Mo, 15:29 Uhr
13.07.2015
Rennbach stellt in Sondershausen aus
Tanz vor den Göttern
Unter dem Titel Tanz vor den Göttern ist in der Galerie im Schloss Sondershausen Malerei und Grafik von Jürgen Rennebach zu sehen. Ingesamt 60 Werke aus 15 Jahren Schaffenskraft können in der Retrospektive bewundert werden und zeigen eine Vielfalt an Themen und Motiven, die neugierig und nachdenklich machen soll...
Bei fast durchgängiger Verwendung eines Formates wird dem Betrachter eine Vielfalt an Themen und Motiven geboten, die zugleich neugierig und nachdenklich macht. Menschen werden oft aus ungewöhnlichen Perspektiven und in rätselhaften Zusammenhängen gezeigt.
Erotik kommt dabei kräftig ins Spiel, aber nie vordergründig voyeuristisch, sondern eher so, dass ihre Vielschichtigkeit deutlich wird. Bei einem der neuesten Bilder, Traumwassertanz (2015), ist Sinnenfreude eher ein Nebenthema. Die Bewegung in zwei Elementen, in Luft und Wasser, signalisiert eine Phase des Übergangs, ebenso wie die zwischen Tag und Traum.
"Traumwassertanz" - insgesamt 60 Werke des Nordhäuser Künstlers Jürgen Rennebach sind derzeit im Schlossmuseum Sonderhausen zu sehen (Foto: Jürgen Rennebach)
Bei Jürgen Rennebach gewinnen auch scheinbar alltägliche Gegenstände und Situationen durch ungewöhnliche Darstellungsweisen einen Bedeutungsgehalt, eine symbolische Qualität, die man nicht erwarten würde. Ein schönes Beispiel ist dafür Entspanntes Gespräch (2014). Das Bild zeigt zwei Stühle vor einer Wand, auf die ein marodes Dachfragment bizarre Schatten wirft. Es braucht keine Personen, sondern allein wie die beiden Stühle zueinander stehen, lässt den Bildtitel unmittelbar plausibel erscheinen.
In den meisten Fällen liefern die Titel der Bilder keine Erklärungen, sondern versuchen poetische Brücken für das Verstehen zu bauen. Zugleich stellen sie aber auch Barrieren gegen ein zu schnelles Identifizieren und Einordnen dar, das diesen differenzierten Arbeiten nicht gerecht würde. Insbesondere die Landschaftsbilder verweisen oft auf philosophische Dimensionen, die sich erst nach längerem Betrachten und Nachdenken erschließen. In diesen Zusammenhang gehört auch das Titelbild Tanz vor den Göttern (2014).
"Tanz vor den Göttern" - insgesamt 60 Werke des Nordhäuser Künstlers Jürgen Rennebach sind derzeit im Schlossmuseum Sonderhausen zu sehen (Foto: Jürgen Rennebach)
Die Gemälde zeichnen sich insgesamt durch eine kräftige und zugleich ausgewogene Farbigkeit aus. Beeindruckend ist auch die große formale Sicherheit in Komposition und Zeichnung. Der Künstler (geboren 1960) lebt und arbeitet in Nordhausen und leitet das dortige Museum Tabakspeicher.
Walter Martin Rehahn, Kunstwissenschaftler (Halle/Saale)
Autor: redBei fast durchgängiger Verwendung eines Formates wird dem Betrachter eine Vielfalt an Themen und Motiven geboten, die zugleich neugierig und nachdenklich macht. Menschen werden oft aus ungewöhnlichen Perspektiven und in rätselhaften Zusammenhängen gezeigt.
Erotik kommt dabei kräftig ins Spiel, aber nie vordergründig voyeuristisch, sondern eher so, dass ihre Vielschichtigkeit deutlich wird. Bei einem der neuesten Bilder, Traumwassertanz (2015), ist Sinnenfreude eher ein Nebenthema. Die Bewegung in zwei Elementen, in Luft und Wasser, signalisiert eine Phase des Übergangs, ebenso wie die zwischen Tag und Traum.
"Traumwassertanz" - insgesamt 60 Werke des Nordhäuser Künstlers Jürgen Rennebach sind derzeit im Schlossmuseum Sonderhausen zu sehen (Foto: Jürgen Rennebach)
Bei Jürgen Rennebach gewinnen auch scheinbar alltägliche Gegenstände und Situationen durch ungewöhnliche Darstellungsweisen einen Bedeutungsgehalt, eine symbolische Qualität, die man nicht erwarten würde. Ein schönes Beispiel ist dafür Entspanntes Gespräch (2014). Das Bild zeigt zwei Stühle vor einer Wand, auf die ein marodes Dachfragment bizarre Schatten wirft. Es braucht keine Personen, sondern allein wie die beiden Stühle zueinander stehen, lässt den Bildtitel unmittelbar plausibel erscheinen.
In den meisten Fällen liefern die Titel der Bilder keine Erklärungen, sondern versuchen poetische Brücken für das Verstehen zu bauen. Zugleich stellen sie aber auch Barrieren gegen ein zu schnelles Identifizieren und Einordnen dar, das diesen differenzierten Arbeiten nicht gerecht würde. Insbesondere die Landschaftsbilder verweisen oft auf philosophische Dimensionen, die sich erst nach längerem Betrachten und Nachdenken erschließen. In diesen Zusammenhang gehört auch das Titelbild Tanz vor den Göttern (2014).
"Tanz vor den Göttern" - insgesamt 60 Werke des Nordhäuser Künstlers Jürgen Rennebach sind derzeit im Schlossmuseum Sonderhausen zu sehen (Foto: Jürgen Rennebach)
Die Gemälde zeichnen sich insgesamt durch eine kräftige und zugleich ausgewogene Farbigkeit aus. Beeindruckend ist auch die große formale Sicherheit in Komposition und Zeichnung. Der Künstler (geboren 1960) lebt und arbeitet in Nordhausen und leitet das dortige Museum Tabakspeicher.
Walter Martin Rehahn, Kunstwissenschaftler (Halle/Saale)


