Fr, 15:45 Uhr
23.10.2015
Hubertusmesse im Dom
Der Hirsch und das strahlende Kreuz
Zur Tradition geworden sind die alljährlich im Herbst stattfindenden Hubertusmessen. Auch im Südharz. Sie sollen den Dank dem Weidwerk gegenüber zum Ausdruck bringen. Die 8. Auflage der Kreisjägerschaft erfolgt am 1. November mit einem ökumenischen Gottesdienst im Dom zum Heiligen Kreuz...
Die Jagdhorbläser sind auch diesmal dabei (Foto: nnz-Archiv)
Nordhausen. Auch hierzulande hat die Jagd eine lange Geschichte. Sie ist Bestandteil eines Gemeinwesens. Eröffnen wird sie der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Torsten Meißner. Das Wort ergreifen wohl auch in diesem Jahr wieder: Landtagsabgeordneter und Jäger Egon Primas, Andreas Schwarze, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, und Dom-Pfarrer Richard Hentrich.
Wie schon in den vergangenen Jahren wird die Festveranstaltung, die um 18 Uhr beginnt, kulturell umrahmt. In dem ehrwürdigen Gotteshaus erklingen Kirchen, Jagd-und Chorlieder. Die Jagdhornbläser aus Birkenmoor stellen ihr Können unter Beweis. Zugegen sein wird die Chorgemeinschaft Großlohra/Trebra/Hainrode/Rüdershausen. Aus Österreich hat sich die Jägersängerrunde Arriach angesagt. Erwartet werden zudem Gäste aus Politik und Wirtschaft.
Die Legende Hubertus und dem Kreuz tragenden Hirsch ist aus der Dichtung und der bildenden Kunst bekannt. Jeder Weidmann kennt sie. Einer Legende nach wurde Hubertus um 655 als Sohn eines Edelmannes geboren. Er starb 728. Anfangs führte er ein vergnügungssüchtiges Leben und war leidenschaftlicher Jäger.
Das änderte sich, als er im Geweih eines Hirsches, den er zur Strecke bringen wollte und schon den Bogen angesetzt hatte, ein strahlendes Kreuz erblickte und die Stimme von Christus hörte: Hubertus, warum jagst du mich?
Hubertus stand vor der Wahl, entweder das Tier zu töten – dann tötete er auch Christus – oder er ließ es leben. Er entschied sich für das Leben des Hirsches, entsagte fortan der Jagd und führte ein bescheidenes Leben.
Alljährlich halten dennoch katholische wie evangelische Kirchen Hubertusmessen ab, segnen die Weidmänner, ihre Waffen und die Strecke getöteter Tiere. Hubertus ernannte die Kirche zum Patron der Jäger, wo er doch der Jagd entsagte. Wie passt das zusammen?
Nicht nur Menschen, die mit der Jagd nichts am Hut haben, fragen sich: Wird die Hubertuslegende nicht in ihr Gegenteil gekehrt? Zudem habe sich Christus, den beide Konfessionen als Sohn Gottes verehren, nicht mit der Jagd anfreunden können. Die habe aber immer mit töten zu tun. Ein Widerspruch?
Was dazu wohl die Gottesmänner Richard Hentrich und Andreas Schwarze zu sagen haben?
Ihren Worten wird man aufmerksam lauschen.
Kurt Frank
Autor: red
Die Jagdhorbläser sind auch diesmal dabei (Foto: nnz-Archiv)
Nordhausen. Auch hierzulande hat die Jagd eine lange Geschichte. Sie ist Bestandteil eines Gemeinwesens. Eröffnen wird sie der Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Torsten Meißner. Das Wort ergreifen wohl auch in diesem Jahr wieder: Landtagsabgeordneter und Jäger Egon Primas, Andreas Schwarze, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, und Dom-Pfarrer Richard Hentrich.
Wie schon in den vergangenen Jahren wird die Festveranstaltung, die um 18 Uhr beginnt, kulturell umrahmt. In dem ehrwürdigen Gotteshaus erklingen Kirchen, Jagd-und Chorlieder. Die Jagdhornbläser aus Birkenmoor stellen ihr Können unter Beweis. Zugegen sein wird die Chorgemeinschaft Großlohra/Trebra/Hainrode/Rüdershausen. Aus Österreich hat sich die Jägersängerrunde Arriach angesagt. Erwartet werden zudem Gäste aus Politik und Wirtschaft.
Die Legende Hubertus und dem Kreuz tragenden Hirsch ist aus der Dichtung und der bildenden Kunst bekannt. Jeder Weidmann kennt sie. Einer Legende nach wurde Hubertus um 655 als Sohn eines Edelmannes geboren. Er starb 728. Anfangs führte er ein vergnügungssüchtiges Leben und war leidenschaftlicher Jäger.
Das änderte sich, als er im Geweih eines Hirsches, den er zur Strecke bringen wollte und schon den Bogen angesetzt hatte, ein strahlendes Kreuz erblickte und die Stimme von Christus hörte: Hubertus, warum jagst du mich?
Hubertus stand vor der Wahl, entweder das Tier zu töten – dann tötete er auch Christus – oder er ließ es leben. Er entschied sich für das Leben des Hirsches, entsagte fortan der Jagd und führte ein bescheidenes Leben.
Alljährlich halten dennoch katholische wie evangelische Kirchen Hubertusmessen ab, segnen die Weidmänner, ihre Waffen und die Strecke getöteter Tiere. Hubertus ernannte die Kirche zum Patron der Jäger, wo er doch der Jagd entsagte. Wie passt das zusammen?
Nicht nur Menschen, die mit der Jagd nichts am Hut haben, fragen sich: Wird die Hubertuslegende nicht in ihr Gegenteil gekehrt? Zudem habe sich Christus, den beide Konfessionen als Sohn Gottes verehren, nicht mit der Jagd anfreunden können. Die habe aber immer mit töten zu tun. Ein Widerspruch?
Was dazu wohl die Gottesmänner Richard Hentrich und Andreas Schwarze zu sagen haben?
Ihren Worten wird man aufmerksam lauschen.
Kurt Frank

