Di, 18:32 Uhr
25.08.2015
Landkreis weiter auf der Suche
Aus Gästehaus wird Unterkunft?
Der Landkreis Nordhausen ist weiter auf der Suche nach Unterkünften für Flüchtlinge. Waren für dieses Jahr 45 Neuankömmlinge pro Monat vorgesehen, so haben sich die aktuellen Zahlen mehr als verdoppelt...
Eine Straßenbahn gehört mit zur künftigen Unterkunft (Foto: nnz)
Mindestens 500 Frauen, Männer und Kinder müssen in diesem Jahr wahrscheinlich im Landkreis Nordhausen untergebracht werden. Doch was Planungen und Prognosen wert sind, zeigten die vergangenen Monate.
Neben den bisher in Augenschein genommenen Objekten, die dem Landkreis Nordhausen gehören, wird nun auf kommunale Unternehmen ausgewichen. Heute besuchten Vertreter der Landkreisverwaltung, der Service Gesellschaft und der Nordhäuser Berufsfeuerwehr das Gäste- und Freizeithaus "Dreiländereck" in Rothesütte.
Das gehört dem Südharz Klinikum, ist derzeit nicht schlecht ausgelastet und könnte als nächste Unterkunft relativ schnell "flott gemacht" werden, wie aus Unternehmenskreisen zu hören war. Das Haus selbst hat eine bewegte Geschichte. Als ehemalige Grenzkaserne wurde es nach der Wende an den Landkreis Nordhausen verkauft. Zum Vertrag gehörte die Verpflichtung einer Zweckbindung, die den Kaufpreis auf ein Fünftel des damals üblichen Verkehrswertes drückte.
Mitte der 90er Jahre herum wurde das Objekt an das Südharz Krankenhaus verkauft, da unter den Vertragsbedingungen eigentlich nur eine Betreibung als Hotel oder Pension möglich war. Nun hat das Haus den Charakter eines Hostels. Die 19 Doppel- und vier Einzelzimmer verfügen über kein eigenes Bad oder Toilette. Die befinden sich auf den Gängen - Grenztruppencharme eben.
Auf Inspektionsrundgang (Foto: nnz)
Sollte das Gebäude als geeignet für die Unterbringung von Flüchtlingen erscheinen, muss nun ein neues Verkehrswertgutachten erstellt werden. Der Landkreis würde es dem Klinikum abkaufen. Das Geld könnte aus der Pauschale von 7.500 Euro pro Flüchtling kommen. 100 Flüchtlingen macht 750.000 Euro.
Dem Gutachten folgen dann Willensbekundungen und die entsprechenden Beschlüsse im Kreistag, Stadtrat, Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung. Die Abgeschiedenheit dieses Standortes trägt neben der Idylle auch diverse Probleme in sich. Die Versorgung der Menschen zum Beispiel ist so ein Thema.
Weitere Standorte sucht die Kreisverwaltung nach Informationen der nnz derzeit vor allem im westlichen Landkreis. Während man in Sollstedt bereits abgewunken hat, soll in Bleicherode die Herrichtung der ehemaligen Berufsschule des Energiekombinates geprüft werden. Eine gewisse Attraktivität haben die Flüchtlinge für die Kommunen schon. Für sie können Städte und Gemeinde eine Schlüsselzuweisung beantragen. Denn die Frauen, Männer und Kinder werden irgendwann angemeldet und sind dann Bürger von Nordhausen, Ellrich oder Bleicherode.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Eine Straßenbahn gehört mit zur künftigen Unterkunft (Foto: nnz)
Mindestens 500 Frauen, Männer und Kinder müssen in diesem Jahr wahrscheinlich im Landkreis Nordhausen untergebracht werden. Doch was Planungen und Prognosen wert sind, zeigten die vergangenen Monate.
Neben den bisher in Augenschein genommenen Objekten, die dem Landkreis Nordhausen gehören, wird nun auf kommunale Unternehmen ausgewichen. Heute besuchten Vertreter der Landkreisverwaltung, der Service Gesellschaft und der Nordhäuser Berufsfeuerwehr das Gäste- und Freizeithaus "Dreiländereck" in Rothesütte.
Das gehört dem Südharz Klinikum, ist derzeit nicht schlecht ausgelastet und könnte als nächste Unterkunft relativ schnell "flott gemacht" werden, wie aus Unternehmenskreisen zu hören war. Das Haus selbst hat eine bewegte Geschichte. Als ehemalige Grenzkaserne wurde es nach der Wende an den Landkreis Nordhausen verkauft. Zum Vertrag gehörte die Verpflichtung einer Zweckbindung, die den Kaufpreis auf ein Fünftel des damals üblichen Verkehrswertes drückte.
Mitte der 90er Jahre herum wurde das Objekt an das Südharz Krankenhaus verkauft, da unter den Vertragsbedingungen eigentlich nur eine Betreibung als Hotel oder Pension möglich war. Nun hat das Haus den Charakter eines Hostels. Die 19 Doppel- und vier Einzelzimmer verfügen über kein eigenes Bad oder Toilette. Die befinden sich auf den Gängen - Grenztruppencharme eben.
Auf Inspektionsrundgang (Foto: nnz)
Sollte das Gebäude als geeignet für die Unterbringung von Flüchtlingen erscheinen, muss nun ein neues Verkehrswertgutachten erstellt werden. Der Landkreis würde es dem Klinikum abkaufen. Das Geld könnte aus der Pauschale von 7.500 Euro pro Flüchtling kommen. 100 Flüchtlingen macht 750.000 Euro.
Dem Gutachten folgen dann Willensbekundungen und die entsprechenden Beschlüsse im Kreistag, Stadtrat, Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung. Die Abgeschiedenheit dieses Standortes trägt neben der Idylle auch diverse Probleme in sich. Die Versorgung der Menschen zum Beispiel ist so ein Thema.
Weitere Standorte sucht die Kreisverwaltung nach Informationen der nnz derzeit vor allem im westlichen Landkreis. Während man in Sollstedt bereits abgewunken hat, soll in Bleicherode die Herrichtung der ehemaligen Berufsschule des Energiekombinates geprüft werden. Eine gewisse Attraktivität haben die Flüchtlinge für die Kommunen schon. Für sie können Städte und Gemeinde eine Schlüsselzuweisung beantragen. Denn die Frauen, Männer und Kinder werden irgendwann angemeldet und sind dann Bürger von Nordhausen, Ellrich oder Bleicherode.
Peter-Stefan Greiner

