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Mi, 11:08 Uhr
22.07.2015
Flüchtlinge besuchen IFA Museum

Suche LKW biete Kaffee

Am IFA Museum geht es um Technik und Nordhausens Industriegeschichte. Mit dem Wohl und Wehe der Welt haben die Museumsfreunde dagegen eher selten zu tun, bis vor kurzem jedenfalls. Denn vergangene Woche bekamen sie Besuch von 20 Flüchtlingen aus Eritrea. Die jungen Männer waren wissebegierig, hatten aber auch selber einiges zu berichten...

Eritrea, ein Staat am Roten Meer mit 6 Millionen Einwohnern und einem Drittel der Fläche von Deutschland, gilt als eines der repressivsten Regime der Welt. Ein UN-Bericht wirft dem Regime willkürliche Inhaftierungen, Hinrichtungen und systematische Folter vor.

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Jeder Eritreer kann von der Schulbank bis zum Greisenalter jederzeit und unbegrenzt zum Militär verpflichtet werden. Wer über die Grenze fliehen will, gilt als Deserteur und kann sofort erschossen werden.

Auch in Nordhausen haben eritreische Flüchtlinge nach unvorstellbaren Strapazen und Gefahren eine Unterkunft gefunden. Sie warten und hoffen nun darauf, dass ihre Asylanträge genehmigt werden. Erst dann stehen vom Bund finanzielle Mittel zur Verfügung, um ihnen professionelle Integrationskurse, bestehend aus Sprachkurs und Orientierungskurs, bieten zu können.

20 junge Männer aus Eritrea besuchten das IFA Museum (Foto: IFA-Museum Nordhausen) 20 junge Männer aus Eritrea besuchten das IFA Museum (Foto: IFA-Museum Nordhausen)

Der Verein Schrankenlos und der Lions Club kümmern sich seit längerem ehrenamtlich um die Betreuung von Flüchtlingen. Sie sahen die dringende Notwendigkeit, den Sprachunterricht für die Flüchtlinge bereits mit ihrer Ankunft in Deutschland zu organisieren. Dafür gewannen sie Annemarie Steinmetz, eine Lehrerin im Ruhestand. Mit einem ehrenamtlichen Team erteilt sie nun wöchentlich im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche den Deutsch-Unterricht für etwa 25 Asylbewerber.

Vergangenen Mittwoch stand ein Besuch im IFA-Museum auf dem Programm. Es lag nahe, dass Vereinsfreund Steinmetz die Führung der 20 eritreischen jungen Männer übernahm. Unverzichtbarer Partner bei der Führung war Kiflu, ein junger Eritreer, der bereits erstaunlich gut Deutsch versteht und wenn erforderlich als Dolmetscher einsprang.

Eine Überraschung waren die Grußworte von unserem Museumsfreund Willy Frey. Er konnte den eritreischen Besuchern von seinem längeren beruflichen Einsatz in ihrem Heimatland Anfang der 1980iger Jahre berichten.
Was beeindruckte, war die Konzentration und der Lernwille der jungen Männer während der 1 1/2 -stündigen Führung.

Von der Historie der Stadt und des Werkes über die Loks, die Traktoren bis zu den Motoren, es gab kein Thema, das nicht interessiert hätte. Besonderen Bezug hatten die Besucher natürlich zum LKW W50, der ja in größeren Stückzahlen nach Äthiopien geliefert wurde. Eritrea gehörte vor 1993 zu Äthiopien. Und da wussten erstaunlicherweise die jungen Eritreer von dem damaligen Deal, als LKW`s gegen Kaffee gehandelt wurden.
Autor: red

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