Mi, 13:24 Uhr
11.11.2015
1. Thüringer Immobilienkongress
SWG-Chefin wirbt für Rolandstadt
Nordhausen bietet beste Bedingungen für das Immobiliengeschäft und kann sich durchaus mit Thüringens großen Städten messen. Das sagte SWG-Geschäftsführerin Inge Klaan jüngst beim 1. Thüringer Immobilienkongress in Erfurt...
Dort vertrat die frühere Baudezernentin Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh (CDU). Nordhausen ist eine Stadt mit investitionsfreundlichem Klima. Geringe Grundstückspreise und die Ansiedlung im 100 Hektar großen Industriegebiet sind super Rahmenbedingungen, um letzte Brachflächen in Nordhausen zu entwickeln, sagte Klaan.
Während andere Orte in der Südharzer Region mit einem starken Bevölkerungsrückgang zu kämpfen haben, sieht Nordhausen in eine gute Zukunft: Treffen die Prognosen zu, dann werden auch noch in 15 Jahren über 40 000 Menschen in der Rolandstadt leben, aktuell sind es rund 42 000.
Klaan verwies auf den geringen Wohnungsleerstand von nur vier Prozent - die Rolandstadt verfüge über einen gesunden Wohnungsmarkt. Ein Grund für die gegenwärtige Situation sei die kontinuierlich fortgeschriebene Stadtentwicklung, außerdem seien die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) wirtschaftlich stabile und handlungsfähige Unternehmen. Zusammen mit der Stadt Nordhausen habe man seit der Jahrtausendwende in die Stabilisierung des Wohnungsmarktes investiert.
Seit gut zwei Jahren steigt die Nachfrage an Wohnraum zunehmend, daraus resultierend gibt es verschiedene Neubauprojekte. Und auch auf komplizierten und lange brachliegenden Flächen im Sanierungsgebiet der Altstadt wird jetzt in den Wohnungsbau investiert.
Ein weiterer Standortvorteil: Das Mietniveau sei in sogenannten B-Lagen wie Nordhausen viel geringer als in Städten wie Erfurt oder Jena. Die politisch diskutierte Mietpreisbremse ist für B-Lagen deshalb kein Thema. Bedarf an neuen Sozialwohnungen gibt es vorwiegend in A-Lagen, verdeutlichte Klaan.
Auch bei den Grundstückspreisen (36 Euro pro Quadratmeter in Nordhausen und 194 Euro pro Quadratmeter in Erfurt) sieht Klaan die Rolandstadt im Vergleich zu den Toplagen im Vorteil. Sie kommt deshalb zu dem Schluss, dass nicht nur so genannte A-Lagen, sondern auch B-Lagen für den Immobilienmarkt interessant sein können.
Der Thüringer Immobilienkongress Anfang November in Erfurt war der erste seiner Art. Thema war neben der Lage auf dem Immobilien- und Wohnungsmarkt auch die Flüchtlingsunterbringung im Freistaat. Zuwanderung ist keine Katastrophe, sondern eine Chance für die Immobilienwirtschaft, sagte Klaan. Wichtig sei jedoch, dass sich auch die Immobilienbranche interkulturell stärker öffnen müsse. Bemessen am Königsteiner Schlüssel, nach dem die Flüchtlinge auf die 16 Bundesländer verteilt werden, muss Thüringen 2,7 Prozent aller in Deutschland ankommenden Flüchtlinge aufnehmen. Kommen bis Jahresende die von der Bundesregierung geschätzten 1 Million Flüchtlinge, dann müsste die Stadt Nordhausen 1 000 Hilfesuchende unterbringen, rechnete Klaan vor.
Sie konstatierte in diesem Zusammenhang, dass eine geordnete Zuwanderung den demografischen Wandel nicht nur ausgleichen könne, sondern dass durch den Zuzug sogar neuer Wohnraum geschaffen werden muss.
Einigkeit herrschte bei allen teilnehmenden Städtevertretern, dass die Frage der Flüchtlingsunterbringung allerdings eine vernünftige Lösung braucht: Der Freistaat Thüringen müsse mit Zuschussprogrammen statt mit zinsreduzierten Darlehen in der Wohnungsbauförderung reagieren. Diese Finanzierungsform sei auch für die zweite Welle der energetischen Gebäudesanierung notwendig, die für die Immobilienwirtschaft einen immensen Kostenfaktor darstellt.
Autor: redDort vertrat die frühere Baudezernentin Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh (CDU). Nordhausen ist eine Stadt mit investitionsfreundlichem Klima. Geringe Grundstückspreise und die Ansiedlung im 100 Hektar großen Industriegebiet sind super Rahmenbedingungen, um letzte Brachflächen in Nordhausen zu entwickeln, sagte Klaan.
Während andere Orte in der Südharzer Region mit einem starken Bevölkerungsrückgang zu kämpfen haben, sieht Nordhausen in eine gute Zukunft: Treffen die Prognosen zu, dann werden auch noch in 15 Jahren über 40 000 Menschen in der Rolandstadt leben, aktuell sind es rund 42 000.
Klaan verwies auf den geringen Wohnungsleerstand von nur vier Prozent - die Rolandstadt verfüge über einen gesunden Wohnungsmarkt. Ein Grund für die gegenwärtige Situation sei die kontinuierlich fortgeschriebene Stadtentwicklung, außerdem seien die Städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) wirtschaftlich stabile und handlungsfähige Unternehmen. Zusammen mit der Stadt Nordhausen habe man seit der Jahrtausendwende in die Stabilisierung des Wohnungsmarktes investiert.
Seit gut zwei Jahren steigt die Nachfrage an Wohnraum zunehmend, daraus resultierend gibt es verschiedene Neubauprojekte. Und auch auf komplizierten und lange brachliegenden Flächen im Sanierungsgebiet der Altstadt wird jetzt in den Wohnungsbau investiert.
Ein weiterer Standortvorteil: Das Mietniveau sei in sogenannten B-Lagen wie Nordhausen viel geringer als in Städten wie Erfurt oder Jena. Die politisch diskutierte Mietpreisbremse ist für B-Lagen deshalb kein Thema. Bedarf an neuen Sozialwohnungen gibt es vorwiegend in A-Lagen, verdeutlichte Klaan.
Auch bei den Grundstückspreisen (36 Euro pro Quadratmeter in Nordhausen und 194 Euro pro Quadratmeter in Erfurt) sieht Klaan die Rolandstadt im Vergleich zu den Toplagen im Vorteil. Sie kommt deshalb zu dem Schluss, dass nicht nur so genannte A-Lagen, sondern auch B-Lagen für den Immobilienmarkt interessant sein können.
Der Thüringer Immobilienkongress Anfang November in Erfurt war der erste seiner Art. Thema war neben der Lage auf dem Immobilien- und Wohnungsmarkt auch die Flüchtlingsunterbringung im Freistaat. Zuwanderung ist keine Katastrophe, sondern eine Chance für die Immobilienwirtschaft, sagte Klaan. Wichtig sei jedoch, dass sich auch die Immobilienbranche interkulturell stärker öffnen müsse. Bemessen am Königsteiner Schlüssel, nach dem die Flüchtlinge auf die 16 Bundesländer verteilt werden, muss Thüringen 2,7 Prozent aller in Deutschland ankommenden Flüchtlinge aufnehmen. Kommen bis Jahresende die von der Bundesregierung geschätzten 1 Million Flüchtlinge, dann müsste die Stadt Nordhausen 1 000 Hilfesuchende unterbringen, rechnete Klaan vor.
Sie konstatierte in diesem Zusammenhang, dass eine geordnete Zuwanderung den demografischen Wandel nicht nur ausgleichen könne, sondern dass durch den Zuzug sogar neuer Wohnraum geschaffen werden muss.
Einigkeit herrschte bei allen teilnehmenden Städtevertretern, dass die Frage der Flüchtlingsunterbringung allerdings eine vernünftige Lösung braucht: Der Freistaat Thüringen müsse mit Zuschussprogrammen statt mit zinsreduzierten Darlehen in der Wohnungsbauförderung reagieren. Diese Finanzierungsform sei auch für die zweite Welle der energetischen Gebäudesanierung notwendig, die für die Immobilienwirtschaft einen immensen Kostenfaktor darstellt.

