eic kyf msh nnz uhz tv nt
Di, 09:27 Uhr
15.09.2015
Ehrhold erinnert an Wahlversprechen

Schlag ins kommunale Gesicht

Die Wahlversprechungen der aktuell in Thüringen regierenden Parteien klangen sehr sympatisch: Zum Beispiel sollten die Kommunen entlastet werden. Jetzt scheint davon nicht mehr viel übrig zu bleiben...

Die rot-rot-grüne Landesregierung bereitet den nächsten Haushalt vor. Ein Doppelhaushalt soll es werden. Parallel dazu soll der kommunale Finanzausgleich novelliert werden. Im Entwurf ist zum Beispiel vorgesehen, dass Kommunen, die künftig Bedarfszuweisungen beantragen, den Hebesatz der Gewerbesteuer auf 110 Prozent des Landesdurchschnitts anheben sollen.

Anzeige Refinery (lang)
Im Fall der Stadt Nordhausen wären das 440 Prozent statt wie bisher 400 Prozent. Die Unternehmen werden in helle "Freude" ausbrechen. Und der Kreisverband des Gemeinde- und Städtebund schreibt in seiner Stellungnahme: "Nachdem im Wahlkampf die unbedingte, finanzielle Stärkung der Kommunen als oberstes Wahlkampfmotto ausgegeben wurde, ist dieser Entwurf eine Farce. "

In dem vom Kreisvorsitzenden und Junggenossen Matthias Ehrhold unterzeichneten Schreiben heißt es, dass im Landkreis Nordhausen "gefühlt" jede zweite Kommune auf Bedarfszuweisungen angewiesen sein wird. " Es scheint niemand auf Ebene der Landesregierung zu erkennen, dass hier ein grundsätzliches Problem der Unterfinanzierung der Kommunen besteht. Genau dieses Problem hatten die jetzigen Regierungsparteien in der damaligen Opposition klar erkannt und auch deshalb in ihrem Wahlkampfprogramm an Priorität eins gesetzt. Nach dem Motto 'nach einer erfolgreichen Wahl ist alles anders', ist dies für uns eine weitere, klare Verschlechterung unserer finanziellen Situation", schreibt der Ellricher Bürgermeister an den Thüringer Gemeinde- und Städtebund.

Ehrhold erinnert auch daran, dass sich im Landkreis Nordhausen "fast alle Kommunen" in der Haushaltssicherung befinden. Schuld daran habe die "schlechte Finanzausstattung durch den Freistaat". Vielleicht sollte sich der Ellricher Bürgermeister mal bei seinen Kollegen im benachbarten Eichsfeld erkundigen, wie die in den vergangenen Jahrzehnten gewirtschaftet haben?

In Gefahr sieht Ehrhold auch die beschlossenen Haushaltssicherungskonzepte, die teilweise bis in die Jahre 2024 oder 2025 ausgelegt sind. Und die, das wussten Fachleute schon vor der jeweiligen Beschlussfassung das Papier nicht wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Das gilt übrigens auch für das Konzept des Landkreises Nordhausen.

Für den Ellricher Bürgermeister und seine Kollegen im Landkreis bedeutet das, "trotz der Durchführung einer strikten Sparpolitik und disziplinierter Haushaltsführung in unseren Mitgliedsgemeinden, wird es ihnen auf Grund zugesagter, aber nicht in der erwarteten und geplanten Höhe fließender Landeszuweisungen nicht möglich sein, die Vorgaben der beschlossenen Haushaltssicherungskonzepte einzuhalten. "
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
altmeister
15.09.2015, 10:57 Uhr
Beste Kontakte
Da frag ich doch einfach mal nach den vorzüglichen Kontakten des LR zur Landesregierung, wo da die Ergebnisse bleiben.
Als SPD-Frontmann sollte Herr Ehrhold doch im Stoff stehen, wissen wo für "seine"Regierung die Prioritäten liegen.
Was soll auf einmal das Jammern?
Kenne ich in der Art doch eigentlich nur vom sogenannten "Pack"!
Babette Klingert
15.09.2015, 12:30 Uhr
Engagierter SPD Bürgermeister
Klare Worte von Herrn Erhold! Mutig, kompetent und engagiert. So einen Bürgermeister bräuchte man auch für Nordhausen.

Ich zählen schon die Tage bis zur OB Wahl. Es wird Zeit, dass im Nordhäuser Rathaus auch solche Leute wie Herr Erhold oder unser Landrat die Probleme anpacken und klare Kante zeigen.
T.Gruber
15.09.2015, 12:48 Uhr
Jammern hilft da auch nicht
Der WInk mit dem STGB bringt nicht viel, erstens ist es nicht ausschlaggebend und zweitens haben die Politiker im Landtag Immunität gegen Strafverfolgung.

Aber was ist denn mit der im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verankerten Selbstverwaltung der Kommunen? Oder aber dem in der Thüringer Verfassung geregeltem Konnexitätsprinzip?

Kurz gesagt: Wenn Bund/Land Aufgaben auf Kommunen abwälzen, darf dies nur im Rahmen der Leistungsfähigkeit der Kommunen erfolgen und gleichzeitig muss der entsprechende Auftraggeber für eine angemessene Finanzausstattung sorgen.

Weil eben dies nicht geschieht, ist die kommunale Selbstverwaltung in Gefahr. Die Kommunen müssen sich mehr und mehr von freiwilligen/eigenen Aufgaben verabschieden und verlieren so an Attraktivität für die Bürger.

Die andere Seite der Medaille ist aber auch, wenn ich jemanden Geld gebe, damit derjenige seine Schulden bezahlen kann, dann werde ich auch Forderungen stellen dürfen, damit ich nicht immer und immer wieder Geld zuschießen muss!

Es gibt eine klare Reihenfolge, wie eine Kommune ihren Finanzbedarf decken muss und da stehen nun einmal die eigenen Steuern ziemlich weit vorne.

Damit eine Kommune Geld bekommt, ist es doch legitim vom Land zu fordern, dass alle Sparmaßnahmen (Haushaltssicherungskonzept) durchgeführt werden und alle Einnahmemöglichkeiten (Steuerhebesatzanpassungen) vorgenommen werden. Erst dann wird das Land den Restbedarf als Zuweisung an die Kommune überweisen. Bevor also die Allgemeinheit (alle Bürger des Landes Thüringen) für einzelne Kommunen bluten müssen, wird erst einmal die Kommune selbst in die Pflicht genommen.

Nur mal als Beispiel ein Blick ins Nachbarland Hessen. Dort müssen die Schutzschirmgemeinden, die vom Land eine Entschuldungshilfe haben wollen, ihre Gewerbesteuer Hebesätze sogar noch viel weiter nach oben anpassen. Da sind Hebesätze von 800 bis 900% nicht ungewöhnlich.

Als langjähriger Politiker und bestimmt nicht mehr Jungsozialist (weil über 36 Jahre alt) müsste das Herr Ehrhold eigentlich wissen.

Ich finde es trotzdem mutig von ihm, sich gegen seine eigene Partei und damit ja auch die Politik, die er selbst vertritt, zu stellen.

In Hessen und Berlin werden solche Leute gerne mit einem Parteiausschlussverfahren belohnt.
Babette Klingert
15.09.2015, 14:57 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht mehr zum Thema des Beitrags
Nordhäuser Freiheit
15.09.2015, 15:33 Uhr
Hallo, Riese: SPD Minister Bullerjahn hat Radio für Sendung über ihn bezahlt
http://m.volksstimme.de/sachsen-anhalt/20150912/verdeckte-werbung-bullerjahn-zahlt-fuer-radiobeitrag

Hallo, Riese 87, Ihr SPD Parteifreund Minister Bullerjahn hat dem Radiosender saw mehrmals Geld gezählt, damit dieser positive Beiträge über ihn bringt (siehe Link oben).

Erklärt das die vielen positiven Beiträge eines Nordhäuser Mediums für Ihr Idol Matthias Jendricke? ;-)

Sollte das mit der Systempresse doch stimmen?
Nordhäuser Freiheit
15.09.2015, 19:11 Uhr
@Riese: Nicht nur Bullerjahn hat die Medien bezahlt ....
... Neue Recherchen haben gezeigt, dass auch die beiden SPD Minister Angela Kolb (Justiz) und Sozialminister Nobert Bischoff in Sachsen-Anhalt für positive Berichterstattung an die Medien bezahlt haben.

Klüngelüngelüng, oder Riese 78?
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)