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Di, 15:08 Uhr
02.06.2015

Kein Denkmal in Nordhausen? Aber Akzente!

Mit Blick auf die Nachricht aus dem Bundeskanzleramt, dass ein reines Lutherdenkmal für Nordhausen nicht förderfähig ist, hat jetzt Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh die Mitglieder des Nordhäuser Lutherforums und der Arbeitsgruppe „Lutherdenkmal“ zu einem Arbeitstreffen eingeladen...

Blick in das Lutherforum (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen) Blick in das Lutherforum (Foto: P. Grabe|Stadtverwaltung Nordhausen)

Zeh sagte, dass er mehrere Gespräche mit dem Beauftragten für das Lutherjubiläum im Bundeskanzleramt geführt habe. „Er hat uns jetzt schriftlich und ausführlich darauf aufmerksam gemacht, dass ein Denkmal als solches nicht förderfähig ist im Rahmen des Bundesprogramms zum Reformationsjubiläum 2017.

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Wohl aber, so Zeh weiter, sei eine Projektförderung möglich zum Beispiel für Ausstellungen. Er werde jetzt Kontakt aufnehmen zum Thüringer Beauftragten der Landesregierung für das Lutherjubiläum, um dort mögliche Fördermittel zu akquirieren.

Oberbürgermeister Zeh verwies darauf, dass neun Stationen des Bundesländerübergreifenden Lutherwegs innerhalb der Stadtmauern von Nordhausen liegen. „Vielleicht kann man ausgehend vom Lutherplatz diese Stationen sichtbar verbinden, durch Symbole wie die Luther-Rose und so den Weg stärker und ästhetisch ansprechend ins Bewusstsein rücken“, sagte er.

Rainer Bachmann, Stadtrat von den LINKEN, sagte in der Diskussion, „dass ich Bedenken habe, ob es die Mehrheit der Bevölkerung gut findet, wenn wir angesichts der Geldknappheit am Denkmal festhalten. Warum stärken wir nicht den Lutherplatz, wo es bereits ein Lutherdenkmal gibt, und machen dazu eine Ausstellung in der Blasii-Kirche?“, so Bachmann.

Winfried Wehrhan von der Stadt- und Gästeführer sagte, man solle an der Idee des Lutherdenkmals festhalten, zumal noch die Original-Abgussform eines Lutherdenkmals von Ernst Rietschel existiere. Der habe einen Bezug zu Nordhausen unter anderem wegen des von ihm geschaffenen Neptun-Denkmals in der Promenade. „Da müssen wir es halt irgendwie schaffen, die restlichen 45.000 Euro für das Denkmal aufzutreiben, wenn dies nicht gefördert werden kann“, so Wehrhahn.

Heiko Maulhardt, Vertreter des Nordhäuser Rotary-Clubs – dieser Club hatte die Ursprungsidee zu Errichtung eines Lutherdenkmals – sagte, wenn die Finanzierung eines Denkmals nicht möglich sei, verschließe sich der Club sicher nicht, andere Ideen finanziell zu unterstützen. „Vielleicht sollten wir den Mut zu einem Neustart mit Blick auf das Lutherjubiläum haben.“

Dompfarrer Richard Hentrich sagte, die Ökumene beider Kirchen biete ausreichend interessante Anlaufpunkte für Touristen. Diese müssten im Stadtbild deutlicher sichtbar gemacht werden. Ein Punkt könnte ein aufgewerteter Blasii-Kirchplatz sein.

Dass es ein großes Grundinteresse in Nordhausen gebe und eine „ spürbare Dynamik“ mit Blick auf das Lutherjubiläum konstatierte Superintendent Andreas Schwarze. „Man sollte die Jahre bis zum Jubiläumsjahr 2017 nutzen, um diese Dynamik aufzunehmen und einen verbindenden und integrierenden Geist für die ganze Stadt daraus zu entwickeln, der auch nach 2017 diese Stadt eint. Lassen Sie uns darüber nachdenken, was dieser Geist sein könnte“, so der Superintendent. Er verstehe die Befürworter eines Rietschel-Denkmals.

„Doch man sollte bedenken, dass ein historisches Denkmal immer ein Blick rückwärts ist. Sollten wir aber nicht neue Perspektiven entwickeln und mit dem Jubiläum den Blick nach vorn richten?“

Nordhausen müsse seinen Platz finden zwischen den großen Lutherstädten wir Wittenberg oder Eisenach. „Das können wir auch, denn Nordhausen spielte eine wichtige Rolle während der Reformation“, so Schwarze.

„Freund Luther“ – für dieses Motto mit Blick auf das Jahr 2017 warb die Lutherbeauftragte des Kirchenkreises Südharz“, Petra Gunst. „Die Feiern zum Luther-Jubiläum und die Vorbereitungen darauf sollten auch jene Nordhäuserinnen und Nordhäuser ansprechen, die nicht konfessionell gebunden sind“, sagte Frau Gunst.

Das Motto Freundschafts-Motto leite sich zum einen aus der Freundschaft Luthers mit Justus Jonas her und mit Michael Meyenburg, die beide auch im weltlichen Sinne Nordhausen geprägt hätten. „Aber zum anderen hat der Geist der Freundschaft auch heute noch seinen Platz im zwischenmenschlichen Miteinander“, so Frau Gunst. „Bis zum Sommer werden wir die ersten Ideen präsentieren. Und drauf freue ich mich!“

Sie werde gemeinsam mit ihren Mitstreitern deshalb künftig verstärkt in den Schulen unterwegs sein, um Ideen zu sammeln. Man werde darüber hinaus auch die Kooperation mit der Jugendkunstschule suchen. „Das Jubiläum und ein Leitprojekt kann diese Stadt verbinden. Das war schon einmal so zum Ende des 19. Jahrhunderts: Damals gab es über mehrere Jahre in Nordhausen eine große Lotterie zum Bau des Lutherdenkmals. Daran haben sich viele Nordhäuser beteiligt“, sagte Frau Gunst.

Auch Johannes von Biela, Pfarrer an der Gemeinde St. Blasii-Altendorf, sprach sich für einen „Neuanfang“ aus. „Dass die Fördermittel für ein reines Denkmal nicht gegeben werden können, muss kein Unglück sein. Das kann neue Ideen freisetzen. Ich empfehle deshalb die offizielle `Beerdigung´ der Denkmalsidee und die Entwicklung neuer Konzepte.“

Gisela Hartmann sprach sich dagegen aus, nur „nette kleine Dinge“ zu machen. „Es würde unserer Stadt besser tun, wenn wir zum Thema Reformation ein großes Aushängeschild schaffen."
Autor: red

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Kommentare
NDHler
02.06.2015, 19:10 Uhr
Herr Bachmann...
... Wo sie Recht haben haben sie Recht.
Vereine (Sport- und Freizeitvereine) bekommen keine finanzielle Unterstützung mehr von der Stadt, die Arbeitsbedingungen in der Hauptfeuerwache sind mehr als fragwürdig, der Jugendarbeit der Stadt werden die Mittel gekürzt und obendrein steht die Tafel vor dem aus! Und unser OB kämpft um Fördermittel für ein zweites Lutherdenkmal für unsere Stadt. Das nenne ich Prioritäten!
Gudrun1974
02.06.2015, 20:20 Uhr
Hand aufs Herz ndhler ...
... steht wirklich im Text, dass Zeh Fördermittel für ein Lutherdenkmal holen will?

Oder steht dort nicht vielmehr, dass er um Fördermittel werben will für ein Projekt?

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten :-)
Janko
02.06.2015, 20:26 Uhr
auf die gefahr hin, polemisch zu klingen...
...aber wozu denn eigentlich ein neues luther-denkmal? wozu wäre es gut gewesen?

wenn luther im lutherjahr gefeiert werden soll (naja, warum auch nicht), dann gibt es nur 200 meter luftlinie entfernt von der blasii-kirche den platz vor der post, auf dem gleich mehrere lutherbüsten stehen.
Ich hätte, falls die Meldung heute gelautet hätte, dass es fördermittel gibt für eine lutherstatue, diese meldung mit einer gestrigen verglichen: nämlich dass der evangelische "KiLa", der kindern werte vermittelt (und nicht missioniert, wie es religionskritiker unterstellen) KEINE fördermittel bekommt. Ich glaube seine entscheidung zu wissen, wenn luther selbst die wahl gehabt hätte zwischen einem denkmal und jugendförderung.

Nun gibt es für ein neues luther-denkmal keine fördergelder, und meine ausgangsfrage bleibt unverändert stehen: wozu denn eigentlich, wenn in 200 metern luftlinie am platz vor der post...
und so weiter und so fort.

Meiner persönlichen Meinung nach sind denkmale (oder "denkmäler"..?) eine Aufforderung zum "denk mal!". und das kann ich, wenn ich an luther denken will, auch am postplatz tun, denn dort...
aber jetzt wird es albern.
NDHler
02.06.2015, 21:41 Uhr
Ach Rolands Schwert
Sie wissen genau wie mein Kommentar gemeint war. Und verschonen sie mich mit Bibelzitaten, damit habe ich genau so viel am Hut wie mit SED Parteibüchern. Nichts!
Gudrun1974
03.06.2015, 06:34 Uhr
Ja, ndhler, ich weiß, was Sie wollen
Sie wollen falsche Tatsachen behaupten. Leider ist es ungünstig, wenn anhand des Textes einige Zeilen darüber die richtigen Tatsachen nachprüfbar stehen.

Trotzdem einen sonnigen Dienstag, und entspannen Sie mal, lieber ndhler.
Gudrun1974
03.06.2015, 06:42 Uhr
Mittwoch
Ich wünsche Ihnen, ndhler, einen sonnigen Mittwoch, hab mich im Wochentag geirrt.
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