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Di, 11:15 Uhr
26.05.2015

"Grusical" eröffnet Schultheatertage

Zum 23. mal finden diese Woche an der Nordhäuser Bühne die Schultheatertage statt. Insgesamt 155 Schülerinnen und Schüler aus sieben Schulen und zwei Bundesländern fiebern derzeit ihrem großen Auftritt im Theater Nordhausen entgegen. Eröffnet wurde heute mit "Angst", dem Grusical der Lessing-Schule...


Seit einem halben Jahr hatten die Schülerinnen und Schüler der Lessing Schule geschrieben, genäht, gemalt, gebastelt und natürlich geprobt. Heute schließlich der große Tag - mit der Uraufführung ihres "Grusicals" eröffneten die Lessingschüler die 23. Schultheatertage. Ihnen werden bis zum Donnerstag noch mehr Theatergruppen aus Gymnasien, Regelschulen und auch Förderzentren auf die große und die kleine Bühne folgen.

Die Möglichkeit, einmal selber auf der Bühne zu stehen, sei ein Höhepunkt für die Theatergruppen, sagte Theaterintendant Lars Tietje. "Zu sich selbst zu stehen, etwas selber zu machen und sich präsentieren zu können, das sind große Kompetenzen", so der Theaterintendant.

In sehr kognitiv geprägten Bildungssystem kämen diese Fähigkeiten oft zu kurz. Nicht zu unterschätzen ist auch der Grad an Selbstbewusstsein, den man aufbringen muss, wenn man das erste Mal auf der Bühne steht. Denn der Auftritt vor Publikum verlangt, so darf vermutet werden, gerade Jugendlichen einiges an Mut ab, ganz zu schweigen von der vielen Arbeit, die im Vorfeld der Aufführung zu erledigen ist.

Die Lessingschüler etwa brachten mit "Angst" keinen angestaubten Meilenstein der Theatergeschichte auf die Bühne, sondern eine Eigenkreation. Zusammen mit Kathleen Jäntsch, Studentin der Hochschule und Praktikantin der Jugendkunstschule, sammelte man Ideen für ein neues Stück, das etwas abgefahrener, etwas anders sein sollte. Heraugekommen ist eine Mischung aus Musical, Horrorshow und Fernsehabend.


Bei "Angst" geht es um drei Schülerinnen, die sich nicht wirklich leiden können, für ein Schulprojekt aber auf dem Dorf recherchieren sollen. Hier wohnt auch eine exzentrische (und herrlich in Szene gesetzte) Gräfin, welche die Schülerinnen bei sich aufnehmen würde, so sie ihr denn mit einem Ungezieferproblem helfen.

Das "Ungeziefer" entpuppt sich als eine Menagerie klassischer Filmmonster. Dabei steht jedes der Monster symbolisch für eine andere Angst: der Vampir verkörpert Einsamkeit, der Zombie die Angst vor Tod und Verfall, die Horrorpuppe steht für Verlustängste. Durchbrochen wird das ganze durch humoristische "Werbeeinblendungen", etwa für Haftcreme die besonders Blutsaugern dabei helfen soll, Probleme mit den Dritten zu vermeiden oder Körperlotion für Zombies, damit es so richtig schimmelt.


Das ausgetüftelte Bühnenbild sowie sämtliche Requisiten und Kostüme wurden in wöchentlicher Arbeit zusammen mit der Jugendkunstschule von den Schülern selbst gebaut, gebastelt und genäht. Profitipps zur Inszenierung gab es vom Theater. Nimmt man noch Ton- und Lichttechnik hinzu, dann hat man genug Aufgaben, um eine ganze Schulklasse kreativ und herausfordernd zu beschäftigen.

Und auch während der Theatertage werden die Schüler nicht nur gemütlich die Stücke der anderen genießen können, sondern auch in Workshops arbeiten müssen.

Alle Aufführungen und Highlights der 23. Schultheatertage finden sich auch noch einmal hier
Angelo Glashagel
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