Sa, 12:30 Uhr
06.06.2015
Hut-Heidi und die Landsenioren
Das Dutzend ist voll. Zum zwölften Mal waren dieser Tage die Landsenioren des Südharzes mit Heidi Freymark als Reisebegleiterin auf Tour. Die führte an den Starnberger See und Kurt Frank berichtet von einer unterhaltsamen Tour...
Nordhausen/Bernried. Die Frau ist ein Original. Allein schon wegen ihrer stattlichen Erscheinung von über 1,80 Meter. Mit Hut wirkt sie noch imposanter. Hüte haben es ihr angetan. Alle paar Tage ein anderer. Zwölf Kopfbedeckungen für den Sommer, an die sechs und mehr für das Frühjahr und den Herbst. Der Rest entfällt auf den Winter. Um die 30 der guten Stücke finden sich in ihrer heimischen Garderobe. Während der Reise kam ein neues Schmuckstück hinzu.
Hüte sind das Markenzeichen der Heidi Freymark. Und ihr, mitunter auch lautes, Mundwerk. Daran sind wir gewöhnt, sagen alle, die mit ihr schon oft unterwegs waren. In Bernried, dem Ziel der Fahrt, stand sie, Fähnchen schwingend, natürlich mit Hut, vor dem Hotel Seeblick. Mit lautem Hallo begrüßte sie die Truppe, die wiederum die 73-Jährige willkommen hieß.
Zufällig stieß die Vereinigung der Landsenioren auf diese Frau, war von Vereinschef Herbert Weschcke zu erfahren. Vor etwa 13 Jahren hatte sie sich bei einer Veranstaltung im Harz, auf welcher der damalige Vereinsvorsitzende zugegen war, vorgestellt und ihre touristischen Fähigkeiten und Dienste angepriesen. Der Vorstand wagte den Versuch, engagierte sie. Bis heute hat er es nicht bereut. Freymark, die studierte Landwirtin und auf Rügen heimisch, musste sich nach der Wende neu orientieren. Sie schwamm sich frei und führt jetzt ein Tourismusbüro auf der Insel mit Rundumbetreuung.
Das Starnberger Fünf-Seen-Land mit seinen Schönheiten ist immer eine Reise wert. Das Auge lacht beim Anblick der schneebedeckten Berggipfel, der sattgrünen Wiesen, Weiden und Wälder. Eingebettet dazwischen die im Sonnenlicht leuchtenden Seen.
Josef Steigenberger, Erster Bürgermeister der Gemeinde Bernried, nahm sich die Zeit, die Gäste aus dem Landkreis Nordhausen persönlich zu empfangen und zu begrüßen. Er informierte sie anschaulich über seine Kommune, die über 2000 Einwohner zählt. Über das alte Kloster, seiner Inneneinrichtung und der vielen Gemälde wusste er wie ein Geschichtslehrer zu erzählen. Was Bernried betreffe, so wolle man den dörflichen Charakter bewahren und sei an keiner Erweiterung interessiert, meinte der Gemeindechef in seiner bayerischen Lederhosen. So richtig romantisch wurde der zweite Tag der Reise. Auf den Spuren des Märchenkönigs Ludwig II wandelten die Landsenioren auf Schloss Linderhof. Vom Prunk und Protz Ludwigs profitiert heute der Freistaat Bayern dank der Touristenströme. Linderhof ist das kleinste der drei Schlösser des Märchenkönigs, zugleich sein Lieblingsschloss und das einzige, das noch zu seinen Lebzeiten vollendet wurde. Alle Räume sind überreich im Stile des Neorokoko ausgestattet, kaum eine Wand -oder Deckenfläche ist ohne Dekoration.
Auch diese Fünf-Tages-Reise bleibt bei vielen Teilnehmern in nachhaltiger Erinnerung. Auch für die Neueinsteiger Eberhard und Hannelore Riedel aus Salza. Nachbar Günter Sieger hatte ihr Interesse für die Vereinigung der Landsenioren geweckt, obwohl Eberhard nicht mit der Landwirtschaft im Bunde stand. Wohl aber mit der Industrie. Als Zimmerer im Kreisbaubetrieb. Auch Ehefrau Hannelore hatte es weder mit Schweinen, Kühen, Hühnern oder Schafen zu tun, sondern mit Patienten. Als Krankenschwester. Beide sind jetzt Vereinsmitglieder und dem Nachbarn dankbar für seine Werbung.
Zu den alten Hasen gehören hingegen Siegfried Liebau aus Ilfeld, der sich um die Gründung der Helwi (Melioration) verdient machte. Auch Heinz Rosenbusch aus Hain, der in der Tierproduktion der LPG Wolkramshausen wirkte, ist seit Langem dabei. Der Mann erzählt gern Witze. Ingrid Junge aus Uthleben war in der Schweinemastanlage des Dorfes tätig, Ilse Schlese aus der Flarichsmühle ebenfalls eng mit der Landwirtschaft verbunden, während Beate Koerth aus Ilfeld sich ihre Brötchen als Kindergärtnerin im Ort verdiente.
Ebenso nicht erst seit gestern gehört Uwe Dörmann aus Herrmannsacker der Vereinigung an. Man kennt ihn noch als ehemaligen Betriebsleiter des Schlacht-und Verarbeitungsbetriebes in Nordhausen, von dem nur eine Ruine blieb. Bekannt bei vielen Pferdeliebhabern wurde er durch seinen Pferdezucht-und Ferienhof im Heimatort. Man sah ihn nur, verliebt wie am ersten Tag, Händchen in Händchen mit der Ehefrau spazieren gehen.
Steffen Keitel vom gleichnamigen Busunternehmen aus Hainrode chauffierte die 44 Bordinsassen gewohnt sicher über die Lande. Mittlerweise ist er dauerhaft als verdienstvoller Fahrer gebucht. Auch im Herbst zur Fahrt in die saarländisch-lothringische Grenzregion wird er es wieder sein. Und voraussichtlich im Frühjahr 2016 nach Schleswig-Holstein.
Starnberg, Stadtrundfahrten mit sachkundigen Erläuterungen oder Spaziergänge in Garmisch-Partenkirchen, Nürnberg, Ingolstadt, über Seepromenaden flanieren, Schifffahrt auf dem Starnberger See, Sauna- und Schwimmbadbesuche, Tanzabend und anderes mehr boten Abwechslung und Wissenswertes zugleich.
Kurt Frank
Autor: redNordhausen/Bernried. Die Frau ist ein Original. Allein schon wegen ihrer stattlichen Erscheinung von über 1,80 Meter. Mit Hut wirkt sie noch imposanter. Hüte haben es ihr angetan. Alle paar Tage ein anderer. Zwölf Kopfbedeckungen für den Sommer, an die sechs und mehr für das Frühjahr und den Herbst. Der Rest entfällt auf den Winter. Um die 30 der guten Stücke finden sich in ihrer heimischen Garderobe. Während der Reise kam ein neues Schmuckstück hinzu.
Hüte sind das Markenzeichen der Heidi Freymark. Und ihr, mitunter auch lautes, Mundwerk. Daran sind wir gewöhnt, sagen alle, die mit ihr schon oft unterwegs waren. In Bernried, dem Ziel der Fahrt, stand sie, Fähnchen schwingend, natürlich mit Hut, vor dem Hotel Seeblick. Mit lautem Hallo begrüßte sie die Truppe, die wiederum die 73-Jährige willkommen hieß.
Zufällig stieß die Vereinigung der Landsenioren auf diese Frau, war von Vereinschef Herbert Weschcke zu erfahren. Vor etwa 13 Jahren hatte sie sich bei einer Veranstaltung im Harz, auf welcher der damalige Vereinsvorsitzende zugegen war, vorgestellt und ihre touristischen Fähigkeiten und Dienste angepriesen. Der Vorstand wagte den Versuch, engagierte sie. Bis heute hat er es nicht bereut. Freymark, die studierte Landwirtin und auf Rügen heimisch, musste sich nach der Wende neu orientieren. Sie schwamm sich frei und führt jetzt ein Tourismusbüro auf der Insel mit Rundumbetreuung.
Das Starnberger Fünf-Seen-Land mit seinen Schönheiten ist immer eine Reise wert. Das Auge lacht beim Anblick der schneebedeckten Berggipfel, der sattgrünen Wiesen, Weiden und Wälder. Eingebettet dazwischen die im Sonnenlicht leuchtenden Seen.
Josef Steigenberger, Erster Bürgermeister der Gemeinde Bernried, nahm sich die Zeit, die Gäste aus dem Landkreis Nordhausen persönlich zu empfangen und zu begrüßen. Er informierte sie anschaulich über seine Kommune, die über 2000 Einwohner zählt. Über das alte Kloster, seiner Inneneinrichtung und der vielen Gemälde wusste er wie ein Geschichtslehrer zu erzählen. Was Bernried betreffe, so wolle man den dörflichen Charakter bewahren und sei an keiner Erweiterung interessiert, meinte der Gemeindechef in seiner bayerischen Lederhosen. So richtig romantisch wurde der zweite Tag der Reise. Auf den Spuren des Märchenkönigs Ludwig II wandelten die Landsenioren auf Schloss Linderhof. Vom Prunk und Protz Ludwigs profitiert heute der Freistaat Bayern dank der Touristenströme. Linderhof ist das kleinste der drei Schlösser des Märchenkönigs, zugleich sein Lieblingsschloss und das einzige, das noch zu seinen Lebzeiten vollendet wurde. Alle Räume sind überreich im Stile des Neorokoko ausgestattet, kaum eine Wand -oder Deckenfläche ist ohne Dekoration.
Auch diese Fünf-Tages-Reise bleibt bei vielen Teilnehmern in nachhaltiger Erinnerung. Auch für die Neueinsteiger Eberhard und Hannelore Riedel aus Salza. Nachbar Günter Sieger hatte ihr Interesse für die Vereinigung der Landsenioren geweckt, obwohl Eberhard nicht mit der Landwirtschaft im Bunde stand. Wohl aber mit der Industrie. Als Zimmerer im Kreisbaubetrieb. Auch Ehefrau Hannelore hatte es weder mit Schweinen, Kühen, Hühnern oder Schafen zu tun, sondern mit Patienten. Als Krankenschwester. Beide sind jetzt Vereinsmitglieder und dem Nachbarn dankbar für seine Werbung.
Zu den alten Hasen gehören hingegen Siegfried Liebau aus Ilfeld, der sich um die Gründung der Helwi (Melioration) verdient machte. Auch Heinz Rosenbusch aus Hain, der in der Tierproduktion der LPG Wolkramshausen wirkte, ist seit Langem dabei. Der Mann erzählt gern Witze. Ingrid Junge aus Uthleben war in der Schweinemastanlage des Dorfes tätig, Ilse Schlese aus der Flarichsmühle ebenfalls eng mit der Landwirtschaft verbunden, während Beate Koerth aus Ilfeld sich ihre Brötchen als Kindergärtnerin im Ort verdiente.
Ebenso nicht erst seit gestern gehört Uwe Dörmann aus Herrmannsacker der Vereinigung an. Man kennt ihn noch als ehemaligen Betriebsleiter des Schlacht-und Verarbeitungsbetriebes in Nordhausen, von dem nur eine Ruine blieb. Bekannt bei vielen Pferdeliebhabern wurde er durch seinen Pferdezucht-und Ferienhof im Heimatort. Man sah ihn nur, verliebt wie am ersten Tag, Händchen in Händchen mit der Ehefrau spazieren gehen.
Steffen Keitel vom gleichnamigen Busunternehmen aus Hainrode chauffierte die 44 Bordinsassen gewohnt sicher über die Lande. Mittlerweise ist er dauerhaft als verdienstvoller Fahrer gebucht. Auch im Herbst zur Fahrt in die saarländisch-lothringische Grenzregion wird er es wieder sein. Und voraussichtlich im Frühjahr 2016 nach Schleswig-Holstein.
Starnberg, Stadtrundfahrten mit sachkundigen Erläuterungen oder Spaziergänge in Garmisch-Partenkirchen, Nürnberg, Ingolstadt, über Seepromenaden flanieren, Schifffahrt auf dem Starnberger See, Sauna- und Schwimmbadbesuche, Tanzabend und anderes mehr boten Abwechslung und Wissenswertes zugleich.
Kurt Frank





