Fr, 13:05 Uhr
04.09.2015
nnz-Forum
Selten verwendet - dringend notwendig: Klartext
In der Flüchtlingsdebatte befasse man sich meistens mit Wirkungen, nicht aber mit den Ursachen moniert nnz-Leser Jürgen Wiethoff im Forum und setzt sich mit politisch korrekter Sprache und offenen Fragen zum Thema Flucht und Vertreibung auseinander...
Als Kind lernten meine Spielkameraden und ich von unseren Eltern: Ein Neger ist ein Mensch mit dunkler Hautfarbe. Assoziationen zum goddamned nigger waren uns fremd und spielten in unserem Denken keine Rolle. Wir konnten kein Englisch. Von politisch motivierter Lautmalerei hat man als Kind sowieso keine Ahnung, obwohl man durch Lautmalerei das Sprechen lernt.
Die ersten Neger, die wir kennenlernten, kamen mit der ersten Besatzungsmacht in die Stadt und waren sehr nett zu uns Kindern. Ich weiß nicht, wer auf die Idee kam, Neger als Schimpfwort hinzustellen. Auch 2 gut deutsch sprechende Neger unterschiedlicher Herkunft, die ich als Jugendlicher kennenlernte, wussten es nicht und haben es auch nicht als Beleidigung empfunden, so bezeichnet zu werden. Die ersten Sowjetmenschen in Nordhausen (Mitglieder der Roten Armee)– die wir inzwischen wieder, ohne abgestraft zu werden, Russen, Kasachen, Ukrainer usw. nennen dürfen - waren auch nett zu uns Kindern, manchmal weniger nett zu Eltern und teilweise super Kumpel im späteren Alter.
Vokabeln im Wandel der Zeit. Wir strotzen vor politischer Korrektheit. So sehr, dass ein namhafter Journalist sogar ein Buch veröffentlicht hat unter dem Titel: Rettet das Zigeunerschnitzel! Wir verstehen öfter nicht mehr, was wir selbst sagten, weil wir es so sagten, wie wir es uns vorschreiben lassen mussten. Heute nur von anderen Vorschreibern als früher. Spricht dann mal jemand Klartext, stehen – wenn er dies öffentlich tut – viele Kritiker bereit. Ihre beiden, offenbar einzig noch verfügbaren, geistigen Schubladen sind schon geöffnet und rein geht’s. Je nachdem wie man über die verschiedenen Religionen und die Welt denkt, gibt es nur 2 Möglichkeiten: Der ist ein Rechter! Gar ein Nazi? Oder: Der ist ein Linker! Gar ein Kommunist? Die Schublade, der hat einfach nur zu einem Problem seine Meinung gesagt, gibt es nicht mehr.
Dabei vergessen manchmal alle, die heute über die Probleme des Jahres 2015 diskutieren, dass ihre Meinung diese Probleme nicht lösen wird. Die Probleme des Jahres 2015 (Ukrainekrieg, Euro, Flüchtlinge – um nur die drängendsten zu nennen) beruhen auf den Fehlentscheidungen, teilweise dem vollkommenen Versagen der Welt- und/oder Europapolitik, des letzten Jahrzehnts. Keiner, der heute Journalist, Kommentator oder Leserbriefschreiber ist, hat daran mitgewirkt.
Wenn sich Diskutierende in den Medien gegenseitig beschimpfen, ist das heute nur noch Zeitverschwendung. Sie diskutieren fast ausschließlich über die Wirkungen, nur ganz selten über die Ursachen. Die Ursachen z. B. des Flüchtlingsstroms zu bekämpfen, hatten Europäer allein nie eine Chance, wohl aber eine einige Weltpolitik.
Es war doch abzusehen, dass der Flüchtlingsstrom kommen würde, kommen musste. Was haben denn die Politiker dieser Welt dafür getan, dass die Menschen, die jetzt unter oftmals sogar Todesgefahr ihre Heimat verlassen, dass gar nicht müssten, weil sie zu Hause in Ruhe und Frieden leben können? Nachgewiesenermaßen nichts wirksames.
Das Wort Wirtschaftsflüchtlinge durfte man vor knapp 2 Jahren nicht in den Mund nehmen, ohne – wenigstens verbal – gesteinigt zu werden. Inzwischen spricht es sogar die Bundeskanzlerin aus. Wirtschaftsflüchtlinge nehmen Flüchtlingen aus Kriegsgebieten die Plätze in den Zufluchtsländern weg.
Es ist ein Skandal, wenn in Europa teilweise für ehrliche Arbeit weniger bezahlt wird, als es in Deutschland aus den Sozialsystemen für´s Nichtstun gibt. Auch das können nur die Spitzenpolitiker ändern.
Bereits Ende März konnte auch der mäßig aufmerksame Tourist fast täglich eine Kompanie Flüchtlinge in Calais im Wettrennen mit wenigen Polizisten erleben. Die Flüchtlinge mit Smartphone am Ohr, überwiegend gut gekleidete Männer, gewannen häufig.
Auch heute sieht man bei Betrachtung der Fernsehbilder aus nah und fern viel mehr Männer als Familien. Als Begründung hört und liest man oft, dass die Flucht für Frauen und Kinder zu gefährlich gewesen wäre, man sie aber später nachholen wolle. Wenn die Flucht gefährlicher ist, als das Verweilen im Kriegsgebiet – warum flieht man dann? Ist die Hoffnung auf eine leichtere Flucht später realistisch? Oder werden sich nicht vielmehr die Herrschenden an der zurückgelassenen Familie rächen?
Wenn man hört und liest, welche Summen die Flüchtlinge auf der Flucht für Schlepper, ja teilweise komplette Schlepperorganisationen, ausgeben müssen, stellt man sich hauptsächlich 2 Fragen: Warum geht man nicht mit der ganzen verfügbaren Härte gegen diese Schlepper vor? Woher kommt das Geld, dass diese für ihre Untaten einsammeln? In vielen europäischen Familien übertreffen diese Summen den Notgroschen bei weitem.
Wer prüft wie, ob in diesem jetzigen Durcheinander nicht auch Schläfer, Spitzel, Provokateure, Saboteure und ähnlichen nach Europa eingeschleust werden?
Wie wird eine medizinische Kontrolle bei der Einreise realisiert?
Von welchem Stern sind Politiker, die angesichts von Zwischenfällen zwischen Asylanten in den Aufnahmelagern eine ethnischen Trennung der verschiedenen Religionen und Volksgruppen realisieren möchten? Fanatismus passt nicht zu Toleranz! Ausgelebter Fanatismus mit Körperverletzungen, Sachbeschädigungen usw. unter Asylanten schwächt entscheidend das Ansehen aller, die in Europa Zuflucht suchen. Bekannt werden diese Ausnahmefälle immer und viel leichter, als die Fälle gelungener Integration.
Viele Menschen warten auf plausible Antworten zu den oben gestellten (und etlichen nicht gestellten) Fragen, ohne in Frage zu stellen, dass Verfolgten und Bedrohten auch in Deutschland Schutz und Sicherheit zu gewähren ist.
In einem Leserbrief las ich am 3.9.: Normale Familienväter, Lehrer, Beamte, Ärzte, Straßenfeger, egal wer, wer anders denkt, ist braun. Ich habe Angst davor, dass all diese Menschen irgendwann mal sagen, egal, dann bin ich halt ein Nazi, aber ändern muss sich etwas. Davor sollte man Angst haben. Da hat die Schreiberin Recht.
Jürgen Wiethoff
Autor: redAls Kind lernten meine Spielkameraden und ich von unseren Eltern: Ein Neger ist ein Mensch mit dunkler Hautfarbe. Assoziationen zum goddamned nigger waren uns fremd und spielten in unserem Denken keine Rolle. Wir konnten kein Englisch. Von politisch motivierter Lautmalerei hat man als Kind sowieso keine Ahnung, obwohl man durch Lautmalerei das Sprechen lernt.
Die ersten Neger, die wir kennenlernten, kamen mit der ersten Besatzungsmacht in die Stadt und waren sehr nett zu uns Kindern. Ich weiß nicht, wer auf die Idee kam, Neger als Schimpfwort hinzustellen. Auch 2 gut deutsch sprechende Neger unterschiedlicher Herkunft, die ich als Jugendlicher kennenlernte, wussten es nicht und haben es auch nicht als Beleidigung empfunden, so bezeichnet zu werden. Die ersten Sowjetmenschen in Nordhausen (Mitglieder der Roten Armee)– die wir inzwischen wieder, ohne abgestraft zu werden, Russen, Kasachen, Ukrainer usw. nennen dürfen - waren auch nett zu uns Kindern, manchmal weniger nett zu Eltern und teilweise super Kumpel im späteren Alter.
Vokabeln im Wandel der Zeit. Wir strotzen vor politischer Korrektheit. So sehr, dass ein namhafter Journalist sogar ein Buch veröffentlicht hat unter dem Titel: Rettet das Zigeunerschnitzel! Wir verstehen öfter nicht mehr, was wir selbst sagten, weil wir es so sagten, wie wir es uns vorschreiben lassen mussten. Heute nur von anderen Vorschreibern als früher. Spricht dann mal jemand Klartext, stehen – wenn er dies öffentlich tut – viele Kritiker bereit. Ihre beiden, offenbar einzig noch verfügbaren, geistigen Schubladen sind schon geöffnet und rein geht’s. Je nachdem wie man über die verschiedenen Religionen und die Welt denkt, gibt es nur 2 Möglichkeiten: Der ist ein Rechter! Gar ein Nazi? Oder: Der ist ein Linker! Gar ein Kommunist? Die Schublade, der hat einfach nur zu einem Problem seine Meinung gesagt, gibt es nicht mehr.
Dabei vergessen manchmal alle, die heute über die Probleme des Jahres 2015 diskutieren, dass ihre Meinung diese Probleme nicht lösen wird. Die Probleme des Jahres 2015 (Ukrainekrieg, Euro, Flüchtlinge – um nur die drängendsten zu nennen) beruhen auf den Fehlentscheidungen, teilweise dem vollkommenen Versagen der Welt- und/oder Europapolitik, des letzten Jahrzehnts. Keiner, der heute Journalist, Kommentator oder Leserbriefschreiber ist, hat daran mitgewirkt.
Wenn sich Diskutierende in den Medien gegenseitig beschimpfen, ist das heute nur noch Zeitverschwendung. Sie diskutieren fast ausschließlich über die Wirkungen, nur ganz selten über die Ursachen. Die Ursachen z. B. des Flüchtlingsstroms zu bekämpfen, hatten Europäer allein nie eine Chance, wohl aber eine einige Weltpolitik.
Es war doch abzusehen, dass der Flüchtlingsstrom kommen würde, kommen musste. Was haben denn die Politiker dieser Welt dafür getan, dass die Menschen, die jetzt unter oftmals sogar Todesgefahr ihre Heimat verlassen, dass gar nicht müssten, weil sie zu Hause in Ruhe und Frieden leben können? Nachgewiesenermaßen nichts wirksames.
Das Wort Wirtschaftsflüchtlinge durfte man vor knapp 2 Jahren nicht in den Mund nehmen, ohne – wenigstens verbal – gesteinigt zu werden. Inzwischen spricht es sogar die Bundeskanzlerin aus. Wirtschaftsflüchtlinge nehmen Flüchtlingen aus Kriegsgebieten die Plätze in den Zufluchtsländern weg.
Es ist ein Skandal, wenn in Europa teilweise für ehrliche Arbeit weniger bezahlt wird, als es in Deutschland aus den Sozialsystemen für´s Nichtstun gibt. Auch das können nur die Spitzenpolitiker ändern.
Bereits Ende März konnte auch der mäßig aufmerksame Tourist fast täglich eine Kompanie Flüchtlinge in Calais im Wettrennen mit wenigen Polizisten erleben. Die Flüchtlinge mit Smartphone am Ohr, überwiegend gut gekleidete Männer, gewannen häufig.
Auch heute sieht man bei Betrachtung der Fernsehbilder aus nah und fern viel mehr Männer als Familien. Als Begründung hört und liest man oft, dass die Flucht für Frauen und Kinder zu gefährlich gewesen wäre, man sie aber später nachholen wolle. Wenn die Flucht gefährlicher ist, als das Verweilen im Kriegsgebiet – warum flieht man dann? Ist die Hoffnung auf eine leichtere Flucht später realistisch? Oder werden sich nicht vielmehr die Herrschenden an der zurückgelassenen Familie rächen?
Wenn man hört und liest, welche Summen die Flüchtlinge auf der Flucht für Schlepper, ja teilweise komplette Schlepperorganisationen, ausgeben müssen, stellt man sich hauptsächlich 2 Fragen: Warum geht man nicht mit der ganzen verfügbaren Härte gegen diese Schlepper vor? Woher kommt das Geld, dass diese für ihre Untaten einsammeln? In vielen europäischen Familien übertreffen diese Summen den Notgroschen bei weitem.
Wer prüft wie, ob in diesem jetzigen Durcheinander nicht auch Schläfer, Spitzel, Provokateure, Saboteure und ähnlichen nach Europa eingeschleust werden?
Wie wird eine medizinische Kontrolle bei der Einreise realisiert?
Von welchem Stern sind Politiker, die angesichts von Zwischenfällen zwischen Asylanten in den Aufnahmelagern eine ethnischen Trennung der verschiedenen Religionen und Volksgruppen realisieren möchten? Fanatismus passt nicht zu Toleranz! Ausgelebter Fanatismus mit Körperverletzungen, Sachbeschädigungen usw. unter Asylanten schwächt entscheidend das Ansehen aller, die in Europa Zuflucht suchen. Bekannt werden diese Ausnahmefälle immer und viel leichter, als die Fälle gelungener Integration.
Viele Menschen warten auf plausible Antworten zu den oben gestellten (und etlichen nicht gestellten) Fragen, ohne in Frage zu stellen, dass Verfolgten und Bedrohten auch in Deutschland Schutz und Sicherheit zu gewähren ist.
In einem Leserbrief las ich am 3.9.: Normale Familienväter, Lehrer, Beamte, Ärzte, Straßenfeger, egal wer, wer anders denkt, ist braun. Ich habe Angst davor, dass all diese Menschen irgendwann mal sagen, egal, dann bin ich halt ein Nazi, aber ändern muss sich etwas. Davor sollte man Angst haben. Da hat die Schreiberin Recht.
Jürgen Wiethoff
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

