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So, 15:44 Uhr
15.11.2015
Herbstsynode des Kirchenkreises Südharz tagte

Personalabbau in den nächsten Jahren

Am Wochenende tagte die Synode (Kirchenparlament) des Kirchenkreises Südharz zum zweiten Mal in diesem Jahr. Synodale und Gäste kamen in Bleicherode zusammen, um über die Finanzen, das Reformationsjubiläum und das Stellenplankonzept des Kirchenkreises informiert zu werden, zu diskutieren und abzustimmen...

Herbstsynode (Foto: Regina Englert) Herbstsynode (Foto: Regina Englert)
Nach dem gemeinsamen Gottesdienst in der St. Marien-Kirche startete der Sitzungstag im Marien-Hospital mit der Begrüßung des Bufdis der Jugendkirche Richard Heß und der Verabschiedung des Pfarrers Nikolaus Flämig, der den Kirchenkreis Ende Januar verlässt.

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Mit dem jährlichen Bericht des Superintendenten gab Andreas Schwarze anschließend einen informativen Rück- und Ausblick auf seine Arbeit. Ein Spiegel der Aktivitäten des Kirchenkreises, der auch geistliche Wegweisungen an die Synodalen beinhaltete.

Neben allen Aufgaben solle nicht das gemeinsame Lesen der Bibel in den Hintergrund treten, so Schwarze. Die geringen Teilnehmerzahlen der Bibelwochen hatten ihn zu dieser Ermahnung veranlasst. Und er bat die Synodalen nachdrücklich in den Gemeinden für die Lektorenausbildung zu werben.

Einstimmig beschlossen wurde im nächsten Tagesordnungspunkt die Jahresrechnung 2014 und die Haushaltsplanung 2016 des Kirchenkreises. Beides hatte Nora Engel, die stellvertretende Amtsleiterin des Kreiskirchenamtes, zuvor detailliert erläutert.

Reformationsjubiläum 2017

Weniger zahlenträchtig präsentierten die Reformationsbeauftragte des Kirchenkreises, Petra Gunst, und der Superintendenten das Konzept „Reformationsjubiläum 2017 im Kirchenkreis und der Stadt Nordhausen“ vor. Frau Gunst berichtete von den zahlreichen Kooperationspartnern, die sie in Nordhausen bereits gewinnen konnte. Bildungseinrichtungen, freie Träger und auch die Stadt werden sich in mit eigenen Aktionen in das Gesamtkonzept einbringen.

Ein Konzept, das auf zwei Säulen ruht. Zum einen wird es „12 Schritte“ zum Reformationsjubiläum geben. Zwölf Gemeinden oder Regionen werden sich vom Reformationsfest 2016 an ein Jahr lang mit eigenen lokalen Veranstaltungen in das Thema einbringen. Zuvor können sich die Gastgeber mit ihrem Projekt beim Kreiskirchenrat bewerben. Die Unterlagen dazu werden den Gemeinden demnächst zugehen.

Die zweite Säule ist die Festwoche in der Lutherstadt Nordhausen, sie soll im Anschluss an das Rolandsfest 2017 starten. Ihr Ende wird sie mit einem Kreiskirchentag auf dem Blasiikirchplatz finden. Das sommerliche Festdatum wurde bewusst gewählt, um nicht mit den großen Reformationsterminen Deutschlands zu kollidieren.

Kreisschulpfarrstelle

Im Anschluss beschloss die Synode die Errichtung einer Kreisschulpfarrstelle mit einem Umfang von 100 Prozent. Eine Kreispfarrstelle steht außerhalb des Stellenplanes und bringt dem Kirchenkreis somit eine zusätzliche Kraft im Verkündigungsdienst. Zudem finanziert sie sich nur geringfügig aus dem Haushalt des Kirchenkreises.

Stellenplan 2025

Im letzten Teil des Sitzungstages ging es um den Stellenplan 2025. Andreas Weigel, Vorsitzender des von der Synode im Frühjahr 2014 gewählten Ausschusses, präsentierte das zwischenzeitlich erarbeitete Konzept. Je mehr Statistiken der Leiter des Kreiskirchenamtes, Ralf Rüdiger, anschaulich in Großformat an die Wand warf, desto unübersehbar wurde es: Der prognostizierte Gemeindeglieder-Rückgang im Kirchenkreis von derzeit 22.706 auf 18.173 im Jahr 2025 macht einen neuen Stellenplan-Entwurf notwendig.

Junge Menschen werden langfristig fehlen, die Gesamtbevölkerung unseres Bundeslandes geht zurück. Zudem erläuterte er, dass das Finanzgesetzes der EKM, das die Kriterien für die Berechnung der Stellenanzahl regelt, 2019 zu Ungunsten der Kirchenkreise verändert wird. Auch dies muss berücksichtigt werden.

Unter der Maßgabe des Beschlusses der Synode im Frühjahr diesen Jahres, hat der Ausschuss ein Konzept entwickelt, das eine Reduzierung von sieben Stellen im Verkündigungsdienst (Pfarrer, Gemeindepädagogen, Kirchenmusiker) schrittweise bis zum Jahr 2025 vorsieht. Um dies umzusetzen, wurden in den Beratungen viele Kriterien herangezogen: demografische Entwicklung, kommunale Strukturen, die bestehende Kindergarten- und Schullandschaft, Infrastruktur, Verkehrswege und Vereinsleben, Ruhestandsregelungen, der Erhalt bestehender Kirchspiele und die Vorgaben des letzten Stellenplanes.

Der nun vorliegende Entwurf knüpft an die bisherige Struktur des Kirchenkreises mit Pfarrbereichen und Regionen an, versucht aber darüber hinaus inhaltliche Denkansätze sowie Erprobungsräume in den Regionen zu öffnen. Neue Formen der Kooperation können gedacht und ausprobiert werden.

Ein erstes greifbares Ergebnis der Ausschussarbeit ist die Einteilung des Kirchenkreises in vier statt der bisherigen fünf Regionen. Sie sollen die unterstützende Zusammenarbeit der kirchlichen Mitarbeiter erleichtern.

In diesen Regionen werden 2025, nach derzeitigem Erkenntnisstand, fünfzehn anstelle der derzeitigen zwanzig Pfarrbereiche bestehen. Sie haben dann jeweils durchschnittlich 1.200 Gemeindeglieder. Diese Größe und die 10-jährige Laufzeit des Entwurfs bieten den Gemeinden die notwendige Sicherheit für den Aufbau neuer Strukturen und die finanzielle Planung. Konkret sind 15,5 Pfarrstellen, 4 Vollstellen für gemeindepädagogisches Arbeiten sowie 3 Vollstellen für Kirchenmusiker vorgesehen.

Dieses Konzept wird nun in detaillierter Form zur Diskussion in die Gemeinden gegeben. Am 25. und 28. Januar 2016 startet ein Beratungsprozess, zu dem die Ausschussmitglieder in die vier neuen Regionen fahren werden. Dort haben die Gemeinden Gelegenheit ihre bis dahin erarbeiteten Gedanken einzubringen und sich innerhalb der Region auszutauschen. Auf der Frühjahrssynode 2016 soll dann endgültig über den Stellenplan abgestimmt werden.
Regina Englert
Autor: red

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Kommentare
Luftikus
15.11.2015, 22:24 Uhr
Kirche schafft sich selber ab! Verwalter statt Missionare
Einst zogen einzelne Missionare durch die germanischen Lande um die Wilden zum wahren Glauben zu bringen. Man baute Kirchen an Stätten wo einst die Opferungen statt fanden. 1200 Jahre später schauen Pfarrer/Priester/und Prediger zu wie Zeugen Johovas, Mormonen und sogar Muslime ihre heiligen Schriften Auf den Märkten kostenlos verteilen.

Statt selbst wieder zum Missionar zu werden stellt die Kirche Die Pfarrer nur noch als Verwalter des vorhandenen ein. Nun zuständig für teilweise 10 bis 14 Gemeinden bleibt gar keine Zeit mehr für Seelsorge sondern nur noch zum verwalten und abspecken bis eines Tages ANDERE kommen. Wenn die Kirche nicht langsam Geld in die Hand nimmt wird nach 2017 nicht mehr an vielen Orten gefeiert. Dann hat die Reformation verloren.
Wer nicht wirbt der stirbt!!!!!
Leser X
16.11.2015, 07:09 Uhr
Die schwindende Rolle der Kirche...
...liegt ja vielleicht auch daran, dass man sie zu wenig und zu leise hört in der öffentlichen Diskussion gegen die immer drastischeren Mißstände einer kranken Gesellschaft.

Bei der Abwicklung der DDR war sie fix dabei. Und heute: Sozialabbau, Ausbeutung, Militarisierung, verbale Kriegsrhetorik. Sie ist zu staatstragend und zu weit weg vom Volk und verstärkt dadurch nur noch das Desinteresse der Menschen an ihr.
----1
16.11.2015, 07:46 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
----1
16.11.2015, 08:23 Uhr
Um Gottes Willen,
die Kirche verliert immer mehr anhänger woran das wohl liegt?
Ich könnte mehrere Beispiele auf zeigen aber dann wird mein Artikel wohl nicht veröffentlicht :-)!
Kleiner Wink mit dem Zaunpfahl.
Warum laufen Sie denn weg von der Kirche ich glaube das weiss mittlerweile doch jeder.
Die Kirche selbst betreibt Pflegeheime in denen es teilweise Unmenschlicher zu geht als in "normalen Heimen"!
Ich habe für ein Kirchliches Heim gearbeitet nie wieder.
Von Menschlichkeit und Nächstenliebe keine Spur.
Das was dort "Heilig war" war das Geld...
Nun sollten sich die Gläubigen mal fragen woran das liegt.
Das Ansehen hat gelitten, Stark.
altmeister
16.11.2015, 08:33 Uhr
Aussenwirkung
Ich kann den vorangegangenen Kommentaren nur zustimmen.
Eine mit sich selbst beschäftigte Kirche, welche sich herzlich wenig um die Menschen kümmert, welche hier leben, mit all ihren Problemen und Sorgen.

Statt dessen werden Tür und Tor geöffnet, um sich selbst abzuschreiben, andere Religionen werden durch übertriebene Toleranz hofiert, ohne darüber nachzudenken, was als Wirkung folgt. Dann sich wundern, wenn Mitglieder wegen des sich immer mehr verwaschenden Profils ihrer Kirche dieser den Rücken zeigen und austreten.
geloescht.otto
16.11.2015, 08:56 Uhr
abschaffen
schafft endlich die verlogene Kirche ab! Wie viel Kriege wurden und werden im Namen irgendeiner Kirche geführt. Wie viele Menschen wurden im Namen der Kirche umgebracht?
Trennt endlich Kirche und Staat!!!
Flitzpiepe
16.11.2015, 09:30 Uhr
Eine Ergänzung
Genauso ist es @Otto
Endlich die Trennung von Kirche und Staat einhalten.
Wenn die Kirche einen schiefen Kirchturm einer Ruine erhalten will (warum auch immer, denn nennenswert mehr Touristen kommen deswegen nicht), dann soll sie das gefälligst aus ihren eigenen immensen Geldvorräten tun.
Es kann nicht sein, dass für Kircheninteressen Steuermittel benutzt werden und anderenorts fehlen die Mittel für wichtigere Dinge (z.B. Brücken).
Real Human
16.11.2015, 12:49 Uhr
Suchst du einen Quacksalber, geh' zum Pfaffen!
In seinem Erinnerungsbuch „Klartexte im Getümmel“ berichtet Wolf Biermann auf Seite 16 „vom Besuch einer jungen Theologin“ – wohl in seiner Wohnung zu DDR-Zeiten:

„Diese Dame überfiel mich gleich mit der schmierigen Beteuerung, daß sie nicht an Gott glaube.
Sie glaubte mir wohl damit zu gefalln, und ich dachte mir: Wenn sie schon nicht mal fromm ist, hat sie wenigstens was gelernt und kann mir vielleicht noch was Interessantes über die Auferstehung Christi erzählen, über die ich schon bei verschiedensten Gelegenheiten in Liedern und Gedichten was geschrieben habe …
Und da winkte dieses verirrte Lamm Gottes lässig ab und zwinkerte mir zu und vertraute mir an, daß die ganze Auferstehungs-Story erstunken und erlogen und blödsinnig sei … Die Leute [sein Konzertpublikum in einer Prenzlauer Kirche] lachten und freuten sich, als ich ihnen erzählte, wie ich diese Dame rausgeschmissen habe und warum.“

Biermann, du Narr!, kann ich dazu nur schreiben. Er hätte über so viel seltene Ehrlichkeit eigentlich froh sein sollen! Aber mit wem hat man sich als DDR-Oppositioneller nicht alles verbündet?! Auch ich habe mich in diesen Zeiten des intellektuellen Bankrotts einer ehemals hoffnungsvollen kommunistischen Weltbewegung in den finsteren Gewölben gotischer Kirchen herumgetrieben. Das Motto, „Der Feind meines Feindes ist mein Freund!“, ist langfristig nicht besonders klug!

Im Schatten der Flüchtlingstragödie hat der Bundestag ein Verbot organisierter Sterbehilfe erlassen. Es bedarf keiner besonderen Intelligenz, um die heimlichen Verursacher und Nutznießer dieser Beförderung passiver Folter auszumachen. @ „punchLINER“ hat es im zweiten Anlauf immer noch klar zum Ausdruck gebracht.

„Der Tod darf kein Geschäftsmodell werden!“, das war das Motto habgiergetriebener Ärzteorganisationen und Kirchenfunktionäre. Ihre Horrorvorstellung: Patienten, die keine unbegründete Angst mehr vor dem „Tod“ haben, und ihrem sinnlosen Leiden mit Unterstützung von Sterbehilfeorganisationen ein rechtzeitiges Ende bereiten. Die letzten zwei Jahre vor dem „Tod“ sind für Ärzte und auch Erbschleicher-Pfaffen nämlich die einträglichsten.

Warum habe ich das Wort „Tod“ in „“ gesetzt? Die Antwort darauf gab vor über 2000 Jahren schon der griechische Philosoph Epikur von Samos:

„So ist also der Tod für uns ein Nichts. Solange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr da. Folglich betrifft er weder die Lebendigen noch die Gestorbenen.“ und

„Der Tod geht uns nichts an. Denn was sich aufgelöst hat, hat keine Empfindung. Was aber keine Empfindung hat, geht uns nichts an.“ (Zitiert nach: http://www.aphorismen.de)

Diese niedergeschriebenen Erkenntnisse sind es vor allem, die ihn bei den Christenbonzen und der organisierten Ärzteschaft so verhasst gemacht haben. Nur auf der massenhaften Existenz von leidenden Menschen (lat. „Patienten“!) lässt sich ein so viel viel erfolgreicheres „Geschäftsmodell“ aufbauen! Es kommt aber noch schlimmer. Diese letztendlichen Quacksalber bilden sich ein, den Willen ihres Hirngespinstes zu kennen. Der „Gott“, den sie sich einbilden, verjagt nämlich leidende Menschen vom Eingang zum Paradies, wenn sie selbst auf eigenen Beinen und auf eigenen Entschluss hin aus dem „irdischen Jammertal“ zu ihm fliehen. Das Wort „SelbstMÖRDER“ wurde übrigens vom Fürstenknecht M. Luther geprägt!

Der Fairness willen: Nicht alle Kirchenideologen und selbstverständlich längst nicht alle Ärzte machen sich der passiven Folter schuldig.
Dafür stehen exemplarisch zwei Bücher, die man sich im fortgeschrittenen Alter ruhig einmal zu Gemüte führen sollte:

Hans Küng: „Glücklich sterben?“ und
Uwe-Christian Arnold: „Letzte Hilfe“

Nicht vergessen will ich auch die auf Jesus selbst zurückgehenden positiven Aspekte des Jenseitsglaubens: Wer an ein potenziell ewiges Leben glaubt, verfällt nicht so leicht hedonistischen Mottos wie z.B., „Nach mir die Sintflut!“. Wer mit einem sehr langen Leben rechnet, muss einkalkulieren, dass ihn seine früheren Fehler noch zu Denken geben können. Ein vielleicht treffendes Beispiel ist der Fall Oskar Gröning, der sich mit 94 Jahren noch vor Gericht verantworten musste. Allerdings wäre es besser gewesen, wenn er den glücklichen ahnungslosen Nachgeborenen von seinen damaligen geistigen Verirrungen berichtet hätte, statt sinnlos 4(?) Jahre im Knast zu verbringen.

Die Kirche verbreitet Hoffnung; das ist positiv an ihr. Aber es sind „hoffnungsvolle Illusionen“ (Schmidt-Salomon), mit denen man die „trostlose Wahrheit“ von millionenfachen Leiden und Sterben nicht wirklich beseitigen kann. Wer aber die Wahrheit einfach weg lügt, ist meist nur ein Quacksalber!

Die vorweg genommene Transzendenz ist es, die mir die „hoffnungsvollen Illusionen“, welche die Kirche verbreitet, wieder sympathisch machen. Ernst damit machen aber nur die Transhumanisten, und damit fängt wirkliches Nachdenken über „ewiges Leben“ erst an.

Die Pfarrer, die in der nnz ihre Predigt abziehen, verweigern aber wohl aus gutem Grund jeglichen Dialog nach dem Motto: „Ich bin hier der Erleuchtete. Blöde Laien, Schnauze halten!“ So kommt es mir jedenfalls manchmal vor.
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