So, 10:42 Uhr
04.10.2015
nnz-Betrachtung
Respektlos und beleidigend
Es hätte so ein schöner Feiertag werden können, dieser 3. Oktober des Jahres 2015. Sonnenschein, tolles Herbstwetter. Ausflug mit Kumpels oder Familie. Für rund 100 Beamte der Thüringer Polizei wurde daraus nichts...
Die waren auch an diesem Wochenende wieder einmal im Einsatz. Sie reisten nach Nordhausen, um zwei Demonstrationszüge nicht nur zu begleiten, sondern um sie vor allem von einander zu trennen.
In Summe mögen wohl so um die 400 Frauen und Männer in Nordhausen gelaufen sein. Die Sprüche, die auf beiden Seiten skandiert wurden, die sind bekannt. Auch in Nordhausen. Auch den Polizisten, denen - wenn nichts anderes mehr einfällt - die Sprechchorfrage gestellt wird: "Wo ward ihr in Heidenau?"
Und denen Vertreter des Bündnis gegen Rechts gestern wieder einmal unterstellten, auf dem rechten Auge blind zu sein. Ich war zufällig Augenzeuge dieser verbalen Auseinandersetzung, bei der sich ein junger Mann bedrohlich vor einem Polizeiführer aufbaute, ein anderer ihn beschimpfte. Warum? Weil die Polizei verhinderte, dass sich Teile der Gegendemonstranten den Islamhassern nähern konnten.
Auch soll die Polizei nicht verhindert haben, dass Rechtsextreme das Fest am St. Jakobhaus störten und dort entlangliefen. Ich stellte mir die Frage, wie ein Polizeibeamter aus Erfurt zum Beispiel zwei oder drei Männer aus Nordhausen und deren politische Gesinnung kennen soll?
All diese kleinen Nicklichkeiten sind es, die den Beamten in Uniform mit einem knackevollen Überstundenkonto ihre Arbeit nicht leichter machen. Und dass dann die Vorgesetzte der Versammlungsbehörde sich nicht an gemeinsam erarbeitete Vorgaben hält und sie eigenmächtig außer Kraft setzt, dass lässt so manchen Beamten zusätzlich verzweifeln. Und die sich dann Sprüche wie "Wir kriegen Euch alle" von der einen Seite und "Nie, nie wieder Deutschland" auf der anderen Seite anhören müssen.
Die, die gestern und vermutlich auch weiterhin auf die Straße gehen, um für oder gegen etwas zu demonstrieren, die sollten sich ein wenig mehr Respekt vor den Frauen und Männern einpacken, die nicht nur das Leben und das Eigentum der 99 Prozent der Nordhäuser schützen, die gestern den Feiertag genießen wollten, sondern auch die Gesundheit derjenigen, die durch die Straßen zogen. Man stelle sich vor, die Polizei wäre bei derartigen Festtags-Veranstaltungen nicht mit auf der Straße...
Peter-Stefan Greiner
Autor: redDie waren auch an diesem Wochenende wieder einmal im Einsatz. Sie reisten nach Nordhausen, um zwei Demonstrationszüge nicht nur zu begleiten, sondern um sie vor allem von einander zu trennen.
In Summe mögen wohl so um die 400 Frauen und Männer in Nordhausen gelaufen sein. Die Sprüche, die auf beiden Seiten skandiert wurden, die sind bekannt. Auch in Nordhausen. Auch den Polizisten, denen - wenn nichts anderes mehr einfällt - die Sprechchorfrage gestellt wird: "Wo ward ihr in Heidenau?"
Und denen Vertreter des Bündnis gegen Rechts gestern wieder einmal unterstellten, auf dem rechten Auge blind zu sein. Ich war zufällig Augenzeuge dieser verbalen Auseinandersetzung, bei der sich ein junger Mann bedrohlich vor einem Polizeiführer aufbaute, ein anderer ihn beschimpfte. Warum? Weil die Polizei verhinderte, dass sich Teile der Gegendemonstranten den Islamhassern nähern konnten.
Auch soll die Polizei nicht verhindert haben, dass Rechtsextreme das Fest am St. Jakobhaus störten und dort entlangliefen. Ich stellte mir die Frage, wie ein Polizeibeamter aus Erfurt zum Beispiel zwei oder drei Männer aus Nordhausen und deren politische Gesinnung kennen soll?
All diese kleinen Nicklichkeiten sind es, die den Beamten in Uniform mit einem knackevollen Überstundenkonto ihre Arbeit nicht leichter machen. Und dass dann die Vorgesetzte der Versammlungsbehörde sich nicht an gemeinsam erarbeitete Vorgaben hält und sie eigenmächtig außer Kraft setzt, dass lässt so manchen Beamten zusätzlich verzweifeln. Und die sich dann Sprüche wie "Wir kriegen Euch alle" von der einen Seite und "Nie, nie wieder Deutschland" auf der anderen Seite anhören müssen.
Die, die gestern und vermutlich auch weiterhin auf die Straße gehen, um für oder gegen etwas zu demonstrieren, die sollten sich ein wenig mehr Respekt vor den Frauen und Männern einpacken, die nicht nur das Leben und das Eigentum der 99 Prozent der Nordhäuser schützen, die gestern den Feiertag genießen wollten, sondern auch die Gesundheit derjenigen, die durch die Straßen zogen. Man stelle sich vor, die Polizei wäre bei derartigen Festtags-Veranstaltungen nicht mit auf der Straße...
Peter-Stefan Greiner

