Sa, 12:11 Uhr
24.10.2015
Lange Nacht der Wissenschaften
Unerwünschte Souvenire
Wir wollen keinen unserer Leser von einer Afrika-Reise abhalten. Vorsichtsmaßnahmen sind aber unerlässlich. Symptome, die auf eine Erkrankung deuten, sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Unbehandelt, könnten sie mit dem Tod enden. Darauf machte gestern Abend Prof. Dr.med Reinhard Kappe aufmerksam...
Kappe ist Chefarzt des Instituts für Labordiagnostik, Mikrobiologie und Transfusionsmedizin am Südharz-Klinikum und hielt seinen Vortrag innerhalb der Langen Nacht der Wissenschaften.
Nordhausen. Professor Kappe referiert über Aktuelle Nordhäuser Fälle von Reiseinfektionen. Die hatten es in sich. Der letzte liegt erst wenige Tage zurück. Dick vermummt wurde am Donnerstagnachmittag mit dem Krankenwagen ein Patient eingeliefert. Er hatte Fieber, hustete. Er urlaubte in Uganda. In einem Dorf. Ebola-Verdacht. Ein Fall für Leipzig. Die Diagnose: Malaria-Tropica. Schlimm. Noch weitaus gefährlicher wäre Ebola gewesen.
Da war der 50-Jährige. Verheiratet mit einer Afrikanerin. Früher weilte er in Tansania. Schweißausbrüche plagten ihn. Spezielle Untersuchungen - auf Malaria, Pfeiffersche Drüsenfieber, HIV. Diagnose: Zytomegalie, eine heimische Infektionserkrankung.
Schlimmer war der Fall eines Arztes. In Tansania verbrachte er seinen Urlaub. Von dort kam er mit Fieber und heftigen Kopfschmerzen zurück. Sie ließen auf Stiche der Anophelesmücke schließen, die gefährliche Krankheiten übertragen kann. Verschiedene Blutuntersuchungen folgten. Besorgniserregend das Ergebnis. Eine Einweisung in das Tropenmedizinische Zentrum der Georgs-Klinik Leipzig war dringend geboten. Der Urlauber hatte sich die Malaria-Tripica eingefangen. Eine gefährliche Tropenkrankheit. Einen weiteren Tag unbehandelt hätte der 53-Jährige nicht überlebt.
Aktuelle Nordhäuser Fälle von Reiseinfektionen referierte gestern Abend Professor Dr.med Reinhard Kappe (Foto: Kurt Frank)
Über "Aktuelle Nordhäuser Fälle von Reiseinfektionen referierte gestern Abend Professor Dr.med Reinhard Kappe
Erst 38 Jahre war ein anderer Patient. Mit Hautausschlag am ganzen Körper, aber ohne Juckreiz, kam er ins Krankenhaus. 13 Tage lang weilte er in Sri Lanka. Fieber, Kopf-und Gliederschmerzen waren die Folge. Die Tigermücke, die gern Blut leckt, könnte der Übeltäter gewesen sein. Blutuntersuchungen ergaben:Dengue-Fieber. Sie sei die häufigste Infektionskrankheit der Tropen, klärte der Professor auf. Weniger als zehn Prozent der Gestochenen würden überhaupt ein Krankheitsbild bemerken.
Weltweit infizierten sich 390 Millionen Menschen mit Dengue-Fieber. 100 Millionen erkrankten daran schwer. Hohes Fieber über 39 könne zehn Tage nach dem Stich einsetzen. Hautausschlag mit groben Flecken sind ein markantes Zeichen für diese Erkrankung. Dagegen gebe es kein spezielles Anti-Virus-Medikament. Man müsse die Sache aussitzen wie eine Grippe.
Malaria und Dengue-Fieber sind die häufigsten einheimischen Infektionen. Schlimm, dass sich durch den Klimawandel die Tigermücke auch in Europa immer mehr ausbreite. Mit zunehmenden Fällen sei zu rechnen, blickte Professor Kappe voraus. Er zeigte in Lichtbildern Gebiete der Erde, wo für Touristen und Urlauber Reiseinfektionen möglich sind. In der Regel kommen sie alle gesund zurück. Das Immunsystem des Menschen leiste zudem gute Arbeit.
Alle Patienten wurden geheilt. Dennoch: Wer seinen Urlaub in Afrika oder anderen tropischen Ländern plant, sollte unumgängliche Vorkehren treffen, sich beraten und impfen lassen. Auch, und vor allem, auf Anzeichen danach achten, die auf Reiseinfektionen schließen.
Die Vorträge gestern Abend im Südharz-Klinikum besuchten zahlreiche interessierte Menschen. Insgesamt zählte das Haus 300 Besucher, teilte uns Anne Hagedorn, Leiterin Marketing, mit.
Kurt Frank
Autor: redKappe ist Chefarzt des Instituts für Labordiagnostik, Mikrobiologie und Transfusionsmedizin am Südharz-Klinikum und hielt seinen Vortrag innerhalb der Langen Nacht der Wissenschaften.
Nordhausen. Professor Kappe referiert über Aktuelle Nordhäuser Fälle von Reiseinfektionen. Die hatten es in sich. Der letzte liegt erst wenige Tage zurück. Dick vermummt wurde am Donnerstagnachmittag mit dem Krankenwagen ein Patient eingeliefert. Er hatte Fieber, hustete. Er urlaubte in Uganda. In einem Dorf. Ebola-Verdacht. Ein Fall für Leipzig. Die Diagnose: Malaria-Tropica. Schlimm. Noch weitaus gefährlicher wäre Ebola gewesen.
Da war der 50-Jährige. Verheiratet mit einer Afrikanerin. Früher weilte er in Tansania. Schweißausbrüche plagten ihn. Spezielle Untersuchungen - auf Malaria, Pfeiffersche Drüsenfieber, HIV. Diagnose: Zytomegalie, eine heimische Infektionserkrankung.
Schlimmer war der Fall eines Arztes. In Tansania verbrachte er seinen Urlaub. Von dort kam er mit Fieber und heftigen Kopfschmerzen zurück. Sie ließen auf Stiche der Anophelesmücke schließen, die gefährliche Krankheiten übertragen kann. Verschiedene Blutuntersuchungen folgten. Besorgniserregend das Ergebnis. Eine Einweisung in das Tropenmedizinische Zentrum der Georgs-Klinik Leipzig war dringend geboten. Der Urlauber hatte sich die Malaria-Tripica eingefangen. Eine gefährliche Tropenkrankheit. Einen weiteren Tag unbehandelt hätte der 53-Jährige nicht überlebt.
Aktuelle Nordhäuser Fälle von Reiseinfektionen referierte gestern Abend Professor Dr.med Reinhard Kappe (Foto: Kurt Frank)
Über "Aktuelle Nordhäuser Fälle von Reiseinfektionen referierte gestern Abend Professor Dr.med Reinhard Kappe
Erst 38 Jahre war ein anderer Patient. Mit Hautausschlag am ganzen Körper, aber ohne Juckreiz, kam er ins Krankenhaus. 13 Tage lang weilte er in Sri Lanka. Fieber, Kopf-und Gliederschmerzen waren die Folge. Die Tigermücke, die gern Blut leckt, könnte der Übeltäter gewesen sein. Blutuntersuchungen ergaben:Dengue-Fieber. Sie sei die häufigste Infektionskrankheit der Tropen, klärte der Professor auf. Weniger als zehn Prozent der Gestochenen würden überhaupt ein Krankheitsbild bemerken.
Weltweit infizierten sich 390 Millionen Menschen mit Dengue-Fieber. 100 Millionen erkrankten daran schwer. Hohes Fieber über 39 könne zehn Tage nach dem Stich einsetzen. Hautausschlag mit groben Flecken sind ein markantes Zeichen für diese Erkrankung. Dagegen gebe es kein spezielles Anti-Virus-Medikament. Man müsse die Sache aussitzen wie eine Grippe.
Malaria und Dengue-Fieber sind die häufigsten einheimischen Infektionen. Schlimm, dass sich durch den Klimawandel die Tigermücke auch in Europa immer mehr ausbreite. Mit zunehmenden Fällen sei zu rechnen, blickte Professor Kappe voraus. Er zeigte in Lichtbildern Gebiete der Erde, wo für Touristen und Urlauber Reiseinfektionen möglich sind. In der Regel kommen sie alle gesund zurück. Das Immunsystem des Menschen leiste zudem gute Arbeit.
Alle Patienten wurden geheilt. Dennoch: Wer seinen Urlaub in Afrika oder anderen tropischen Ländern plant, sollte unumgängliche Vorkehren treffen, sich beraten und impfen lassen. Auch, und vor allem, auf Anzeichen danach achten, die auf Reiseinfektionen schließen.
Die Vorträge gestern Abend im Südharz-Klinikum besuchten zahlreiche interessierte Menschen. Insgesamt zählte das Haus 300 Besucher, teilte uns Anne Hagedorn, Leiterin Marketing, mit.
Kurt Frank


