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Fr, 07:00 Uhr
29.05.2015

Lichtblick: Trinitatis – was ist das eigentlich?

„Aller guten Dinge sind drei“ lautet ein Sprichwort, das wir hin und wieder bemühen und das uns immer dann einfällt und Mut machen soll, wenn Dinge schon zwei Mal nicht klappten, jetzt aber klappen sollen! Ein italienisches Sprichwort lautet: „Drei Fäden machen eine Schnur.“ „Drei Gläser Wein können alles in Ordnung bringen,“ meint eine Sentenz aus China...


Sehr realistisch ist: „Drei Haare in der Suppe sind relativ viel, drei Haare auf dem Kopf relativ wenig.“ Der Denkspruch „Drei Säulen tragen mehr als eine“ könnte aus dem derzeit akut bedrohten Palmyra stammen. Und mit „Dreikäsehoch“ haben wir wohlmöglich uns in Kindestagen titulieren lassen müssen, wenn unsere Neugier barsch abgewiesen wurde und unbefriedigt blieb.

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Die Zahl drei ist auch Bestandteil des Namens, den der vor uns liegende Sonntag trägt: Trinitatis. Allein in unserem Kirchenkreis gibt es fünf Kirchen dieses Namens, der auf „Trinitas“ (Genitiv: „Trinitatis“) „Dreifaltigkeit“, zurückgeht: Holzengel, Immenrode, Keula, Seehausen und Sondershausen.

In der Ikonografie findet sich die Dreifaltigkeit so häufig wie wenig andere Motive. Sicher hing dies mit dem Mysterium dieser Dreiheit zusammen, das Künstler inspirierte wie herausforderte. Wunderschöne Darstellungen der Dreieinigkeit sind als Ikone (z.B. Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rubljow, 15. Jh.), als Gemälde (z.B. eines Kopfes mit drei Gesichtern), als Gnadenstuhl in Epitaphien oder Miniaturgemälden, als Holzgemälde oder auf Fresken (hier sogar mit einer weiblichen dritten Person!) bekannt.

Am leichtesten verständlich bringt das Mysterium der Dreieinigkeit das Sprichwort aus Italien (s.o.) zum Ausdruck. Es sind drei Fäden, aber eine Schnur/ein Seil. Die Dreieinigkeit will letztlich dem menschlichen Verstand, der nur meint für wahr halten zu können, was er auch be-greif-en (im Sinne von anfassen) kann, verstehbar machen, dass G'TT7 weder mit unserem Verstand noch mit unseren Sinnen begreifbar ist. Das gliche zwei Ameisen, die auf dem Schuh eines Menschen stünden und diskutierten, ob es einen Menschen gäbe oder nicht.

G'TT ist unserem Verstand nicht begreifbar. Dies anzunehmen ist der erste Schritt des Glaubens, denn es gibt in unserem Leben viele Dinge, die wir hinnehmen müssen und die wir nicht verstehen. Nicht nur das Leid, sondern auch die Liebe. Oder können Sie sich erklären, warum Ihr Mann/ Ihre Frau/ Ihr Kind/ Ihre Mutter/ Ihr Vater Sie liebt, obwohl Sie so sind, wie Sie sind? Das gilt für jede*n, auch für mich.

Trinitatis will uns nahe bringen, was nur zu glauben ist. G'TT ist größer als wir (denken können). Er wurde Mensch (Weihnachten) um sich uns zu erschließen, wurde wieder eins mit ihm (Himmelfahrt) und ist uns bis heute nahe im Heiligen Geist (Pfingsten). Das kann uns gewiss machen, niemals allein zu sein, uns seiner zugesagten Nähe anzuvertrauen – jeden Tag. Uns dies zu erschließen, in Wort und Lied, in Gebet und Hingabe, dazu dient der Trinitatistag. Wer immer noch meint, er könne nur akzeptieren, was er begreift, dem sei eine kurze Geschichte von Kirchenvater Augustin erzählt.

„Einst ging Augustinus - so wird erzählt - am Meer spazieren und dachte über das Geheimnis der Dreifaltigkeit nach. Da bemerkte er ein Kind, das mit seinem Eimerchen Wasser aus dem Meer in einen kleinen, abgegrenzten Bereich schöpfte. „Was machst du da?“ „Ich möchte das Meer in meinen Teich schöpfen!“ Da lachte Augustinus: „Das wird dir nie gelingen!“ Da richtete sich das Kind auf und sagte: „Ich mache es genauso wie du: Du willst mit deinem kleinen Verstand das Geheimnis des dreieinigen Gottes verstehen!“

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Autor: red

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