Do, 11:15 Uhr
16.07.2015
Historisches von Klaus-Wilhelm Brüggemann
Die Oberförsterei Lohra und Goldmanns Ruh
Auf der Hainleite zwischen Amt Lohra, Friedrichsrode und Kleinberndten befanden sich im 18. und 19. Jahrhundert die Forstflächen der preußischen Oberfösterei Lohra. Forstamtsleiter Klaus-Wilhelm Brüggemann mit einem Blick in die Historie...
1841 war der Staatswald in die Reviere Friedrichsrode I und II, Lohra, Kleinberndten, Münchenlohra und Wollersleben gegliedert. Die 2.253 ha fiskalischer Besitz war mit 1.221 ha Buchenhochwald und 777 ha Laubmischwald laubholzdominiert. 697 ha Mittelwald wurde zielgerichtet in Hochwald überführt. 183 ha Nebengrund ist vor allem landwirtschaftlich genutzt worden.
Der Anteil von 41 ha Blößen war beträchtlich und stand dringend der Aufforstung an, da die natürliche Verjüngung offensichtlich nicht gelang.
Eine außerordentlich drückende Waldlast stellten die Weideberechtigungen von 17 Gemeinden und Landwirtschaftsbetrieben dar. 444 Rinder und 5.450 Schafe konnten per Nutzungsberechtigungen zur Waldweide in die Holzungen getrieben werden, das waren 2,5 Stück Vieh pro Hektar. Die Schäden sind als verheerend beschrieben worden. Die Servituten sind nachfolgend durch Geldleistungen oder Waldübertrag abgelöst worden.
Auf dem Hainleiteplateau, oberhalb des Helbetales war der Sitz der Oberförsterei Lohra im Stil eines Forstgutes in Alleinlage mit Ländereien zur Selbstversorgung der Bewohner. Sie bewirtschafteten 22 ha Garten, Ackerland, Wiesen, Weiden und Unland. Diese Flächen wurden nach der Aufgabe des Dienstsitzes 1876 weitestgehend wieder aufgeforstet.
Um 1761 ist die Immobilie als Försterhaus auf Landkarten erwähnt. Seit Beginn der Personalaufzeichnungen, Mitte des 18. Jahrhunderts, ist Goldmann als zwölfter Revierverwalter, später Oberförster, erwähnt. Die Einsiedelei kann den häufigen Chefwechsel begünstigt haben.
1839 übernahm der Oberförster Goldmann die Leitung der Dienststelle von Oberförster Brüggemann. Goldmann führte die Wirtschaftseinrichtung (Forsteinrichtung), die sein Vorgänger begonnen hatte, auf der Grundlage der Instruktion von 1836 fort. Zum Dienst im Walde gehörte die Durchführung der Jagd auf den landesherrlichen Flächen. Schwarz- und Rehwild waren Standwild. Das Wildbret wurde zugunsten der Forstkasse vermarktet und war ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung der Bewohner der Oberförsterei. Im Gebrauch waren noch Vorderlader-Gewehre. Gemeinschaftliche Jagden des Forstpersonals waren ein fester Bestandteil des Dienstplanes.
In der Amtszeit des Oberförsters Goldmann kam es zu einem tragischen Jagdunfall im Forstort Baumgarten. Die historischen Quellen zeigen zwei Darstellungen des Unfalles auf. In der einen hat ein Jägerbursche aus Bleicherode am 09.08.1845 den Sohn des Oberförsters Goldmann versehentlich bei der Jagd erschossen. In der anderen hat Goldmann selber im Jagdeifer 1848 seinen eigenen Sohn getötet. Diese Variante ist in den Hainleitedörfern über Jahrzehnte von Generation zu Generation weitergegeben worden. Nach den Forstakten war der Förster Goldmann zu dieser Zeit nicht mehr auf Lohra.
An diesen tragischen Unfall erinnert ein Gedenkstein, auch Goldmanns Ruh genannt, 70 m südlich und 2,3 km hinter der Kreuzung Amt Lohra in Richtung Kleinberndten. Dieser Stein ist aus Muschelkalk gefertigt und ragt 95 cm aus dem Waldboden. Er verjüngt sich nach oben. Auf der Osten und Westen zugeneigten Seite ist ein Kreuz eingemeißelt, auf der südlichen Dem Eduard Goldmann. Der Stein ist auf einer Waldfläche des Bundesforstrevieres Friedrichslohra, Sitz Menteroda, zu finden.
Klaus-Wilhelm Brüggemann
Autor: red1841 war der Staatswald in die Reviere Friedrichsrode I und II, Lohra, Kleinberndten, Münchenlohra und Wollersleben gegliedert. Die 2.253 ha fiskalischer Besitz war mit 1.221 ha Buchenhochwald und 777 ha Laubmischwald laubholzdominiert. 697 ha Mittelwald wurde zielgerichtet in Hochwald überführt. 183 ha Nebengrund ist vor allem landwirtschaftlich genutzt worden.
Der Anteil von 41 ha Blößen war beträchtlich und stand dringend der Aufforstung an, da die natürliche Verjüngung offensichtlich nicht gelang.
Eine außerordentlich drückende Waldlast stellten die Weideberechtigungen von 17 Gemeinden und Landwirtschaftsbetrieben dar. 444 Rinder und 5.450 Schafe konnten per Nutzungsberechtigungen zur Waldweide in die Holzungen getrieben werden, das waren 2,5 Stück Vieh pro Hektar. Die Schäden sind als verheerend beschrieben worden. Die Servituten sind nachfolgend durch Geldleistungen oder Waldübertrag abgelöst worden.
Auf dem Hainleiteplateau, oberhalb des Helbetales war der Sitz der Oberförsterei Lohra im Stil eines Forstgutes in Alleinlage mit Ländereien zur Selbstversorgung der Bewohner. Sie bewirtschafteten 22 ha Garten, Ackerland, Wiesen, Weiden und Unland. Diese Flächen wurden nach der Aufgabe des Dienstsitzes 1876 weitestgehend wieder aufgeforstet.
Um 1761 ist die Immobilie als Försterhaus auf Landkarten erwähnt. Seit Beginn der Personalaufzeichnungen, Mitte des 18. Jahrhunderts, ist Goldmann als zwölfter Revierverwalter, später Oberförster, erwähnt. Die Einsiedelei kann den häufigen Chefwechsel begünstigt haben.
1839 übernahm der Oberförster Goldmann die Leitung der Dienststelle von Oberförster Brüggemann. Goldmann führte die Wirtschaftseinrichtung (Forsteinrichtung), die sein Vorgänger begonnen hatte, auf der Grundlage der Instruktion von 1836 fort. Zum Dienst im Walde gehörte die Durchführung der Jagd auf den landesherrlichen Flächen. Schwarz- und Rehwild waren Standwild. Das Wildbret wurde zugunsten der Forstkasse vermarktet und war ein wesentlicher Bestandteil der Versorgung der Bewohner der Oberförsterei. Im Gebrauch waren noch Vorderlader-Gewehre. Gemeinschaftliche Jagden des Forstpersonals waren ein fester Bestandteil des Dienstplanes.
In der Amtszeit des Oberförsters Goldmann kam es zu einem tragischen Jagdunfall im Forstort Baumgarten. Die historischen Quellen zeigen zwei Darstellungen des Unfalles auf. In der einen hat ein Jägerbursche aus Bleicherode am 09.08.1845 den Sohn des Oberförsters Goldmann versehentlich bei der Jagd erschossen. In der anderen hat Goldmann selber im Jagdeifer 1848 seinen eigenen Sohn getötet. Diese Variante ist in den Hainleitedörfern über Jahrzehnte von Generation zu Generation weitergegeben worden. Nach den Forstakten war der Förster Goldmann zu dieser Zeit nicht mehr auf Lohra.
An diesen tragischen Unfall erinnert ein Gedenkstein, auch Goldmanns Ruh genannt, 70 m südlich und 2,3 km hinter der Kreuzung Amt Lohra in Richtung Kleinberndten. Dieser Stein ist aus Muschelkalk gefertigt und ragt 95 cm aus dem Waldboden. Er verjüngt sich nach oben. Auf der Osten und Westen zugeneigten Seite ist ein Kreuz eingemeißelt, auf der südlichen Dem Eduard Goldmann. Der Stein ist auf einer Waldfläche des Bundesforstrevieres Friedrichslohra, Sitz Menteroda, zu finden.
Klaus-Wilhelm Brüggemann






