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Sa, 11:04 Uhr
07.11.2015
positive Effekte erwartet

Flüchtlingsfrage und Wirtschaft

Die Flüchtlingsmigration der letzten Monate stellt Politik und Gesellschaft vor enorme Herausforderungen. Gelingt die Integration der neu nach Deutschland kommenden Menschen, bedeutet dies jedoch langfristig einen Gewinn für alle. Das ist das Ergebnis einer Simulation von Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)...

„Die gegenwärtige Diskussion um Flüchtlinge fokussiert sich meist viel zu sehr auf die Kosten, die der Staat aufwenden muss, um die Menschen die hier ankommen, zu unterstützen. Das ist zu kurz gedacht“, kritisiert DIW-Präsident Marcel Fratzscher. „Selbst wenn viele Flüchtlinge aufgrund fehlender Qualifikationen kurzfristig vergleichsweise schlechte Aussichten am Arbeitsmarkt haben und diejenigen, die den Weg in eine Beschäftigung finden, oftmals unterdurchschnittlich produktiv sind, werden langfristig die positiven wirtschaftlichen Impulse für Deutschland die Kosten übertreffen.“

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Flüchtlinge steigern die Konsumnachfrage

Um ihre Berechnungen durchzuführen, haben Marcel Fratzscher und Simon Junker verschiedene Annahmen zugrunde gelegt. Dazu zählen unter anderem die Zahl der zu erwartenden Migranten, Alter und Erwerbsfähigkeit sowie das Maß ihrer Qualifikation. Neben einem Basisszenario skizzieren die beiden Autoren des Berichts ein optimistischeres und ein pessimistischeres Szenario. Am Ende übersteigt jedoch in allen drei Fällen der Gewinn die anfänglichen Kosten. „Diejenigen Flüchtlinge, die Arbeit finden, stimulieren die Wirtschaft“, so DIW-Präsident Fratzscher. „Sie stärken die Angebotsseite, auch indem sie zum Erfolg und den Erträgen der Unternehmen beitragen, und erhöhen gleichzeitig die Nachfrage. Indem sie selbst zu Konsumenten werden, tragen sie zu mehr Investitionen und höheren Einkommen für andere private Haushalte bei.“ Insgesamt wird also das Wirtschaftswachstum steigen, die Frage ist nur, ab wann dies der Fall sein wird.

Positive Effekte spätestens nach gut zehn Jahren

Während am Anfang klar die Kosten für den Steuerzahler überwiegen, wird dieser laut Simulation längerfristig profitieren. „Selbst im von uns angenommenen pessimistischen Szenario erhöht sich das Pro-Kopf-Einkommen der bereits in Deutschland lebenden Menschen nach gut zehn Jahren. Im günstigeren Fall kann sich der positive Effekt sogar rascher einstellen, möglicherweise bereits nach vier bis fünf Jahren“, sagt Simon Junker, stellvertretender Leiter der Abteilung Konjunkturpolitik am DIW Berlin. „Gelingt es, auch nur einen Teil der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren, zahlt sich die Investition aus.“

Ohne Zweifel sind mit der großen Zahl von Flüchtlingen auch beachtliche Risiken verbunden: Kaum abzu­sehen ist derzeit, in welchem Maße der Arbeitsmarkt insbesondere Geringqualifizierte aufnehmen kann. Zudem muss betont werden, dass es sich bei dem Bericht um Simulationen handelt, die Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen, und nicht um Prognosen, die versuchen, die Zukunft vorherzusagen.
Autor: red

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Kommentare
Kruemelmonster
07.11.2015, 11:26 Uhr
wir werden es sehen...
ob sich die Aussage bewahrheiten wird!

Wie auch schon im Text geschrieben: Effekt erst nach 10 Jahren???
Mal angenommen in Syrien zieht wieder der Frieden ein, dann werden wohl die meisten wieder heimkehren (siehe Link und Umfrage) und dann...??? Außer Spesen nicht's gewesen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-10/fluechtlinge-syrien-baschar-al-assad-gewalt-fluchtgrund
Zukunft
07.11.2015, 12:33 Uhr
Immer zwei Seiten...
Es gibt zu jedem Sachverhalt ein positives und negatives Szenario. Immer, von welcher Seite man es betrachtet. Hier kommen so viele Menschen her, die meiner Meinung nach, unmöglich alle in den Arbeitsmarkt integriert werden können. Wer gering qualifizierte Arbeiten erledigt, verdient nicht viel und erhält später eine niedrige Rente. Also sind diese Menschen wieder auf den Staat angewiesen.

Die heute junge Generation wird bis über 70 arbeiten müssen. Das die heute junge Generation im Alter der Verlierer sind, wurde schon vor dem Flüchtlingsstrom vor einigen prognostiziert. Die beschlossene Erhöhung der Renten für nächstes Jahr kommt gerade zur richtigen Zeit, kurz vor der Bundestagswahl. Wenn so viel Geld in der Rentenkasse ist, kann ja das Renteneintrittsalter für alle auf 63 Jahre abgesenkt werden. Aber wie es aussieht, lebt Politik nur im heute und jetzt. Geht es nur um ihren jetzigen Machterhalt und nicht um die Zukunft.

Aber die Sozialsysteme werden das auf Dauer nicht verkraften, aber die Politiker berührt das nicht, weil sie nicht in die Sozialsysteme einzahlen (Renten- und Krankenversicherung). Darüber hinaus wird die fortschreitende Digitalisierung, nach einigen Aussagen, gerade einfache Tätigkeiten der Menschen wegrationalisieren. Damit wären die Sozialsysteme, wie wir sie heute kennen, in der jetzigen Form, so wie so nicht haltbar...
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