Di, 10:30 Uhr
16.06.2015
Wildnis vor der Haustür?
Ellrichs Regelschüler erlebten vor kurzem ein Abenteuer der etwas anderen Art: im wilden Stadtwald wollte man mehr als nur eine kurze Exkursion starten, sondern eine richtige Expedition - mitsamt Übernachtung unter freiem Himmel und Leben in der Wildnis vor der eigenen Haustür...
Die Aufregung in den Vorbereitungswochen war groß: Wie werden wir unter freiem Himmel schlafen? Wo werden wir unsere Notdurft verrichten? Welche Tiere werden wir nachts hören und tagsüber beobachten? Das Angebot Abenteuer Wildnis, eine Idee der Referendarin Daniela Hottenroth, bereitete zehn Schülern der fünften und sechsten Klasse auf diese abenteuerliche Exkursion vor. Ziel des Angebots ist es, die Schüler für die wilden Ecken vor unserer Haustür, dem Ellricher Stadtwald, zu sensibilisieren.
Warum Wildnis? Wildnis ist freie Natur, deren Entwicklung uneingeschränkt und unberechenbar verläuft. Seit etwa 15 Jahren wächst die Erkenntnis, dass der Mensch – als Kontrapunkt zur gestalteten Zivilisationslandschaft – Flächen braucht, die sich ohne Eingriffe entwickeln und leicht erreichbar sind. Trotz dass der Ellricher Stadtwald forstwirtschaftlich genutzt wird, finden sich hier spannende und mystisch anmutende wilde Ecken, in der sich ungestört Flora und Fauna entwickeln kann. Natur Natur sein lassen lautet das Motto zur Entstehung von Wildnis, welche Voraussetzung für den Erhalt unserer Artenvielfalt ist. Wildnisbildung heißt das Bildungskonzept, welches hinter dieser Idee steckt, um Menschen die Bedeutsamkeit von wilden Räumen näher bringen.
Hinter dem Angebot Abenteuer Wildnis steckt dieses Bildungskonzept. Die teilnehmenden Schüler entdecken einmal wöchentlich im Ellricher Heinrich-Heine-Park die Wildnis im Kleinen: Welche Kleintiere entdecke ich in den Büschen? Welche Geräusche höre ich auf meinem Sitzplatz? Dazu malten sie eine Geräuschelandkarte. Welche Geräusche sind angenehm, welche störend (z. B. der laute Bagger um die Ecke). Lernen mit allen Sinnen lautete das Credo, sich bewusst nur auf einen Sinn zu konzentrieren, um die Wildnis und die Zivilisation bewusst wahrzunehmen.
Vom achten zum neunten Juni war es dann endlich soweit. Zusammen mit unserer Sozialarbeiterin Katarina Uebner, mit zwei bepackten Bollerwagen, Schlafsäcken und Isomatten in den Rucksäcken ging die Wanderung zum Pfaffenborn in den Ellricher Stadtwald. Orientiert haben sich die Schüler mit Karte und Kompass, aber auch an der Sonne. Am Pfaffenborn angekommen, begrüßte uns der Förster Herr Waldheim.
Gemeinsam suchten wir einen geeigneten Lagerplatz, um unser Wildniscamp aufzubauen. Dieses bestand nur aus einem Tarp, so dass wir nachts die Sterne und die Bäume im Mond sehen konnten. Eine Latrine als Toilette wurde in einer stillen Ecke gebuddelt. Um sich mit der Umgebung vertraut zu machen, suchte sich jeder Schüler seinen persönlichen Sitzplatz, um allein zu beobachten und zu genießen. Auch hier haben wir wieder eine Geräuschelandkarte gezeichnet und mit der Karte aus dem Heinrich-Heine-Park verglichen. Ruhiger und entspannender war es im Stadtwald, natürlich haben wir auch mehr Kleintiere gefunden.
Abends haben wir selbst Feuer gemacht – mit einem Magnesiumstab. Nach 30 Minuten Übung – einem Zundernest und Kleinholz hat es fürs erste Mal recht schnell geklappt. Bald konnten wir warmen Tee trinken sowie Stockbrot, Würstchen und Maiskolben grillen. Nach einer Wildnisgeschichte ging es ab in den Schlafsack. Zu hören war nur das leise Windrauschen…
Daniela Hottenroth
Autor: redDie Aufregung in den Vorbereitungswochen war groß: Wie werden wir unter freiem Himmel schlafen? Wo werden wir unsere Notdurft verrichten? Welche Tiere werden wir nachts hören und tagsüber beobachten? Das Angebot Abenteuer Wildnis, eine Idee der Referendarin Daniela Hottenroth, bereitete zehn Schülern der fünften und sechsten Klasse auf diese abenteuerliche Exkursion vor. Ziel des Angebots ist es, die Schüler für die wilden Ecken vor unserer Haustür, dem Ellricher Stadtwald, zu sensibilisieren.
Warum Wildnis? Wildnis ist freie Natur, deren Entwicklung uneingeschränkt und unberechenbar verläuft. Seit etwa 15 Jahren wächst die Erkenntnis, dass der Mensch – als Kontrapunkt zur gestalteten Zivilisationslandschaft – Flächen braucht, die sich ohne Eingriffe entwickeln und leicht erreichbar sind. Trotz dass der Ellricher Stadtwald forstwirtschaftlich genutzt wird, finden sich hier spannende und mystisch anmutende wilde Ecken, in der sich ungestört Flora und Fauna entwickeln kann. Natur Natur sein lassen lautet das Motto zur Entstehung von Wildnis, welche Voraussetzung für den Erhalt unserer Artenvielfalt ist. Wildnisbildung heißt das Bildungskonzept, welches hinter dieser Idee steckt, um Menschen die Bedeutsamkeit von wilden Räumen näher bringen.
Hinter dem Angebot Abenteuer Wildnis steckt dieses Bildungskonzept. Die teilnehmenden Schüler entdecken einmal wöchentlich im Ellricher Heinrich-Heine-Park die Wildnis im Kleinen: Welche Kleintiere entdecke ich in den Büschen? Welche Geräusche höre ich auf meinem Sitzplatz? Dazu malten sie eine Geräuschelandkarte. Welche Geräusche sind angenehm, welche störend (z. B. der laute Bagger um die Ecke). Lernen mit allen Sinnen lautete das Credo, sich bewusst nur auf einen Sinn zu konzentrieren, um die Wildnis und die Zivilisation bewusst wahrzunehmen.
Vom achten zum neunten Juni war es dann endlich soweit. Zusammen mit unserer Sozialarbeiterin Katarina Uebner, mit zwei bepackten Bollerwagen, Schlafsäcken und Isomatten in den Rucksäcken ging die Wanderung zum Pfaffenborn in den Ellricher Stadtwald. Orientiert haben sich die Schüler mit Karte und Kompass, aber auch an der Sonne. Am Pfaffenborn angekommen, begrüßte uns der Förster Herr Waldheim.
Gemeinsam suchten wir einen geeigneten Lagerplatz, um unser Wildniscamp aufzubauen. Dieses bestand nur aus einem Tarp, so dass wir nachts die Sterne und die Bäume im Mond sehen konnten. Eine Latrine als Toilette wurde in einer stillen Ecke gebuddelt. Um sich mit der Umgebung vertraut zu machen, suchte sich jeder Schüler seinen persönlichen Sitzplatz, um allein zu beobachten und zu genießen. Auch hier haben wir wieder eine Geräuschelandkarte gezeichnet und mit der Karte aus dem Heinrich-Heine-Park verglichen. Ruhiger und entspannender war es im Stadtwald, natürlich haben wir auch mehr Kleintiere gefunden.
Abends haben wir selbst Feuer gemacht – mit einem Magnesiumstab. Nach 30 Minuten Übung – einem Zundernest und Kleinholz hat es fürs erste Mal recht schnell geklappt. Bald konnten wir warmen Tee trinken sowie Stockbrot, Würstchen und Maiskolben grillen. Nach einer Wildnisgeschichte ging es ab in den Schlafsack. Zu hören war nur das leise Windrauschen…
Daniela Hottenroth





