So, 15:31 Uhr
22.11.2015
Fotos von Tilmann Graner
Schon zur Vernissage mit großer Resonanz
Hatte man vor der Vernissage dieser neuen Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg keine rechte Vorstellung über die Zahl der Besucher, die den Weg zu dieser Eröffnung finden würden, und über das überregionale Echo dieser Ausstellung, so wurde das Team unter der Leitung von Susanne Hinsching mehr als überrascht...
Ähnlich wie bei Ausstellungen mit Werken von Mackensen, Kerwitz, Groh oder Rennebach gab es einen regelrechten Andrang zu den Werken Tilmann Graners und wie immer reichten die Plätze nicht.
Neben den vielen Besuchern aus der Region reisten an der Landesvorsitzende und gleichzeitig Vizepräsident der Gesellschaft für Fotografie Deutschland, Künstler aus Sachsen und besonders zu erwähnen – der Bürgermeister von Sondershausen, Joachim Kreyer. Es fiel schon auf und wurde auch angemerkt, dass weder der OB der Stadt Nordhausen anwesend war, noch ein anderer unserer Stadtoberen in seinem Auftrag.
Die Frage, wieso nicht wenigstens ein Grußwort an das Kunsthaus gerichtet und verlesen wurde, konnte nicht beantwortet werden. Die Antwort auf die Anmerkung, ob man die Wertigkeit dieser Schau im Rathaus überhaupt zur Kenntnis genommen habe, blieb jedem selbst überlassen. Die Gäste des Kunsthauses konnten sich nach einer Laudatio von Susanne Hinsching, die sehr gekonnt den Bogen spannte von der Historie der Fotografie an sich als auch als Kunstform, und vor allem nach den Ausführungen von Tilmann Graner – sehr persönlich gehalten und für die Zuhörer sehr plastisch, auf welche Weise dieser Künstler seine Motive erwandert, oft erklettert, wie er sich über Jahre, bei manchem über ein Jahrzehnt seinem Motiv nähert, der eigentlichen Ausstellung widmen.
Nicht zu vergessen auch die musikalische Umrahmung von Silke Gonska, zu deren Form der musikalischen Umsetzung hier eigentlich nichts weiter ausgeführt werden sollte, denn sie ist seit Jahren Gast im Kunsthaus, zu den Jazzfesten und wird auch zum JazzRabazz am 28. November wieder im Theater zu hören sein. Und dennoch – es kamen vor Beginn der Vernissage Fragen, wie denn die Musik von Silke Gonska zu diesen Motiven der Stille und oft auch der Einsamkeit passen könne? Die Antwort gab sie selbst, wie immer gekonnt und souverän, mit Loops, die die Besucher fast schon On the beach - also an den Strand brachten -, wenn auch für manchen mi ein wenig zu viel Anklängen an die Musik der pazifischen Inseln oder der Karibik verbunden und weniger an die stillen ‚Strandmotive‘ Tilmann Graners.
Dass sie anschließend einen musikalischen Wunsch des ausstellenden Künstlers erfüllte, war mehr als eine Verbeugung vor seinen Arbeiten. Wie schon in der Ankündigung dieser Schau geschrieben – die Fotos sind einfach faszinierend. Bei manchen ist die Stille im Ausstellungsteil Out of the White spürbar und lässt auch ein Gespräch verstummen. Andere saugen den Betrachter regelrecht ein. Die Nuancen des Weiss sind schier unerschöpflich – von reinem Weiß über diverse Grautöne bis hin zu Blauschwarz. Der Horizont verschwimmt, Entfernungen sind kaum einschätzbar.
Assoziationen kommen hoch: Bei einem Motiv aus dem Harz, ganz in der Nähe des Wurmbergs – diffuse Sonnenstrahlen durchdringen Nebel und Fichten über Schnee – ist sofort das Werk Caspar David Friedrichs Kreuz im Gebirge (1807/1808) gegenwärtig und ein Motiv aus Österreich erinnert an ein oft in der Kunst Japans zu findendes Motiv, das des Fudschijamas oder ‚Fujisan‘, wenn auch oft mit blühenden Kirschbäumen im Vordergrund. Nimmt man aber eine der im Japanischen sprachlich möglichen Deutungen für den Namen dieses Berges, dann wäre ‚fushi = Unsterblichkeit‘ und ‚san = Berg‘ sehr nahe an den Gedanken, die dem Betrachter kommen.
Bei On the Beach sind es nicht primär Erinnerungen an Spaziergänge auf den Seebrücken von Ahlbeck oder Heringsdorf. Hier wird der Besucher einerseits mitgenommen, aber auch entführt in eine Ferne, eine Weite, die den Horizont im doppelten Sinn des Wortes erweitert. Es lohnen mehrere Besuche dieser Exposition, denn je nach Stimmungslage, Wetter, Öffnung für die Motive werden die Eindrücke andere sein.
Und gern wird sicher das Angebot von Tilmann Graner angenommen, am 10. Dezember um 19 Uhr im KuK – dem Kunsthaus-Keller - in einem Gespräch mit und von ihm noch mehr zu erfahren.
Dr. Wolfgang R. Pientka
Autor: redÄhnlich wie bei Ausstellungen mit Werken von Mackensen, Kerwitz, Groh oder Rennebach gab es einen regelrechten Andrang zu den Werken Tilmann Graners und wie immer reichten die Plätze nicht.
Neben den vielen Besuchern aus der Region reisten an der Landesvorsitzende und gleichzeitig Vizepräsident der Gesellschaft für Fotografie Deutschland, Künstler aus Sachsen und besonders zu erwähnen – der Bürgermeister von Sondershausen, Joachim Kreyer. Es fiel schon auf und wurde auch angemerkt, dass weder der OB der Stadt Nordhausen anwesend war, noch ein anderer unserer Stadtoberen in seinem Auftrag.
Die Frage, wieso nicht wenigstens ein Grußwort an das Kunsthaus gerichtet und verlesen wurde, konnte nicht beantwortet werden. Die Antwort auf die Anmerkung, ob man die Wertigkeit dieser Schau im Rathaus überhaupt zur Kenntnis genommen habe, blieb jedem selbst überlassen. Die Gäste des Kunsthauses konnten sich nach einer Laudatio von Susanne Hinsching, die sehr gekonnt den Bogen spannte von der Historie der Fotografie an sich als auch als Kunstform, und vor allem nach den Ausführungen von Tilmann Graner – sehr persönlich gehalten und für die Zuhörer sehr plastisch, auf welche Weise dieser Künstler seine Motive erwandert, oft erklettert, wie er sich über Jahre, bei manchem über ein Jahrzehnt seinem Motiv nähert, der eigentlichen Ausstellung widmen.
Nicht zu vergessen auch die musikalische Umrahmung von Silke Gonska, zu deren Form der musikalischen Umsetzung hier eigentlich nichts weiter ausgeführt werden sollte, denn sie ist seit Jahren Gast im Kunsthaus, zu den Jazzfesten und wird auch zum JazzRabazz am 28. November wieder im Theater zu hören sein. Und dennoch – es kamen vor Beginn der Vernissage Fragen, wie denn die Musik von Silke Gonska zu diesen Motiven der Stille und oft auch der Einsamkeit passen könne? Die Antwort gab sie selbst, wie immer gekonnt und souverän, mit Loops, die die Besucher fast schon On the beach - also an den Strand brachten -, wenn auch für manchen mi ein wenig zu viel Anklängen an die Musik der pazifischen Inseln oder der Karibik verbunden und weniger an die stillen ‚Strandmotive‘ Tilmann Graners.
Dass sie anschließend einen musikalischen Wunsch des ausstellenden Künstlers erfüllte, war mehr als eine Verbeugung vor seinen Arbeiten. Wie schon in der Ankündigung dieser Schau geschrieben – die Fotos sind einfach faszinierend. Bei manchen ist die Stille im Ausstellungsteil Out of the White spürbar und lässt auch ein Gespräch verstummen. Andere saugen den Betrachter regelrecht ein. Die Nuancen des Weiss sind schier unerschöpflich – von reinem Weiß über diverse Grautöne bis hin zu Blauschwarz. Der Horizont verschwimmt, Entfernungen sind kaum einschätzbar.
Assoziationen kommen hoch: Bei einem Motiv aus dem Harz, ganz in der Nähe des Wurmbergs – diffuse Sonnenstrahlen durchdringen Nebel und Fichten über Schnee – ist sofort das Werk Caspar David Friedrichs Kreuz im Gebirge (1807/1808) gegenwärtig und ein Motiv aus Österreich erinnert an ein oft in der Kunst Japans zu findendes Motiv, das des Fudschijamas oder ‚Fujisan‘, wenn auch oft mit blühenden Kirschbäumen im Vordergrund. Nimmt man aber eine der im Japanischen sprachlich möglichen Deutungen für den Namen dieses Berges, dann wäre ‚fushi = Unsterblichkeit‘ und ‚san = Berg‘ sehr nahe an den Gedanken, die dem Betrachter kommen.
Bei On the Beach sind es nicht primär Erinnerungen an Spaziergänge auf den Seebrücken von Ahlbeck oder Heringsdorf. Hier wird der Besucher einerseits mitgenommen, aber auch entführt in eine Ferne, eine Weite, die den Horizont im doppelten Sinn des Wortes erweitert. Es lohnen mehrere Besuche dieser Exposition, denn je nach Stimmungslage, Wetter, Öffnung für die Motive werden die Eindrücke andere sein.
Und gern wird sicher das Angebot von Tilmann Graner angenommen, am 10. Dezember um 19 Uhr im KuK – dem Kunsthaus-Keller - in einem Gespräch mit und von ihm noch mehr zu erfahren.
Dr. Wolfgang R. Pientka












