Gegen die kollektive Depression
Gästebuch Zu_Flucht in Nordhausen
Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht und einige haben es auch bis nach Nordhausen geschafft. Welche Geschichten und Schicksale sich hinter den anonymen Zahlen verstecken, will jetzt das "Gästebuch Zu_Flucht" erkunden, ein Projekt bei dem es darum geht, mit den Flüchtlingen zu reden, anstatt über sie...
800.000 oder eine Million für Deutschland, 830 für den Landkreis, 60 Millionen Menschen weltweit, 40 Millionen Inlandsflüchtlinge - in der Flüchtlingskatastrophe wird man vor allem mit Zahlen konfrontiert. Hinter der Statistik aber stehen einzelne Schicksale, Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen, von denen jeder und jede ihre oder seine eigene Geschichte, eigene Vorstellungen, Hoffnungen und Sorgen hat.
Angesichts des Ausmaßes der Flüchtlingsströme ist eine Verengung auf die Zahlen verständlich, die Masse ist zu groß, die Einzelheiten gehen in ihr unter. Auch in Nordhausen, wo man es bisher lediglich mit ein paar hundert Flüchtlingen zu tun hat. Damit aus Zahlen wieder Menschen werden, ist man zur Zeit dabei, einige der Neuankömmlinge aber auch Alteingesessene Mitbürger mit fremden Wurzeln zum Interview zu bitten.
Im "Gästebuch" suchen die Macher das Gespräch mit Menschen aus verschiedenen Nationen, die es auf dem einen oder anderen Weg alle nach Nordhausen verschlagen hat. In einem je drei Seiten umfassenden Porträt wird darüber gesprochen, woher sie kommen, wie das Leben in der alten Heimat ausgesehen hat, warum man geflohen ist und wieso man gerade hierher gekommen ist. Dabei werden nicht nur einzelne Erwachsene befragt, sondern auch Familien, Leute die erst jüngst nach Nordhausen gelangt sind und auch solche, die schon seit Jahren in der Stadt leben.
"Uns geht es auch darum, als Gesellschaft nicht in eine kollektive Depression zu verfallen. Wir wollen Erfolge zeigen, und den Begriff als solches in einem anderen Licht sehen, zeigen, das es schon als Erfolg gewertet werden kann, es bis nach Deutschland geschafft zu haben", sagte Alexander Scharff, Politiker der Linken und Gewerkschafter der IG Metall, der das Projekt der Gewerkschaft zusammen mit Susan Wille betreut. Die gebürtige Nordhäuserin lebt heute in Leipzig und arbeitet als Lektorin und Übersetzerin, was angesichts der Sprachbarriere eine mehr als nützliche Ergänzung darstellt.
Die Interviews werden seit einigen Tagen geführt. Mit einer Veröffentlichung des "Gästebuches" wird Anfang Dezember gerechnet.
Angelo Glashagel
Autor: red
Kommentare
Ra1n3R
27.10.2015, 11:04 Uhr
Rosinenpickerei
auch hier wieder. Tolle Sache, so eine Plattform.Keine Frage. Und wer sucht die Inhalte aus, die veröffentlicht werden? Nach welchen Kriterien funktioniert das? Werden dort auch wieder nur die Geschichten um Kulleraugen und spielende Kinder veröffentlicht? Oder gibt es dann auch "ehrliche" Berichte / Gästebucheinträge vom Gros der Menschen, die nur wegen des Schlaraffenland-Syndroms hier aufschlagen?
Ich bin gespannt auf den Mix der "Einzelschicksale". Also wieviel Einträge von "Familien" veröffentlicht werden und wieviel vom gesunden, wohlgenährten Mann. Ich bin gespannt auf die Antworten der "Einzelschicksale" aus Pakistan, Indien, Serbien, Kosovo, Iran etc. pp. .
Ich bin gespannt auf die Fragen des Betreibers und vor allem die Antworten der Menschen zum Thema Gleichberechtigung der Frau, dem offenen Umgang mit Homosexualität. Ich bin gespannt auf die Fragen und Antworten, was sich die Menschen unter Integration im Gastland vorstellen. Was sie erwarten, was versprochen wurde, was sie bereit sind für das Gastland und deren Menschen zu tun. Gespannt auf die Fragen und Antworten zum Thema Respekt, Glauben, die Art des Lebens hier.
Aber ich befürchte vorab wieder, dass dies nur ein weiteres "Kulleraugen-Portal" mit gut ausgewählten / platzierten Themen / Schicksale sein wird. Das kann man sich dann aber sparen, davon gibt es reichlich und die Zahl solcher Projekte zeigt inzwischen eher einen Abwärtstrend.
Aber eventuell gibt es ja auch eine positive Überraschung und dieses Projekt wird sachlich, neutral, ehrlich und ohne jegliche Züge von Augenwischerei geführt. Wie erwähnt, ich bin gespannt!
Wolfi65
27.10.2015, 12:01 Uhr
Es ist nur eine Frage der Zeit
das wieder ein ertrunkenes Kind im Mittelmeer aufgefunden und zur Schau gestellt wird, um weiteren hunderttausenden Flüchtlingen die Einreise nach Deutschland zur ermöglichen.
Schon jetzt dürfte der Bundeshaushalt überfordert sein, aber Berlin macht munter weiter.
Da werden eben wieder Anleihen in Astronomischer Höhe aufgenommen, damit die Nachfolgenden Generationen auch was von diesem historischen Ereignis der unkontrollierten Völkereinwanderung nach Deutschland haben.
Die Urheber werden dann nicht mehr Leben und es interessiert diese schon heute nicht mehr, was mit dem Deutschland von Morgen wird.
Mal sehen, wie lange noch die Demonstranten in Dresden, Erfurt und Magdeburg usw. sich als braunes Pack aus Berlin und Bonn beschimpfen lassen müssen?
Wie lange noch der BRD Justizchef Maas fest in seinem Sattel sitzt und im TV verkündet, dass ihm Dresden und somit auch Sachsen in dieser Frage nicht interessiert und mit welchen Recht wohl diese "Wir sind das Volk" rufen.
Diese BRD Regierung erkannte wohl von Anfang an, Ostdeutschland nicht als vollwertiges Mitglied an. Deswegen gibt es bis zum heutigen Tage Rentenpunkte Ost und Rentenpunkte West.
Lohntarifgebiet Ost und Lohntarifgebiet West.
Dieses ist wahrscheinlich dem Umstand geschuldet, dass im Osten Deutschland nach 26 Jahren Einheit wohl immer noch schlechtere Arbeit geleistet wird, wie im Westen?!
Daß die Mieten und Lebenshaltungskosten im Osten immer noch erheblich billiger wie im Westen sein sollen?!
Fest steht am Ende nur, dass die Handlungsweisen und Reden der jetzigen Regierenden wohl am billigsten sind.
Herr Taft
27.10.2015, 12:23 Uhr
Nicht schlecht...
Eine tolle Sache dieses Gästebuch. Und vielen Dank lieber Ra1n3R (wow, die Schreibweise zeugt von unglaublicher Kreativität) für Ihren Beitrag dazu. Zeigt er doch Ihre eingeschränkte Sicht auf die Dinge. Ich polemisiere mal: Ein Flüchtling muss (Ihrer Meinung nach) mittellos, zerlumpt und halbverhungert sein. Ist er das nicht, kann er unmöglich aus Not und Elend geflohen sein, sondern will nur ins Schlaraffenland.
Können Sie sich vorstellen, dass manche Menschen in Syrien in eigenen Häusern leben, vielleicht gute Positionen in mittelständischen Unternehmen hätten, in der Verwaltung arbeiteten, Lehrer, Archtekten oder Ingenieure waren ?
Stellen Sie sich vor, in Nordhausen fallen Extremisten ein, zerstören Ihr Haus...oder die Widerstandskämpfer tun es. Auf den Straßen sind Sie und Ihre Frau nicht mehr sicher, weil Sie aufgeklärt sind und kein Extremist sind. Sie nehmen Ihr Erspartes und fliehen, weil Sie Angst um Ihr Leben haben.
Dann kommen Sie in ein Land von dem Sie glauben zu wissen, dass es aufgeklärt, sozial, tolerant und freundlich ist. Dort treffen Sie auf Glatzköpfe und Halbaffen, die Ihnen sagen Sie seien kein Flüchtling - weil Sie keine Lumpen tragen und wohlgenährt sind.
Engstirniger geht es glaub ich nicht.
Wolfi65
27.10.2015, 13:12 Uhr
Dieses Szenario wird wohl auch bald hier stanttfinden @nussbaum
Erst einmal viele Grüße in die gebrauchten Bundesländer.
Dann zum Thema Glatzköpfe und Flüchtlinge.
Es mag sein, daß man im Westen der Republik immer noch der irrigen Meinung erlegen ist, alles zu schaffen.
Das ist aber ein Irrglaube, denn auch im Westen geht es nicht mehr so weiter wie bisher.
Seit Hartz4 sind etliche Wohlstandsvertreter ruhiger geworden und mussten nach einem Jahr Arbeitslosigkeit ihr Sparbuch verbrauchen, die Kapitallebensversicherung und das geliebte "Mopped" verkaufen.
Es läuft zwar in vielen Betrieben im Westen noch ein wenig besser als im Osten der Republik, aber wahrscheinlich nicht mehr lange.
Wenn erst die Billigfachkräfte einrücken, wird wohl auch der Mindestlohn sich im Lande des Überflusses durchsetzen.
Verschiedene Urlaube und Neuwagenbestellungen müssen dann wohl Ad acta gelegt werden.
Spätestens dann werden unsere Brüder und Schwestern jenseits von Werra und Leine aufwachen und ihre gute Kinderstube vergessen.
Ob dann eine schnelle Rückführung der Dauergäste eine Lösung bringen wird, ist noch fraglich.
Ich hoffe nur daß @ Nussbaum dann seine Haarpracht auf dem Kopf behält, wenn er wieder in die Neuen Bundesländer zurückfährt, um hier Asyl zu finden.
Goldene Aue
27.10.2015, 14:11 Uhr
@Nussbaum
"Stellen Sie sich vor, in Nordhausen fallen Extremisten ein, zerstören Ihr Haus...oder die Widerstandskämpfer tun es."
Hmh machen unsere Extremisten das nicht schon seit Jahren?
-Hartz4
-Kürzung der Realrenten
-Energiepolitik
-die Familienpolitik
-Steuerpolitik usw.
-die "woll´n ma se rein lasse" - Kultur ohne zu fragen, ob der kleine dusselige Bürger das auch will
Schönen Gruß in die gebrauchten Ländern, aus den neuen Ländern, die schon immer Frühaufsteher sind :-)
Herr Taft
27.10.2015, 14:32 Uhr
@wolfi65....danke
für die Grüße und beste Grüße zurück in meine geliebte Heimat.
Mal ehrlich, glauben Sie das wirklich, was Sie da schreiben ? Ich finde es schon bemerkenswert, dass in München sich gestern ganze 250 Hanseln zum "Abendspaziergang" verirrten. Es hat wohl etwas damit zu tun, dass hier in den gebrauchten Bundesländern die Menschen mehr Zeit hatten Veränderungen nicht als Weltuntergang zu begreifen sondern allgemein positiver auf die Dinge blicken. (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Nach meinen Erfahrungen hier zählt nicht, wer woher und warum hier her gekommen ist - bin ja selbst ein Migrant, wenn Sie so wollen - sondern nur, was die Person tut, kann oder auch nur bereit ist zu leisten.Daneben stehen ganz normale Verhaltensregeln, an die sich gehalten wird. Von Einheimischen und Zugereisten (egal woher). Oberste Regel: Leben und Leben lassen. Warum soll dass in NDH nicht möglich sein ?
ndh65
27.10.2015, 15:16 Uhr
@nussbaum und alle die nur das Gute sehen
Als erstes möchte ich sie bitten, die Diskriminierung der von Ihnen sogenannten Glatzköpfe und Halbaffen zu unterlassen, denn nicht jeder der eine Glatze hat ist gleich ein Rechter. Auch in der jetzigen Regierung haben einige Politiker dieses Haarproblem.
Zweitens, da sie immer davon sprechen, dass in unser Land nur gemäßigte Moslems kommen habe ich ein sehr schönes Video für sie, welches den normalen Moslem widerspiegelt.
http://nachgerichtet.is/2015/10/us-imam-es-gibt-keinen-moderaten-islam-kriegserklaerung-an-die-freie-welt.html
Bitte schauen sie es sich an! Und dann erklären sie mir bitte, was für sie gemäßigter Islam bedeutet.
Mfg
Ra1n3R
27.10.2015, 15:29 Uhr
Topic vergessen?
Was haben die Antworten mit dem Topic zu tun? Und @nussbaum... Lesen bedeutet nicht zwangsläufig verstehen. Ich versuche es dann noch einmal etwas "simpler" auszudrücken. ;) Denn (wie so oft) haben auch Sie auf keine einzige Frage / Passage geantwortet, sondern mit einem vom Thema abweichenden Text geantwortet.
Ich schrieb das ich "gespannt" bin, wie sich dieses Projekt dann darstellt. Was ist an diesem Satz nicht zu verstehen?
Auch eine Anmerkung / Frage nach dem "Konzept", sollte nicht überfordernd wirken. Sie selbst bemängeln doch immer wieder, dass Teilnehmer von Demonstrationen bzw Kritiker nur mit sturem Blick durch die Gegend wandeln und keinerlei Gespräche zustande kommen würden. Versucht man dann also etwas zu hinterfragen, dann sind die Menschen (wie Sie aktuell), die immer mangelnde Gesprächsbereitschaft monieren nicht in der Lage auch einem Gespräch zu folgen? Das ist schon merkwürdig anmutend...
Eine weitere Passage in meinem Text war mit der Frage verknüpft, ob man sich dann (so wie es sich las...) auf den nicht bewährten Pfad der Desinformation und Darstellung von ausgesuchten Kindern beschränkt. Ob man bei dem Projekt den Weg beschreitet, den immer mehr verlassen?Beispiel ein paar Big-Player im Mediengeschäft - ARD, ZDF, FAZ, Focus (u.v.m.) die z.T. offen eine falsche Berichterstattung und dadurch ein falsches Bild von der Situation gezeichnet haben.
Was ist daran nicht zu verstehen wenn jemand fragt, ob denn eine neutrale, Wahrheitsgetreue und mit tatsächlich aktuellen Fakten gespickte Version eines "Gästebuches" erstellt wird? Ich habe keine Ahnung, wie ich Ihnen das noch simpler erklären soll. Meine Frage hatte (im Gegensatz zu Ihrem Text) keinerlei Spitzen auf einzelne Beteiligte in der Diskussion enthalten.
Meine Fragen bezogen sich darauf, ob man denn bei diesem Projekt aus den Fehlern der anderen gelernt hat,oder ob man diese verfahrene Schiene weiter fahren will. Auch ist es sehr schade, dass der Grund für meine Frage nicht verstanden wurde.
Sie bemängeln am laufenden Band die Kritiker, dieser politischen Katastrophe. Sie bemängeln, dass sich Kritiker angeblich nicht mit der Materie auseinander setzen.
Ich bemängele, dass Sie den Sinn nicht verstanden haben und anstatt nachzufragen, nur mit plumpen Kommentaren wie ein trotziges Kind (was man kein Ü-Ei an der Kasse gekauft hat) reagieren.
Kritiker und Menschen mit Sorgen u./o. Ängsten werden nur als dumpfe Faschos abgestempelt. Fällt Ihnen da nichts anderes ein? Liegt die Ursache nicht an anderer Stelle? Liegt es nicht an der ständigen Desinformation, der Ausgrenzung, dem gefälschten Bild der Situation (s.o.), den kopflosen Politikern und den Medien? Das Vertrauen ist im Keller! Und darauf bezog sich mein Text. Wenn man eben so ein Projekt aus dem Boden stampft und den Leuten erneut ein falsches Bild auftischt, dann wundert man sich am Zulauf von Demonstrationen? Ich schrieb, dass man mit so einem Projekt eine Brücke zur Aufklärung schlagen kann. Sofern dort eben neutrale, realitätsgetreue und ehrliche Berichte zu finden sind. Was ist daran falsch?
Mit Ihrer Antwort zeigen Sie nur eines. Der Wille um eine Brücke der Mitte zu schlagen ist nicht gewünscht. Kritiker = unwissende braune Idioten, Verbreiter von gefaktem, zusammengeschnippelten Nachrichten = das Nonplusultra.
Das dies der falsche Weg ist, haben eben schon andere erkannt. Ist der Focus (als Beispiel) das hauseigene Blättchen der NPD? Man muss kein Abonnent sein, um das zu verneinen. Lesen Sie einfach mal die Berichterstattung des Focus zum Thema Asyl / Asylpolitik von Januar bis dato. Es ist erstaunlich, welcher Wandel da vollzogen wurde. Denn die Redakteure haben sehr wohl erkannt, dass man mit einer neutralen und ehrlichen Verfahrensweise mehr erreicht und besser aufklärt, als nur mit dumpfen Parolen wie "Deutschland verrecke!" ;)
Was also ist an meiner Anmerkung falsch zu verstehen? Wenn man eine Plattform, die aufklärenden Charakter haben soll erstellt, dann doch bitte auch mit Fakten und ehrlichen Geschichten. Und nicht 100 Einträge nur über Kinder und Familien, über die Kardiologen, Architekten u. Maschinenbau Ingenieuren zeichnen, wenn die tatsächlichen Verhältnisse anders aussehen. Die Zahlen und Aussagen (auch aus dem Ministerium von Frau Nahles) sprechen eine andere Sprache. Ich sehe in einer ehrlichen Berichterstattung (oder eben solche Gästebuch-Ideen) eine Chance zum einreißen von Mauern. Geht es im Kulleraugen-Stil weiter, nimmt das keiner mehr wahr. (weil an der Realität vorbei) ;)
Eric Cartman
27.10.2015, 16:02 Uhr
Was das mit dem Topic zu tun hat frage ich mich auch
@Ra1n3R: Sie sollten mal unter Kleinanzeigen, Rubrik Bekanntschaften versuchen jemanden zu finden, der auf ihre vielen Fragen, für die sie die Antwort ständig selber geben, antworten möchte. Mich beschleicht das Gefühl, dass Sie in dieser Rubrik von niemanden so richtig ernst genommen werden.
Topic: Man sollte sich auf jeden Fall mit Einzelschicksalen dieser Menschen beschäftigen. Nur Namen, Gesichter, Schicksale bringen Verständnis oder eben Unverständnis für den jeweiligen Fluchtgrund. Es ist eine Errungenschaft unseres Landes, dass auch im Asylverfahren der jeweilige Fall betrachtet wird und nicht das "Schickt sie alle Heim - Prinzip" gilt. Es ist dumm, hier gleich wieder Forderungen aufzustellen, was gefälligst drin zu stehen hat.
Herr Taft
27.10.2015, 16:10 Uhr
Es ist zu mühsam....
...meine Lieben. Ok,ok....ja Rainer...Ich habe polemisiert und das auch angekündigt. Ich habe mich des Stilmittels bedient, welches zu gerne von der "ich will, dass alles so bleibt, wie es ist"-Fraktion genutzt wird: Verallgemeinerung. Unzählige Male habe ich versucht darauf hinzuweisen, dass es natürlich radikale, kriminelle Menschen unter den Asylanten gibt. Jedoch nicht mehr als in unserem ach so herzigen Abendländle auch. Die Menschen die hier ankommen, repräsentieren einen Querschnitt der Bevölkerung der Länder aus denen sie kommen. Es sind nicht NUR Dummbatzen, Salafisten, Vergewaltiger und Schläger, wie es gerne immer wieder hingestellt wird. Das schließt jedoch nicht aus, dass der ein oder andere darunter ist. Da nutzt Ihr tolles Video auch nichts. Wenn Sie die Verkehrsnachrichten verfolgen, müssen Sie zu dem Ergebnis kommen, auf unseren Straßen herrsche das totale Chaos: Überall Unfälle, Staus und Pannen....klar über die Millionen Autofahrer die jeden Tag heil und unversehrt an ihr Ziel kommen berichtet niemand (btw...der Focus sowieso nicht). Verstehen Sie die Analogie ? Das schlimme ist, das von den besorgten Bürgern negative Meldungen aufgesaugt und multiplizier werden. Positive Meldungen werden als "Kulleraugenquatsch" oder gleich als Lüge abgetan. Objektivität geht anders.
Günther Hetzer
27.10.2015, 16:52 Uhr
Gästebuch...
Zur Abwechslung würde ich gern mal nicht rumpoltern.
Sondern ich betrachte dieses Buch als sehr interessant.
Trotz meiner Bedenken über die Ausrichtung der Geschichten (natürlich wird nur von positiven Bespielen berichtet werden), würde ich dieses Buch gern lesen.
Um daraus vllt. den Schlüssel zu einer gelingenden Integration zu finden.
Mir ist aber durch diesen Artikel eine Frage in den Kopf geschossen. Mich würde ganz ehrlich mal die Meinung aller Kommentatoren (egal ob Befürworter oder Gegner der aktuellen Asylpolitik) zu der prozentualen Verteilung der Flüchtlinge nach "Kriegsflüchtling" und "Wirtschaftsflüchtling" interessieren. Auch die Verteilung nach künftig "geglückter" und "nicht geglückter" Integration. Wir reden nämlich alle von unseren Standpunkten heraus, doch liegt die Wahrheit wahrscheinlich irgendwo in der Mitte. Und auch wenn uns dieses Buch einen Einblick in die Geschichten die hinter den Flüchtlingen stehen bietet, so wird es mir diese Frage wohl nicht beantworten können.
Herr Taft
27.10.2015, 19:20 Uhr
Das ist schwer, Highvoltage...
Tatsächlich wissen können wir es alle nicht. Ich glaube jedoch dass schon einiges passieren muss, damit man Freunde und Heimat verlässt (um blöden Kommentaren zuvor zu kommen: ja, bei mir war's verglichen dazu ein luxusproblem) Wirtschaftliche Zwänge sind das bei einem Teil der Flüchtlinge ganz bestimmt. Bei der Masse denke ich sind es einfach Ängste vor Verfolgung und der politischen/religiösen Zukunft in ihrer Heimat. Ich schätze die reinen Wirtschaftsflüchtlinge vielleicht auf 25%.
Günther Hetzer
28.10.2015, 07:07 Uhr
Danke für Ihre Antwort,
@Nussbaum
Ich persönlich habe neben kulturellen, gesellschaftlichen uns menschlichen Aspekten auch offizielle Zahlen zur Hilfe genommen um mir ein Bild zu machen. So komme ich unter beachtrachtung der Herkuftsländer zu einer Verteilung in 30-45% Flüchtlinge (im eigentlichen Sinn) und 55-70% Wirtschaftsflüchtlinge. Der überwiegende Teil aller erfassten Asylanträge kamen von Menschen aus Ländern in denen keine Bedrohung besteht. Zudem dürfte es aufgrund fehlender oder unzureichender Herkunftsprüfung (durch Vorlage von Ausweisdokumenten ... etc.) eine Dunkelziffer an, nennen wir sie mal "Schein-Syrern" geben.
Aber sehen Sie was wir hier trotz aller Anfeindungen der letzten Wochen geschafft haben? Ich fragte, Sie haben geantwortet. :-)
Beide haben wir unsere Schätzungen genannt und nach unserer Denkweise auch versucht zu Argumentieren. Erfrischend :-)
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