Uhr
Richtig.
Die FDP hat mit ihrem Statement im Wesentlichen Recht. An einer Stelle erlaube ich mir aber eine Gegenrede:
Wer für Spitzenämter Leute gewinnen will, die in der Lage sind, die Probleme zu lösen, sollte die Besoldungsgruppen nicht absenken, sondern anheben. Dabei sollte auch bedacht werden, dass Landräte, Bürgermeister und Beigeordnete, einerlei wie sie handeln, regelmäßig durch den Dreck gezogen werden, z. B. durch Kommentatoren auf dieser Webseite.
Denn es gibt immer irgendeinen, der das Handeln für falsch erachtet und sich beim Schreiben seiner Kommentare nicht am Riemen reißen kann. Das ist für die Betroffenen sicher alles andere als angenehm. Wir können davon ausgehen, dass jemand, der in der Lage ist, die Probleme zu lösen, auch auf angenehmeren Stellen nicht schlecht verdient und dies ohne, dass ihm ständig Missgunst so unverblümt und unverschämt entgegenschlägt. Wieso sollte er/sie dann Landrat, Bürgermeister oder Beigeordneter werden wollen, wenn der Posten nicht mal finanziell wesentlich attraktiver ist?
h3631
03.12.2015, 14:31 Uhr
@ Zwischenrufer,mein Zwischenruf
Mein Zwischenruf
Besoldungsgruppen anheben? Bekommen die Landräte,Bürgemeister und Beigeordnete nicht schon genug Geld für ihre teilweise schlechte Arbeit? In den Dreck gezogen durch Kommentatoren? Wenn man kritisch einen Kommentar schreibt ist das durch den Dreck gezogen? In der Wirtschaft wären viele der Politiker weg vom Fenster. Das es für die Betroffenen unangenehm ist,trifft nur für einige zu. Die meisten Politiker sind abgebrüht und lachen darüber. Es geht nur um ihr eigenes wohl.
Kritiker2010
03.12.2015, 17:15 Uhr
@Zwischenrufer und h3631
Leider stimme ich nicht mit der These "Wer für Spitzenämter Leute gewinnen will, [...] sollte die Besoldungsgruppen nicht absenken, sondern anheben." überein.
Aber meine Erfahrung zeigt mir, dass nicht nur in der Politik und Verwaltung, sondern auch in der Wirtschaft der Gestank fauler Eier weit verbreitet ist. Denn mit steigendem Einkommen sinken all zu oft, sowohl das Verantwortungsgefühl, als auch die Fähigkeiten. Beispiele hierfür findet man leider ohne Unterlass:
- Ein Landrat, der die Menschen vermutlich fortwährend nicht die Wahrheit - ohne Konsequenzen
- Fachärzte, die zwar schwach behandeln aber stark abrechnen können
- Anwälte, die Recht und Gesetzt ohne jede Moral beugen
- Amtsträger, mit Erinnerungslücken zu wichtigen Entscheidungen
- Lehrer, die nur all zu gerne das Burnout-Spiel spielen
- Handlampen, die in Aufsichträten sitzen, ohne zu verstehen, was sie da überhaupt machen
- kleine Dorfpolitiker(innen), die plötzlich Minister spielen dürfen
- Firmen-Chefs, die nicht in der Lage sind, Ihre eigene Bilanz zu lesen
- …
- Ach ja, bevor ich es vergesse ... Unternehmensberater
Es ist gerade der schnöde Mammon, der Dummschwätzer in Amt und Würden treibt. Menschen mit wenig Moral aber viel Stolz und Gier.
Die Anderen sind es, die dieses Land ernähren und am Laufen halten. Menschen, die teilweise für einen Hungerlohn arbeiten und dennoch keine Chance haben, sich davon einen schönen Lebensabend zu finanzieren.
Senkt die Gehälter und macht Amtsträger haftbar! Dann verschwinden all die Gierkranken von selbst. Übrig bleiben Idealisten … und ein paar Traumtänzer, die sonst auch nix mitbekommen.
[Wunschtraum Ende]
Zwischenrufer
03.12.2015, 21:58 Uhr
Ich bleibe dabei ...
@h3631: Sie beziehen sich auf Personen, die derzeit Landräte, Bürgermeister und Beigeordnete sind. Ich beziehe mich auf Personen, die es nicht sind, weil sie sich aufgrund der Rahmenbedingungen gar nicht erst beworben haben. Daher entkräften Ihre Argumente meine Position nicht.
Wenn man kritisch einen Kommentar schreibt, ist das nicht durch den Dreck gezogen, wenn der Kommentar sachlich ist. Manches, was hier und anderswo veröffentlicht wird, ist aber alles anderes als sachlich. Das und nur das habe ich mir erlaubt a) zu kritisieren und b) neben der Besoldung als Teil der Rahmenbedingungen zu benennen, die für die Bereitschaft von High Potentials relevant sind, sich um die genannten Ämter zu bewerben.
Welchen Vorschlag haben Sie, um aus dem Teufelskreis der wechselseitigen Abhängigkeit von Rahmenbedingungen und Qualität der Amtsträger herauszukommen?
@Kritiker2010: Gegen die Haftbarmachung von Amtsträgern habe ich keine Einwände.
Zwischenrufer
03.12.2015, 22:09 Uhr
Nachtrag
@Kritiker2010: Ich kenne genug Idealisten, die solche Ämter sehr gut führen würden, aber aufgrund der Rahmenbedingungen nicht bereit sind, weil sie woanders ihren Idealismus unter besseren Rahmenbedingungen ausleben können.
altmeister
04.12.2015, 07:30 Uhr
Bezahlung
Die bessere Bezahlung, sehr geehrter @Zwischenrufer, wäre gerechtfertigt, wenn diese auch an Leistung und Verantwortlichkeit für das Tun und Handeln gebunden wäre!
Solange falsche Entscheidungen und Unvermögen ohne Folgen für Politiker bleiben, Pensionsansprüche trotz Fehlern gesichert sind, ist die Bezahlung immer zu hoch.
altmeister
04.12.2015, 07:41 Uhr
Nachtrag
Sollte ein leitender Politiker es schaffen, egal in welcher Position, in seinem Zuständigkeitsbereich die finanziellen Probleme im Interesse aller Bürger in den Griff zu bekommen, einen Überschuss im Finanzhaushalt zu generieren, dann könnte das Einkommen gern doppelt oder dreifach hoch sein.
Dann würde es eine Verwaltung geben, welche ihren Aufgaben wirklich nachkommt.
Für den Bürger da sein!
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