Mo, 08:11 Uhr
06.07.2015
Entdeckung eines Meisters
In Wittenberg wurde vor wenigen Tagen die zentrale Cranach-Ausstellung Sachsen-Anhalts anlässlich des 500. Geburtstages des Malers und Grafikers Lucas Cranach des Jüngeren eröffnet. Er hat auch in Nordhausen seine Spuren hinterlassen. Die Flohburg wird sich mit dem Maler, mit der Stadt Nordhausen während der Reformation und mit dem Schicksal des "Meyenburg-Epitaphs" in St. Blasii in einer Sonderausstellung beschäftigen...
Sein künstlerisches Werk steht in diesem Jahr wegen seiner Geburt am 4.10.1515 in Wittenberg in den Cranach-Orten im Mittelpunkt. Gestorben ist er am 25.1.1586 in Weimar. Wege zu Cranach - Eine Entdeckungsreise heißt das Motto der Gedenkveranstaltungen 2015 landauf und landab, in die auch der Vater einbezogen ist. Ein Weg führt nach Nordhausen, wo im Jahr 1558 eines seiner berühmtesten großen Gemälde in der evangelischen St.-Blasii-Kirche aufgehangen wurde, das dem Bürgermeister Michael Meyenburg, der dort 1555 beigesetzt worden war, als Epitaph gewidmet wurde: Die Auferstehung des Lazarus.
Michael Meyenburg, der mit zahlreichen Persönlichkeiten der Reformationszeit bekannt oder befreundet war, kannte durch Martin Luther, Justus Jonas und Philipp Melanchthon beide Cranachs. Deshalb bestellte er 1529 nach dem frühen Tod seiner ersten Frau beim älteren Cranach ein Epitaph für sie, das in der Blasiikirche bis Mitte 1944 zu sehen war, ein Ecce homo, in der Lutherbibel mit Sehet, welch ein Mensch. übersetzt und den mit der Dornenkrone gegeißelten Christus zeigt. Auch das oben erwähnte Meyenburgepitaph wurde 1944 in die Kellerräume der Brauerei, die Vor dem Hagentor stand, ausgelagert.
Nach Kriegsende waren beide Gemälde nicht mehr auffindbar. Was es dazu zu sagen gibt, wird unter anderem vom 24. September bis zum 31. Januar 2016 in der Flohburg, in einer Sonderausstellung dokumentiert.
Nordhäuser Kunstschatz - "Die Auferstehung des Lazarus" von Lucas Cranach dem Jüngeren - für immer verloren oder nur verschollen? (Foto: Heidelore Kneffel)
Der Arbeitstitel lautet: Der Maler Lucas Cranach d. J. wird 500 Jahre – Sein Epitaphgemälde in St. Blasii: Der Künstler, der Bürgermeister Michael Meyenburg, die Reformatorengruppe und Nordhausen am Harz. Das stadtgeschichtliche Museum, der Förderverein Flohburg und die evangelische Kirchengemeinde St. Blasii-Altendorf richten die Ausstellung gemeinsam aus, die Heidelore Kneffel kuratiert.
Das große Ölgemälde ist über die Grenzen Nordhausens berühmt, vor allem durch die Reformatorengruppe, die sich darauf befindet: Martin Luther, Johannes Bugenhagen, Justus Jonas, Caspar Cruciger, Philipp Melanchthon und noch einige andere. Auch der Humanist Erasmus von Rotterdam ist dargestellt. Bis auf letzteren hat Meyenburg alle persönlich gekannt. Sie alle werden in der Ausstellung genauer vorgestellt. Hinzu kommt Biographisches über Johannes Spangenberg und Lorenz Süße, zwei Personen, die in Nordhausen maßgeblich die Reformation gestalteten, auch über Michael Neander, den Schüler Melanchthons und wie er ein großer Schulmeister, und über Neanders berühmten Schüler Johannes Thal, dessen Buch über die Flora des Harzes ihm eine Sonderstellung unter den Botanikern einbrachte.
Als ausgezeichnete Gemäldekopie, geschaffen 1927 von dem Dresdner Maler Robert Häusler für die Nachkommen des über die Grenzen Nordhausens hinaus bekannten Bürgermeisters, hängt das Ölgemälde seit 1953 als Leihgabe der Familie Meyenburg in der Kirche. Häusler ehrte Cranach, in dem er eine äußerst genaue Kopie schuf, denn man kann sie mit Fotografien des Originals vergleichen, die existieren. Auch die unterschiedlichen Bildbeschreibungen seit Anfang des 18. Jahrhunderts werden ergründet. Die Präsentation bezieht ausgewählte Bände der Himmelgarten- /St. Blasii Bibliothek ein, die am 31. Oktober 2014 von ihrem Auslagerungsort Wittenberg nach Nordhausen zurückkehrten. Darunter befinden sich Werke der auf dem Gemälde dargestellten Reformatorengruppe, auf die besonders verwiesen wird. Lucas Cranach der Ältere lieferte die Holzschnitt-Illustration für das erste protestantische Flugblatt Der Fuhrwagen von Karlstadt. Ein lateinisches Exemplar des für die Leipziger Disputation von 1519 hergestellten Blattes ist Bestandteil der Bibliothek.
Autor: redSein künstlerisches Werk steht in diesem Jahr wegen seiner Geburt am 4.10.1515 in Wittenberg in den Cranach-Orten im Mittelpunkt. Gestorben ist er am 25.1.1586 in Weimar. Wege zu Cranach - Eine Entdeckungsreise heißt das Motto der Gedenkveranstaltungen 2015 landauf und landab, in die auch der Vater einbezogen ist. Ein Weg führt nach Nordhausen, wo im Jahr 1558 eines seiner berühmtesten großen Gemälde in der evangelischen St.-Blasii-Kirche aufgehangen wurde, das dem Bürgermeister Michael Meyenburg, der dort 1555 beigesetzt worden war, als Epitaph gewidmet wurde: Die Auferstehung des Lazarus.
Michael Meyenburg, der mit zahlreichen Persönlichkeiten der Reformationszeit bekannt oder befreundet war, kannte durch Martin Luther, Justus Jonas und Philipp Melanchthon beide Cranachs. Deshalb bestellte er 1529 nach dem frühen Tod seiner ersten Frau beim älteren Cranach ein Epitaph für sie, das in der Blasiikirche bis Mitte 1944 zu sehen war, ein Ecce homo, in der Lutherbibel mit Sehet, welch ein Mensch. übersetzt und den mit der Dornenkrone gegeißelten Christus zeigt. Auch das oben erwähnte Meyenburgepitaph wurde 1944 in die Kellerräume der Brauerei, die Vor dem Hagentor stand, ausgelagert.
Nach Kriegsende waren beide Gemälde nicht mehr auffindbar. Was es dazu zu sagen gibt, wird unter anderem vom 24. September bis zum 31. Januar 2016 in der Flohburg, in einer Sonderausstellung dokumentiert.
Nordhäuser Kunstschatz - "Die Auferstehung des Lazarus" von Lucas Cranach dem Jüngeren - für immer verloren oder nur verschollen? (Foto: Heidelore Kneffel)
Der Arbeitstitel lautet: Der Maler Lucas Cranach d. J. wird 500 Jahre – Sein Epitaphgemälde in St. Blasii: Der Künstler, der Bürgermeister Michael Meyenburg, die Reformatorengruppe und Nordhausen am Harz. Das stadtgeschichtliche Museum, der Förderverein Flohburg und die evangelische Kirchengemeinde St. Blasii-Altendorf richten die Ausstellung gemeinsam aus, die Heidelore Kneffel kuratiert.
Das große Ölgemälde ist über die Grenzen Nordhausens berühmt, vor allem durch die Reformatorengruppe, die sich darauf befindet: Martin Luther, Johannes Bugenhagen, Justus Jonas, Caspar Cruciger, Philipp Melanchthon und noch einige andere. Auch der Humanist Erasmus von Rotterdam ist dargestellt. Bis auf letzteren hat Meyenburg alle persönlich gekannt. Sie alle werden in der Ausstellung genauer vorgestellt. Hinzu kommt Biographisches über Johannes Spangenberg und Lorenz Süße, zwei Personen, die in Nordhausen maßgeblich die Reformation gestalteten, auch über Michael Neander, den Schüler Melanchthons und wie er ein großer Schulmeister, und über Neanders berühmten Schüler Johannes Thal, dessen Buch über die Flora des Harzes ihm eine Sonderstellung unter den Botanikern einbrachte.
Als ausgezeichnete Gemäldekopie, geschaffen 1927 von dem Dresdner Maler Robert Häusler für die Nachkommen des über die Grenzen Nordhausens hinaus bekannten Bürgermeisters, hängt das Ölgemälde seit 1953 als Leihgabe der Familie Meyenburg in der Kirche. Häusler ehrte Cranach, in dem er eine äußerst genaue Kopie schuf, denn man kann sie mit Fotografien des Originals vergleichen, die existieren. Auch die unterschiedlichen Bildbeschreibungen seit Anfang des 18. Jahrhunderts werden ergründet. Die Präsentation bezieht ausgewählte Bände der Himmelgarten- /St. Blasii Bibliothek ein, die am 31. Oktober 2014 von ihrem Auslagerungsort Wittenberg nach Nordhausen zurückkehrten. Darunter befinden sich Werke der auf dem Gemälde dargestellten Reformatorengruppe, auf die besonders verwiesen wird. Lucas Cranach der Ältere lieferte die Holzschnitt-Illustration für das erste protestantische Flugblatt Der Fuhrwagen von Karlstadt. Ein lateinisches Exemplar des für die Leipziger Disputation von 1519 hergestellten Blattes ist Bestandteil der Bibliothek.


