Do, 13:47 Uhr
29.10.2015
Landsenioren, Bienen, schützenswerte Bäume
Großvater ist 300 Jahre alt
In ihrer obligatorischen Herbst-Mitgliederversammlung gestern in der Friedenseiche begaben sich Mitglieder der Vereinigung der Landsenioren in das Wunderland der Bienen. Auch für Nicht-Imker ein interessanter Film. Daneben gab es einen Vortrag über Landschaftspflege, Baumkataster und Hinweise über den Veranstaltungsplan 2016...
Nordhausen. Einblicke in die Arbeit des Landschaftspflegeverbandes gab Astrid Koschorreck. Im November 2011 gegründet, umfasst er die Landkreise Nordhausen und Kyffhäuser. Naturschutz und Pflegemaßnahmen sind seine Hauptanliegen. Dazu zählen Projekte zum Schutz altehrwürdiger Bäume, des Kranichs und des Rotmilans sowie Entbuschungsarbeiten für den Artenerhalt.
Ein Baumkataster gibt Auskunft über schützenswerte hölzerne Riesen im Südharz. 1996 erschien die Broschüre Vergesst die alten Bäume nicht. Erfasst wurden 79 Bäume und Baumgruppen. 31 von ihnen gelten als besonders schützenswert.
Zu den ältesten der Veteranen zählt mit 750 Jahren die Sommerlinde in Appenrode. Nur 574 Sommer hat die Linde in Utterode bei Rehungen auf der Wurzel, aber einen Stammumfang von 12,4 Meter. Der 1850 in Ilfeld gepflanzte Bergahorn ist mit seinen 165 Lenzen noch ein Jüngling, im reiferen Alter (300) hingegen der Großvater, eine Rotbuche, im Kohnstein. 20 Jahre älter ist die bei Wernrode.
Sorgen bereitet die etwa 318-jährige Linde bei der Blasiikirche in Nordhausen. Nicht zu übersehen sind die Misteln, eine immergrüne Schmarotzerpflanze, die dem Baum zu schaffen machen.
Ein weithin sichtbares und bekanntes Naturdenkmal ist Flehmüllers Eiche in Krimderode. Ihr Alter wird auf 548 Jahre geschätzt. Alljährlich erfolgt unter ihrem Schatten spendeten Laubdach das Eichenfest. Viele Spaziergänger passieren Tag für Tag den Ginkgo-Baum in der Nordhäuser Promenade. Die wenigsten wissen um sein Alter: 170 Jahre soll er sein. Ein Veteran dagegen die vom Blitz gezeichnete Linde vor dem Kreisgericht in Nordhausen. Sie brachte 300 Jahre hinter sich.
Ein junger Spund im Kataster ist der Mammutbaum in Neustadt. Erst 144 Jahre alt, ist er der einzige seiner Art im Landkreis. Über 3000-jährige Prachtexemplare sind in Nordamerika zu finden. Der hierzulande könnte noch ein tausendjähriges Leben vor sich haben.
Herrlich ist der Ginkgo-Baum in der Promenade der Kreisstadt mit seiner dichten Belaubung in dieser Jahreszeit anzuschauen. Er ist noch relativ jung, zählt er doch erst 170 Jahre. (Foto: Kurt Frank)
Herrlich ist der Ginkgo-Baum in der Promenade der Kreisstadt mit seiner dichten Belaubung in dieser Jahreszeit anzuschauen. Er ist noch relativ jung, zählt er doch erst 170 Jahre
Mit dem 280-jährigen Linde-Naturdenkmal neben der Gaststätte Sägemühle bei Hermannsacker kann er nicht mithalten, wird dieses Alter voraussichtlich aber weit überschreiten. Sorgen durch Pilzbefall bereitet die 318-jährige Linde bei der Blasiikirche der Kreisstadt. Die Misteln, die wie Nester anmuten, sind eine immergrüne Schmarotzerpflanze, die ihr zu schaffen machen. Sie zu entfernen, ist sehr aufwendig.
Der Landschaftspflegeverband kann, hob Astrid Koschorreck hervor, auf beachtliche Erfolge verweisen. Festgeschrieben sind Musterverordnungen. Zu den Aktivitäten zählen Baumsanierungen. Sie erfolgten an der markanten Eiche in Görsbach, der Wendeleiche in Ellrich und an den uralten Pappeln in der Windlücke. Lichtbilder veranschaulichten die Bäume vor und nach der Operation.
Namentlich in die Jahre gekommenen Bäume mit ihrem verzweigten Astwerk sind Lebensraum für allerlei Getier: Vögel, Fledermäuse, Käfer, Insekten, Eichhörnchen. Schon deshalb ist ihr Erhalt geboten, machte Koschorreck deutlich.
Wenn diese alte Linde beim Kreisgericht in Nordhausen erzählen könnte. Im Baumkataster erfasst, wird ihr Alter mit 300 Jahren angegeben. Blitzeinschläge überstand sie bisher gut. (Foto: Kurt Frank)
Wenn diese alte Linde beim Kreisgericht in Nordhausen erzählen könnte. Im Baumkataster erfasst, wird ihr Alter mit 300 Jahren angegeben. Blitzeinschläge überstand sie bisher gut.
Der Landschaftspflegeverband will die Aufmerksamkeit für Bäume und Baumgruppen im Südharz weiter stärken. Die Eichengruppe in Limlingerode gehört dazu.
Ein weiterer Bericht über die Tagung der Landsenioren-Vereinigung folgt.
Kurt Frank
Autor: redNordhausen. Einblicke in die Arbeit des Landschaftspflegeverbandes gab Astrid Koschorreck. Im November 2011 gegründet, umfasst er die Landkreise Nordhausen und Kyffhäuser. Naturschutz und Pflegemaßnahmen sind seine Hauptanliegen. Dazu zählen Projekte zum Schutz altehrwürdiger Bäume, des Kranichs und des Rotmilans sowie Entbuschungsarbeiten für den Artenerhalt.
Ein Baumkataster gibt Auskunft über schützenswerte hölzerne Riesen im Südharz. 1996 erschien die Broschüre Vergesst die alten Bäume nicht. Erfasst wurden 79 Bäume und Baumgruppen. 31 von ihnen gelten als besonders schützenswert.
Zu den ältesten der Veteranen zählt mit 750 Jahren die Sommerlinde in Appenrode. Nur 574 Sommer hat die Linde in Utterode bei Rehungen auf der Wurzel, aber einen Stammumfang von 12,4 Meter. Der 1850 in Ilfeld gepflanzte Bergahorn ist mit seinen 165 Lenzen noch ein Jüngling, im reiferen Alter (300) hingegen der Großvater, eine Rotbuche, im Kohnstein. 20 Jahre älter ist die bei Wernrode.
Sorgen bereitet die etwa 318-jährige Linde bei der Blasiikirche in Nordhausen. Nicht zu übersehen sind die Misteln, eine immergrüne Schmarotzerpflanze, die dem Baum zu schaffen machen.
Ein weithin sichtbares und bekanntes Naturdenkmal ist Flehmüllers Eiche in Krimderode. Ihr Alter wird auf 548 Jahre geschätzt. Alljährlich erfolgt unter ihrem Schatten spendeten Laubdach das Eichenfest. Viele Spaziergänger passieren Tag für Tag den Ginkgo-Baum in der Nordhäuser Promenade. Die wenigsten wissen um sein Alter: 170 Jahre soll er sein. Ein Veteran dagegen die vom Blitz gezeichnete Linde vor dem Kreisgericht in Nordhausen. Sie brachte 300 Jahre hinter sich.
Ein junger Spund im Kataster ist der Mammutbaum in Neustadt. Erst 144 Jahre alt, ist er der einzige seiner Art im Landkreis. Über 3000-jährige Prachtexemplare sind in Nordamerika zu finden. Der hierzulande könnte noch ein tausendjähriges Leben vor sich haben.
Herrlich ist der Ginkgo-Baum in der Promenade der Kreisstadt mit seiner dichten Belaubung in dieser Jahreszeit anzuschauen. Er ist noch relativ jung, zählt er doch erst 170 Jahre. (Foto: Kurt Frank)
Herrlich ist der Ginkgo-Baum in der Promenade der Kreisstadt mit seiner dichten Belaubung in dieser Jahreszeit anzuschauen. Er ist noch relativ jung, zählt er doch erst 170 Jahre
Mit dem 280-jährigen Linde-Naturdenkmal neben der Gaststätte Sägemühle bei Hermannsacker kann er nicht mithalten, wird dieses Alter voraussichtlich aber weit überschreiten. Sorgen durch Pilzbefall bereitet die 318-jährige Linde bei der Blasiikirche der Kreisstadt. Die Misteln, die wie Nester anmuten, sind eine immergrüne Schmarotzerpflanze, die ihr zu schaffen machen. Sie zu entfernen, ist sehr aufwendig.
Der Landschaftspflegeverband kann, hob Astrid Koschorreck hervor, auf beachtliche Erfolge verweisen. Festgeschrieben sind Musterverordnungen. Zu den Aktivitäten zählen Baumsanierungen. Sie erfolgten an der markanten Eiche in Görsbach, der Wendeleiche in Ellrich und an den uralten Pappeln in der Windlücke. Lichtbilder veranschaulichten die Bäume vor und nach der Operation.
Namentlich in die Jahre gekommenen Bäume mit ihrem verzweigten Astwerk sind Lebensraum für allerlei Getier: Vögel, Fledermäuse, Käfer, Insekten, Eichhörnchen. Schon deshalb ist ihr Erhalt geboten, machte Koschorreck deutlich.
Wenn diese alte Linde beim Kreisgericht in Nordhausen erzählen könnte. Im Baumkataster erfasst, wird ihr Alter mit 300 Jahren angegeben. Blitzeinschläge überstand sie bisher gut. (Foto: Kurt Frank)
Wenn diese alte Linde beim Kreisgericht in Nordhausen erzählen könnte. Im Baumkataster erfasst, wird ihr Alter mit 300 Jahren angegeben. Blitzeinschläge überstand sie bisher gut.
Der Landschaftspflegeverband will die Aufmerksamkeit für Bäume und Baumgruppen im Südharz weiter stärken. Die Eichengruppe in Limlingerode gehört dazu.
Ein weiterer Bericht über die Tagung der Landsenioren-Vereinigung folgt.
Kurt Frank



