Di, 06:53 Uhr
08.09.2015
nnz-Forum:
Unfähigkeit des Systems
Ein wohltuender Beitrag von Kurt Frank mit mehr Weitblick, als zum Thema sonst oft üblich. Der Autor benennt einige Ursachen der Flüchtlingsströme und hält den deutschen Politikern zumindest indirekt ihre Unbeholfenheit vor...
Nämlich, dass diese zwar alles tun, um der Flüchtlingsflut vor Ort Herr zu werden, kaum aber daran gehen, die Ursachen zu benennen, geschweige denn sie abzustellen.
Den großen Bruder USA zu kritisieren, der, wie Frank richtig schreibt, die Hauptverantwortung für das Desaster trägt, davon ist bisher nichts aus dem politischen Berlin, aus Paris oder Brüssel zu hören.
Zu groß ist die Gefahr, grundlegende strategische Interessen der westlichen Welt zu berühren und damit auch die eigenen, also nationalen Interessen zu entlarven. Putin ist den Amerikanern und ihren europäischen Steigbügelhaltern ein Dorn im Auge, weil er eigene Interessen vertritt, also nicht so spurt, wie man es sich in Washington vorstellt. Noch immer ist es nicht gelungen, sein Imperium mit fragwürdigen Unterstellungen und Sanktionen im Zuge des Ukrainekonflikts in die Knie zu zwingen und damit die mit dem Mauerfall eingeleitete aggressive NATO-Osterweiterung zum vollen Erfolg werden zu lassen. Kleinreden der selbst angezettelten Kriege und Umstürze mit hunderttausenden Toten, Leid und Elend, gehört zum üblichen Handwerkszeug, zu den Kollateralschäden dieser Politik.
Dass die USA gerade Irak, Libyen und Syrien im Fokus ihrer militärischen Interessen und Aggressionen haben und ihnen der Untergang Saddams, Assads wie Gaddafis am Herzen lag bzw. liegt, beruht letztlich
auch auf dem oben genannten Ziel: Schließlich gehörten diese Staaten zu den wichtigen sowjetischen und russischen Partnern und auch politischen Trittsteinen im Nahen Osten.
Die deutschen und europäischen Politiker müssten den Amerikanern also höchst unbequeme Fragen stellen und am besten wöchentlich ein hochseetaugliches Schiff mit vielen Flüchtlingen nach New York auf die Reise schicken, damit sie den Eindruck von Duckmäusertum, Leidenswilligkeit und Unterwürfigkeit wenigstens abmildern könnten.
Herr Frank hätte vielleicht noch schreiben sollen, dass die gesamte Flüchtlingsproblematik ein Ausdruck für die Unfähigkeit unseres Systems und vielleicht des Menschen an sich ist, globale Probleme rechtzeitig zu erkennen, zu analysieren und konzertiert anzugehen, - die Wirtschaftsdiktatur mit all ihren Auswüchsen lässt grüßen. Himmelangst kann einem da werden, denn bis 2100 könnten wir auf dem Planeten 11 Milliarden sein.
Wehe der Menschheit und ihren Führern, wenn sie so weiter machen wie bisher. Wenn sie nicht erkennen, welche sozioökonomischen und militärischen Gefahren der von den reichen Ländern verursachte Klimawandel heraufbeschwört, z.B., wenn Bangladesch und dutzende am Meer liegende Millionenstädte, wie z.B. Lagos, vom steigenden Meeresspiegel überflutet werden und sich Millionen Asiaten und Afrikaner nach Europa auf den Weg machen, wenn also ganze Staaten klimabedingt zu kollabieren drohen. Hat sich dann der 250-jährige Konsumrausch einiger weniger endlich ausgezahlt? Was dann, liebe Bundes- und Europapolitiker?
Bangladesch ist nur ein Land von 200, die betroffen sind.
Herr Frank hätte vielleicht noch schreiben können, dass es die Bevölkerung auch Europas ist, die die Hilflosigkeit ihrer Politiker mit trägt. Nur die Völker aber sind es, die deren so dringend notwendiges Umsteuern bewirken können, zumindest, wenn uns dies vor den drohenden Apokalypsen gerade noch einmal bewahren soll.
Brechts Erkenntnis "Erst wird gefressen, dann kommt die Moral", jedoch sollte auch hier pessimistisch stimmen. Gegen die Mächtigen von Politik und Wirtschaft, also gegen die Verursacher vieler Probleme anzugehen, das traut ihr euch nicht, schrieben bekanntlich frühere DDR-Bürgerrechtler 2014 sinngemäß an Pegida. Nur wenige Zeitungen der "Lügenpresse" übernahmen ihre Worte.
Laut nnz-Leser-Umfrage ist die Berichterstattung zur Flüchtlingsproblematik übrigens politisch gesteuert.
Bodo Schwarzberg
Autor: redNämlich, dass diese zwar alles tun, um der Flüchtlingsflut vor Ort Herr zu werden, kaum aber daran gehen, die Ursachen zu benennen, geschweige denn sie abzustellen.
Den großen Bruder USA zu kritisieren, der, wie Frank richtig schreibt, die Hauptverantwortung für das Desaster trägt, davon ist bisher nichts aus dem politischen Berlin, aus Paris oder Brüssel zu hören.
Zu groß ist die Gefahr, grundlegende strategische Interessen der westlichen Welt zu berühren und damit auch die eigenen, also nationalen Interessen zu entlarven. Putin ist den Amerikanern und ihren europäischen Steigbügelhaltern ein Dorn im Auge, weil er eigene Interessen vertritt, also nicht so spurt, wie man es sich in Washington vorstellt. Noch immer ist es nicht gelungen, sein Imperium mit fragwürdigen Unterstellungen und Sanktionen im Zuge des Ukrainekonflikts in die Knie zu zwingen und damit die mit dem Mauerfall eingeleitete aggressive NATO-Osterweiterung zum vollen Erfolg werden zu lassen. Kleinreden der selbst angezettelten Kriege und Umstürze mit hunderttausenden Toten, Leid und Elend, gehört zum üblichen Handwerkszeug, zu den Kollateralschäden dieser Politik.
Dass die USA gerade Irak, Libyen und Syrien im Fokus ihrer militärischen Interessen und Aggressionen haben und ihnen der Untergang Saddams, Assads wie Gaddafis am Herzen lag bzw. liegt, beruht letztlich
auch auf dem oben genannten Ziel: Schließlich gehörten diese Staaten zu den wichtigen sowjetischen und russischen Partnern und auch politischen Trittsteinen im Nahen Osten.
Die deutschen und europäischen Politiker müssten den Amerikanern also höchst unbequeme Fragen stellen und am besten wöchentlich ein hochseetaugliches Schiff mit vielen Flüchtlingen nach New York auf die Reise schicken, damit sie den Eindruck von Duckmäusertum, Leidenswilligkeit und Unterwürfigkeit wenigstens abmildern könnten.
Herr Frank hätte vielleicht noch schreiben sollen, dass die gesamte Flüchtlingsproblematik ein Ausdruck für die Unfähigkeit unseres Systems und vielleicht des Menschen an sich ist, globale Probleme rechtzeitig zu erkennen, zu analysieren und konzertiert anzugehen, - die Wirtschaftsdiktatur mit all ihren Auswüchsen lässt grüßen. Himmelangst kann einem da werden, denn bis 2100 könnten wir auf dem Planeten 11 Milliarden sein.
Wehe der Menschheit und ihren Führern, wenn sie so weiter machen wie bisher. Wenn sie nicht erkennen, welche sozioökonomischen und militärischen Gefahren der von den reichen Ländern verursachte Klimawandel heraufbeschwört, z.B., wenn Bangladesch und dutzende am Meer liegende Millionenstädte, wie z.B. Lagos, vom steigenden Meeresspiegel überflutet werden und sich Millionen Asiaten und Afrikaner nach Europa auf den Weg machen, wenn also ganze Staaten klimabedingt zu kollabieren drohen. Hat sich dann der 250-jährige Konsumrausch einiger weniger endlich ausgezahlt? Was dann, liebe Bundes- und Europapolitiker?
Bangladesch ist nur ein Land von 200, die betroffen sind.
Herr Frank hätte vielleicht noch schreiben können, dass es die Bevölkerung auch Europas ist, die die Hilflosigkeit ihrer Politiker mit trägt. Nur die Völker aber sind es, die deren so dringend notwendiges Umsteuern bewirken können, zumindest, wenn uns dies vor den drohenden Apokalypsen gerade noch einmal bewahren soll.
Brechts Erkenntnis "Erst wird gefressen, dann kommt die Moral", jedoch sollte auch hier pessimistisch stimmen. Gegen die Mächtigen von Politik und Wirtschaft, also gegen die Verursacher vieler Probleme anzugehen, das traut ihr euch nicht, schrieben bekanntlich frühere DDR-Bürgerrechtler 2014 sinngemäß an Pegida. Nur wenige Zeitungen der "Lügenpresse" übernahmen ihre Worte.
Laut nnz-Leser-Umfrage ist die Berichterstattung zur Flüchtlingsproblematik übrigens politisch gesteuert.
Bodo Schwarzberg
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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