Fr, 12:46 Uhr
29.05.2015
Biogasanlage in Betrieb genommen
Am Ende ging alles ganz schnell: ein großer roter Knopf, ein kurzer Countdown und das Erdgas konnte fließen. Heute wurde die Biomethangasanlage nahe Bielen vom Probe- in den Regelbetrieb überführt. Zur Festveranstaltung schritt man noch einmal den Weg ab, der zum Ziel geführt hat...
Nordhausens Biomethangasanlage wurde heute vom Test- in den Regelbetrieb überführt (Foto: Angelo Glashagel)
Der Platz auf dem sonst Lastwagen die Biomasse anliefern, die das Gas erzeugen soll, wurde heute zur Parkfläche umfunktioniert. Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft, die bauausführenden Unternehmen und natürlich die Landwirte als Lieferanten der EVN-Anlage waren gekommen, um der Inbetriebnahme beizuwohnen.
Die Inbetriebnahme sei ein wichtiger Tag für Nordhausen, sagte Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh, regenerative Ideen seien in aller Munde und entsprechende Projekte gäbe es an vielen Orten. Mit der Biomethangasanlage habe Nordhausen "die Chancen ergriffen, die hier bestehen".
Ziel sei eine regionalere und dezentralere Energieversorgung und damit mehr Unabhängigkeit von den großen Energiefirmen. Für Partnerunternehmen wie den Schachtbau sei die Anlage sicher ein Referenzprojekt und auch Abseits der Bautätigkeit würde der regionale Wirtschaftskreislauf mit der Anlage gestärkt. Die Landwirte, die als Lieferanten fungieren, hätten so ein neues Standbein gewonnen. Zu guter Letzt entspräche die regenerative Energieerzeugung, die zumindest CO2-neutral sei, auch dem Klimaschutzkonzept der Stadt. Ein großer Dank ging auch an die Hochschule Nordhausen und Professor Gerd-Rainer Vollmer, die Planung und Bau mit technischem und wissenschaftlichem Know-How unterstützt hatten.
Zur Inbetriebnahme waren viele Gäste erschienen (Foto: Angelo Glashagel)
EVN-Geschäftsführer Rolf Göppel ließ die Planungs- und Bauzeit noch einmal Revue passieren. Letzere war schnell vonstatten gegangen: nur sechs Monate nach Beginn der Hochbaumaßnahmen wurde die Anlage Anfang Januar Testweise in Betrieb genommen. Die erste Einspeisung in das Nordhäuser Netz erfolgte rund sechs Wochen später. Mit einem Input von 23.000 Tonnen Maissilage, 11.000 Tonnen Getreideschlempe und 4.500 Tonnen Zuckerrüben soll die Anlage eine Leistung von 34. Mio. Kilowattstunden erbringen.
Und Geschäftsführer Göppel hatte noch mehr Zahlen parat:
Während der Bauphase wurden:
Der feierlichen Inbetriebnahme waren bekanntermaßen auch einige Konflikte vorrausgegangen und auch diese ließ man nicht unerwähnt. Mit der Einrichtung einer Projektgruppe, dem Kontakt zur Bürgerinititative die sich gegen den Bau aussprach, und der Begutachtung von Referenzprojekten an habe "neue Mittel der demokratischen Mitbestimmung" geschaffen und den Prozess unter "breiter Beteiligung der Bevölkerung" gestaltet. "Am Ende stand eine demokratische Entscheidung und der muss man sich beugen", sagte Zeh, "so ist unser Gemeinwesen organisiert".
Insgesamt 10,9 Millionen Euro wurden in die neue Anlage bei Bielen investiert (Foto: Angelo Glashagel)
Für Zweifler und Menschen die sich Sorgen machten werde man auch in Zukunft immer ein offenes Ohr haben, sagte Zeh weiter, das gelte nicht nur für die Stadtverwaltung sondern auch für die EVN, für die Zeh abschließend noch einmal eine Lanze brach. "Die EVN gehört uns als Bürgern. Was hier erwirtschaftet wird landet nicht in den Taschen irgendwelcher Investoren, sondern bleibt in der Stadt und ermöglicht es uns Busse und Bahnen fahren zu lassen und ein Badehaus zu betreiben".
Wer sich selber ein Bild von der Biomethangasanlage machen will, der kann das morgen tun. Zum Tag der offenen Tür, der von 10 bis 15 Uhr stattfinden soll, wird es neben Unterhaltung, Speiß und Trank auch die Möglichkeit geben, das Areal im Rahmen mehrere Führungen zu erkunden.
Angelo Glashagel
Autor: red
Nordhausens Biomethangasanlage wurde heute vom Test- in den Regelbetrieb überführt (Foto: Angelo Glashagel)
Der Platz auf dem sonst Lastwagen die Biomasse anliefern, die das Gas erzeugen soll, wurde heute zur Parkfläche umfunktioniert. Zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft, die bauausführenden Unternehmen und natürlich die Landwirte als Lieferanten der EVN-Anlage waren gekommen, um der Inbetriebnahme beizuwohnen.
Die Inbetriebnahme sei ein wichtiger Tag für Nordhausen, sagte Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh, regenerative Ideen seien in aller Munde und entsprechende Projekte gäbe es an vielen Orten. Mit der Biomethangasanlage habe Nordhausen "die Chancen ergriffen, die hier bestehen".
Ziel sei eine regionalere und dezentralere Energieversorgung und damit mehr Unabhängigkeit von den großen Energiefirmen. Für Partnerunternehmen wie den Schachtbau sei die Anlage sicher ein Referenzprojekt und auch Abseits der Bautätigkeit würde der regionale Wirtschaftskreislauf mit der Anlage gestärkt. Die Landwirte, die als Lieferanten fungieren, hätten so ein neues Standbein gewonnen. Zu guter Letzt entspräche die regenerative Energieerzeugung, die zumindest CO2-neutral sei, auch dem Klimaschutzkonzept der Stadt. Ein großer Dank ging auch an die Hochschule Nordhausen und Professor Gerd-Rainer Vollmer, die Planung und Bau mit technischem und wissenschaftlichem Know-How unterstützt hatten.
Zur Inbetriebnahme waren viele Gäste erschienen (Foto: Angelo Glashagel)
EVN-Geschäftsführer Rolf Göppel ließ die Planungs- und Bauzeit noch einmal Revue passieren. Letzere war schnell vonstatten gegangen: nur sechs Monate nach Beginn der Hochbaumaßnahmen wurde die Anlage Anfang Januar Testweise in Betrieb genommen. Die erste Einspeisung in das Nordhäuser Netz erfolgte rund sechs Wochen später. Mit einem Input von 23.000 Tonnen Maissilage, 11.000 Tonnen Getreideschlempe und 4.500 Tonnen Zuckerrüben soll die Anlage eine Leistung von 34. Mio. Kilowattstunden erbringen. Und Geschäftsführer Göppel hatte noch mehr Zahlen parat:
Während der Bauphase wurden:
- 33.000 qm abgetragen, zwischengelagert, wiedereingebaut und überschüssige Mengen abtransportiert
- 18.800 qm Bodenaushub hergestellt, zwischengelagert und wieder eingebaut
- 15.450 qm Asphaltfläche
- 567 Meter Silowände
- 1100 Meter Rohrleitungen und
- 510 Meter Drainage- und Versickerungsleitungen verlegt
- 1570 Kubikmeter Beton und 375 Tonnen Bewährungsstahl verbaut sowie
- 23.000 Meter Kabel verlegt
Der feierlichen Inbetriebnahme waren bekanntermaßen auch einige Konflikte vorrausgegangen und auch diese ließ man nicht unerwähnt. Mit der Einrichtung einer Projektgruppe, dem Kontakt zur Bürgerinititative die sich gegen den Bau aussprach, und der Begutachtung von Referenzprojekten an habe "neue Mittel der demokratischen Mitbestimmung" geschaffen und den Prozess unter "breiter Beteiligung der Bevölkerung" gestaltet. "Am Ende stand eine demokratische Entscheidung und der muss man sich beugen", sagte Zeh, "so ist unser Gemeinwesen organisiert".
Insgesamt 10,9 Millionen Euro wurden in die neue Anlage bei Bielen investiert (Foto: Angelo Glashagel)
Für Zweifler und Menschen die sich Sorgen machten werde man auch in Zukunft immer ein offenes Ohr haben, sagte Zeh weiter, das gelte nicht nur für die Stadtverwaltung sondern auch für die EVN, für die Zeh abschließend noch einmal eine Lanze brach. "Die EVN gehört uns als Bürgern. Was hier erwirtschaftet wird landet nicht in den Taschen irgendwelcher Investoren, sondern bleibt in der Stadt und ermöglicht es uns Busse und Bahnen fahren zu lassen und ein Badehaus zu betreiben".Wer sich selber ein Bild von der Biomethangasanlage machen will, der kann das morgen tun. Zum Tag der offenen Tür, der von 10 bis 15 Uhr stattfinden soll, wird es neben Unterhaltung, Speiß und Trank auch die Möglichkeit geben, das Areal im Rahmen mehrere Führungen zu erkunden.
Angelo Glashagel


