Do, 06:49 Uhr
30.07.2015
Camp-Tagebuch: Tag 5
Unterwegs im Wald rund um das Camp
Spannende Tage für über 100 Kinder aus der Nordhäuser Region im Camp Hoheneiche. In diesem Tagebuch berichtet Rüdiger Neitzke über das Leben im Camp, bei dem sich in diesem Jahr alles um eine Zeit dreht, die etwas mehr als 25 Jahre vorbei ist...
1983: Erich Honecker als Schirmherr der Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag von Martin Luther? Mit der Aufgabe, Kerzen zu organisieren, wurden die Zeltgruppen nacheinander auf eine lange Reise in den Wald geschickt.
Mitten im Wald auf dem Weg steht unerwartet eine original Ormig Kopier Maschine! Mit Kurbel und ohne Strom sind Flugblätter und das Schwerter zu Flugscharen Symbol zu kopieren. Es folgen weitere Stationen, an denen die Campbewohner sich
beispielsweise in der Prozentrechnung versuchen müssen, um Produktionssteigerungen errechnen zu können.
Außerdem sind Hütten zu bauen d.h. etwas aus dem zur Verfügung stehenden Material zu improvisieren. Es müssen Schrauben und Muttern sortiert werden, Seile
überwunden und Kräuter gesammelt werden. An allen Stationen gibt es für erfolgreich gelöste Aufgaben unterschiedlichste Gegenstände mit auf den Weg. So gelangen die Gruppen schließlich mit einem Kartoffelsack gefüllt beispielsweise mit Fliesen, Kabelbindern, M6 Schrauben und Muttern mitten im Wald auf einem Schwarzmarkt.
Durch geschicktes Handeln, Tauschen und mit etwas Glück, bekommt jede Gruppe einige Kerzen - Kerzen verziert mit dem Bildnis von Erich Honecker. Nach einem kurzen und steilen Anstieg mitten im Wald stehen die Gruppen plötzlich vor einem Schreibtisch. Hinter dem Schreibtisch sitzt Genosse Neumann.
Genosse Neumann als Figur aus dem täglichen Theaterstück spielt den 1. Sekretär der SED – Bezirksleitung Leipzig und ist natürlich nach seinem gestrigen Theaterauftritt für die Kinder bei dem Geländespiel eine wenig vertrauenserweckende Person. Er durchsucht die Taschen und findet und konfisziert die Kerzen. Außerdem weiß er natürlich von den illegal kopierten Flugblättern, da zwischenzeitlich schon eindeutige Beweisfotos dieser Station auf seinem Schreibtisch liegen, mit denen die Kinder und der jeweilige Betreuer konfrontiert werden.
Es gibt aber auch positive Begegnungen im Wald. Schon kurz darauf wird klar, dass Kerzen ab heute auch im Camp Konsum erhältlich sind. Jedes Kind erhält eine Kerze mit dem Auftrag, diese bis Freitag gut aufzubewahren. Dann werden diese Kerzen im Theater eine wichtige Rolle spielen, da dann die Zeit Oktober 1989 erreicht sein wird.
Noch ein Jahr zuvor - gestern im Theater – waren wir im Jahr 1988. Eine Zeit, in der die Montagsgebete nur sehr spärlich besucht wurden. Auch Christian Führer erwägt, die wöchentlichen Friedensgebete zu beenden, als eine der letzten treuen Teilnehmerin deutlich sagt:Resignation ist das falsche Signal.
Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäus 18)
Autor: red1983: Erich Honecker als Schirmherr der Feierlichkeiten zum 500. Geburtstag von Martin Luther? Mit der Aufgabe, Kerzen zu organisieren, wurden die Zeltgruppen nacheinander auf eine lange Reise in den Wald geschickt.
Mitten im Wald auf dem Weg steht unerwartet eine original Ormig Kopier Maschine! Mit Kurbel und ohne Strom sind Flugblätter und das Schwerter zu Flugscharen Symbol zu kopieren. Es folgen weitere Stationen, an denen die Campbewohner sich
beispielsweise in der Prozentrechnung versuchen müssen, um Produktionssteigerungen errechnen zu können.
Außerdem sind Hütten zu bauen d.h. etwas aus dem zur Verfügung stehenden Material zu improvisieren. Es müssen Schrauben und Muttern sortiert werden, Seile
überwunden und Kräuter gesammelt werden. An allen Stationen gibt es für erfolgreich gelöste Aufgaben unterschiedlichste Gegenstände mit auf den Weg. So gelangen die Gruppen schließlich mit einem Kartoffelsack gefüllt beispielsweise mit Fliesen, Kabelbindern, M6 Schrauben und Muttern mitten im Wald auf einem Schwarzmarkt.
Durch geschicktes Handeln, Tauschen und mit etwas Glück, bekommt jede Gruppe einige Kerzen - Kerzen verziert mit dem Bildnis von Erich Honecker. Nach einem kurzen und steilen Anstieg mitten im Wald stehen die Gruppen plötzlich vor einem Schreibtisch. Hinter dem Schreibtisch sitzt Genosse Neumann.
Genosse Neumann als Figur aus dem täglichen Theaterstück spielt den 1. Sekretär der SED – Bezirksleitung Leipzig und ist natürlich nach seinem gestrigen Theaterauftritt für die Kinder bei dem Geländespiel eine wenig vertrauenserweckende Person. Er durchsucht die Taschen und findet und konfisziert die Kerzen. Außerdem weiß er natürlich von den illegal kopierten Flugblättern, da zwischenzeitlich schon eindeutige Beweisfotos dieser Station auf seinem Schreibtisch liegen, mit denen die Kinder und der jeweilige Betreuer konfrontiert werden.
Es gibt aber auch positive Begegnungen im Wald. Schon kurz darauf wird klar, dass Kerzen ab heute auch im Camp Konsum erhältlich sind. Jedes Kind erhält eine Kerze mit dem Auftrag, diese bis Freitag gut aufzubewahren. Dann werden diese Kerzen im Theater eine wichtige Rolle spielen, da dann die Zeit Oktober 1989 erreicht sein wird.
Noch ein Jahr zuvor - gestern im Theater – waren wir im Jahr 1988. Eine Zeit, in der die Montagsgebete nur sehr spärlich besucht wurden. Auch Christian Führer erwägt, die wöchentlichen Friedensgebete zu beenden, als eine der letzten treuen Teilnehmerin deutlich sagt:Resignation ist das falsche Signal.
Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäus 18)


















